Himmelsfluss

Buch von Dennis E. Taylor

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Zusammenfassung

Serieninfos zu Himmelsfluss

Himmelsfluss ist der 4. Band der Bobiverse Reihe. Sie umfasst 4 Teile und startete im Jahr 2016. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2021.

Bewertungen

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Himmelsfluss

    "Himmelsfluss" von Dennis E. Taylor
    4. Roman der "Bobiverse"-Reihe
    Originaltitel: "Heaven's River"
    Amazon.de-Info:
    Hundert Jahre ist es jetzt her, dass Bender sich auf den Weg zu den Sternen gemacht hat. Seither haben Bob und die Klone nichts mehr von ihm gehört. Bob ist fest entschlossen, eine Expedition in den Deep Space zu organisieren, um herauszufinden, was mit Bender geschehen ist, doch er hat ein gewaltiges Problem: Inzwischen sind seine Klone in der 24. Generation. Manche von ihnen haben sich so verändert, dass sie gar nicht mehr er selbst zu sein scheinen. Sie haben ihre eigenen Pläne. Und so droht über Bobs Suchaktion ein Bürgerkrieg zwischen den Klonen auszubrechen ...
    Meine Meinung:
    Man sollte aufhören, wenn's am schönsten ist. Das wäre Band 1 gewesen. Stattdessen schreibt der Autor einen Bobiverse-Roman nach dem anderen, und von Band zu Band werden die Bücher langatmiger.
    Es war einmal ein Mann namens Bob Johansson, ein frischgebackener IT-Millionär und Nerd wie er im Buche steht. Er schloss eine Versicherung ab, nach der man ihn im Falle seines Todes einfrieren und in der Zukunft wiederbeleben sollte. Kaum abgeschlossen - bumm! - wurde er überfahren.
    Als er wieder zu sich kommt, hat er leider keinen Körper mehr. Auch keine Freiheit. Denn die Firma, die ihn eingelagert hatte, wurde aufgelöst und die Vermögenswerte verkauft. Bobs Geist ist nun in einem Computer gefangen. Er erhält das Angebot, als Betriebssystem einer Raumsonde zu fungieren. Ein unwiderstehliches Angebot für einen Star-Trek-Fan!
    Kurze Zeit später ist er als Von-Neumann-Sonde unterwegs zum nächsten Stern. Diese Sonden sind sich selbst replizierende Maschinen. Bob repliziert sich also selbst und seine Kopie repliziert sich ebenfalls - und der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten.
    Soweit die grobe Zusammenfassung der Bobiverse-Tetralogie von Dennis E. Taylor. Die Bände heißen:
    1. Ich bin viele
    2. Wir sind Götter
    3. Alle diese Welten
    4. Himmelsfluss
    (weitere werde vermutlich folgen)
    Bob und seine digitalen Nachkommen düsen durchs All, entdecken Aliens, müssen die Menschheit retten, terraformen Planeten etc. Langweilig ist ihnen nicht. Aber mir!
    Die Bobs sind unternehmungslustig und lieben alles Neue. So machen sie sich an die Erkundung des Weltalls, bleiben aber stets miteinander in Kontakt. Doch einer - Bender - hat sich nun schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gemeldet. Bob 1 beschließt, dass es an der Zeit ist, den verschwundenen Bobling zu suchen. Er fliegt also in die ungefähre Richtung, in der er Bender vermutet, und stößt in einem Sternensystem auf eine riesige Topopolis. Das ist ein Konstrukt, das um eine Sonne herum gebaut wurde. In der Topopolis leben intelligente Wesen, dessen technologischer Entwicklungsstand um ganze Größenordnungen unter dem liegt, was den Bau eines solchen Konstrukts ermöglicht. Bob und seine Zwillinge und Nachkommen sind Feuer und Flamme, sie wollen dem Ganzen auf den Grund gehen. Und vielleicht befindet sich auch der vermisste Bender irgendwo im Inneren der Topopolis.
    Die Handlung der Reihe umfasst ca. 200 Jahre, und in diesen zwei Jahrhunderten sind die meisten Bobs immer noch Kindsköpfe. In jeder Unterhaltung gibt es eine Fülle von Zitaten aus Star Trek, Star Wars, Futurama und anderen Serien. Eine unüberschaubare Menge an Büchern kommt zur Sprache: von David Brin, Tolkien, Larry Niven und so weiter. Die Bobs ziehen einander auf, ulken herum, benehmen sich wie Teenager. Einige von ihnen haben zwar ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl den Menschen gegenüber, aber auch sie sind im Grunde große Kinder.
    Je öfter sich Bob repliziert, desto weiter greift die replikative Abweichung, d. h. keine Kopie gleicht zu 100 % dem Original. Im Großen und Ganzen bleibt er bobhaft, entwickelt aber eigene Interessen. Nach einigen Tausend Replikationen sind die Abweichungen schon so stark, dass sich Gruppen bilden, die mit den anderen Bobs und den Menschen nichts zu tun haben wollen. In den ersten drei Bänden war die Abweichung immer nur eine Erwähnung wert, in Band 4 spielt sie eine große Rolle. Das ist ein Fortschritt, den Taylor noch weiter ausbauen sollte, unbedingt.
    Das Bobiversum ist eine hochinteressante Idee und ein spannendes Gedankenspiel. Was ist ein Mensch? Wie weit sollte man gehen, um eine intelligente Spezies zu retten? Sollte man sie beeinflussen oder sich an die Oberste Direktive wie in Star Trek halten? Wohin führt die Entwicklung einer Künstlichen Intelligenz?
    Die Ausführung der Idee hat Dennis E. Taylor meiner Meinung nach zum größten Teil in den Sand gesetzt. Es sind zu viele Bobs, von denen sich zwar jeder einen eigenen Namen gibt, die sich aber alle zu ähnlich sind, um sie als Leser:in auseinanderzuhalten. Bill, Will, Hugh, Herschel, Bender, Luke, Garfield - das sind nur einige wenige Bobs, die auf den Seiten der Bücher ihren Auftritt haben. Immer schön in der ersten Person Singular. Wenn man also am Anfang des Kapitels nicht aufpasst, weiß man nicht, in wessen Kopf man steckt.
    Zudem beschreibt der Autor die Entdeckungen der Bobs SEHR detailliert. Bob entdeckt gleich auf seinem ersten Ausflug eine Lebensform auf einem Planeten und beschließt zu bleiben und zu beobachten. Das tut er fast das ganze Buch hindurch.
    Die Aliens sind bei Dennis E. Taylor extrem menschenähnlich. Ich erinnere mich nicht mehr genau an die Aliens aus Band 1, aber Band 4 habe ich gerade beendet und ich möchte Gift und Galle spucken. Das sind keine Aliens, das sind allesamt verkleidete Menschen! Sie benehmen sich so, reden so, haben eine ähnliche Gesellschaft. Lesefrust hoch 10...
    Zusammengefasst: Diese Tetralogie hat ihre Momente, keine Frage. Aber man muss Geduld mitbringen. Und resistent gegen flachen Humor und Wiederholungen sein (das Wort "grinsen" taucht gefühlte 50.000.000 mal auf jeder Seite auf, nicht zum Aushalten!).
    ***
    Eule
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Ausgaben von Himmelsfluss

E-Book

Seitenzahl: 400

Taschenbuch

Seitenzahl: 720

Update:

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