Briefe an Georges
Buch von Veza Canetti, Elias Canetti, Karen Lauer, Kristian Wachinger
Titel: Briefe an Georges
Veza Canetti (Autor) , Elias Canetti (Autor) , Karen Lauer (Herausgeber) , Kristian Wachinger (Herausgeber)
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 424
ISBN: 9783446207608
Termin: August 2006
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Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Briefe an Georges
Ein Dreiecksroman in Briefen: Elias Canetti, der neben seiner Ehefrau ständig wechselnde Geliebte hat, sein Bruder Georges, der sich außer zu schönen Männern zu seiner mütterlichen Schwägerin Veza hingezogen fühlt, und Veza, die ihrem jungen Schwager heillos verfallen ist. Als Veza und Elias 1938 aus Wien nach London fliehen, schreiben beide dem Bruder Georges: vom ärmlichen Emigranten- und hochkomplizierten Eheleben, von Eskapaden und Wahnsinnsanfällen, von Krankheit und Depression. Georges selbst ist schreibfaul, antwortet auf die Briefe kaum, bewahrt sie jedoch auf. Erst im Jahr 2003 werden die Briefe in Paris gefunden und nun zum ersten Mal publiziert.
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Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Briefe an Georges
- Nungesser
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26. Juli 2019 um 13:43
Die Autoren: Elias und Veza CanettiWeiterlesen
Titel: Briefe an Georges, erschien erstmals 2006
Seiten: 424 Seiten
Verlag: Carl Hanser
ISBN: 9783446207608
Die Autoren:
Elias Canetti (geboren 1905 in Russe, Bulgarien, und gestorben am 14. Aug 1994 in Zürich) war ein deutschsprachiger Schriftsteller, der 1981 den Literaturnobelpreis erhielt. Seine schriftstellerische Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich: so hat er den Roman „Die Blendung“ geschrieben, Dramen verfasst, eine mehrbändige Autobiographie, sowie Aufzeichnungen und Studien (bspw Masse und Macht) veröffentlicht. Canetti starb 1994 in Zürich.
Veza Canetti, eigentlich Venetiana Taubner-Calderon (geboren 1897 in Wien und gestorben 1963 in London) war Elias Canettis erste Ehefrau. Zudem war sie eine österreichische Schriftstellerin und Übersetzerin. Nach ihr ist der jährlich durch die Stadt Wien verliehene Veza-Canetti-Preis für das Lebenswerk Wiener Schriftstellerinnen benannt.
Georges Canetti, geboren 1911 in Russe und 1971 in Vence (Frankreich) gestorben, war der jüngste Bruder von Elias Canetti und war in Frankreich ein angesehener Arzt und Tuberkuloseforscher.
Inhalt: (Klappentext)
Ein Dreiecksroman in Briefen: Elias Canetti, der neben seiner Ehefrau ständig wechselnde Geliebte hat, sein Bruder Georges, der sich außer zu schönen Männern zu seiner mütterlichen Schwägerin Veza hingezogen fühlt, und Veza, die ihrem jungen Schwager heillos verfallen ist. Als Veza und Elias 1938 aus Wien nach London fliehen, schreiben beide dem Bruder Georges: vom ärmlichen Emigranten- und hochkomplizierten Eheleben, von Eskapaden und Wahnsinnsanfällen, von Krankheit und Depression. Georges selbst ist schreibfaul, antwortet auf die Briefe kaum, bewahrt sie jedoch auf. Erst im Jahr 2003 werden die Briefe in Paris gefunden und nun zum ersten Mal publiziert.
Meinung:
Zunächst einmal: der weitaus grösste Teil sind Briefe AN Georges, wie es der Titel aussagt. Briefe VON Georges sind leider keine enthalten; vermutlich hatte Elias die Briefe vernichtet. Ein paar Briefentwürfe sind erhalten, die Georges Canetti zu seinen erhaltenen Briefen ins Archiv gesteckt hat. Somit ist der Briefverkehr einseitig und sprunghaft. Die Antwortschreiben wären noch interessant gewesen, oder da teilweise große Sprünge zwischen den Briefen liegen, eine kurze Erklärung, was denn in der Zwischenzeit geschah. Immerhin gibt es aber einen umfangreichen Teil Anmerkungen im Anhang des Buches, aber ein paar grundlegende Dinge werden nicht näher erklärt. Auch deshalb hatte ich kurz nach dem Start einige Verständnisschwierigkeiten: was ist das für ein Verhältnis zur Mutter, wieso verheimlicht Elias die Hochzeit, was wirft ihm der Bruder alles vor, die Beziehung zwischen Veza und Georges ist ungewöhnlich, ... Da hilft es, wenn man Canettis Lebenserinnerungen und seine Beziehung zur Mutter und Frauen kennt.
Allerdings erhält man hier nun aber doch ein ganz anderes Bild als in den Büchern von Elias Canetti selbst. Es fällt auf, wie egozentrisch er ist. Alles dreht sich um ihn, seine Probleme mit dem Schreiben, dem Verlegen, Geldsorgen, Frauengeschichten, usw. Georges muss seinen fünf Jahre älteren Bruder immer wieder zurechtweisen, wenn dieser sich daneben benimmt. Die Heirat mit Veza ist beispielsweise eher ein Zweckbündnis. Elias braucht Veza als Bewunderin und Rückhalt. Liebe findet er woanders. Dafür schwärmt Veza für ihren Schwager, und dieser muss sich der unangebrachten Liebesbekundungen erwehren. Zudem erfährt der Leser etwas von Elias teils paranoiden Ängsten, bspw. meint er, Veza wolle ihn vergiften.
Ich fand diese Briefsammlung sehr interessant, weil eine ganz andere Seite von Elias Canetti gezeigt wird als man sie von seinen eigenen Schilderungen kennt. Aber sicherlich ist der Band hauptsächlich Jenen zu empfehlen, die bereits ein paar Werke von Canetti kennen. Ein Einstiegswerk ist es garantiert nicht.
Ausgaben von Briefe an Georges
Besitzer des Buches 2
Update: 26. Juli 2019 um 13:43




