Die Zeit der Jäger

Buch von Andreas Götz

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Zeit der Jäger

München 1958. Zwischen Stadtjubiläum, alten Seilschaften und erstem Nazi-Prozess geraten zwei Freunde in ein erbittertes Katz-und-Maus-Spiel – der Abschlussband der 1950er-Jahre-Trilogie um den Journalisten Karl Wieners, seine Nichte Magda und Oberkommissar Ludwig Gruber Im Frühjahr 1958 sortiert Journalist Karl Wieners nach einem Herzinfarkt sein Leben neu. Dabei wird ihm eines immer klarer: Er kann nicht ohne Magda sein, die von ihrem Mann, dem Bauunternehmer Blohm, drei Jahre zuvor nach Amerika verbannt wurde. Karl weiß, dass er an Blohm nicht vorbeikommt. Und entschließt sich, bis zum Äußersten zu gehen. Als Blohm drei Monate später aus seiner Villa verschwindet, nimmt Oberkommissar Ludwig Gruber die Ermittlungen auf. Eine erste Spur führt ihn zu Nakam, einer Gruppe jüdischer Rächer. Und ein Tipp zu seinem Jugendfreund Karl Wieners. Ist Karl wirklich in die Sache verwickelt? Und wenn ja, wie weit ist Ludwig bereit zu gehen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen?
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Serieninfos zu Die Zeit der Jäger

Die Zeit der Jäger ist der 3. Band der Journalist Karl Wieners Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2019. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2022.

Bewertungen

Die Zeit der Jäger wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Zeit der Jäger

    Ein gelungener Abschluss der Trilogie
    In diesem dritten Band der Trilogie um Karl Wieners, Ludwig Gruber und Magda Blohm verschwindet der despotische Ehemann Magdas beinahe spurlos. Außer einem leer geräumten Tresor, einem großen Blutfleck und einem toten Leibwächter ist nichts zu finden. Ist Walter Blohm entführt worden? Wenn ja, von wem?
    Ausgerechnet Ludwig Gruber, der nach einem Intermezzo als Berufsdetektiv wieder in den Polizeidienst zurückgekehrt ist, wird mit der Aufklärung dieses mysteriösen Falles betraut. Während sein Vorgesetzter Magda Blohm und Karl Wieners, den alle für ihren Onkel halten, als Verdächtige ansieht, geht Gruber einem anderen Hinweis nach. Er hat nämlich den Tipp erhalten, dass sich Blohms Reichtum auf geraubtem Zahngold begründet ....
    „Wer nicht mit offenen Karten spielen kann, der spielt falsch. Und das ist nie der Anfang von etwas Gutem.“ (S. 110/111)
    Meine Meinung:
    „Die Zeit der Jäger“ ist der Abschluss der Trilogie von Andreas Götz. Wie schon in den Vorgängern beschreibt der Autor die Zeit der Neuausrichtung von Polizei, Wirtschaft und Gesellschaft im Nachkriegsdeutschland. Viele der ehemaligen Nazis sind wieder in einflussreichen Positionen, die sie um keinen Preis aufgeben wollen. Daneben steuert der Kalte Krieg langsam aber unaufhörlich seinem Höhepunkt zu. Mitarbeiter von Spionage und Gegenspionage bespitzeln die Bürger und einigen Gruppierungen geht die Aufarbeitung der NS-Verbrechen zu lasch vor sich, weshalb sie das Recht in ihre eigenen Hände nehmen.
    Diese Zeit um 1958 dient Alexander Götz als Kulisse für seinen Krimi, der weniger ein klassischer Whodunit-Krimi als ein zeitgeschichtliches Dokument ist. An manchen Stellen ist das Buch spannend, andere hätten ein wenig gestrafft werden können.
    Die politischen Hintergründe sind sehr gut dargestellt. Durch zahlreiche Rückblenden werden einzelne Zusammenhänge erläutert.
    Eine der zentralen Fragen ist, ob man aus Liebe zum Mörder werden kann, oder ob es mehr dazu bedarf. Wie gut kennt man seine Freunde wirklich?
    Die Aufklärung der Herkunft von Agota und Danuta klingt abenteuerlich. Aber, in den Wirren des Zweiten Weltkrieges ist wohl viel möglich gewesen. Ich persönlich finde dieses Happy End (wenn es eines sein sollte) ein wenig zu dick aufgetragen.
    Interessant ist, wie unterschiedlich DDR und BRD bei der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen vorgegangen sind.
    Fazit:
    Ein gelungener Abschluss der Trilogie, der mehr zeitgeschichtlicher Roman als Krimi ist. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
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  • Rezension zu Die Zeit der Jäger

    Klappentext/Verlagstext
    München 1958. Zwischen Stadtjubiläum, alten Seilschaften und erstem Nazi-Prozess geraten zwei Freunde in ein erbittertes Katz-und-Maus-Spiel – der Abschlussband der 1950er-Jahre-Trilogie um den Journalisten Karl Wieners, seine Nichte Magda und Oberkommissar Ludwig Gruber
    Im Frühjahr 1958 sortiert Journalist Karl Wieners nach einem Herzinfarkt sein Leben neu. Dabei wird ihm eines immer klarer: Er kann nicht ohne Magda sein, die von ihrem Mann, dem Bauunternehmer Blohm, drei Jahre zuvor nach Amerika verbannt wurde. Karl weiß, dass er an Blohm nicht vorbeikommt. Und entschließt sich, bis zum Äußersten zu gehen.
    Als Blohm drei Monate später aus seiner Villa verschwindet, nimmt Oberkommissar Ludwig Gruber die Ermittlungen auf. Eine erste Spur führt ihn zu Nakam, einer Gruppe jüdischer Rächer. Und ein Tipp zu seinem Jugendfreund Karl Wieners. Ist Karl wirklich in die Sache verwickelt? Und wenn ja, wie weit ist Ludwig bereit zu gehen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen?
    Der Autor
    Andreas Götz, geboren 1965, studierte Germanistik und arbeitet als freier Autor von Hörspielen für mehrere Rundfunkanstalten, als Journalist und Übersetzer. "Stirb leise mein Engel" ist sein erster Jugendroman.
    Was in zwei Bänden vorher geschah
    Inhalt
    Die Münchener Kripo wird 1958 ins Haus des Immobilienkönigs Blohm gerufen, der den Spuren nach überfallen und verletzt wurde, jedoch weder tot noch lebendig aufzufinden ist. Blohms Wachmann und Hausmeister liegt erstochen in seinem Bett. In Rückblenden entwickelt sich ein komplexes Geflecht privater, politischer und geschäftlicher Beziehungen zwischen Blohm, seiner Frau Magda, die inzwischen in New York lebt, ihrer großen Liebe Karl Wieners und dem Team um Ermittler Ludwig Gruber, der nach einer Episode als Privatdetektiv zur Münchener Kripo zurückgekehrt ist. Im beginnenden Deutschen Wirtschaftswunder haben Ludwig und Karl sich Wohnungen und Autos angeschafft. Magda in New York hat offenbar sogar Aussicht auf Arbeit als freie Pressefotografin. Über Magda und Karl hängt wie eine düstere Wolke Magdas Vernunftehe mit Blohm. Er wird sie niemals freigeben, um so seine Macht über das verhinderte Liebespaar zu demonstrieren. Während man als Leser noch rätselt, ob einer von ihnen bereit wäre, Blohm zu töten, stellt sich in München die Frage, ob das Opfer sich durch seine Bereicherung an jüdischem Vermögen nicht weit entschlossenere, skrupellosere Feinde gemacht haben könnte. Eine Gruppe jüdischer Aktivisten will ungesühnte Verbrechen der Nazizeit ins öffentliche Bewusstsein holen und Vermögen zurückholen, das jüdischen Emigranten und KZ-Häftlingen geraubt wurde.
    Ludwig Gruber wie auch Karl Wieners sind beruflich mit der schleppenden Verfolgung von Kriegsverbrechern durch die deutsche Justiz befasst, die geradezu als Aufforderung an die Täter wirkt, sich noch vor Anklageerhebung ins Ausland abzusetzen. Ludwig realisiert, dass die vertuschten und verdrängten Verbrechen der Polizei im besetzten Polen ihn an seinem Arbeitsplatz direkt betreffen.
    In einem komplexen Geflecht aus diversen Handlungsfäden, Schauplätzen und Berufsfeldern zeigt Andreas Götz, wie stark in Deutschland noch bis in die 50er und später unverarbeitete Kriegstraumata und ungeklärte Familienbeziehungen das Leben bestimmten. Das aus den Erfahrungen in einer Diktatur stammende Misstrauen prägt, ständig durch den Ost-West-Konflikt befeuert, die männlichen Figuren dieses Abschlussbandes ebenso wie Disziplin, Gehorsam und Korpsgeist innerhalb der Polizei und der Justiz. Andreas Götz schreibt im Nachwort, dass er das Klima der Verdrängung und des Selbstbetrugs für einen Kriminalroman besonders faszinierend fand.
    Fazit
    Entstanden ist ein Roman über eine um 1900 geborene, traumatisierte Männergeneration, die zumeist über ihre Erlebnisse schwieg, und deren „Kriegskinder“, die vaterlos oder mit versehrten, schweigenden Vätern aufwuchsen. Für die 50er Jahre authentisch, kommen in allen drei Bänden zwar Frauen als Familienangehörige vor, blieben mir jedoch eigenartig fern. Auch in diesem Band fand ich die Frauenfiguren, besonders Magda, wieder recht emotionslos dargestellt. Auch Magda ist von ihren Kriegserlebnissen traumatisiert.
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Ausgaben von Die Zeit der Jäger

Taschenbuch

Seitenzahl: 448

Besitzer des Buches 2

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