Sprich mit mir

Buch von T. C. Boyle

  • Kurzmeinung

    volatile
    Wunderbar vorgelesen. Vulgäre Sprache und oberflächliche Beschreibungen trüben jedoch das Vergnügen.
  • Kurzmeinung

    Emili
    Ein sehr intensiver Roman, der den Leser nicht kalt lassen kann. Eindringlich und bewegend.
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Sprich mit mir

Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Die Weltpremiere von T.C. Boyles neuem Roman Sam, der Schimpanse, den Professor Schermerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schermerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. T.C. Boyle geht ebenso komisch wie mitfühlend der Frage nach, ob uns Tiere ähnlicher sind, als wir vermuten.
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Bewertungen

Sprich mit mir wurde insgesamt 21 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Wunderbar vorgelesen. Vulgäre Sprache und oberflächliche Beschreibungen trüben jedoch das Vergnügen.

    volatile

  • Ein sehr intensiver Roman, der den Leser nicht kalt lassen kann. Eindringlich und bewegend.

    Emili

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Sprich mit mir

    Das geht mir ähnlich. "Wenn das Schlachten vorbei ist" hat mich ähnlich hin- und hergerissen. Mir gefällt diese indirekte Art, wie Boyle mich als Leser mit Problemen konfrontiert, einfach gut. Er bietet keine Lösung an, und als Leser siehst Du, dass jede mögliche Lösung mit Nachteilen behaftet ist und wieder in Frage gestellt werden muss.
    Ganz große Kunst, finde ich!
    Bei Kosmetika und dergleichen ist das für mich keine Frage. Aber bei z. B. Transplantationsmedizin - ich weiß es nicht, ich verstehe zu wenig davon, aber für mich hat, wie gesagt, das Menschenleben immer Vorrang.
    Das ist bei uns ähnlich, aus verschiedenen Gründen, und es geht auch sehr gut anders.
    Ansonsten sehe ich das wie Du: für mich hat Aimee eine Grenze überschritten, indem sie Sam wie einen Menschen behandelt hat; siehe Rezension.
    Ich sehe aber an der Diskussion, dass das eine sehr persönliche Auffassung ist, die nicht jeder teilen muss. Und da der Erzähler teilweise in Sams Bewusstsein hineingeht und von dort aus erzählt, Sam also ein menschliches/menschenähnliches Bewusstsein zugesteht und schließlich sogar eine heilsfähige Seele im theologischen Sinn - also da kann ich diese andere Auffassung gut nachvollziehen, allerdings nicht teilen.
    Das hat Boyle doch wieder mal richtig gut hingekriegt!!
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  • Rezension zu Sprich mit mir

    Mir sind beim Lesen Eurer letzten Beiträge noch ein, zwei Dinge eingefallen:
    Ein versöhnliches Ende und TC Boyle passen oft nicht so recht zusammen. In einigen seiner Bücher denkt man, es kann nicht mehr schlimmer kommen, kommt es dann aber doch („Wassermusik“ oder „America“).
    Eine Freundin liest aus diesem Grund nichts mehr von TC Boyle, schade!
    Denn man kann es ja auch so sehen wie @Smoky82 und das Ende für sich selbst versöhnlich interpretieren.
    Ich persönlich empfinde gerade dieses Hin - und Hergerissensein nach einer Lektüre als eindringliches Leseerlebnis und das ist der Grund, weshalb Boyle zu meinen Favoriten zählt.
    Zu „Sprich mit mir“ und der Frage der Ethik bzgl. Mensch und Tier bin ich grundsätzlich der Meinung wie @drawe . Allerdings hat sich mein Blick gerade auf „Nutz“tiere in den letzten Jahren stark gewandelt, Fleischkonsum findet z.B. kaum noch statt. Bzgl. Zoo und Zirkus geht es mir wie @Emili und @Smoky82 , beides eine traurige Angelegenheit, da kann der Zoo noch so groß und „artgerecht“ gestaltet sein.
    Haustiere ist wieder ein Thema für sich, und da kommt Aimee ins Spiel. In mir hat sie zwiespältige Gefühle hinterlassen, weil sie in meinen Augen Sam zu sehr vermenschlicht hat (siehe Beispiel Gruselfilm), was auch eine Art von Manipulation darstellen kann.
    Klasse übrigens, dass der Thread noch einmal so belebt wurde .
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  • Rezension zu Sprich mit mir

    Also mit "versöhnlich" meine ich ein Ende mit dem ich leben kann. Es ist ja in jedem Fall kein besonders "schönes" Ende im eigentlichen Wortsinn. Ich sehe das Ende, wie ich mich entschieden habe es zu sehen, einfach als das kleinere Übel. Ein richtiges "Alles-ist-wieder-gut-Happy-End" hätte zu dieser Geschichte auch nicht gepasst, finde ich. Ich persönlich mag gerne Enden, die Einem Raum für eigene Gedanken lassen, aber eben auch ein bisschen versöhnlich sind .
    Aber trotz evtl. versöhnlichem Ende finde ich, dass dennoch viele "Stoff" übrigbleibt, über den man sich eine Menge Gedanken machen kann.
    Das ist ein zweischneidiges Schwert, meiner Ansicht nach. Natürlich bin ich froh, wenn unsere Medizin Menschenleben retten kann. Mir ist auch bewusst, dass die Medizin heute nur da ist wo sie ist, weil in der Vergangenheit viele Versuche und Experimente gemacht wurden. Ich finde es aber nicht gut, wenn für Versuche und Experimente lebende Wesen herhalten müssen. Ich für meinen Teil, und das ist nur meine persönliche Meinung, würde nicht um jeden Preis überleben wollen. Mein Leben als Mensch ist, meiner Ansicht nach, nicht wertvoller als das von Tieren. Wir Menschen sind sterbliche Wesen, also trifft es früher oder später jeden, dass wir an der einen oder anderen Sache sterben. Ich persönlich würde mein Leben nicht verlängern wollen auf Kosten eines anderen Lebewesens. Das sage ich jetzt als völlig gesunder Mensch, das ist mir schon bewusst, aber ich denke (und hoffe), dass ich diese Meinung immer beibehalten werde.
    Das wollte ich trotzdem noch kurz loswerden. Ich akzeptiere aber auch wenn jemand dazu eine andere Meinung hat. Gott sei dank darf jeder seine Meinung haben und frei äußern, sonst hätten wir ja nichts zu diskutieren und das wäre doch arg langweilig .
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  • Rezension zu Sprich mit mir

    In dem Erzähl-Band „Tod durch Ertrinken“, bei uns erschienen 1995, (Originaltitel „Descent of Man“ von 1979), findet sich unter dem Titel „Abstammung des Menschen“ eine Geschichte, in der ein männlicher Ich-Erzähler von der Liebesbeziehung zwischen seiner Frau und Konrad berichtet. Konrad ist ein Schimpanse.
    Liebe von, zu und mit Affen scheint also für Boyle ein gewichtiges Thema zu sein.
    Hier geht er einen Schritt weiter und lässt den Affen selbst zu Wort kommen: Menschlicher gehts nicht mehr. Dadurch fühlt der Leser so stark mit, dass das Weiterlesen stellenweise ans Unerträgliche grenzt. Entwickelt man als Leser nicht sogar eine Art Mitleid wie es im allgemeinen nur leidenden und bedrohten Kindern gilt?
    Boyle geht durch die Abschnitte aus Schimpansen-Sicht noch einen Schritt weiter als seine Figuren, die mit dem Affen leben. Während Guy und Aimee Gebärdensprache lehren und das Tier „nur“ darin kommunizieren kann, stattet Boyle ihn mit Menschengedanken in Menschensprache aus. Irgendwann fragt man sich: Wann darf der Schimpanse eigentlich wieder einfach ein Affe sein?
    Das Buch wirft eine Menge Fragen auf, mit denen Boyle seinen Leser nach altbekannter Manier allein lässt: Was trennt Tier und Mensch? Worin besteht überhaupt der ontologische Unterschied? Wo ist die Grenze für den Menschen, sich ein Tier vertraut zu machen? Darf er in den natürlichen Raum eines Tieres eingreifen? Wo endet Tierliebe und wird zu Tierquälerei?
    „Sprich mit mir“ ist ein Buch, das nicht arm an Provokationen ist. Als deren Höhepunkt und Gipfel der Vermenschlichung habe ich empfunden. Neu ist mir allerdings dieses Gefühl beim Lesen von Boyles Romanen nicht. Er hat schon einige Momente erschaffen, in denen ich nach Luft schnappen musste.
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  • Rezension zu Sprich mit mir

    Sprich mit mir
    T.C. Boyle ist der Meister der Erzählkunst und der schrägen, aber immer interessanten Themen.
    In ,,Sprich mit mir“ geht es um das Verhältnis zwischen Menschen und Menschenaffen, aber auch um viel mehr.
    Der Schimpanse Sam wird von dem Professor Guy Schemerhorn und seinen Assistenten wie ein Kind aufgezogen. Damit will der Wissenschaftler erforschen, wie weit die Kommunikation zwischen Mensch und Tier gelingt und zu welchen kognitiven Leistungen der Schimpanse in der Lage ist.
    Tatsächlich kann Sam in Gebärdensprache sagen, was er gerne essen möchte, am liebsten Pizza oder Cheeseburger, aber auch, wie er heißt oder sogar, dass ihm etwas Leid tut.
    Als die schüchterne Studentin Aimee, die ziel- und antriebslos ihr Studium absolviert, Sam und Professor Schemerhorn in einer TV-Show sieht, ist sie völlig fasziniert. Sie bewirbt sich als Assistentin für Sams Pflegfamilie und Schemerhorn erkennt sofort, dass Aimee ideal ist für seine Zwecke. Schon bei der ersten Begegnung mit dem Schimpansen wird deutlich, dass sich zwischen ihm und Aimee eine einzigartige Beziehung entwickelt. Aimee ist auch schnell bereit, ihr Studium auf Eis zu legen und sich voll und ganz der Betreuung von Sam zu widmen.
    Mich hinterlässt das Buch mit zwiespältigen Gefühlen. Sam schließt man sofort ins Herz, was auch daran liegt, dass Passagen aus seiner Perspektive geschildert werden. Doch die Erziehung Sams zu einem ,,Menschenkind“ wirkt verstörend, wenn man liest, wie er fernsieht, Süßigkeiten und Pizza isst und die Menschen um ihn herum mal mit seinen Gebärdensätzen erfreut, sie dann mit seinem wilden und tierischen Verhalten wieder völlig schockiert. Auch wenn dieses Experiment anders geartet ist als übliche Tierexperimente, ist es doch wieder der Mensch, der andere Kreaturen für seine Zwecke nutzt und missbraucht.
    Ein unterhaltsames, manchmal witziges, aber auch sehr nachdenklich stimmendes und trauriges Buch.
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  • Rezension zu Sprich mit mir

    Ich habe den Roman sehr gerne gelesen. Es hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht und zutiefst bewegt. Letztendlich ist es ein sehr trauriges Buch, wo die Folgen der Handlung mancher Protagonisten unausweichlich erscheinen. Ich fand es eindringlich, sehr emotional und spannend erzählt. Sodass man mit großem Interesse und bangem Gefühl das Leben von Sam dem Schimpansen und seiner Betreuerin Aimee verfolgt hat. Sehr gekonnt bringt der Autor für alle Menschen wichtige Fragen zur Sprache. Dieser Roman wird noch lange nachklingen.
    Es war ein Lese-Highlight für mich.
    Liebe Drawe, ich habe dieses Zitat nach hier in Rezensionenthread verlegt, hoffe, du hast nichts dagegen. Ich bin mit dir nach dem Lesen insofern einverstanden, dass der Autor den Leser dazu bewegt sich viele Gedanken über wichtige Themen zu machen, man kommt nicht drum rum. Aber was den ersten Satz betrifft, so habe ich das anders empfunden.
    Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass so ein Buch jemanden kalt lassen könnte. Mich hat es zutiefst bewegt. Und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sehr zu empfehlen!
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Ausgaben von Sprich mit mir

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

E-Book

Seitenzahl: 353

Besitzer des Buches 32

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