Der Teepalast
Buch von Elisabeth Herrmann
Titel: Der Teepalast
Elisabeth Herrmann (Autor)
Band 1 der Teepalast-Reihe
Verlag: Goldmann
Format: Broschiert
Seitenzahl: 656
ISBN: 9783442492114
Termin: September 2021
Aktion
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Kurzmeinung
Sabine S. Spannend, faszinierend, mitreißend. Teils sehr grausam. Jetzt kommt Band 2 an die Reihe. -
Kurzmeinung
nordlicht Eine mutige Frau, die in der damaligen Zeit alles unternimmt, um ihren Traum zu verwirklichen. Sehr gute Unterhaltung
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Der Teepalast
1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden in den Besitz einer geheimnisvollen Münze, die sie berechtigt, in China mit Tee zu handeln. Fortan ist sie beseelt von dem Gedanken, sich aus ihren elenden Verhältnissen zu befreien und als erste Frau ein Tee-Imperium zu gründen. Für Lene beginnt eine gefahrvolle Odyssee, die sie über die Meere der Welt und in ferne Länder führt – und auf die Spur der Liebe ihres Lebens, die ihr einst in einer Weissagung prophezeit wurde ...
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Serieninfos zu Der Teepalast
Der Teepalast ist der 1. Band der Teepalast Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2021. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2023.
Über Elisabeth Herrmann
Die deutsche Kriminalbuchautorin Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg an der Lahn geboren. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Bauzeichnerin machte sie ihr Abitur am Abendgymnasium. Mehr zu Elisabeth Herrmann
Bewertungen
Der Teepalast wurde insgesamt 17 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,7 Sternen.
Meinungen
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Spannend, faszinierend, mitreißend. Teils sehr grausam. Jetzt kommt Band 2 an die Reihe. -
Eine mutige Frau, die in der damaligen Zeit alles unternimmt, um ihren Traum zu verwirklichen. Sehr gute Unterhaltung -
4,5 Sterne - tolle Charaktere, sehr gute Unterhaltung - eine Reise mit vielen Hürden, um seinen Traum zu verwirklichen
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Teepalast
- Sabine S.
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14. November 2024 um 12:32
Teaser Die heranwachsende Lene lebt im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in Ostfriesland in größter Armut. Leid, Kummer und Sorgen gehören für die Fischerfamilie zum unbarmherzigen Alltag. Doch das schicksalhafte Zusammentreffen mit einem Fremden in höchster Not legt für Lene den Grundstein zu einem Weg in ein völlig neues Leben.Weiterlesen
Inhalt Lene Vosskamps Dasein ist von der Ungerechtigkeit, Hartherzigkeit und dem Egoismus ihrer Mitmenschen bestimmt. Es ist ein bettelarmes, karges und hartes Leben, dass das Mädchen und seine Familie führen. Als die Eltern sterben, Lene ins Gefängnis und die Schwestern ins Armenhaus müssen, scheint alles verloren zu sein, doch mit Kampfgeist, einer gehörigen Portion Mut und auch Glück gelingt es der jungen Frau, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Mit Hilfe einer seltenen und wertvollen Münze, die ihr ein exotischer Fremder für die Rettung seines Lebens geschenkt hat, will sie Teehändlerin werden und dazu von Ostfriesland bis nach China reisen. Der oft mühsame aber auch aufregende, mehrmonatige Weg ist mit vielen Gefahren gepflastert. Missgeschicke und scheinbar unüberwindbare Hürden bringen Lene an die Grenzen des Erträglichen. Aber auch erste Erfahrungen mit der zärtlichen Liebe zwischen Mann und Frau sind Teil dieses Abenteuers und die Erkenntnis, dass es tatsächlich Hilfsbereitschaft und Güte unter den Menschen gibt; wenn auch nur selten und dafür umso kostbarer für den, der sie erhält.
Meine Meinung zum Buch Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Zu Anfang tauchte ich umgehend in die Geschichte ein und fand mich ins harte Leben einer dörflichen Fischerfamilie von 1834 gerissen. Später gestaltete es sich dann zunehmend schwieriger, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Das China des 19. Jahrhunderts schien nicht mehr so realistisch und „selbstverständlich“ ge- beziehungsweise beschrieben zu sein. Dennoch ist das gesamte Werk facettenreich und unterhaltsam. Erwähnt werden muss noch die schonungslose Grausamkeit, mit der sich die Hauptprotagonistin konfrontiert sieht, und die sehr detailliert beschrieben wird. Mir persönlich war es teilweise zu reißerisch und blutrünstig. Auch die Liebesszenen sind – für meinen Geschmack – zu ausgeschmückt und so emotionsüberladen, dass wenig Raum für Fantasie bleibt.
Fazit Ein historischer Roman über Mut und Glück, der auf jeden Fall eine Fortsetzung verdient hat. -
Rezension zu Der Teepalast
- Annabell95
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28. November 2021 um 18:07
Reise ins Land des TeesWeiterlesen
Ostfriesland, 1834. In einem kleinen Dorf in Ostfriesland wächst Lene Vosskamp in einer ärmlichen Fischerfamilie auf. Sie muss viele Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann erhält sie durch einen Fremden eine mysteriöse Münze, die sie dazu berechtigt in China Tee zu handeln. Von nun an hat sie einen Traum. Sie will nach China, dort Tee kaufen und in Ostfriesland einen Teepalast bauen. Für Lene beginnt eine gefährliche Reise über Meere in ferne Länder.
Die Handlung wird durch Liebe zum Detail geprägt. Die Handlungsorte werden durch detaillierte Schilderungen sehr bildhaft dargestellt. Beim Lesen hat man ein gutes Bild vor Augen, wie es zu der Zeit dort ausgesehen haben mag. Man spürt auch die Armut der Menschen, den Dreck in dem sie leben müssen, aber auch die harte raue Arbeit auf dem Schiff und den Teeplantagen. Auch die Charaktere wurden sehr ausführlich dargestellt.
Lene Vosskamp, als Hauptprotagonistin, mochte ich von anfang an. Sie ist mutig, taff und hat durch die mysteriöse Münze einen großen Traum, den sie unbedingt umsetzen will. Auch wenn es vielleicht etwas unrealistisch zu der Zeit ist, so habe ich dennoch die Geschichte dahinter geliebt. Und so begleiten wir Lene auf ihre Reise nach China.
Auf ihrer Reise begegnen wir sehr viele Charaktere. Das Gute ist, dass wir auf die Charaktere einzeln bei jeder ihrer Reiseetappen treffen. So ist es auch kein Durcheinander und man hat genügend Zeit sich mit dem einzelnen Charakter auseinander zu setzen. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und sind auf ihre eigene Art und Weise besonders.
Den Schreibstil finde ich toll. Er ist zeitgemäß aber lässt sich dennoch flüssig und angenehm lesen. Sehr besonders ist, dass die Autorin hier auch das alte Niederdeutsch mit eingeflochten hat, wodurch man noch nähere Einblicke in die damalige Zeit bekommt. Unbekannte Wörte und Textstellen werden direkt in der Fußnote übersetzt, sodass das Glossar entfällt.
Sie hat auch wichtige historische Fakten wie bspw. den Opiumkrieg in ihre Handlung passend eingeflochten. Neben der Fiktion fand ich das sehr interessant zu lesen.
Ein halben Stern muss ich aber abziehen, weil es mir so kurz vor der Hälfte etwas langatmig wurde. Vielleicht hätten hier einige Passagen nicht ganz so ausführlich beschrieben werden müssen. Dafür war mir dann das Ende etwas zu abgehakt, wo ich widerum noch gerne etwas mehr erfahren hätte.
Mein Fazit:
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Der Schreibstil und die Liebe zum Detail haben mich in ihren Bann gezogen, sodass ich in der Story abgetaucht bin. Von mir gibt es 4,5 Sterne und jeder Teeliebhaber muss das Buch unbedingt gelesen haben. -
Rezension zu Der Teepalast
- Sushan
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21. November 2021 um 18:43
Inhalt:Weiterlesen
"1834, ein kleines Dorf in Ostfriesland. Lene Vosskamp wächst in einer Fischerfamilie in bitterer Armut auf und muss schon als Kind schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Doch dann gerät sie durch einen Fremden in den Besitz einer geheimnisvollen Münze, die sie berechtigt, in China mit Tee zu handeln. Fortan ist sie beseelt von dem Gedanken, sich aus ihren elenden Verhältnissen zu befreien und als erste Frau ein Tee-Imperium zu gründen. Für Lene beginnt eine gefahrvolle Odyssee, die sie über die Meere der Welt und in ferne Länder führt – und auf die Spur der Liebe ihres Lebens, die ihr einst in einer Weissagung prophezeit wurde ..."
Quelle: Amazon
Die Autorin:
"Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin arbeitete sie beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman »Das Kindermädchen« ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Joachim Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin und im Spreewald."
Quelle: Amazon
Persönliche Meinung:
Ich lese sehr gerne historische Abenteuerromane, besonders wenn es um Länder und Kulturen geht, die mir vertraut sind.
Zu Deutschland und China habe ich natürlich einen besonderen Bezug, haben doch beide Länder einen wichtigen Teil meiner Identität geprägt.
Außerdem war ich sehr neugierig, wie Elisabeth Hermann das Leben der einfachen Bevölkerung darstellt, gerade in Bezug auf die Situation der Frauen. Einer weiblichen Protagonistin stand ich ebenfalls sehr positiv gegenüber, andererseits habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht, ob die Autorin mir diese Reise plausibel verkaufen würde. Das Frauen, Anfang des 19 Jahrhunderts, in Europa einen schweren Stand hatten, ist ja kein großes Geheimnis. In China sah es noch schlimmer aus - meine eigene Mom musste noch den allmorgendlichen Kotau vor ihrem Vater machen. Die Frage lautete also, wie glaubhaft Lene`s Reise um die halbe Welt, zu einer Zeit ist, als Frauen nicht mal ein Schiff betreten durften. Hier kann ich teilweise Entwarnung geben, auch wenn es Punkte und Zufälle gibt, die man der Autorin einfach abkaufen muss, weil die Geschichte sonst nicht funktioniert.
Diese beginnt sehr schön, mit einem recht plausiblen Einblick in das harte ostfriesische Dorfleben.
Die Veränderungen, Richtung Moderne, kommen hier nur sehr langsam zum Tragen, dass Leben der Dorfgemeinschaft ist von harter Arbeit geprägt, die kaum etwas einbringt. Armut und Hunger lassen kaum Platz für Freude, Familienleben, Kindheit oder auch nur Mitmenschlichkeit - ein ständiger Überlebenskampf, der immer kurz vor dem Scheitern steht.
Die Autorin zeichnet das Bild einer knallharten Ellenbogengesellschaft, die zudem von Standesdünkeln und Aberglauben vergiftet wird.
Dieses schwere, hoffnungslose Leben beschreibt die Autorin sehr plausibel und ich mochte es, dass sie immer wieder mundartliche Begriffe einfließen lässt. Das ist charmant und trägt viel zur Atmosphäre bei. Am Ende der Kapitel gibt`s dann immer die jeweiligen Fußnoten und Erklärungen - das ist bei EBooks immer etwas umständlich, aber dafür kann die Autorin ja nichts.
Überhaupt hatte ich viel Spaß daran, mit Lene durch Deutschland zu reisen, auf die allmächtige Obrigkeit zu treffen, auf gewalttätige Männer, für die Frauen bestenfalls ein lästiges Anhängsel sind und an dem kleinen Zivilisationsschock, wenn Lene in die Großstadt kommt.
Das Gleiche gilt für London, welches zur damaligen Zeit natürlich eine der westlichen Metropolen darstellte.
Man merkt das sich Elisabeth Hermann hier auskennt und wohlfühlt. Auch wenn die Probleme des Buches hier bereits anfangen, weil es einfach zu viele der glücklichen Zufälle gibt, hätte ich dem Buch zu diesem Zeitpunkt vier Sterne gegeben.
Doch Lene ist schließlich auf dem Weg nach China, wo sie in den Teehandel einsteigen möchte. Auf diesen Part hatte ich mich besonders gefreut, denn in Büchern wie Clavell`s „Shogun“ oder „Tai Pan“ machte der Clash of Cultures immer den größten Reiz aus.
Leider versagt „Der Teepalast“ genau an dieser Stelle und ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autorin zu wenig recherchiert hat oder sich mit diesem Part nicht sonderlich wohl fühlte.
Statt Lokalkolorit, fremden Bräuchen und kulturellen Missverständnissen, bekam ich einen wirren, langatmigen Abschnitt mit Verfolgungsjagden, Gewalt, kaum nachvollziehbaren Gesprächen und Handlungen, die alles übermäßige Glück, welches Lene bis dahin widerfahren war, ins Gegenteil verkehren. Sobald der China Abschnitt beginnt sinkt die Qualität so rapide, dass ich vieles nur noch quergelesen habe. Natürlich geht trotzdem alles gut aus und sobald die Protagonistin wieder englischen Boden, in Form eines Schiffes, betreten hatte, sind alle wieder total zivilisiert, handeln nachvollziehbar und können es gar nicht abwarten, der armen Lene zu helfen.
Sie wird auch sogleich mit Gewinnen und Gefälligkeiten überschüttet, bei denen es plötzlich auch keine Rolle mehr spielt, dass sie eine Frau ist. Dieselben Gentlemen, die sie vorher kaum beachtet haben, warnen sie sogar noch vor dem windigen Hallodri, der sie um ihre Güter bringen könnte, den Lene aber natürlich liebt. Und nebenher wird dann auch noch eines der edlen „Wildenkinder“ gerettet, der Rassismus ist besiegt. Zum Teil wird auch die Charakterisierung von Lene, als starke emanzipierte Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist, konterkariert und ins Absurde gezogen. Wirklich sehr schade!
Die restlichen Buchkapitel sind qualitativ wieder besser gelungen und es gibt ein halbwegs befriedigendes Ende.
Das konnte meinen Ärger allerdings auch nicht mehr wettmachen oder darüber hinwegtäuschen, dass die Luft raus war.
Ich möchte der Autorin hier auch keineswegs etwas Böses unterstellen, denn mir machte es eher den Eindruck, als habe sie sich komplett übernommen. Eventuell hatte sie auch einfach kein großes Interesse am historischen Asien, denn wir erfahren auch kaum etwas darüber, wie das auf Lene wirkt. Sie ist viel zu sehr damit beschäftigt sich zu verlieben und in Situationen zu geraten, die keinerlei Sinn ergeben.
Offen gesagt war ich einige Male auch geschockt darüber, wie unhöflich und respektlos sie sich gegenüber den Mandarinen verhalten hat. Das hätte man einer Fremden zu dieser Zeit niemals durchgehen lassen, einer Frau schon gar nicht. Dieses tölpelhafte Verhalten passt zudem gar nicht zu der starken Frau, die uns vorher verkauft wurde.
Wahrscheinlich wäre es ein viel besseres Buch geworden, wenn Lene ihren Tee einfach in London gekauft und nach Bremen gebracht hätte. Mir persönlich hätte das absolut genügt, denn die europäischen Abschnitte sind die klar besseren. Hier hat man den Eindruck, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt und erzählen möchte.
Fazit:
Das Buch ist solide, solange sich die Handlung auf europäischem Boden bewegt.
Danach sinkt die Qualität leider, wodurch auch die Glaubwürdigkeit leidet. Man merkt einfach, dass Elisabeth Hermann sich nicht sonderlich im Asien des 19 Jahrhunderts auskennt oder diesem Part zu wenig Bedeutung beigemessen hat.
Wer auf einen schönen Clash of Cultures hofft oder auch nur auf ein stringentes Abenteuer, wird an dieser Stelle enttäuscht.
LeserInnen, die danach auf der Suche sind, würde ich an James Clavell verweisen. Im Kontext seiner Werke (Shogun/Tai Pan/Gai Jin) wirkt "Der Teepalast" leider nochmal um Klassen schlechter.
Ich vergebe drei Sterne - mit viel Goodwill.
Ausgaben von Der Teepalast
Besitzer des Buches 39
Update: 18. Januar 2026 um 17:37





