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Athos 2643

Buch von Nils Westerboer

  • Kurzmeinung

    carola1475
    Ein Blick zurück und auch nach vorn
  • Kurzmeinung

    Aleshanee
    Etwas anstrengend, aber auch sehr faszinierend

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Athos 2643

Auf Athos, einem kleinen Neptunmond, stirbt ein Mönch. Rüd Kartheiser, Inquisitor und Spezialist für lebenserhaltende künstliche Intelligenzen, ermittelt. An seiner Seite: Seine Assistentin Zack. Schön, intelligent und bedingungslos gehorsam. Ein Hologramm. Für Rüd die perfekte Frau. Doch das Kloster des Athos verbirgt ein altes, dunkles Geheimnis. Rüd erkennt: Um zu überleben, muss er Zack freischalten. Das Jahr 2643: Der Neptunmond Athos ist zum Schauplatz eines unerklärlichen Verbrechens geworden. Die lebenserhaltende KI des Klosters steht im Verdacht, gemordet zu haben. Inquisitor Rüd Kartheiser, ein Spezialist im Verhören künstlicher Intelligenzen, wird mit dem Fall beauftragt. Zusammen mit seiner attraktiven holografischen Assistentin Zack, die ihm durch eine Reihe von Sicherheitsbeschränkungen absolut ergeben ist, erreicht er den kleinen, zerklüfteten Mond. Doch die Ermittlungen der beiden treffen auf Widerstand. Während Zacks anziehende Erscheinung bei den Mönchen Anstoß erregt, entpuppt sich die KI des Klosters als gerissene Taktikerin, die ihr Handeln geschickt verschleiert. Als sich unter den Mönchen ein zweiter Todesfall ereignet, begreift Rüd, dass er mehr als je zuvor auf Zacks Hilfe angewiesen ist. Um ihr Potential auszuschöpfen, trifft er – hinsichtlich ihrer Sicherheitsbeschränkungen – eine folgenschwere Entscheidung.
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Bewertungen

Athos 2643 wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Ein Blick zurück und auch nach vorn

    carola1475

  • Etwas anstrengend, aber auch sehr faszinierend

    Aleshanee

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Athos 2643

    Im Jahr 2643 gibt es auf dem Neptunmond Athos einen unnatürlichenTodesfall. Um zu klären, wie das unter der lebenserhaltenden KI MARFA geschehen konnte, und diese ggf. einer neuen ethischen Einstellung zu unterziehen, wird der Inquisitor Rüd Kartheiser entsandt.
    Auf Athos leben, nach dem Todesfall, nur noch sechs Menschen, cönobitische Mönche, die es alle sechs Rüd nicht leichtmachen, und bei denen man schnell das Gefühl hat, das sie womöglich mehr wissen und/oder ein Geheimnis haben. Rüd wird von seiner eigenen KI begleitet, die er Zack nennt, und die das holografische Erscheinungsbild einer Frau hat, was, da Frauen auf Athos nicht erlaubt sind, etwas problematisch ist. Mich hat am Anfang Rüds Umgang mit Zack abgestoßen. Interessanterweise lässt Nils Westerboer Zack die Geschichte in Ich-Form erzählen, so dass man selbst eine gewisse Beziehung zu ihr aufbaut.
    Die Welt rund um Neptun, in der der Roman spielt, Athos, und Kütahya, von wo aus Rüd und Zack nach Athos übersetzen, ist türkisch-griechisch angehaucht, so dass man schnell zwischen dem Neptunmond Athos und dem gleichnamigen Mönchsrepublik in Griechenland Parallelen ziehen kann. Insgesamt fand ich es interessant, dass die östlichen Mittelmeerkulturen so eine große Rolle spielen.
    Der Roman ist durchsetzt von ethischen, theologischen und philosophischen Fragen und Betrachtungen, und daher nicht immer einfach zu lesen – der Autor hat u. a. Theologie studiert, das merkt man. Wenn man sich aber darauf einlässt, und auch das Glossar im Anhang frühzeitig einsetzt, ist die Geschichte interessant und spannend, und lässt den Leser seine eigenen Überlegungen anstellen. Nur gegen Ende wurde mir das Ganze zu langatmig, hier hat mich die Geschichte etwas verloren, und hier hatte ich gewisse Verständnisprobleme, die sich aber später bei nochmaligen Lesen des einen oder anderen Abschnitts geklärt haben.
    Der Roman ist interessant und teilweise auch spannend zu lesen, auch auf Grund seiner ethischen, theologisch und philosophischen Fragestellungen, allerdings ist er dadurch auch schwieriger zu lesen. Man muss sich darauf einlassen und konzentrierter lesen als es bei einem reinen Unterhaltungsroman üblich ist – in meinen Augen lohnt sich das.
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  • Rezension zu Athos 2643

    Vergangenheit und Zukunft
    Zusammen mit seiner Assistentin Zack, einer Künstlichen Intelligenz, die ihn als Hologramm begleitet, reist Inquisitor Rüd Kartheiser nach Athos, einem Neptunmond, auf dem ein Mensch zu Tode gekommen ist. Er soll untersuchen, wie es dazu kommen konnte und das lebenserhaltende KI-System (Marfa genannt) des Mondes überprüfen.
    Die Geschichte wird aus Zacks Perspektive erzählt, was durch ihre nüchterne nicht-emotionale Sicht humorvoll und unterhaltsam zu lesen ist und einen ganz neuen Blick auf das Menschsein wirft. Der Weltenbau ist anspruchsvoll, einfallsreich und voller technologischer Details, die beim Lesen Konzentration voraussetzen. Es gibt am Ende des Buchs ein Glossar, das viele der vom Autor erfundenen Begriffe erklärt.
    Es werden bei der Auseinandersetzung mit den Bewohnern des Mondes und der Marfa viele interessante ethische und philosophische Fragen aufgeworfen und diskutiert, die aufmerksames Lesen erfordern.
    Da Rüd auf ihre Hilfe angewiesen ist, erfährt die KI Zack im Zuge der Arbeit auf Athos einige technische Modifizierungen, d.h. Freischaltungen von ihren einschränkenden Grundeinstellungen. Nicht nur Zack, sondern auch ihr Erzählstil ändern sich und sie beginnt, das Menschsein zu reflektieren und zu verstehen. Das waren für mich teilweise neue und auf jeden Fall bereichernde Gedankengänge.
    Die Protagonisten sind interessante, gut ausgearbeitete Charaktere, der Schreibstil ist anspruchsvoll, detailliert und lebendig, der Handlungsverlauf ist spannend, komplex und bietet einige überraschende Wendungen.
    Die Idee des Buchs und die in die Tiefe gehende Erörterung so vieler Themen sind faszinierend, vielschichtig und fesselnd. Athos 2643 beschäftigt mich auch nach Tagen noch.
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  • Rezension zu Athos 2643

    Klappentext
    Das Jahr 2643
    Der Neptunmond Athos ist zum Schauplatz eines unerklärlichen Verbrechens geworden. Die lebenserhaltende KI des Klosters steht im Verdacht, gemordet zu haben.
    Inquisitor Rüd Kartheiser, ein Spezialist im Verhören künstlicher Intelligenzen, wird mit dem Fall beauftragt. Zusammen mit seiner attraktiven holografischen Assistentin Zack, die ihm durch eine Reihe von Sicherheitsbeschränkungen absolut ergeben ist, erreicht er den kleinen, zerklüfteten Mond. Doch die Ermittlungen der beiden treffen auf Widerstand.
    Während Zacks anziehende Erscheinung bei den Mönchen Anstoß erregt, entpuppt sich die KI des Klosters als gerissene Taktikerin, die ihr Handeln geschickt verschleiert. [Spoiler ausgelassen]
    Meine Meinung
    Ich muss gestehen, dass ich hier etwas völlig anderes erwartet hatte: Ein Mord in einem abgelegenen Kloster hat sich für mich ein bisschen wie "Der Name der Rose" angehört - nur eben versetzt in die Zukunft, ins Jahr 2643.
    Die Menschheit ist zu dieser Zeit auf andere Planeten ausgewichen, da wohl ein Leben auf der Erde nicht mehr möglich war. Erst auf den Mond, dann auch auf den Neptun, wo auch der Start der Geschichte beginnt. Im Ort Kütahya. Etwas seltsam fand ich den türkischen Bezug, den der Autor herstellt und bekannte Begriffe wie Ramadan, Burka, halal, Moschee etc einfließen lässt, wodurch das Gefühl entsteht, dass die Gesellschaft noch immer aufgrund ihrer Herkunft sortiert ist.
    Auch der kleine Neptun-Mond Athos, zu dem die Reise geht, scheint von Schweden zum Bergbau benutzt worden zu sein. Ich konnte das nicht so ganz in Zusammenhang bringen mit einer doch fernen Zukunft, in der alle Menschen eigentlich eine Einheit bilden sollten bzw. keine offensichtliche Herkunft aus den Ländern der Erde mehr hergeleitet wird. Aber zumindest war es mal nicht "amerikanisch" und eine interessante Abwechslung.
    Erzählt wird die Geschichte von einer KI (künstlichen Intelligenz). Sie zeigt sich als Projektion und unterstützt den Para-Rüd Kartheiser in seiner Funktion als Inquisitor. Dieser kann die KI mithilfe eines Emitters jederzeit an- oder ausschalten und muss sie auch regelmäßig wieder aufladen.
    Die Technik ist natürlich weit fortgeschritten und KIs werden überall eingesetzt. Vor allem, um die lebenserhaltenden Maßnahmen auf den Planeten zu regeln: Sauerstoff, Temperatur, Druck. Aber auch andere, wichtige Entscheidungen wurden im Laufe der Zeit an sie übergeben - mit welchen Konsequenzen, da hat der Autor ein wirklich beeindruckendes Gespinst an Fragen aufgeworfen. Zum einen philosophischer Natur, aber auch ethischer und religiöser.
    Fragen über Zufall/Schicksal, freie Entscheidungen, Schuldfragen und die menschliche Fähigkeit, vergessen zu können.
    Interessant fand ich auch den Aspekt, durch die Übertragung der Verantwortung an die Maschinen von einer bewussten Schuld sozusagen befreit zu sein, da man die Entscheidungen nicht selbst trifft.
    […]
    Rüd bleibt dabei immer etwas außen vor, denn man lernt ihn nur durch die Dialoge mit der KI kennen, die er "Zack" nennt und ihre Gedanken zu ihm. Sein Verhältnis zu ihr ist etwas bizarr und so ganz durchblicken konnte ich es nicht...
    Da "Zack" keine Gefühle hat wird alles auch recht nüchtern erzählt. Manche Infos kommen auch sehr geballt und waren mir insgesamt etwas zuviel von der Menge her - aber auch mit den vielen Fachbegriffen und sachlichen Elementen. Manches konnte man sich natürlich zusammenreimen und von einigen Gedankengängen/Erklärungen war ich sehr fasziniert, aber grade zu Beginn wusste ich nicht so recht, ob mich die Geschichte packen wird.
    Irgendwann war ich dann aber "drin" und hab mich mit dem Stil angefreundet. Der Mord auf Athos war ja anscheinend eine Tat der MARFA. Dem - einfach gesagt - Überwachungssystem. Was an sich nicht möglich sein sollte, da diese Systeme immer auf das Überleben der Menschen ausgelegt sind.
    Natürlich gibt es da Knackpunkte, denn was passiert, wenn ein Mensch andere Leben bedroht? Darf das System diesen für die anderen "opfern"?
    […]
    Athos ist ja ein nur 2 Kilometer langer Felsbrocken, auf dem alle damaligen Arbeiten zum Bergbau eingestellt wurden und mittlerweile nur noch einige wenige Mönche leben, sogenannte Cönobiten. Sie überwachen die Fleischproduktion, die äußerst skurril und befremdlich wirkt.
    Der Inquisitor Rüd merkt sehr bald, dass er hier nicht wirklich auf Mithilfe hoffen kann und die Arbeit bzw. seine Gespräche mit der MARFA gestalten sich sehr schwierig. Überhaupt seine Aufgabe zu verstehen war für mich lange Zeit nicht greifbar und wird erst relativ spät für mich verständlich erklärt. Ich muss aber dazu sagen, dass am Ende des Buches alle Begriffe in einem Glossar erläutert werden - da ich allerdings das Ebook gelesen habe, hab ich es zu spät entdeckt.
    Es war jedenfalls alles sehr rätselhaft und auch das Geheimnis, das auf Athos gehütet wird, kommt nur langsam ans Licht. Die Aufklärung bzw. das Ende hätte für mich noch etwas dramatischer sein können. Wobei ich nicht weiß, ob ich wirklich alles verstanden habe, worauf der Autor hinauswill oder ob er tatsächlich eine Antwort weitergeben - oder die vielen Fragen für die Leser offenhalten wollte. Es wurde etwas wirr und dadurch für mich nicht zu durchschauen.
    Ich denke immer wieder daran, dass er das Vergessen als eine menschliche Fähigkeit beschreibt, die uns explizit von Maschinen unterscheidet. Darüber hab ich noch nie nachgedacht. Durch das absolute Gedächtnis reagieren Maschinen mit fester Gewissheit aller Berechnungen die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Das sieht bei uns Menschen ja anders aus, denn unsere Erinnerungen sind schwammig, verdrängt, glorifiziert, nicht zuverlässig - und durchtränkt natürlich von unserem Willen. Unseren Wünschen und Hoffnungen, was wir damit erzielen wollen.
    […]
    Insgesamt ein sehr anspruchsvolles Buch, das für Fans des Genres sicher etwas leichter zu lesen ist. Ich fand es teilweise zu gespickt mit Informationen und Fachausdrücken, konnte mich aber nach Startschwierigkeiten von der Geschichte mitreißen lassen. Ein eindrucksvoller Entwurf dieser Zukunft, interessante Charaktere und vor allem die Faszination der aufgeworfenen Fragen haben mich sehr beeindruckt! Das ganze Konstrukt ist schon ziemlich genial verfädelt - für mich einfach nur schade, dass ich vieles nicht verstanden hab... jedenfalls nichts, was man einfach so nebenher liest.
    Mein Fazit: 4 Sterne
    Weltenwanderer
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Ausgaben von Athos 2643

Taschenbuch

Seitenzahl: 432

E-Book

Seitenzahl: 433

Besitzer des Buches 4

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