Marthas Boot

Buch von Polly Horvath

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Marthas Boot

Was bedeutet Familie? Als die Eltern der McCready-Schwestern bei einem Tsunami ums Leben kommen, will Großtante Martha die Mädchen zu sich nehmen. Doch auch sie stirbt unerwartet. Völlig auf sich allein gestellt, hecken die Mädchen einen Plan aus, um ihr Zusammenleben nicht zu gefährden. Kann das gut gehen? Warmherzig und humorvoll zugleich schildert Polly Horvath in ihrem unnachahmlichen Stil die Abenteuer der vier mutigen Heldinnen.
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Bewertungen

Marthas Boot wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Marthas Boot

    Polly Horvath ist hier ein unterhaltsamer und spannender, aber auch nachdenklich stimmender Kinderroman gelungen.
    Fand ich den Einstieg noch zu hölzern, die tragischen Geschehnisse der Ausgangssituation beinahe zusammenfassend wie ein Polizeiprotokoll, wurde der Stil nach diesem holprigen Start schnell flüssiger und ein zunächst von mir vermisster spannender Erzählbogen wurde erkennbar: Man merkt den Kindern zunächst nicht an, dass sie ihre Eltern verloren haben, traumatisiert sind – die Frage, wohin sie jetzt gehen sollen, scheint für sie eine Mischung aus Abenteuer und Wünsch-dir-was zu sein. Erst in Großtante Marthas verlassenem Haus kommen Verlust und Trauer, Verzweiflung und Wut allmählich zum Vorschein – dafür hätte sich die Autorin m.E. direkt am Anfang mehr Zeit nehmen müssen, statt die von der Kirche als Aufsicht bestellte Mrs. Weatherspoon dermaßen skurril darzustellen und die verschiedenen Eigenheiten der Schwestern nur wiederholt zu behaupten, statt sie den Leser*innen anschaulich vor Augen zu führen. Doch wie bereits erwähnt, ändert sich das und ich bin froh, das Buch nicht gleich nach dem ersten Dutzend Seiten weggelegt zu haben.
    Die vier Schwestern wurden mir schnell sympathisch und ich habe sehr mit ihnen mitgefiebert. Insbesondere die Perspektive der ältesten Schwester, die notgedrungen in die Elternrolle gezwungen wird, ist mir nahegegangen. Einige Klischees, die sich im Plot zunächst andeuten, werden zum Glück aufgebrochen (mehr verrate ich dazu nicht), auch wenn das mit Schmerzen und Ironie verbunden ist.
    Auch die Erwachsenen sind interessant und differenziert ausgestaltet: Horvath hat brüchige Figuren entwickelt, die es nicht immer leicht hatten und es ihrerseits anderen nicht leicht machen, die sich nicht stringent verhalten, an altem Kummer zu tragen haben, der ihren jeweiligen Charakter teilweise schwer aushaltbar macht. Trotzdem können sie auf ihre sehr unvollkommene Art Liebe, Wärme oder ein bisschen Lebensweisheit weitergeben. Auch bei den Schwestern gibt es immer wieder Raum für Schmerz und Hoffnung, für Tränen und für Humor – die Mischung hat mir gefallen. Immer wieder musste ich an die berühmten Verse von Leonard Cohen denken: "There's a crack in everything / That’s how the light gets in".
    Getreu dieser Tendenz ist dann auch das Ende kein rosa-zuckriges Happy End, sondern eines mit Ecken und Kanten, teilweise sogar offen – das kam mir etwas zu schnell, denn ich hätte die Mädchen gern noch länger lesend auf ihrem Lebensweg begleitet, hat mir von der Art und Weise aber gut gefallen.
    Der im Deutschen anderslautende Titel ergibt, vom Ende her betrachtet, Sinn; nicht jedoch das an sich schöne Cover – eine solche Szene kommt nach meiner Erinnerung im Buch nicht vor und ich finde es immer schade, wenn ein Cover Erwartungen weckt, die dann nicht erfüllt werden.
    4 Sterne
    @PotatoPeelPie Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch etwas für dich wäre! Vier Schwestern, gell?!
    https://www.buechertreff.de/bu…ka-ferdjoukh-reihenfolge/
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  • Rezension zu Marthas Boot

    Klappentext/Verlagstext
    Was bedeutet Familie? Als die Eltern der McCready-Schwestern bei einem Tsunami ums Leben kommen, will Großtante Martha die Mädchen zu sich nehmen. Doch auch sie stirbt unerwartet. Völlig auf sich allein gestellt, hecken die Mädchen einen Plan aus, um ihr Zusammenleben nicht zu gefährden. Kann das gut gehen? Warmherzig und humorvoll zugleich schildert Polly Horvath in ihrem unnachahmlichen Stil die Abenteuer der vier mutigen Heldinnen.
    Die Autorin
    Polly Horvath, 1957 in Kalmazoo, Michigan/USA geboren, hat zahlreiche Kinderbücher geschrieben, darunter "Waffelsommer" oder "Der Nachtgarten", die vielfach ausgezeichnet wurden u. a. mit einer Nominierung zum Deutschen Jugendliteraturpreis. Zuletzt erschien bei Freies Geistesleben "Super reich". Sie lebt mit ihrer Familie in British Columbia/Kanada.
    Inhalt
    Die Eltern der vier McCready-Schwestern arbeiteten als Missionare in Asien. Der Tod der Eltern beim Tsunami im Indischen Ozean macht die Mädchen im Alter zwischen 8 und 14 zu Waisen, für die sich außer dem kirchlichen Arbeitgeber der McCreadys niemand verantwortlich fühlt. Ein Jahr lang versucht eine von der Gemeinde beauftragte Helferin, für die Mädchen eine Heimat zu finden – vergeblich. Was niemand geglaubt hätte, Großtante Martha aus British Columbia antwortet schließlich sofort, selbstverständlich wird sie Fiona und ihre Schwestern aufnehmen. Bei der Ankunft auf Pine Island wartet die nächste Hiobsbotschaft: Tante Martha ist wenige Tage zuvor verstorben und hinterlässt den Großnichten eine idyllisch gelegene kleine Farm mit winzigem Küstenstreifen und ihr geliebtes Fischerboot. Farmhaus hin oder her, auch wenn die Mädchen immer wieder in Träume abtauchen, in denen sie gemeinsam von einer Familie aufgenommen werden, können in Kanada Minderjährige nicht allein ohne einen gesetzlichen Betreuer leben. Fiona, mit 14 Jahren die Älteste, greift zur letzten Rettungsleine. Sie werden eisern darüber schweigen, dass sie allein auf der Farm leben und den chaotischen Nachbarn Al mit leckeren Mahlzeiten bestechen, damit er sich als ihr Vormund ausgibt. Dem alten Zausel scheint es ausgesprochen gut zu tun, dass sich wenigstens eine der Schwestern für die Natur und freche Schwarzbären interessiert. Nur wie soll Fiona ihrem neuen Love Interest Davy klarmachen, dass sie die Verantwortung für drei jüngere Schwestern trägt – und bei ihr zuhause nichts normal ist. Die besten Ideen und Geschäftsmodelle nützen nicht, solange Fiona noch nicht volljährig ist. Die überraschende Lösung des Betreuungsproblems fällt einen Tick zu märchenhaft aus, dabei jedoch angenehm unkitschig.
    Fazit
    Ein amüsanter, abenteuerlicher und berührender Jugendroman, dessen Stärke die unterschiedlichen Temperamente der Mädchen sind und dass jede die Talente ihrer Schwestern zu schätzen weiß.
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Besitzer des Buches 2

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