Drei Kameradinnen
Buch von Shida Bazyar
Titel: Drei Kameradinnen
Shida Bazyar (Autor)
Verlag: KiWi-Taschenbuch
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 352
ISBN: 9783462003543
Termin: September 2022
Aktion
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Kurzmeinung
Bartie zu provokativ, überspitzt gezeichnet, schwer zu lesen
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Drei Kameradinnen
Shida Bazyar erzählt voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart – und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Erstmals im KiWi-Taschenbuch. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird deutlich, dass sie nicht abschütteln können, was jetzt so oft ihren Alltag bestimmt: die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft aber gibt ihnen Halt. Bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt. »Drei Kameradinnen« ist ein aufwühlender, kompromissloser und berührender Roman über das außergewöhnliche Bündnis dreier junger Frauen – und über das einzige, das ein selbstbestimmtes Leben möglich macht in einer Gesellschaft, die keine Andersartigkeit duldet: bedingungslose Freundschaft.
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Bewertungen
Drei Kameradinnen wurde insgesamt 7 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.
Meinungen
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Drei Kameradinnen
- Bartie
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25. November 2021 um 13:17
Starke Anklage – provokativ und kontroversDas Feuer mit Flammen löschen?Weiterlesen
Ein Zeitungsartikel über einen verheerenden Brand, bei dem viele Menschen ihr Leben verloren haben, eröffnet diesen Roman. Saya M. wurde dieses schrecklichen Verbrechens verdächtigt.
Saya ist eine von den drei jungen Frauen, über die dieser Roman handelt. Mit ihren beiden Freundinnen Kasih und Hani verbindet sie eine nicht deutsche Herkunft und die in einer Wohnsiedlung zusammenverbrachte Jugend. Aus der Sicht der Kameradinnen ist der Migrationshintergrund dafür verantwortlich, dass ihr Leben nicht so verläuft, wie sie es sich wünschen würden. Die drei Freundinnen fühlen sich oft benachteiligt, beobachtet, verfolgt und diskriminiert. Besonders Saya leidet darunter und versucht auf eigene Art sich zu wehren und den eigenen, persönlichen Kampf auszufechten.
Die Geschichte wurde von Kasih erzählt, obwohl von einer fesselnden Erzählung kann hier keine Rede sein. Gleich am Anfang stellt die Verfasserin dieser Geschichte klar:
„Ich möchte fair bleiben, alle Missverständnisse aus dem Weg räumen und von vornherein kein Geheimnis daraus machen, was dieser Text ist und was er nicht ist.
Ich möchte das doch nicht.“
Und so kommt es, dass sie ihrer Leserschaft Ausschnitte aus dem Leben der drei Frauen präsentiert, ohne sich um die Chronologie und/oder den Wahrheitsgehalt zu kümmern. Dabei geht es in diesem Roman um sehr wichtige Themen, wie zum Beispiel: Alltagsrassismus, Diskriminierung, Migration, Rechtsextremismus in Deutschland. Es sind alles hochbrisante Themen, über die man nicht nur reden, sondern auch darauf reagieren müsste.
Als Leserin dieses Buches muss ich stattdessen unzählige Anschuldigungen, Vorurteile und Provokationen der Autorin, die sich der Stimme von Kasih bedient, hinnehmen. Dabei sind Kasih Aussagen oft unfair, widersprüchlich und verwirrend, die Bilder des Alltags übertrieben und/oder verzerrt dargestellt.
Ich konnte diesmal keine Sympathien für die Protagonistinnen des Romans empfinden, die Episoden aus dem Leben der drei Frauen konnten mich nicht wirklich bewegen. Ich bedauere es sehr, aber bei so brisanten Themen habe ich einfach mehr von diesem Roman erwartet. Auch bin ich unsicher, ob eine wütende Standpauke den gewünschten Effekt bringen würde. Kann man denn wirklich ein Feuer mit lodernden Flammen löschen? -
Rezension zu Drei Kameradinnen
- Brombeere
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26. April 2021 um 09:04
wichtig und intensivWeiterlesen
Worum geht es?
Kasih berichtet von ihrer Freundschaft mit Hani und Saya, von der Kindheit, von Ausgrenzungen und von dem stetigen Gefühl, dass sie nicht dazu gehören.
Worum geht es wirklich?
Zusammenhalt, Wut und gemeinsame Erfahrungen.
Lesenswert?
Ja. Ein sehr bewegendendes, sehr emotionales Buch. Erzählerin Kasih richtet diese Geschichte an den*die weiße*n Leser*in. Die drei Freundinnen treffen sich nach längerer Zeit wieder, sie sind miteinander in der gleichen Siedlung aufgewachsen, haben zusammen gefeiert und die gleichen Orte gemieden, an denen sie nicht erwünscht waren. Nun berichtet Kasih zum einen von den Ereignissen der paar Tage, doch natürlich spielen auch die Ereignisse in der Vergangenheit eine Rolle, da sie die Frauen zu denen gemacht haben, die sie jetzt sind.
Obwohl alle drei charakterlich unterschiedlich sind und mit Frust, Wut und Enttäuschung sehr unterschiedlich umgehen können, verbindet sie doch diese enge Freundschaft. Sie sind füreinander da, sie wollen einander nur das Beste, sie möchten Dinge den anderen zuliebe tun.
Und so, als säße die Erzählerin mir mit einer Zigarette und einem Bier spät in der Nacht gegenüber, so erzählt sie diese Geschichte auch. Ich habe etwas länger gebraucht, bis ich in die Art des Erzählers eingestiegen bin. Nach jeder Pause ging es mir wieder so. Aber sobald man ein paar Seiten gelesen hat, ist man gebannt von dem, was Kasih erzählt, man möchte wissen wie es weitergeht. Sie holt aus, berichtet von alten Erlebnissen. Sie erzählt alte Geschichten, damit man die Personen einordnen kann. Sie weiß, dass man sich ein Bild von Saya macht, stellt aber auch klar, dass sie sie viel länger kennt und es deshalb besser weiß. Diese Art, dieses Ausholen, diese vielen Nebensätze, die machen das Lesen nicht immer leicht. Aber es macht alles so authentisch und das ist toll. Es hat dafür gesorgt, dass ich Saya großartig fand, dass mich ihre Wut berührt hat, dass ich frustriert war von dem was passiert und ich einfach mit ihr mitgelitten habe.
Es ist kein schönes Buch, aber auch kein trauriges. Es ist die Geschichte von drei jungen Frauen, eine möglicherweise beispielhafte Geschichte, die Einblick in eine sehr tiefe Freundschaft bietet. Die Situationen zeigt, die ein weißer Mensch so nicht erlebt und die zu erklären vermutlich auch nicht einfach sind. Aber hier wird man einfach mitgenommen, sodass man sie erlebt und fühlen kann.
Es ist kein Buch, das mir eine konkrete Botschaft vermittelt, aber es ist eines, das emotional nachhallt. Ich kann es definitiv empfehlen.
4 -
Rezension zu Drei Kameradinnen
- Buchdoktor
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14. April 2021 um 20:03
Klappentext/VerlagstextWeiterlesen
In ihrem neuen Roman erzählt Shida Bazyar voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart – und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird deutlich, dass sie nicht abschütteln können, was jetzt so oft ihren Alltag bestimmt: die Blicke, die Sprüche, Hass und rechter Terror. Ihre Freundschaft aber gibt ihnen Halt. Bis eine dramatische Nacht alles ins Wanken bringt. Shida Bazyar zeigt in aller Konsequenz, was es heißt, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden, aber auch, wie sich Gewalt, Hetze und Ignoranz mit Solidarität begegnen lässt. »Drei Kameradinnen« ist ein aufwühlender, kompromissloser und berührender Roman über das außergewöhnliche Bündnis dreier junger Frauen – und das einzige, das ein selbstbestimmtes Leben möglich macht in einer Gesellschaft, die keine Andersartigkeit duldet: bedingungslose Freundschaft. »Uns gibt es in dieser Welt nicht. Hier sind wir weder Deutsche noch Flüchtlinge, wir sprechen nicht die Nachrichten und wir sind nicht die Expertinnen. Wir sind irgendein Joker, von dem sie noch nicht wissen, ob sie ihn einmal zu irgendetwas gebrauchen können.« Aus: »Drei Kameradinnen«
Die Autorin
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim, bevor sie nach Berlin zog, um ein Doppelleben zu führen. Halbtags ist sie Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Autorin. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. Für ihren Debütroman wurde sie mit dem Kulturförderpreis der Ev.-lutherischen Landeskirche Hannover, dem Bloggerpreis für Literatur und mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichnet.
Inhalt
„Bleibt beieinander“ hatte Hanis Mutter zu den drei Mädchen gesagt, als sie Kinder waren – und das sollte sich als kluger Tipp herausstellen. Als Erwachsene trifft die Icherzählerin Kasih in Berlin Saya und Hani wieder - zur Hochzeit ihrer Freundin Shaghayegh. Die drei sind als Kinder von Migranten im selben Viertel aufgewachsen und teilen die Erfahrung, dass ihnen die Feinheiten in den Sitten und Codes der Deutschen lange fremd blieben. Ihre eigenen Familien fuhren z. B. nicht in Urlaub, sondern trafen sich zu Familienfesten. Verwandte waren Leute, mit denen Sayas Eltern Erinnerungen teilten, von denen sie ihren Kindern bisher nichts erzählt hatten. Schon als Kinder lernten die Freundinnen, unter Gleichaltrigen nicht aufzufallen. Man verwendete am besten nur die Textbausteine deutscher Kinder, damit sie einen verstanden. Diese Distanz spüren die Frauen bis heute. Auch mit abgeschlossenem Studium gibt es noch immer eine Trennlinie zwischen „uns“ und „den anderen“, ob in der Liebesbeziehung, in der WG oder bei der Jobsuche. In Berlin zeigt sich die Linie absurderweise darin, dass Life, der einzige gebürtige Berliner weit und breit, von den zugezogenen Kneipenwirten wie ein Fremder behandelt wird, weil er einen Tick anders aussieht als sie. Auch gebürtigen Berlinern erschließt sich der Code nicht unbedingt, an dem geschlossene Milieus gegenseitig ihren Stallgeruch erkennen.
Während alle bereits im Hochzeitsfieber waren, rastete Saya aus. Die Erzählerin wartet in der Gegenwart gerade auf Sayas Entlassung aus der Haft. Was der Anlass dafür war, gibt Kasih in winzigen Schritten erst allmählich preis. Indem sie den Vorhang allmählich zur Seite schiebt, zeigt sie zögernd auch sich selbst. Aus welchen Ländern die Eltern der Freundinnen nach Deutschland kamen, bleibt jedoch ungesagt. Kasih will ihren Lesern und Zuhörern keine Informationen liefern, mit denen Saya, Hani und sie in eine Migranten-Schublade gesteckt werden könnten. Als Reaktion auf die doppelte Diskriminierung als Frau und Einwanderer-Kind der ersten Generation will Kasih nicht mehr nach anderen Maßstäben beurteilt werden als andere. Kasih versucht sich vorzustellen, was ihr Publikum von ihr erwartet, und genau diese Erwartungen wird sie nicht erfüllen. „Ihr“ werdet es sowieso nicht begreifen, davon ist sie überzeugt.
Fazit
Shida Bazyar sät im Rant ihrer Icherzählerin Kasih immer wieder Zweifel daran, ob die authentische Geschichte der Freundinnen erzählt wird oder es sich einfach um Geschichten handelt. Zusammen mit der eingeschränkten Perspektive einer Icherzählerin lässt diese geplante Verunsicherung ihren Roman auf mich sehr spröde wirken.
Ausgaben von Drei Kameradinnen
Besitzer des Buches 10
Update: 23. Februar 2026 um 12:28



