Aufruhr der Meerestiere

Buch von Marie Gamillscheg

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Aufruhr der Meerestiere

Luise ist klug, Luise ist unabhängig, Luise ist eine Insel. Als Meeresbiologin hat Luise sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, ihr Spezialgebiet: die Meerwalnuss, eine geisterhaft illuminierte Qualle im Dunkel der Ozeane. Als Luise für ein Projekt mit einem renommierten Tierpark nach Graz reisen soll, zögert sie nicht lang. Doch Graz, das ist auch ihre Heimatstadt, das ist die Wohnung ihres abwesenden und plötzlich erkrankten Vaters. Und das ist die Geschichte einer jahrelangen Sprachlosigkeit und Fremdheit zwischen ihnen. Soghaft und strömend erzählt Marie Gamillscheg von der allmählichen Befreiung aus den Zwängen der eigenen Kindheit, des eigenen Körpers und aus den Gesetzen, die andere für einen gemacht haben. Es ist zugleich der Versuch, die Unmöglichkeit einer Beziehung zu erfassen: zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Vater und Tochter.
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Bewertungen

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Aufruhr der Meerestiere

    Klappentext/Verlagstext
    Luise ist klug, Luise ist unabhängig, Luise ist eine Insel. Als Meeresbiologin hat Luise sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, ihr Spezialgebiet: die Meerwalnuss, eine geisterhaft illuminierte Qualle im Dunkel der Ozeane. Als Luise für ein Projekt mit einem renommierten Tierpark nach Graz reisen soll, zögert sie nicht lang. Doch Graz, das ist auch ihre Heimatstadt, das ist die Wohnung ihres abwesenden und plötzlich erkrankten Vaters. Und das ist die Geschichte einer jahrelangen Sprachlosigkeit und Fremdheit zwischen ihnen.
    Soghaft und strömend erzählt Marie Gamillscheg von der allmählichen Befreiung aus den Zwängen der eigenen Kindheit, des eigenen Körpers und aus den Gesetzen, die andere für einen gemacht haben. Es ist zugleich der Versuch, die Unmöglichkeit einer Beziehung zu erfassen: zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Vater und Tochter.
    Die Autorin
    Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz, lebt als freie Autorin in Berlin. Ihr Roman "Alles was glänzt" landete auf der ORF-Bestenliste, wurde für den aspekte-Literaturpreis nominiert und mit dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt 2018 ausgezeichnet. (gekürzt)
    Inhalt
    Luise ist Meeresbiologin und forscht in Kiel über Ctenophora, die Meerwalnuss, eine leuchtende Rippenquallen-Art. Die Qualle wird in Ballastwassertanks von Schiffen eingeschleppt und vermehrt sich als Nutznießerin des Klimawandels explosionsartig, weil sie in ihren neuen Revieren keine natürlichen Feinde hat. Rein wissenschaftlich handelt es sich um eine invasive Art, die den heimischen Fischbestand bedroht und das Ökosystem Meer an den Rand des Kollapses gebracht hat. Luise ist allerdings der Meinung, dass eine Tierart nicht invasiv sein kann, die passiv transportiert wird und nicht aktiv einwandert. Luise sind offensichtlich Sachthemen wichtiger als Menschen. Die Qualle ist ihr Lebensinhalt; ihren wissenschaftlichen Ruf hat sie sich unter persönlichen Entbehrungen erarbeitet. Aktuell scheint die Wissenschaftlerin mit ihrem Thema nicht weiterzukommen. Die Leuchtqualle entzieht sich ihrer Erforschung, so dass u. a. noch unbekannt ist, wie sie sich vermehrt. Luise hält zwar Präsentation über Präsentation, aber bisher ist nichts gegen die Invasoren unternommen worden. Vom Institutsleiter wird Luise ermahnt, bei ihrem anstehenden Besuch im Grazer Tierpark „das Ganze“ im Auge zu behalten und sich nicht nur für ihr eigenes Forschungsthema zu interessieren. Selbst an eine schwierige Person wie Luise gerichtet, wirkt diese Kritik kränkend; männliche Kollegen würden in vergleichbarer Situation als zielstrebig anerkannt. In Graz ist Luise aufgewachsen. Ihre Bewunderung für den charismatischen Tierpark-Direktor Schilling hat sicher ihre Berufswahl beeinflusst. Bis heute lebt ihr Vater in der Stadt, mit der sie traumatische Erinnerungen verbindet. Die Begegnung mit ihm verrät, dass hinter Luises Schroffheit und ihrem Einzelgängertum mehr stecken muss, als ich mir zunächst vorstellen konnte. So wie der Sand an einem Meeressaum mit jeder Welle andere Farbtöne zeigt, wechseln sich im Rückblick Facetten aus Luises Vergangenheit ab. Ihre Distanz zum Vater, das vom dominanten Großvater vorgegebene Frauenbild und ihre Essstörung als Jugendliche lassen Luises berufliche Krise in anderem Licht erscheinen. Stets mit hohen Ansprüchen an sich und andere, steht sie nun in Graz kurz vor dem Zusammenbruch.
    Marie Gamillscheg verknüpft die Figur einer schwierigen, unnahbaren Wissenschaftlerin mit ihrem Forschungsgegenstand, dem Zustand unserer Meere durch den Klimawandel. Die Schlangengrube Forschung wirkt wie ein Katalysator für Luises persönliche Krise. Der sprachlich herausragende Roman steht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2022. Verdient, finde ich.
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Ausgaben von Aufruhr der Meerestiere

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 304

Besitzer des Buches 1

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