Über Carl reden wir morgen
Buch von Judith W. Taschler
Titel: Über Carl reden wir morgen
Judith W. Taschler (Autor)
Verlag: Goldmann
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783442494507
Termin: Oktober 2023
Aktion
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Kurzmeinung
Maesli Eein großartiger Familienroman über zwei Mühlviertler Familien -
Kurzmeinung
Marie Wirkt passagenweise wie der Vorbericht zu einer Handlung (die nicht kommt). "Show, don't tell" nicht beachtet
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Über Carl reden wir morgen
Ein großer Familienroman über drei Generationen vor der ländlichen Kulisse einer Hofmühle. Seit 1828 betreibt die Familie Brugger eine Hofmühle auf dem österreichischen Land. Doch mit dem Ersten Weltkrieg findet das Familienglück ein jähes Ende. Während Eugen Brugger noch rechtzeitig nach Amerika auswandert, wird sein Zwillingsbruder Carl eingezogen. Nach dem Krieg fehlt von Carl jede Spur. Doch gerade als sich die Familie mit seinem vermutlichen Tod abgefunden hat, steht er im Winter 1918 plötzlich vor der Tür. Selbst Eugen hätte ihn fast nicht erkannt. Eugen ist nur zu Besuch, er hat in Amerika sein Glück gesucht und vielleicht sogar gefunden. Wird er es mit Carl teilen? Und lässt sich Glück überhaupt teilen?
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Bewertungen
Über Carl reden wir morgen wurde insgesamt 11 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,5 Sternen.
Meinungen
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Über Carl reden wir morgen
- Bellis-Perennis
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5. September 2024 um 16:39
Gelungener Auftakt Judith W. Taschler hat mit „Über Carl reden wir morgen“ einen sehr schönen Familienroman geschrieben. In dem Buch wird die Geschichte von drei Generationen der FamilieWeiterlesen
Brugger aus dem Mühlviertel erzählt. Beginnend mit dem Großvater in den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts bis nach dem ersten Weltkrieg, erfahren wir aus verschiedenen Erzählperspektiven über das Leben, Leiden und Lieben dieser Familie. Einige Geheimnisse der Familienmitglieder werden enthüllt, manche nicht.
Die Komplexität der Geschichte(n) verlangt ein erhöhtes Ausmaß an Konzentration. Dafür wird man mit der hohen sprachlichen Qualität des Romans belohnt.
Der Roman gibt sehr gut die Lebensrealitäten dieser Epoche wieder. Vor allem die Stellung der Frau als Ehefrau, Mutter, Tochter, Dienstmagd sowie unbedankter und unbezahlter Arbeitskraft, wird sehr plastisch herausgearbeitet. Frauen, die aus diesem tradierten Rollenverständnis ausbrechen, werden oft verstoßen, jedenfalls scheel angesehen.
Im Fokus steht die Generation der Zwillinge Carl und Eugen, Gustav und ihre Schwester Elisabeth Brugger. Eugens Erlebnisse in Amerika zeigen, dass auch dort nicht alles Gold ist, was glänzt.
Im nachfolgenden Roman „Nur nachts ist es hell“ wird die Familiensaga fortgesetzt und aus Elisabeth Bruggers Perspektive erzählt.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser Familiengeschichte, die durch den hohen Spannungsbogen und der gehobenen Sprache punktet, 5 Sterne. -
Rezension zu Über Carl reden wir morgen
- Maesli
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31. Dezember 2022 um 17:32
„Über Carl reden wir morgen“ ist ein großer Familienroman über die Mühlviertler Familie Brugger, die Müller und Sagmeister sein und die Familie Eder, die die größten Bauern in der Gegend sind. 3 Generationen lang erzählt Judith W. Taschler von deren Leid und Freud, Verstrickungen und Schicksalsschlägen.Weiterlesen
Seine Tante Josefine hatte ihm, als er ein Kind gewesen war, die Geschichte von den Schutzengeln erzählt, die unsichtbar über jedem Menschen schwebten und auf ihn achtgaben. Er fand die Vorstellung tröstlich, sein Vater tat sie mit einer ärgerlichen Handbewegung ab.
Nach dem ersten Weltkrieg, der von allen ein hohes Opfer abverlangte und viel Leid über die Bevölkerung brachte, schaffen es beide Familien endlich in Frieden zu leben.
Meine persönlichen Leseeindrücke
„Über Carl reden wir morgen“ ist ein Familienepos über 3 Generationen, das mich sehr schnell in seinen Bann zieht. Zügig geht die Geschichte voran, denn es gilt einen Zeitrahmen von ca. 100 Jahren bis nach dem ersten Weltkrieg zu erzählen. Die sehr vielen Romanfiguren bindet die Autorin geschickt in eine bildhafte Darstellung der verschiedensten Lebensumstände im Kaiserreich und in Übersee ein. Trotz eines komplexen Handlungsgeflechts wird es niemals unübersichtlich oder chaotisch. Klar zeichnet sie Verbindungen auf, schwenkt geschickt die Aufmerksamkeit mal auf diese, mal auf die andere Romanfigur, die sie ausgesprochen gut charakterisiert. Dabei verschwendet sie keine Zeit mit belanglosen Beschreibungen von Äußerlichkeiten, sodass ich mir das Aussehen der einzelnen Protagonisten nach meinem Geschmack vorstellen darf.
Die Welt steht Kopf, wenn die Leut nicht mehr wissen, wo ihr Platz ist.
Die Müller und die Eder stehen für Familien, wie sie im Alpenkaiserreich durchaus vorgekommen sind. So finde ich einige Parallelen auch zu meiner Familie. Da ist zu einem die Beschreibung des grauenvollen 1. Weltkrieges. Hier finde ich Parallelen zu Roths großem Werk „Radetzkymarsch“ oder auch Lemaitres „Wir sehen uns dort oben“ und denke an die Erzählungen in meiner Familie über meinen Großvater mütterlicherseits, der als Kaiserjäger gegen die Italiener kämpfte.
Jetzt verstehe ich Tante Finis Spruch von den unergründlichen Wegen Gottes, dieser hat hier seine absolute Gültigkeit und ist an Zynismus und Hohn nicht zu übertreffen.
Auch das Thema Auswanderung gab es in meiner Familie. Mein Großvater väterlicherseits wollte nach Amerika, aber er war Müller und trug die Verantwortung für die Mühle, als jüngster der 14 groß gewordenen Kinder meiner Urgroßeltern.
Das Ende dieses elegant geschriebenen Familienromans hat mich überrascht und der Geschichte einen schönen Abschluss gegeben. Das offene Ende, das durch ein glückliches Ereignis besiegelt wird, lässt viel Raum für eine Weiterführung der Familiensaga.
Fazit
„Über Carl reden wir morgen“ ist ein großartiger Familienroman über zwei Mühlviertler Familien, die Judith W. Taschler über 3 Generationen erzählt. Es erwartet ein umfangreicher Plot mit vielen Höhen und Tiefen, der bis zum Schluss spannend bleibt. Vor allem aber bietet er schönsten Lesegenuss.
Was das Glücklichsein betrifft, besteht die Kunst darin, es zu bleiben.
Ausgaben von Über Carl reden wir morgen
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Update: 8. Juni 2026 um 11:06






