Big Sky Country

Buch von Callan Wink

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Big Sky Country

Als Sohn eines Farmers hat August früh erfahren, was stilles Glück bedeutet. Bei der Arbeit kommt er zu sich. Kühe melken, Heu machen, die Geräte im Schuppen reparieren. Doch seine Mutter wünscht sich schon lange etwas anderes, nicht nur für ihn, und er muss nach der Scheidung mit nach Montana. Ein neues Leben, eine neue Landschaft erstreckt sich nun vor ihm. Zum ersten Mal begegnet August einer majestätischen Natur, der Freiheit, der Sehnsucht. Bloß brauchen diese Geschenke, wie alles in seinem Leben, Zeit und Kraft, und als er sich einlässt auf die falschen Freunde, auf unerreichbare Frauen, droht August in den Weiten und Träumen und Widersprüchen dieses Landes verloren zu gehen. Ein Bildungsroman von atemberaubender Schönheit und Klarheit. Ein Roman, der danach fragt, welchen Abdruck Landschaften hinterlassen, wie aus Söhnen Männer werden und wonach es sich im Leben zu richten gilt. Mit Big Sky Country fügt Callan Wink einer großen Tradition ein neues Meisterwerk hinzu.
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Bewertungen

Big Sky Country wurde insgesamt 8 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Big Sky Country

    Bull in the Ring
    In den Weiten Montanas ist der junge August unterwegs, um für sein Leben eine Richtung zu finden. Die anrührende Prologszene schildert die ungewöhnliche Namensgebung noch während der Schwangerschaft nach seinem Geburtsmonat, aber als die Story einsetzt, ist die Idylle längst verflogen, weil sich beide Elternteile auseinanderentwickelt haben.
    Rau geht es zu auf der Farm: August hat im Auftrag seines Vaters die überhand nehmenden Katzen zu beseitigen und dies zu dokumentieren, indem er die abgetrennten Schwänze auf ein Brett nagelt. Trotzdem nimmt man das alles als Leser wie durch einen Weichzeichner wahr, denn die Ereignisse schildert Wink ganz lakonisch aus Augusts Sicht. Er akzeptiert wohl den Lauf der Dinge relativ kritiklos, auch die auseinanderdriftende Beziehung der Eltern, die schließlich den Umzug mit der Mutter bewirkt, weil sich diese als Bibliothekarin geistig mehr entfalten möchte.
    Tiere werden geliebt und nach Bedarf getötet, die Jungs müssen jederzeit auf Verlust gefasst sein, und so sind auch ihre Kameradschaften geprägt von fatalistischen Gesprächen und Prügeleien, da hat „Psychogedöns“ keinen Platz.
    Die Weltgeschichte mit dem Angriff auf das World Trade Center und dem Afghanistankrieg wird gestreift, aber in den Abschlussjahren der High School spielt natürlich der erste Sex eine ebenso große Rolle. Stark und unabhängig treten die Frauen auf, trotz des ganzen Machogehabes und durchaus schlimmen Übergriffen.
    August kann in einem von der Mutter gewünschten Studium keine Perspektive erkennen, sondern probiert sich lieber in wechselnden Anstellungen in der Landwirtschaft aus, die ihn mit problematischen Figuren zusammenbringt. Ein alternativer Blickwinkel entsteht durch die Gruppe der Hutterer. Die praktische Arbeit und das nicht immer erfolgreiche Meistern von Konflikten lassen August reifen, bis ihn ein Unfall noch einmal zum Innehalten und Reflektieren zwingt. Am Ende schließt sich der Kreis auf überzeugende Weise.
    Eine mindestens so große Rolle wie die Protagonisten spielt die Landschaft Montanas und der durch die Arbeit auf der Ranch bedingte Lebensstil. Man erfährt vieles über den Umgang mit Agrarmaschinen. Manche Episoden kann man erst im Nachhinein einordnen, aber auf der letzten Seite angekommen habe ich fasziniert durchgeatmet und mich gefreut, wie sich am Ende alles fügt. Zwar steht August dann immer noch am Anfang von etwas, doch er hat die Weichen gestellt und weiß, dass er sich auf sich selbst verlassen kann.
    Ich gebe dem Buch fünf Sterne.
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  • Rezension zu Big Sky Country

    Das stimmungsvolle Cover ist es gewesen, das mich in die Leseprobe hat schauen lassen, während ich mit der Kurzbeschreibung eher wenig anfangen konnte. Und dann waren es Sprache und Erzählweise, die mich für die Geschichte eingenommen haben. Denn es beginnt mit einer berührenden Szene in auffallend schöner Sprache. Ein junges und unbeschwert glücklich scheinendes Paar verhandelt über den Namen ihres ungeborenen Kindes – es sind Bonnie und Dar, Augusts Eltern.
    Augusts erste Jahre zeugen von einer glücklichen und behüteten Kindheit, danach wird es schwieriger, aber nicht wirklich problematisch. Seine ganz und gar unterschiedlichen Eltern liefern sich einen Kleinkrieg, der mal mehr, mal weniger subtil geführt wird und entfernen sich zusehends voneinander, irgendwann auch räumlich. Sie haben einfach grundsätzlich verschiedene Vorstellungen vom Leben und auch ihre Ideen, „Augies“ Zukunft betreffend, gehen nahezu diametral auseinander. Doch trotz alldem spürt man, dass beide ihren Sohn lieben, respektieren, ihn seinen Weg suchen lassen und zugleich immer wieder signalisieren, dass sie für ihn da sind.
    Man begleitet August durch seine Kindheit und Jugend (dieser Teil gefiel mir besser), den größeren Raum nimmt die Zeit nach seinem High-School-Abschluss ein (der mir weniger zusagte). Schon immer kann er gut allein sein und ist gern für sich, aber kein Außenseiter. Für einen so jungen Mann ruht er erstaunlich in sich selbst und zeigt seine Gefühle nur selten, auch nicht dem Leser.
    Auf den letzten Seiten öffnen sich neue Perspektiven, nicht nur für August, allerdings ruhig und unspektakulär, da bleibt sich die Geschichte auch am Ende treu. Besonders aufregend war es nicht, noch nicht mal besonders unterhaltsam - eigentlich zu viel Farmarbeit, zu viel Landschaft, zu melancholisch-monoton, zu viel „Jungs“ für meinen Geschmack, und dann auch noch so amerikanisch… Aber insgesamt habe ich diesen Roman doch ganz gern gelesen. Sprachlich und erzählerisch hatte er seine Höhepunkte. Besonders mochte ich die klugen, intellektuell angehauchten Gespräche mit seiner Mum, die wortkargen Dialoge mit seinem Vater, in denen es meist um das Wetter geht, die aber manchmal eine verblüffende Tiefe offenbart haben und diese ruhige, unspektakuläre Sicht auf das Leben.
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  • Rezension zu Big Sky Country

    Callan Winks Bildungsroman "Big Sky Country" hat mir ausnehmend gut gefallen und außerdem gleich noch eine Bildungslücke bei mir beseitigt, die ich doch bisher mit dem Wort "Bildungsroman" niemals konfrontiert worden bin.
    Protagonist ist August, den wir zunächst auf der kleinen elterlichen Farm treffen, wo er mit der aus wohlhabendem Hause stammenden Mutter und dem aus ärmlicheren Verhältnissen kommenden Vater lebt. Der "Standesunterschied" war von Anfang der Beziehung an schwierig, die Mutter wohnte auch bereits in einem Nebenhaus, obwohl die äußere Form und der freundlich-höfliche Umgang miteinander gewahrt blieb, so dass "Augie" eine weitgehend unbelastete Jugend verleben konnte. Als der Vater dann jedoch mit der jungen Farmarbeitsaushilfe Lisa ein sexuelles Verhältnis beginnt, kommt es zur Trennung des Ehepaares und die Mutter verlässt mit ihrem Sohn das Haus.
    Beide ziehen weit weg und Augie besucht den Vater, der inzwischen fest mit Lisa zusammen lebt, nur selten. Dafür sammelt er mit der neuen Nachbarin erste sexuelle Erfahrungen.
    Schließlich begleiten wir ihn auch noch auf eine abgelegene kleine Farm nahe Billings, Montana/USA, wo er gänzlich zum Erwachsenen wird.
    Eine leicht lesbare, leise, aber trotzdem unterhaltsame Geschichte mit einem sympathischen Protagonisten, schönen Wortbildern und vielen Nebeninformationen z. B. über Gruppen wie die Amishs und die Hutterer.
    Das ansprechende Cover passt sehr gut zum erzählten Geschehen.
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  • Rezension zu Big Sky Country

    Klappentext/Verlagstext
    Als Sohn eines Farmers hat August früh erfahren, was stilles Glück bedeutet. Bei der Arbeit kommt er zu sich. Kühe melken, Heu machen, die Geräte im Schuppen reparieren. Doch seine Mutter wünscht sich schon lange etwas anderes, nicht nur für ihn, und er muss nach der Scheidung mit nach Montana. Ein neues Leben, eine neue Landschaft erstreckt sich nun vor ihm. Zum ersten Mal begegnet August einer majestätischen Natur, der Freiheit, der Sehnsucht. Bloß brauchen diese Geschenke, wie alles in seinem Leben, Zeit und Kraft, und als er sich einlässt auf die falschen Freunde, auf unerreichbare Frauen, droht August in den Weiten und Träumen und Widersprüchen dieses Landes verloren zu gehen.
    Der Autor
    Callan Wink, geboren 1984, arbeitetseit seinem neunzehnten Lebensjahr als Fly Fishing Guide auf dem Yellowstone River in Montana. Seine unverlangt eingesandte Erzählung Hund Lauf Mond wurde im New Yorker abgedruckt und machte ihn schlagartig bekannt. Der letzte beste Ort, sein Erzählungsband und internationales Debüt, erschien 2016.
    Inhalt
    Aus dem Alltäglichen entspringt Veränderung …
    Bonnie und Darwin haben jung geheiratet und sind früh Eltern des kleinen August geworden. Doch Bonnie wird nur kurzfristig glücklich. In jeder freien Minute lernt sie aus ihren alten Büchern in der Hoffnung, ihr unterbrochenes Studium irgendwann fortsetzen zu können. Als August 15 ist, schafft seine Mutter den Absprung von der Farm in Michigan, lässt sich scheiden, holt ihr Examen nach und zieht mit August nach Montana. Auslöser für Bonnies Fernweh nach Montana war der Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“. Wie damals, als sie zu einem Farmer in den elterlichen Betrieb zog, springt sie wieder auf ein Klischee an, ohne sich Genaueres darunter vorstellen zu können. August hatte gerade schätzen gelernt, was ihm seine Heimat zu bieten hat – Angeln, Jagen, die Befriedigung schwerer körperlicher Arbeit auf der Farm, Führerschein mit 16 und damit die Aussicht auf eine erste Liebe. Aus einer ländlichen Gegend wird er in eine andere verpflanzt und verliert alles. Dass er zugleich Abschied von seiner Kindheit nehmen muss, macht den Bruch mit Michigan nicht gerade leichter. Wie andere seines Jahrgangs auch muss der junge Mann entscheiden, ob er bei seinem Vater auf der Farm arbeiten will, an einer öffentlichen Universität studieren oder etwas ganz anderes tun will. Gehen oder Bleiben, Studieren oder sofort Geld auf die Hand aus einem Hilfsjob, feste Beziehung oder Fernbeziehung – Bonnies Lebenslauf hat gezeigt, dass man jede Entscheidung bald wieder bereuen kann. Augusts Vater macht seinem Sohn offensichtlich die Arbeit auf der Farm schmackhaft, das beantwortet jedoch nicht die Frage, ob der Betrieb dauerhaft überhaupt ein altes und ein junges Bauernpaar ernähren kann.
    Ein Job auf einer fremdem Farm, bei Ancient und Kim, konfrontiert August wieder mit einer neuen Umgebung, aber auch mit der Anerkennung eines fremden Chefs für Augusts zuverlässige Arbeit.
    Callan Wink zeichnet seine heranwachsende Hauptfigur mit allen Fehlern, Ecken und Kanten, lässt August in der Provinz Gewalt, Verschwörungsmythen und ultrakonservative Weltanschauungen erleben. Auch bei Ancient wird sich die Frage stellen, ob der Hof langfristig einen festangestellten Arbeiter finanzieren kann. Kann er es nicht, muss August einen anderen Weg einschlagen. Aus europäischer Sicht ist für mich das gezeigte Hangeln zwischen Aushilfsjobs ungewöhnlich. Wir sind es gewöhnt, den möglichen Nachfolger/die Nachfolgerin eines Betriebs in der Fremde eine Lehre abschließen zu lassen. Sollte sein/ihr Vater noch so jung sein wie Darwin, drängt die Entscheidung zur Hofübernahme selten.
    Fazit
    Vor den historischen Ereignissen der Bush-Regierung im Hintergrund wird August erwachsen und fühlt schließlich wieder die Bindung an eine Landschaft, in der man auf dem Rücken liegend glauben kann, einem gehörte der gesamte Himmel. Warum Menschen aus Montana ihren Staat für den Mittelpunkt der Welt halten, das hat Wink mir mit Augusts Geschichte nahegebracht. Als Fan von „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ bin ich leichte Beute für ihn …
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  • Rezension zu Big Sky Country

    Der Sprung vom sicheren Michigan in die Weiten Montanas
    Ich versuche bis heute noch herauszufinden, was ein sogenannter Bildungsroman mit dem Buch hier zu tun haben soll ? Es ist ein sehr Ausdruckstarker Roman über das Aufwachsen in zwei verschiedenen Amerikanischen Welten aber braucht man das als Bildung ? Nein, aber als wunderbare Geschichte in jedem Fall !
    Schon die Leseprobe hat mich magisch eingefangen und wie beschreibt man ein Buch, das eigentlich wenig Spannung bringt aber trotzdem fesselnder als mancher Krimi ist. Es ist die Art wie ein Schriftsteller seinen Roman erzählt und natürlich in einer fremden Sprache, der Übersetzer. Wie schafft er es, die starke Erzählsprache des Autors zu vermitteln ? Es ist hier ausgezeichnet gelungen, so viel vorab !
    Geschichte: August wächst auf einer Farm in Michigan auf. Milchkühe, jede Menge Arbeit und viele Katzen bestimmen sein Leben, bis seine Mutter ihm verbietet morgen und Abends zu melken, sondern sich mehr auf die Schule zu konzentrieren. Sein Vater muss jemand einstellen und reicht die Scheidung ein. Während sein Vater im neuen Haus wohnt, lebt seine Mutter im alten Haus auf dem gleichen Grundstück und kann nicht wirklich etwas mit der Welt Ihres Ex-Mannes anfangen. Bis sich irgendwann die Möglichkeit ergibt,und Sie mit August nach Montana zieht. Ein neues Leben beginnt, neue Freunde finden zu müssen, das Vermissen des Bekannten und das Erkennen das er die Einsamkeit und das Leben als Rancher eigentlich sehr gut findet....
    Ich liebe Bücher, die etwas über Menschen erzählen und dermaßen fesseln, dass es ein Genuss ist, die Seiten umzublättern und in die Geschichte einzutauchen. Dies ist so ein Grenzfall und vorab: der 5. Stern fehlt, weil es nicht an den Gesang der Flusskrebse oder Das Gewicht der Worte herangekommen ist. Mehr verrate ich nicht. Es ist sehr gut geschrieben und es liest sich einfach flüssig weg.
    Ich verstehe nur nicht warum man immer übertreiben muss : Bildungsroman ist das hier ganz sicher nicht. Natürlich will man seinen Roman vermarkten und man muss einfach sagen. Es gibt an dieser Geschichte über August nichts was in irgendeiner Form herausragen würde, aber es ist einfach gut geschrieben und macht Spaß zumindest als Mann, der ein paar Sachen nachvollziehen kann.
    Für mich 4 Sterne , weil es mich gut unterhalten hatte. Für 5 Sterne hätte mehr passieren müssen.
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Ausgaben von Big Sky Country

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 378

E-Book

Seitenzahl: 356

Besitzer des Buches 8

Update: