Jack & Jill

Buch von Kealan Patrick Burke

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Meinungen

  • Mir war der Interpretationsspielraum bei der Geschehnisentwicklung viel zu groß.

    Dave2311

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Jack & Jill

    Kealan Patrick Burke - Jack & Jill
    Inhalt:
    When they were kids, Gillian and John used to visit the local cemetery every Sunday after church. It was a curious place for children to frequent, but they had their reasons. The main attraction was the lofty hill that separated the cemetery from the elementary school, and the act of tumbling down it like Jack and Jill was a ritualistic escape from the abuse they were suffering at their father's hands.
    It was an escape that lasted only until John's tragic death.
    Now, Gillian is all grown up. Married with two children, she has managed over the years to force the trauma of her nightmarish childhood into the darkest recesses of her mind.
    But lately there are dreams, and in them Gillian sees impossibly vivid reenactments of the horrors she endured as a child. Nightly, she sees John die all over again, only not in the way she remembers.
    And something else is in those dreams, stalking her, a terrible figure with wire-hanger hands and a plastic bag wrapped around its rotten face. A monster whose reach starts to extend beyond the boundaries of sleep into the waking world, threatening everything Gillian holds dear.
    (Q Amazon)
    Meinung:
    Kealan Patrick Burke - Jack & Jill
    Jill und Jack heißen eigentlich Gillian und John. Zusammen konnten sie jeden Sonntag nach der Kirche auf dem Friedhofhügel der Realität für einen Augenblick entkommen. Für viele Kinder war es ein Riesenspaß diesen Hügel hinunterzurollen, so auch für die Geschwister. Doch nach Johns tragischem Tod gab es keine Flucht für Gillian mehr.
    Mittlerweile ist Gillian erwachsen, ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Doch sie wird von Alpträumen geplagt. In diesen wird sie von ihrem alten Peiniger verfolgt und es gibt für sie keinen sicheren Platz. Gillian ist nervlich am Ende und auch ihre Familie scheint daran langsam zu zerbrechen.
    Wir starten mit einem Traum in die Geschichte. Die Kinder stehen zusammen auf dem Hügel und blicken über die Stadt. Lachend rollen sie sich hinunter. Doch danach stimmt etwas nicht mit John. Soviel Blut, der Kopf und der Mann mit der Plastiktüte über dem Kopf und den Kleiderhaken als Hände. Gillian kennt diesen Mann nur zu gut.
    Im Verlauf der Geschichte wird schnell klar (das kann man bereits in der Kurzbeschreibung lesen), dass Gillian als Kind von ihrem Vater missbraucht wurde. Ich war gespannt was Burke aus diesem Thema macht und der Einstieg in diese Kurzgeschichte gefiel mir recht gut. Der erste Traum zeigt eine alltägliche Idylle auf, die kurz danach in Grauen umschlägt.
    Neben den Traumpassagen in der Geschichte gibt es natürlich auch jede Menge Einblicke in Gillians Familienleben, zumindest in das was noch übrig ist. Insbesondere Chris, ihr Ehemann, und die pubertierende Tochter leiden sehr unter Gillian. Sie versucht natürlich eine gute Mutter und Ehefrau zu sein, doch ist sie psychisch einfach am Ende. An erholsamen Schlaf ist für sie nicht zu denken, seit dem sie von den Alpträumen heimgesucht wird.
    Nach und nach wird für Gillian aber ersichtlich, dass die Alpträume und Halluzinationen ihr mehr zeigen wollen als nur ihre Vergangenheit, ihre Angst, ihre Verwundbarkeit und Hilflosigkeit. Es steckt noch mehr dahinter und es geht um ihre Familie.
    Das Thema, welche Burke hier anfasst, ist sicherlich kein einfaches und ich hatte etwas Respekt vor der Geschichte. Der Start gefiel mir, wie bereits erwähnt, sehr gut und klag vielversprechend. Am Ende aber konnte mich die Geschichte aber nicht so richtig überzeugen. Mir war die ganze Geschichte zu vage. Alles kam mir wie ein Traum vor. Sehr ungenau, unscharf und verschwommen.
    Mir ist völlig klar, dass ein Missbrauch in der Kindheit, und das auch noch durch ein Familienmitglied, sicherlich tiefe Spuren hinterlässt. Doch ist mir nicht aufgegangen, warum Gillian scheinbar ja erst in jüngster Vergangenheit von den Träumen geplagt wird. Und vor allem warum diese zum Ende hin in diese eine Richtung gehen. War das ihr mütterlicher Instinkt? Zufall? Oder eben weil sonst die Geschichte keinen Sinn ergeben hätte? Auch bin ich mir nicht sicher was ich von der Handlung Gillians zum Ende hin halten soll. Ich fand diese etwas übertrieben. Hat sich sie hier nicht einfach von ihrer Angst leiten lassen? War ihre Entscheidung wirklich begründet? Für mich sah es nicht so aus, als sei alles wirklich bewiesen.
    War ich am Anfang noch geschockt von Gillians Vergangenheit und dem, was ihr angetan wurde, so war ich zum Ende hin von ihrer Tat geschockt. Sie war das arme Opfer, doch wurde sie selbst zur Bestie, geleitet von Wahnvorstellungen und Mutmaßungen. Wenn, und das ist am Ende nicht klar ersichtlich, der vermutete Tatbestand wirklich vorherrschte, dann wäre ich voll auf Gillians Seite, doch so fand ich es einfach nur wahnsinnig.
    Genau das ist es, was mich während der ganzen Geschichte so gestört hat, diese Ungenauigkeit. Am Ende bleibt doch alles dem Auge des Betrachters überlassen. So ganz klar wird die Sache nicht. Man kann und darf sicherlich viel hineininterpretieren.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, wo Burke mit der Geschichte hin wollte. Wollte er aufzeigen in welche tiefen Abgründe Gillian, hier als Figur des misshandelten Kindes, im erwachsenen Alter stürzt? Wollte er klarmachen, dass so etwas überall passieren kann? Wollte er Täter und Opfer beleuchten? (Es kommt im Verlauf der Geschichte auch Gillians Peiniger zu Wort)
    Wie bereits erwähnt. Mir war das alles zu schwammig.
    Fazit:
    Jack & Jill greift ein heikles Thema auf. Allerdings macht es das auf eine sehr schwammige Art und Weise. Die zwar ihren Charme hat und auch zu unterhalten weiß. Mir aber nicht so ganz zusagte. Ich habe es da schon gern etwas genauer in den Aussagen. Mir war der Interpretationsspielraum bei der Geschehnisentwicklung viel zu groß.
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Besitzer des Buches 1

  • Mitglied seit 24. August 2013
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