Der Fall Schinagl
Buch von Thomas Buchner
Titel: Der Fall Schinagl
Thomas Buchner (Autor)
Band 1 der Bezirksinspektor Josef Steininger-Reihe
Verlag: Haymon Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 248
ISBN: 9783709978443
Termin: März 2016
Aktion
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Kurzmeinung
Bellis-Perennis Warum sitzt der Tote nicht in der Strafanstalt ein?
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Der Fall Schinagl
Mord im Ständestaat: Eine Zeitreise ins Linz zwischen den Weltkriegen.
Eine Leiche im Hof der Dollfußschule
Linz, 1935: Im Hof der Dollfußschule entdeckt der Hausmeister eine Leiche. Der Tote wurde erschossen, es gibt allerdings kaum Spuren, und auch die Identität des Opfers ist unbekannt. Vermisst scheint ebenfalls niemand zu werden. Doch bald keimt der Verdacht, es könnte sich um einen politisch motivierten Mord handeln - es gibt Indizien, dass es sich bei dem Toten um Karl Schinagl handeln könnte, einen ehemaligen Führer des sozialdemokratischen Schutzbundes. Das Problem dabei ist nur: Schinagl sollte eigentlich im Zuchthaus sitzen …
Bezirksinspektor Steininger unter Druck
Bezirksinspektor Josef Steininger mag es geruhsam. Er schätzt gutes Essen, Zeit mit der Familie und die Ordnung im Gemeindebau. Dass er, auf Wunsch des Polizeipräsidenten, diesen heiklen Mordfall lösen muss, bringt ihn in arge Bedrängnis. Und dann gibt es auch noch Streit mit seiner Frau, Sohn Rudi offenbart, dass er Schauspieler werden möchte, und mit den Nachbarn führt Steininger ohnehin einen zähen Kleinkrieg.
Linz am Vorabend des Zweiten Weltkriegs - eine Zeitreise
Düstere Stimmung liegt über der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Während die Menschen noch mit den Folgen des Ersten Weltkriegs, mit finanzieller Not und Unsicherheit zu kämpfen haben, gärt es unterhalb der Oberfläche des austrofaschistischen Ständestaates. Man scheut sich, offen seine Meinung zu sagen - und wahrt nach außen hin den schönen Schein des braven Bürgers.
Thomas Buchner lässt das Linz der 1930er Jahre lebendig werden - und entführt Sie in eine spannende Zeit voller Unsicherheiten und Umbrüche.
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>>Ich bin begeistert! Ich mag historische Krimis, kenne aber noch keinen, der in der Zwischenkriegszeit spielt. Aber jetzt ist mir klar: Über die 1930er in Österreich wusste ich bisher viel zu wenig!<<
>>Als Historiker weiß Thomas Buchner, wovon er spricht: Man versinkt vollkommen in diesem Buch, in der Zeit des österreichischen Ständestaates, und erfährt unglaublich viel über das alltägliche Leben dieser Epoche - und das alles, während man sich an der Lektüre eines wirklich spannenden Kriminalromans erfreut.<<
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Weiterlesen
Serieninfos zu Der Fall Schinagl
Der Fall Schinagl ist der 1. Band der Bezirksinspektor Josef Steininger Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2016. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2018.
Bewertungen
Der Fall Schinagl wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.
Meinungen
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Warum sitzt der Tote nicht in der Strafanstalt ein?
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Fall Schinagl
- Bellis-Perennis
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2. Juni 2022 um 04:31
Einblick in eine schwierige Zeit, die von Misstrauen auch gegen die Obrigkeit geprägt ist. Toller Krimi! Das Bürgerkriegsjahr 1934 ist gerade einmal vorüber und die politische Lage in Österreich ist nach wie vor explosiv. Anhänger von Heimwehr und Schutzbund stehen sich nach wie vor spinnefeind gegenüber. Das nützen die heimlichen (weil verboten) Nationalsozialisten für sich.Weiterlesen
Der ehemalige Anarchist und Kriegsveteran Leibenfrost, nun Hauswart der Linzer Dollfuss-Schule, entdeckt im Schulhof eine männliche Leiche. Mit den Ermittlungen wird der grantelnde Bezirksinspektor Josef Steininger betraut. Die Überraschung ist groß, als sich herausstellt, dass der Ermordete ein gewisser Karl Schinagl ist. Schinagl ist einer der hochrangigen Führer des sozialistischen Schutzbundes und sollte eigentlich wegen seiner Gesinnung in der Justizanstalt Garsten einsitzen.
Als Bezirksinspektor Steiniger, der lieber seine Ruhe hätte, entdeckt, dass die heiße Spur zur Linzer Heimwehr führt, befürchtet er zur Recht in politische Ränkespiele verwickelt zu werden. Auch sein Vorgesetzter ist ihm hier keine große Hilfe. Man weiß nicht, wem man noch trauen kann.
Wohin kann er den Verdacht lenken? Auf die Ehefrau Schinagls, die einen Liebhaber hat? Oder vielleicht in die Richtung seines ungeliebten Nachbarn, den Zollbeamten Grafenender, mit dem er die Gang-Toilette teilen muss? Oder hat vielleicht doch Leibenfrost etwas mit dem Mord zu tun, zumal der plötzlich Richtung Tschechoslowakei abgetaucht ist?
Meine Meinung:
In diesem historischen Krimi wird das Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Gesinnungen im Ständestaat Österreich sehr gut wiedergegeben. Wer nicht aufpasst, gerät in die Mühlen der Gesetze oder wird zwischen den rivalisierenden Parteien aufgerieben. Das soziale Klima ist rau und die Lebensumstände 17 Jahre nach dem Zerfall der Monarchie schwierig. Die Arbeitslosenrate ist nach wie vor hoch und das Nahrungsangebot nicht allzu üppig.
Immer wieder hört man deutlich, dass es den Deutschen unter ihrem neuen Reichskanzler besser gehe, und so mancher zeigt seine Bewunderung für Hitler offen. Die NSDAP, war noch verboten, erhält Zulauf.
Die Charaktere sind recht gut beschrieben. Allen voran der grantelnde Steininger, dessen Frau von einer Wohnung in einer besseren Gegend träumt. Der „Häusl-Konflikt“ um das verschmutzte Gemeinschaftsklo ist ziemlich authentisch dargestellt. Gut geschildert ist die latent vorhandenen Angst Steiningers, zwischen die Fronten der politischen Gruppierungen zu geraten.
Als Beamter bleibt ihm wenig Wahl – er ist seinem Dienstgeber, dem Staat, verpflichtet. Kein Wunder, dass er, um seinen nervösen Magen zu beruhigen, gerne zu einem oder mehreren Schnäpsen greift.
Die ironischen Dialoge sind recht gut gelungen und über den einen oder anderen Witz musste ich herzhaft lachen. Über die überbordende Bürokratie beschwert er sich mit folgenden Worten:
»Vor lauter Lesen kommt man ja gar nicht mehr zum Arbeiten! Wird eh viel zu viel geschrieben heutzutage!«
Es mag vielleicht rasantere Krimis geben, doch mir gefällt es hier sehr gut, wie die leisen und lauten Zwischentöne herausgearbeitet worden sind.
Ungewohnt ist vielleicht aus heutiger Perspektive, dass die Polizei nicht so strukturiert ermittelt, dass man eher geneigt war, ungeklärte Fälle zu produzieren. Man darf aber nicht vergessen, dass Ausbildung und Ausstattung in der Zwischenkriegszeit ungenügend waren.
Fazit:
Ein toller historischer Krimi, der die Zeit, kurz vor dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich gut wiedergibt. Gerne gebe ich 5 Sterne. -
Rezension zu Der Fall Schinagl
- Tefelz
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27. Mai 2022 um 19:21
Nachdem ich bereits den 2.Teil " Donaudämmerung" lesen durfte, hat es jetzt einige Zeit gedauert, bis ich endlich den ersten Teil hatte und die Zeit zum lesen auch da war. Wie bereits in Teil2 angedeutet, war auch das Debut von Thomas Buchner ein absoluter Gewinn! Dazu liebe ich Bücher aus dem Haymon Verlag mit seinen abgerundeten Ecken.Weiterlesen
Geschichte: 1935 entdeckt der Hausmeister einer Schule in Linz beim aufräumen eine Leiche und informiert sofort die Polizei. Und da ist er wieder, Bezirksinspektor Josef Steininger, die Unfähigkeit in Person. Denkt in erster Linie ans Essen und seine Theorien entbehren oft jeglichen Sinn. Er wird mit der Untersuchung betraut und gerät dabei in ein großes Schlamassel. Anscheinend ist der Tote ein gewisser Karl Schienagl, der aber offensichtlich im Gefängnis einsitzen sollte und die Beamten dort schwören, dass er dieses auch immer noch macht. Also wer ist der Tote und wer hat ihn einfach in der Schule abgeladen ?
Scheibstil und Personen: Es ist der Schreibstil, die Kulisse und die Details, verbunden mit dem Dialekt, die den Unterschied machen. Mit so viel Herz und Humor wurden die Akteure versehen, dass der Leser selbst dem trotteligen Steiniger nicht Böse sein kann. Die Dialoge und Kleinigkeiten mit denen wir das vergnügliche Erlebnis haben, in eine Zeit einzutauchen, die an sich nicht wirklich Lustig war und jeder sehen musste, wo er etwas zu essen her bekommt. Dahiinterlässt der Zollbeamte Grafeneder mal wieder morgens in der Gemeinschaftstoilette auf dem Gang für unseren Polizisten Steininger ein " Geschenk " , indem er den Abzug nicht betätigt um so seine Wertschätzung auszudrücken. Steininger wiederum ermittelt ohne Rücksicht auf Verluste sich zu blamieren und gerade in dieser Zeit, spielt natürlich auch die Gesinnung eine große Rolle. Man merkt, dass sich hier jemand in der Historie auskennt. Welche Rolle spielt die mächtige Heimwehr, mit der lieber keiner etwas zu tun haben will ?
Fazit: Ein wunderbares Debut für jemand, der hier die Geschichte und die Zeit der 30 Jahre aufleben lässt und den Leser in die Zerrissenheit einer Zeit mitnimmt, in der jeder wegen allem verdächtig ist. Dazu einen Inspektor, der wirklich alles falsch macht was geht und dann meistens doch noch die Kurve bekommt. Ich liebe es und wer auf Regionalkrimis um 1935 steht, muss sich sofort noch den 2. Teil besorgen " Donaudämmerung" wobei beide völlig unabhängig von einander zu lesen sind. 4 Sterne und absolute Empfehlung !
Ausgaben von Der Fall Schinagl
Besitzer des Buches 2
Update: 2. Juni 2022 um 04:31

