Janes Roman

Buch von Catherine Cusset, Annette Meyer-Prien

Cover zum Buch Janes Roman

Titel: Janes Roman

, (Übersetzer)

3,1 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Eisele Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783961611904

Termin: Neuerscheinung Juni 2024

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Janes Roman

»Raffiniert erzählt Catherine Cusset ein Frauenleben als spannendes Puzzle.« Donna Jane Cook ist Professorin für französische Literatur an einer renommierten Universität an der amerikanischen Ostküste. Eines Tages wird ihr ein Päckchen ohne Absender zugestellt. Darin findet sie ein Manuskript vor, das – detailreich und mit größtem Wissen um ihr Innerstes – Janes gesamtes bisheriges Leben beschreibt. Vor allem scheint der unbekannte Biograf auch genau über ihre Liebesbeziehungen Bescheid zu wissen. Je weiter Jane liest, desto beunruhigter ist sie: Wer um Himmels willen hat einen solchen Zugriff auf ihr Leben? Mit jedem neuen Kapitel verdächtigt Jane eine andere Person aus ihrem Umfeld, der Verfasser zu sein. Doch dieser kommt ihr nicht nur im Manuskript, sondern auch im wahren Leben immer näher… Von der Autorin des Romans 'Die Definition von Glück' Ausgezeichnet mit dem Grand Prix des Lectrices de Elle »Eine moderne Geschichte, die sowohl an Hitchcock als auch an de Beauvoir erinnert.« Le Figaro
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Bewertungen

Janes Roman wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Janes Roman

    • 7. Juli 2024 um 09:54
    „Teufelskreis aus Zurückweisung ... und Misstrauen“
    Der Roman fängt seine Leser ein mit einer Situation, die aus einem Krimi stammen könnte: eine junge Frau, Jane, erhält ein geheimnisvolles Paket, eine Absenderangabe fehlt. Was enthält das Paket? Ein Manuskript, und in diesem Manuskript erkennt Jane mit wachsender Bestürzung und Beunruhigung die genaue Beschreibung ihres Lebens. Das Rätselraten beginnt: wer ist der Verfasser oder die Verfasserin? Wer kennt die Details ihres Lebens so genau?
    Die Handlung spielt sich nun auf zwei Zeitebenen ab. Die Vergangenheit des Manuskripts wird immer wieder unterbrochen durch die Erzählung der Gegenwart. Die Erzählerin greift aus der Gegenwart schlaglichtartig einzelne Szenen heraus, von denen aus sie in die Vergangenheit zurückgreift oder aber diesen Rückgriff dem Leser überlässt.
    So entsteht allmählich ein Bild der Protagonistin. Sie hat wenig Empathie, und daher lacht sie über die falschen Dinge und kränkt ihre Freunde mit Taktlosigkeiten. Zunächst ist sie offensichtlich Anhängerin der Libertinage und wünscht keine feste Bindung, und hier bietet der Roman Gespräche über einige Sexszenen an, deren Genauigkeit nicht notwendig gewesen wäre; ein Erzähler kann der Phantasie seines Lesers getrost vertrauen. Auf der anderen Seite leidet Jane aber heftig unter der Trennung von ihrem Mann, einem überirdisch schönen Menschen. Sie klammert, kann nicht loslassen und kann sich auch nach Jahren nicht auf die neue Situation einstellen.
    Ihre Liebesdinge werden ergänzt mit der Schilderung ihrer akademischen Karriere; ein interessanter Einblick in die gänzlich andere Welt des US-amerikanischen Universitätsbetriebes. Jane erlebt sie als stark konkurrenzorientiert, sie misstraut ihren Kollegen und erkennt zu spät die Notwendigkeit einer guten Vernetzung.
    Hat man die Schilderung des Liebeslebens überstanden, baut das Buch kontinuierlich Spannung auf, dem man sich als Leser nicht mehr entziehen kann – bis hin zu einem unerwarteten und witzig konstruiertem Ende.
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  • Rezension zu Janes Roman

    • 23. Juni 2024 um 07:14
    Klappentext/Verlagstext
    Jane Cook ist Professorin für französische Literatur an einer renommierten Universität an der amerikanischen Ostküste. Eines Tages wird ihr ein Päckchen ohne Absender zugestellt. Darin findet sie ein Manuskript vor, das – detailreich und mit größtem Wissen um ihr Innerstes – Janes gesamtes bisheriges Leben beschreibt. Vor allem scheint der unbekannte Biograf auch genau über ihre Liebesbeziehungen Bescheid zu wissen. Je weiter Jane liest, desto beunruhigter ist sie: Wer um Himmels willen hat einen solchen Zugriff auf ihr Leben? Mit jedem neuen Kapitel verdächtigt Jane eine andere Person aus ihrem Umfeld, der Verfasser zu sein. Doch dieser kommt ihr nicht nur im Manuskript, sondern auch im wahren Leben immer näher…
    Die Autorin
    Catherine Cusset, 1963 in Paris geboren, studierte an der École Normale Supérieure. Von 1990 bis 2002 war sie Dozentin für Französische Literatur in Yale. Ihre Romane wurden in 18 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter lebte sie in New York, bis sie vor Kurzem wieder in ihre Heimatstadt Paris zurückzog. Nach „Die Definition von Glück“ ist „Janes Roman“ das zweite Buch der Autorin.
    Inhalt
    Jane Cook arbeitet als Professorin für Romanistik an einem kleinen College nördlich von New York. Sie trägt wie nahezu jeder amerikanische Akademiker die hohe Schuldenlast ihres Studienkredits und arbeitet an einem Buch über Flaubert. Als ihr ein Paket mit einem Buchmanuskript zugeschickt wird, ist sie schockiert. Der 360-Seiten-Roman beschreibt in allen Details ihr Leben, das zunächst wie die banale Aneinanderreihung ihrer Liebesbeziehungen und Affären wirkt. Da Jane offenbar freizügig allen alles zu erzählen pflegt, denkt sie zunächst an Eric Blackwood als Verfasser, ihren Ex-Ehemann, oder doch eher an Norman Bronzino, ihren älteren Fachbereichsleiter vom Typ Landedelmann? Die Zahl ihrer Liebhaber ist beeindruckend, doch auch Frauen hat Jane sich anvertraut. Würde sie die Person anhand von sprachlichen Marotten oder Irrtümern entlarven können?
    Im Wechsel von Romanmanuskript und allwissendem Erzähler gibt Claire Cusset Einblick in die Arbeit einer jungen Professorin, die Anfang der 90er in einer Kleinstadt „ohne soziales Leben“ bereits am Beginn ihrer Karriere die gläserne Decke spürt, die in männlich dominierten Fachbereichen Frauen am Aufstieg hindert. Für ihre Bewerbung um eine Professur benötigte Jane eine Buchveröffentlichung, die jedoch am übersättigten Fachbuch-Markt zu scheitern schien. Wird Jane in einer Kleinstadt als Ehefrau und Mutter enden, während das Old Boys Network die Professoren-Stellen unter sich aufteilt? Rückblickend wird sie sich fragen, ob sie ihre Karriere nicht besser durch sexuelle Dienstleistungen an Vorgesetzte beschleunigt hätte. Hochinteressant fand ich besonders die Besetzung der Nebenfiguren als Trostspender:in, Beichtvater/-mutter, Profiteur:in oder Verteidiger:in klassischer Rollenmodelle. Die anfängliche Reihung von Affären konnte mich erst spät fesseln, schien sie mir mit Focus auf mittelalte Geisteswissenschaftler als Bettgefährten zu banal. Eben dieser Focus könnte Jane jedoch den Autor des kompromittierenden Papierstapels verraten …
    Claire Cusset erzählt als Insiderin aus dem Berufsleben junger Wissenschaftlerinnen, über männliche Netzwerke, Diebstahl geistigen Eigentums durch Vorgesetzte, die tägliche Angst auf der Straße vor männlicher Gewalt – und das bereits 30 Jahre vor der MeToo-Bewegung!
    Fazit
    Ein erstaunlich aktuelles Buch, im Original 1999 (deutsch 2001) erschienen, das aus heutiger Sicht völlig neu zu lesen ist. In der deutschen Übersetzung im Eisele-Verlag offenbar unverändert nachgedruckt, wirkt der Roman (u. a. durch die Als-Wo-Schwäche und Dialektgebrauch) mangelhaft lektoriert.
     
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  • Rezension zu Janes Roman

    • 22. Juni 2024 um 23:07
    Janet Cook, Professorin für Französische Literatur an der (fiktiven, an Yale angelehnten) Devayne University in Old Newport, findet eines Tages im Eingang ihres Hauses ein Paket ohne Absender, das ein Manuskript eines Romans über ihr Leben beinhaltet. Der Autor oder die Autorin des Manuskripts weiß erstaunlich detailliert über Janes Alltag und ihr Liebesleben Bescheid. Jane ist während der Lektüre gleichermaßen fasziniert wie beunruhigt und verdächtigt abwechselnd bald alle Personen ihres Umfelds, der/die anonyme Verfasser/in des Manuskripts zu sein…
    Der Roman wurde bereits 2001 erstmals auf Deutsch veröffentlicht und erscheint nun in einer Neuausgabe im Eisele Verlag. Die Handlung spielt in den Jahren 1991 bis 2000.
    Die erste Textebene um Jane, die mit einem Mix aus Neugier, Unbehagen, Scham und Faszination den anonym verfassten Text liest und herauszufinden versucht, wer diesen geschrieben haben könnte, umrahmt die Binnenerzählung des Manuskripts, die Janes Leben in den letzten neun Jahren akribisch und bis ins Intimste beschreibt. Diese sich abwechselnden Textebenen sind geschickt konstruiert und miteinander verwoben, wobei die Rahmenhandlung wesentlich weniger Raum einnimmt. Hier hätte mich an einigen Stellen eine noch detailliertere Reflexion des Manuskripttextes durch Jane interessiert, die hier mit einer Interpretation ihrer Gefühlswelt durch einen geheimnisvollen Dritten konfrontiert wird.
    Jane bleibt für mich eine schwer zu fassende Figur. An vielen Stellen fühlte ich mit ihr, an anderen wollte ich sie einfach nur wachrütteln oder ihr ins Gewissen reden. Im realen Leben wäre ich mit ihr wohl nicht warm geworden. Ihre Verlustängste, ihre Bindungsunfähigkeit und ihr selbstzerstörerisches Verhalten, gepaart mit der Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, und einer übersteigerten emotionalen Sensibilität, sind auf die Dauer sehr frustrierend und anstrengend.
    An vielen Stellen wirkt der Roman aus heutiger Sicht etwas antiquiert, insbesondere was die Rolle der Frau, die Bewertung sexueller Übergriffigkeit und die Sorglosigkeit bezüglich ungeschützten Verkehrs angeht. Hier hat sich das Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise deutlich verändert, und Janes Einstellung wäre heute wohl eine andere. Schockiert war ich, dass im Roman an zwei Stellen noch das N-Wort verwendet wird, wenn auch in literaturwissenschaftlichem Kontext. Einen anderen Begriff hätte ich hier wünschenswert gefunden. Auch andere Ausdrücke, wie das nur in Teilen Süddeutschlands bekannte „sapschig“ irritieren (zumal es im Dialekt nicht mit „p“ sondern „b“ geschrieben wird) und werfen ein etwas unglückliches Licht auf die Übersetzung, ebenso wie einige Flüchtigkeitsfehler in Grammatik und Inhalt.
    Mit Fortschreiten des Romans wächst die Spannung, wer denn nun hinter dem Ganzen steckt, und das Ende ist überraschend konstruiert, auch wenn ich auch hier wieder Janes Einstellung nur teilweise nachvollziehen kann und einige ihrer Gedanken kritisch sehe.
    Insgesamt ein sehr unterhaltsamer, spannender und geschickt konstruierter Beziehungsroman, der viele Ansätze für Diskussionen bietet, aber teilweise etwas aus der Zeit gefallen wirkt.
    4 Sterne.
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Ausgaben von Janes Roman

Taschenbuch

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Seitenzahl: 384

E-Book

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Seitenzahl: 366

Hardcover

Cover zum Buch Janes Roman

Seitenzahl: 361

Janes Roman in anderen Sprachen

  • Deutsch: Janes Roman (Details)
  • Französisch: Le problème avec Jane (Details)

Besitzer des Buches 6

Update: 6. Januar 2025 um 20:44