Stiefvater, M: Call Down the Hawk

Buch von Maggie Stiefvater

Zusammenfassung

Über Maggie Stiefvater

Die amerikanische Schriftstellerin Maggie Stiefvater wurde 1981 im Bundesstaat Virginia geboren und begann bereits als Jugendliche mit dem Schreiben. Mit 16 reichte sie ihre ersten Manuskripte bei Verlagen ein, allerdings noch ohne Erfolg. Mehr zu Maggie Stiefvater

Bewertungen

Stiefvater, M: Call Down the Hawk wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Stiefvater, M: Call Down the Hawk

    Inhalt:
    Ronan Lynch ist ein Träumer. Er kann sowohl Kuriostitäten als auch Katastrophen aus seinen Träumen in seine kompromittierte Realität ziehen.
    Jordan Hennessy ist ein Dieb. Je näher sie dem Traumobjekt kommt, nach welchem sie seit langer Zeit sucht, desto untrennbarer wird sie daran gebunden.
    Carmen Farooq-Lane is eine Jägerin. Ihr Bruder war ein Träumer . . . und ein Mörder. Sie hat gesehen, was das Träumen mit einer Person machen kann. Und sie hat den Schaden gesehen, den Träumer verursachen können. Aber all dies ist nicht im Vergleich zu jener Vernichtung, welche im Begriff ist, entfesselt zu werden . . .
    (Quelle: Übersetzung des englischen Klappentextes)
    Eigene Meinung:
    Noch bevor ich Maggie Stiefvaters Reihe The Raven Cycle beendet hatte, war meine Freude immens, als ich von der Ankündigung einer Trilogie um Ronan Lynch hörte, da er stets jener Charakter war, der in mir das meiste Interesse weckte.
    Schon nach den ersten Sätzen erkennt man Maggie Stiefvaters charakteristischen Schreibstil, welcher mit Personifikationen und reichen, vollen Umschreibungen gefüllt ist. Auf sonderbare Art gelingt es ihr stets Worte durch gezielt gewählte Adjektive lebendig erscheinen zu lassen und Handlungsorten eine malerische Seite zu geben. Nicht nur Reaktionen von Charakteren und Dialoge geben dem Buch eine humorvolle Seite in den richtigen Momenten, sondern auch herrliche Vergleiche, welche eine Situation augenblicklich klar vor Augen führen. Im Vergleich zu anderen Büchern empfinde ich ihren Humor als abwechslungsreich und anders, sei es durch alberne Witze, die wunderbar zu den jeweiligen Figuren passen und so absolut natürlich wie homogen wirken als hätte man sie aus dem realen Leben gegriffen, oder den mir allerliebsten Sarkasmus Ronans.
    Erneut trifft man auf Charaktere, die allesamt eine eigene und vielleicht besondere Persönlichkeit haben und sich mittels kleinster Details voneinander unterscheiden. Eben jene Merkmale geben ihnen mehr Tiefe. Tiefe, die nur durch einen kleinen Nebensatz oder der Erwähnung explizit von diesem Menschen verwendeten Worte oder Sätze geschaffen wird, durch minimale und nebensächliche Eigenarten. Stiefvater schafft es, Charakteren einen anderen und natürlichen Klang zu geben. Sie vollbringt es, Beziehungen zwischen Individuen innerhalb von Sekunden zu zeichnen, ganz als würde man einen Film sehen und ein simpler Blick zeigt, wie zwei Personen zueinander stehen, welche unausgesprochenen Worte in einer Geste liegen und wie viel Bedeutung sie schlichtweg innehaben. Und dennoch erscheinen mir die neuen Nebenfiguren wie alte Bekannte aus der Reihe, die vor diesem Auftakt spielt. Es gibt diesen einen Aspekt, der sie in einer Masse verschmelzen lässt, obschon sie Tiefe und Vielseitigkeit in sich tragen, obwohl sich ihre Handlungen voneinander unterscheiden. Wieder fehlt mit etwas, das tatsächlich mein Interesse für sie weckt und ihre Kapitel weiter in die Länge zieht. Mit dem Fortschreiten der Handlung habe ich die Kapitel aus Ronans Sicht immer tiefgreifender vermisst, sein Anteil scheint zunehmend geringer zu werden, zumal sich die anderen Charaktere wie Fremde angefühlen, die man erst kennenlernen muss. Weshalb sollte man zu neuen Bekanntschaften gehen, zu welchen man noch keine Beziehung geknüpft hat und dessen Interessen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit den eigenen übereinstimmen, wenn man Zeit mit seinen engsten Freunden verbringen könnte? Wie liebend gern ich Kapitel ausschließlich mit Ronan und Adam gelesen hätte, auch wenn dadurch die durchaus wichtigen Handlungen der Nebenfiguren verloren gingen, aber haben sie mich zu keinen Zeitpunkt tatsächlich fasziniert oder habe ich den Drang verspürt, sie genauer kennenzulernen, da sie im Kontrast zu Ronan und Adam weniger standhaft sind und lediglich temporär erscheinen.
    Als wichtige neue Figur lernt man Hennessey kennen, welche eine grundlegend andere Seite des Träumens erfahren hat und dementsprechend mehr Faszination für dieses Thema mit sich bringt. Im Allgemeinen ist das Element des Träumens außergewöhnlich und bekommt es in dieser Reihe mehr Bedeutung und Diversität. In Teilen zieht Stiefvater ebenfalls interessante Fäden zwischen der Natur und unserem Einfluss auf diese, der Verbindung zwischen allem. Wie viele Sätze es gibt, welche die eigenen Gedanken anregen, wie viele Vergleiche einen glücklich und traurig machen. Es gibt außerordentlich viele Details wie beispielsweise die besondere, facettenreiche Magie, die ich an diesem Buch liebe, vor allem in der ersten Hälfte, vielleicht aber auch nur im ersten Viertel.
    Je näher die Bedrohung kommt und akkumulierend in Erscheinung tritt, je mehr Geheimnisse geteilt oder offenbart werden, desto mehr verliert sich die Tiefe und Spannung, trotz dass viele Kapitel auf solche Art und Weise enden, dass man diese Lektüre nicht mehr aus der Hand legen möchte. Man findet gute Wendungen, aber hat mich die Geschichte nicht mehr mitgerissen oder innere Aufregung hervorgebracht, sondern nur ein Gefühl von Leere. Dabei handelt es sich nicht um jene Leere, welche man bei einem atemberaubenden Buch verspürt, welche gar den Sinn des eigenen Lebens nimmt, sodass man nicht mehr weiß, wohin mit sich und seiner Hülle, da das Buch ein gnadenloser Seelenverschlinger ist. Es ist eher eine Leere aufgrund einer Geschichte, die zu blank, flach und glatt ist, bis das Ende wiederum den Wunsch nach dem Folgeband hervorruft. Die Bedrohung fühlt sich ungeachtet der grauenhaften, blutigen Taten und Vergehen nicht bedrohlich an. Und dann fragt man sich, wo Adam abgeblieben ist.
    Fazit:
    Resümierend ist es ein gut und geschwind zu lesendes Buch. Es bringt neue Seiten des Träumens, der Magie und der Charaktere hervor, verliert sich aber im Schaffen von neuen Hauptfiguren. Es ist schwer die Gruppe aus Ronan, Adam, Blue, Gansey und Noah erneut in ähnlich fesselnder Art erblühen und entstehen zu lassen. Möglicherweise bringt der Folgeband andersartige Seiten und verfestigt die neuen Figuren, sodass sie weniger die Eigenschaft eines Fremdkörpers haben. Lieber bewahre ich das schöne Gefühl der ersten Kapitel und der letzten Szenen als mich an den gefühlten Verlust der Komplexität von Ronans Person und den entstandenen, gleich wirkenden Beziehungen der Figuren untereinander zu erinnern. Dieses Sequel kann als lesenswert bezeichnet werden, sofern man nicht zu viel Präsenzzeit an Ronan und Adam erwartet.
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Ausgaben von Stiefvater, M: Call Down the Hawk

Hardcover

Seitenzahl: 472

Besitzer des Buches 1

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