Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

Buch von Lilly Bernstein

  • Kurzmeinung

    Chattys Buecherblog
    Ein Roman, der das Kriegsleben anhand zweier Frauen näher bringt.
  • Kurzmeinung

    Suhani
    Sehr emotional und berührend in einer schlimmen Zeit

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

Eine zerstörte Bäckerei in einer zerbombten Stadt. Ein eisiger Winter, der tausende Opfer fordert. Und mittendrin zwei Frauen, die ums Überleben kämpfen, um die Liebe und die Erfüllung ihres Traums Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren. 'Wie schnell Kinder in Kriegszeiten erwachsen werden mussten, und was für eine kreative Kraft sie entwickeln konnten, um zu überleben, das zeigt Lilly Bernstein mit Anna eindrucksvoll und spannend in ihrem Roman Trümmermädchen.' --- Brigitte Glaser, Autorin von Bühlerhöhe und Rheinblick
Weiterlesen

Serieninfos zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück ist der 1. Band der Mädchen Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2020. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2022.

Bewertungen

Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück wurde insgesamt 18 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,6 Sternen.

(13)
(5)
(0)
(0)
(0)

Meinungen

  • Ein Roman, der das Kriegsleben anhand zweier Frauen näher bringt.

    Chattys Buecherblog

  • Sehr emotional und berührend in einer schlimmen Zeit

    Suhani

  • Ich empfehle das Buch allen, um klar zu machen, dass Krieg nie wieder sein darf.

    hennie

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    Kriege nehmen den Menschen so viel, aber ganz besonders Kinder müssen darunter leiden. Ihnen wird eine unbeschwerte Kindheit genommen und sie müssen vorzeitig erwachsen werden und Verantwortung übernehmen.
    So geht es auch Anna, die bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias aufwächst. Ihr Onkel ist Bäcker und Marie liebt die Backstube über alles. Anna muss miterleben, wie ihre Freundin Ruth mit ihrer Familie verschwindet, wie die Bäckerei zerbombt und ihr Onkel eingezogen wird. Die Not in Köln wird größer, Lebensmittel sind mehr als knapp und im eisigkalten Winter fehlt die Kohle zum Heizen. Anna sieht keinen anderen Ausweg, als auf dem Schwarzmarkt zu handeln und Kohlen zu stehlen. Doch dann verliebt sie sich, aber das darf nicht sein.
    Es ist ein eindringlicher, aber auch bedrückender Roman, der mich von Anfang an gepackt hat. Die Schrecken jener Zeit sind einfach furchtbar. Die jüdischen Mitbewohner verschwinden einfach von einem Tag zum anderen. Während man sich um die Freunde sorgt, gibt es aber auch Menschen, denen es Freude macht, dass die verachteten Menschen endlich weg ist. Die Versorgung wird immer schlechter und die Bomben zerstören die Stadt. Man mag sich das Leben unter den Bedingungen gar nicht vorstellen. Aber es sind auch die Bedingungen, in denen Menschen über sich hinauswachsen.
    Die Charaktere sind sehr gut und authentisch dargestellt. Anna ist ein starkes Mädchen, das Verantwortung trägt und dem man alles Glück der Welt wünschen würde. Auch ihr Onkel, ihre Tante und der kleine Karl haben mir sehr gut gefallen. Matthias hilft trickreich den „besonderen Menschen“ wo er kann, aber auch er wird eingezogen.
    Ein lesenswerter fesselnder Roman über dunkle Zeiten.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    Über die Autorin (lt. Verlag):
    Lilly Bernstein ist das Pseudonym der Kölner Journalistin und Autorin Lioba Werrelmann, deren Debütroman Hinterhaus 2020 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Sie stammt aus einer Bäckersfamilie und wuchs zwischen Laden und Backstube auf. Ihre Mutter ist ebenfalls Bäckereikind und hat die Nachkriegszeit noch in lebendiger Erinnerung. Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück ist Lilly Bernsteins persönlichster Roman. Mit seiner Veröffentlichung geht für die Autorin ein Herzenswunsch in Erfüllung.
    Über das Buch (lt. Verlag):
    Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich - eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.
    Mein Leseeindruck:
    Äußerlich betrachtet ist das Cover eher kühl. Blasse Farben, wenig Emotionen, im Vordergrund ein Mädchen (soll evtl. Anna darstellen) und im Hintergrund Köln. Das Cover strahlt für mich eine gewisse Kälte ab. Ob ich es im Buchladen näher betrachtet hätte? Ich glaube nicht.
    Kommen wir zum Inhalt und damit auch schon zum ersten bzw. dem Einleitungssatz: Es war der Duft, der sie geweckt hatte. Um welchen Duft es sich handelt, wird anschließend sehr anschaulich beschrieben. Die Autorin hatte mir in den ersten der zweiundvierzig Kapitel durchgängig den Wunsch suggeriert, eine Bäckerei aufsuchen zu müssen. Der Duft von frischem Backwaren wurde sehr eindringlich, aber auch sehr bildhaft dargestellt. Überhaupt war der Schreibstil durchgängig sehr bildhaft. Mal hatte ich das Gefühl, die Autorin würde sehr leise Worte verwenden, dann aber wieder kamen die Worte mit Pauken und Trompeten, oder wie hier im Bombenhagel.
    Der Roman gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil umreist die Zeit von Juli 1941 bis Mai 1942. Hier lernt der Leser die Protagonisten kennen, aber auch die Verluste stehen im Vordergrund. Der Verlust des Mannes der zum Krieg eingezogen wurde und als vermisst gilt. Der Verlust von Freunden und Bekannten, über die man hört, dass sie abgeholt wurden. Oder der Verlust des Eigentums, durch einen Bombenhagel. Gerade der erste Teil war sehr emotional, aber auch unglaublich spannend. Eigentlich wollte, nein, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
    Im zweiten Teil, dessen Handlungszeitraum von Oktober 1946 bis März 1947 umfasst, geht ebenso spannend weiter. Was mich jedoch etwas irritierte war, dass sich fast die komplette Story aus Sicht von Marie schilderte. Aber hieß es nicht im Untertitel Annas Traum vom Glück. Nicht, dass mir Maries Geschichte und Erlebnisse nicht gefallen hatten, ich war nur etwas erstaunt, weil Anna stellenweise doch etwas kurz kam.
    Nichtsdestotrotz hat mir der komplette Roman sehr gut gefallen. Er ist sehr emotional, benennt die Fakten und besticht durch seine bildhafte Schreibweise. Die Autorin hat sich auch bei den Protagonisten sehr viel Mühe gegeben. Sowohl Marie, als auch Anna und die anderen Mitwirkenden erschienen mir lebendig und ihre Handlungen glaubhaft und nachvollziehbar. Der Roman umreist ein Stück deutscher Geschichte, wie sie nie wieder sein sollte. Es war zwar nett, wie die Frauen sich immer wieder Mut machten und auch ums Überleben kämpften, dennoch sollte man sich stets vor Augen halten, dass dieses nicht nur als Roman stattgefunden hatte. Die Realität war um einiges grausamer, in mehrerlei Hinsicht. Ich würde eine Fortsetzung sehr begrüßen, da es über das Leben nach Kriegsende bestimmt noch viel zu berichten gibt.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    ABRUPTES ENDE EINER GLÜCKLICHEN KINDHEIT
    "Das Trümmermädchen“ war für mich eine von den Geschichten, die ich sehr schnell ausgelesen hatte. Es ist in einem einnehmenden, einfachen Sprachstil geschrieben. So flog ich nur so durch die Seiten, weil das Schicksal von Anna und ihrer Tante Marie sehr spannend war.
    Es beginnt im Jahr 1941. Anna erlebt in Köln bei Tante Marie und Onkel Matthias, einem glücklichen Bäckerehepaar, eine sorglose Kindheit, obwohl der Krieg in vollem Gange ist. Sie liebt die Bäckerei und ganz besonders den großen Backofen aus Vulkanstein, der auch ihr Zimmer wärmt. Auf einem Schlag findet diese Normalität ein jähes Ende. Das Unglück beginnt damit, dass der Onkel eingezogen wird. Durch die gewaltigen und wiederkehrenden Luftangriffe mit Flächenbombardements auf die Stadt erfolgt bald darauf die schwere Zerstörung der Bäckerei. Sie sind ihrer Lebensgrundlage und ihrer schützenden Behausung beraubt. Dazu kämpfen sie gegen den kältesten Winter des Jahrhunderts, gegen den verzehrenden Hunger und gegen abgrundtief böse Menschen. Es scheint keinen Ausweg aus der Misere zu geben, aber wie Anna und Marie schließlich über sich hinauswachsen und die Unbilden bewältigen, ist mehr als bewundernswert...
    Der Roman besteht aus drei Teilen, die jeweils eine Zeitspanne von einigen Monaten beschreiben, Teil I von Juli 41 bis Mai 42, Teil II von Oktober 46 bis März 1947, Teil III von Mai 1947 bis Januar 1948. Der zweite Teil nimmt den meisten Raum ein.
    Zu Beginn ist Anna 11 Jahre alt. Um zu überleben, muss sie recht schnell erwachsen werden. Alles, was zum Leben benötigt wird, ist knapp. Sie kämpft für den Traum, die zerstörte Bäckerei wieder aufzubauen, obwohl das aussichtlos und unerreichbar scheint. Welche Kraft Anna immer wieder aus sich heraus mobilisiert! Was sie dabei auf sich nimmt, wird sehr eindringlich geschildert. Da habe ich so manches Tränchen verdrückt!
    Das vieles sich zum Ende hin glücklich fügt und es noch Überraschungen gibt, ist der schriftstellerischen Freiheit der Autorin und ihrer Fantasie geschuldet. Ich finde, dass hat sie toll gemacht. Eine wunderbare, emotionale Geschichte!
    Es ist eine authentische Darstellung der Lebensumstände während des 2. Weltkrieges in einer der größten Städte Deutschlands. Mich fesselte das berührende, bewegende Schicksal des jungen Mädchens und der jungen Frau. Die Autorin beschönigte nichts, im Gegenteil, es war so viel, was sowohl Anna als auch Marie an schlimmen Dingen angetan wurde. Die äußeren Umstände allein waren eigentlich schon schrecklich genug.
    Ich empfehle das Buch allen, um klar zu machen, dass Krieg nie wieder sein darf. Für „Trümmermädchen“ von mir die Höchstbewertung!
    Weiterlesen
  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    Sehr emotional und fesselnd.
    In diesem Buch wird die wirklich sehr emotionale Geschichte von Anna in mehreren Zeitabschnitten erzählt und ich als Leser war von Anfang an dabei.
    Angefangen beim friedlichen Anfang, in dem sie gerade in ihrem gemütlichen Bett wach wird und sich wohlig die Füße an der warmen Kaminwand über der Backstube wärmt und am Geruch von frischem Brot die Brotsorten erkennt.
    So ein warmer, kuscheliger Moment, als würde man selbst dort gerade wach werden.
    Aber als Leser weiß man schnell, dass es nicht so kuschelig bleibt – nicht nur, weil man im Klappentext und auch als Kapitelüberschrift das Datum gelesen hat.
    Anna vermisst ihre Freundin aus der Etage über ihr, sie lauscht auf Geräusche, die nicht mehr da sind. Erinnert sich an diese Geräusche und versteht nicht, warum die Familie Kohn nicht mehr da ist, einfach weggegangen ist sie, ohne sich zu verabschieden….
    Warum hat Ruth sich nicht einmal von ihr verabschiedet? Sie war doch ihre beste Freundin.
    Anna versteht das alles nicht und wenn sie Tante Marie und Onkel Matthias da nachfragt, bekommt sie keine richtige Antwort, also beschließt sie an dem Tag noch einmal sich in die Wohnung oben reinzuschleichen.
    Und spätestens, wenn man mit Anna durch die Wohnung schleicht weiß man warum die Familie Kohn nicht mehr da ist und hofft das der eine Hinweis wahr wird.
    Die ganze Geschichte um Anna und ihre kleine Familie ist wirklich sehr emotional. Als Leser bin ich mit Anna durch die Trümmer Kölns gelaufen, nachdem ich mit ihr im Bunkerkeller die Bomben gehört habe und die Erschütterung, als das Haus über ihnen zerbombt wurde, das war nur beim Lesen schon furchtbar. Aber selbst in solch einer absolut schlimmen Situation passierte noch ein kleines Wunder und ich war hin und her gerissen, ob es nun gut oder wegen der Zeit doch nicht gut war.
    Trotz der schlimmen Zeit, die dann folgte, gab es doch immer wieder etwas Gutes. Das hat die schlimmen Situationen vielleicht nicht wieder gut gemacht, aber es war immer eine Hilfe.
    Tante Hilde hat wirklich alles für die Kinder getan, aber immer wurden ihr wieder Steine in den Weg gelegt und Intrigen gegen sie geschmiedet.
    Auch wenn ich von Tante Hilde mehr als einmal enttäuscht war, denn im Klappentext steht ja, dass auch sie am Traum ihrer Bäckerei festhält, aber den Eindruck hatte ich lange Zeit nicht.
    Eher war es Anna die, als gar nichts mehr ging, diejenige war, die für das Überleben gekämpft hat. Tante Marie war irgendwann nur noch wie ein stumpfes Wesen für mich, das alle Hoffnung aufgegeben hat, selbst als für sie und ihre Kinder alles besser werden konnte, ließ sie es nicht zu.
    Teilweise konnte ich es ja verstehen, aber „jammern“ dass sie nichts für die Kinder tun kann, sich in ihr Schicksal fügen und dann eine Chance nicht nutzen – das war für mich unverständlich.
    Umso mehr habe ich mit Anna gelitten, die praktisch von einem Moment zum anderen Erwachsen werden musste. Ich konnte sie so gut verstehen, als sie ihre Tante nicht mehr als Tante sah und alles tat um sich, die Tante und den kleinen Karl durchzubringen.
    Zum Glück war sie nicht immer allein dabei.
    Es war schön die zarte Liebe wachsen zu sehen, die sich in dem ganzen Chaos entwickelte, auch wenn sie gefährlich war.
    Am Ende war ich dann auch mit Tante Marie wieder versöhnt, denn durch die Hilfe von Anna und der Person die sie ablehnte ist sie dann doch noch „wach“ geworden.
    Was mir hier allerdings ein wenig gefehlt hat – oder hatte ich andere Vorstellungen durch den Klappentext? – war die Schwarzmarktbande und Annas Aufstiegt als gewiefte Kohlendiebin.
    Ja, sie hat eine Schwarzmarktbande aus mehreren elternlosen Kindern kennen gelernt.
    Ja, die haben ihr Tricks zum Überleben gezeigt und sie auch mit auf Tour genommen und ja, sie hat auch mal ganz gewieft und mutig einen Kohlenwagen überfallen, wofür sie gefeiert wurde.
    Irgendwie hatte ich wohl mehr die Schmuggeleien im Vordergrund im Kopf, die waren aber dann doch nicht so das Thema, auch wenn Anna immer wieder notwendiges mitbrachte.
    Die Schmugglerbande hab ich aber trotzdem gut kennengelernt und auch da gab es sehr emotionale Szenen, sowohl traurige, als auch schöne.
    Das Buch hat mich wirklich von einer Szene zur nächsten mitgerissen. Es gab Personen die ich mochte, andere die ich weniger mochte, aber am meisten habe ich den Bäcker gehasst!
    Was dieses Schwein der Familie angetan hat, dafür hätte ich ihn am liebsten umgebracht!
    Es gab genug Personen im Buch, die man hassen konnte, sei es nun die Behörden, die Intriganten oder andere, aber dieser eine Bäcker, da habe ich echt Mordgelüste bekommen!
    Alles in Allem konnte mich das Buch mitnehmen und mehr möchte ich auch gar nicht dazu schreiben, sonst würde ich jede Szene auseinandernehmen und nur noch spoilern.
    Mein Fazit:
    Eine sehr emotionale Geschichte, die mich von Anfang an mitgenommen hat und mich durch die ganze Palette der Gefühle geschickt hat. Empfehlen kann ich dieses Buch jedem der Bücher gegen das Vergessen liest, genauso wie jedem der wissen will, wie unsere Eltern oder Großeltern in dieser Zeit gelebt haben.
    Klare Leseempfehlung!
    Weiterlesen
  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    Überleben um jeden Preis
    Köln 1941- Anna hat es eigentlich recht gut getroffen, sie wächst bei ihrer Tante Marie und deren Mann, dem Bäcker Matthias auf. Der große Backofen verbreitet immer angenehme Wärme und Matthias sorgt mit seinen hervorragenden Backwaren für himmlische Gerüche und für das leibliche Wohl des ganzen Viertels. Doch auch Matthias muss eines Tages in den Krieg und Marie steht mit Anna plötzlich allein da! Harte Zeiten brechen an, Luftangriffe, Hunger und ein übler Typ Namens Böll macht ihnen das Leben schwer. Anna muss schon früh erfahren wie hart es im Leben kommen kann, doch so jung sie auch ist, sie kämpft für ihren Traum und ihre Lieben, auch wenn kaum noch Hoffnung besteht...
    Was für ein Roman! Das Buch “Trümmermädchen” von Autorin Lilly Bernstein konnte ich kaum aus der Hand legen so fesselnd und ergreifend ist die Handlung. Man leidet zusammen mit den großartigen Charakteren Marie und dem Mädchen Anna, die kaum ihr Glück gefunden wieder alles verlieren. Nicht nur der Krieg lässt sie das Grauen spüren, auch nach Kriegsende geht der tägliche Kampf ums Überleben weiter, denn alles ist zerstört und viele Frauen sind erst einmal auf sich allein gestellt. Besonders auf die Nöte der Frauen und Kinder geht die Autorin im Buch ein. Vieles an Menschlichkeit ist dem nackten Kampf ums Überleben gewichen.
    Mein Fazit: Der Roman ist ein Pageturner, voller Atmosphäre und spannend wie ein Krimi! Trotz all der erschreckenden und erschütternden Szenen ist die Geschichte faszinierend und unterhaltsam. Man darf sich dabei auch wieder bewusst werden in welch angenehmen Zeiten wir uns befinden, trotz Corona!
    Weiterlesen
  • Rezension zu Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

    Die Hoffnung stirbt zuletzt
    1941-1948 Köln. Die Bäckerei von Tante Marie und Onkel Matthias ist der liebste Platz der 11-jährigen Anna, doch der Krieg zerstört ihre kleine heile Welt. Onkel Matthias wird zum Kriegsdienst eingezogen, so dass Anna und ihre schwangere Tante Marie allein auf sich gestellt sind. Als eine Bombe die Bäckerei völlig zerstört, wird die Lage für Anna, Marie und deren gerade im Bunker geborenen Sohn Karl sehr schwierig, da Köln in Schutt und Asche liegt, es kaum noch Lebensmittel gibt und auch der Kältewinter vor der Tür steht. Anna schließt sich einer Schwarzmarktbande an und betätigt sich fortan als Kohlediebin, um sich und ihre Familie über die Runden zu bringen. Dabei verlieren sie das Versprechen Onkel Matthias gegenüber nie aus den Augen, auch wenn ihnen immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden und sie oftmals an den Rand der Verzweiflung sind…
    Lilly Bernstein hat mit „Trümmermädchen“ einen sehr anrührenden Roman mit historischem Bezug vorgelegt, in dem sie nicht nur Informationen ihrer eigenen Familienbiografie verarbeitet hat, sondern auch in lebhafter Form die damaligen harten Lebensumstände authentisch wiederspiegelt. Der flüssige, bildreiche und emotionale Erzählstil bindet den Leser schnell an die Handlung und lässt in die Zeit zurückwandern, um Köln mitten im Krieg zu erleben, während er sich in Annas Familie einnistet. Schilderungen der Bombardierung von Köln, der nervenaufreibenden, ängstlichen Zeit im Bunker sowie die Trümmerlandschaft brennen sich dem Leser während der Lektüre in die Netzhaut und verursachen Gänsehautmomente sowie ein mulmiges Gefühl. Auch die stetig schlimmer werdende Kälte, der unbändige Hunger sowie die ständige Angst sind allgegenwärtig, während immer mal wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer durchblitzt, der ein wenig Wärme versprüht in dieser kalten Zeit versprüht. Eindrucksvoll vermittelt die Autorin anhand ihrer Protagonisten, wie sehr gerade Frauen und Kinder sich in der Nachkriegszeit verdient gemacht haben, weder vor unkonventionellen Ideen noch vor harter Arbeit zurückzuschrecken, um ihre Lieben halbwegs ernähren, wärmen und vor allem ihr Überleben sichern zu können. Unsereins kann sich kaum vorstellen, wie es ist, im eisigen Winter ohne Schuhe zu laufen oder über ein kleines Stückchen Brot unendlich dankbar zu sein. Freud und Leid liegen hier so nahe beieinander, dass man als Leser durch eine wahre Achterbahn der Gefühle wandelt, während man das Schicksal der Menschen von damals so greifbar vor Augen hat und ihren Mut, ihren Zusammenhalt und vor allem ihren Kampfgeist nur bewundern kann.
    Liebevoll und detailliert gezeichnete Charaktere mit individuellen Ecken und Kanten wurden hier perfekt in Szene gesetzt, so dass der Leser sich ihnen sofort anschließt und mit ihnen fürchtet, bangt und hofft. Anna ist zwar noch ein Kind, jedoch wirkt sie aufgrund der Umstände oftmals wie eine alte weise Frau. Sie ist fleißig, verantwortungsvoll, hilfsbereit und mutig, immer mit dem Blick nach vorn. Auch Marie und Matthias sind sehr sympathische Menschen, die andere selbst in dunkelster Zeit unterstützen, obwohl sie selbst kaum etwas haben. Doch die Liebe und ihre Träume halten sie zusammen und lassen sie über sich hinauswachsen. Aber auch Karl, Agnes, Ruth, Dean, Hilde, Joseph und viele mehr berühren mit ihren Geschichten und lassen dieses Buch zu einem wahren Erlebnis werden.
    „Trümmermädchen“ fesselt mit einer emotionalen Geschichte über den täglichen Überlebenskampf der Menschen im Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, über harte Entbehrungen sowie die kleinen Freuden und Hoffnungsschimmer in einer dunklen, schweren Zeit. Anrührend und unerwartet bildgewaltig, man hat das Gefühl, leibhaftig dabei zu sein. Absolute Leseempfehlung für einen richtigen Bücherschatz! Chapeau – besser geht es nicht!
    Weiterlesen

Ausgaben von Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

Taschenbuch

Seitenzahl: 512

E-Book

Seitenzahl: 513

Besitzer des Buches 27

Update: