Die Schwestern von Marienfehn

Buch von Jan Steinbach

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Schwestern von Marienfehn

Eine Frau zwischen alter Handwerkkunst und neuem Glück. 1966: Eigentlich will Hanna Brook nichts anderes, als Journalistin im geteilten Berlin werden – und mit ihrer großen Liebe Carl zusammen sein. Doch ihre Träume zerschlagen sich, und dann wird sie auch noch zu ihrer Familie nach Marienfehn zurückgerufen. Lange hadert sie, ob sie wirklich alles aufgeben soll, um die Brennerei fortzuführen. Gegen große Widerstände arbeitet sie sich schließlich in die Traditionen des Handwerks ein – bis auf einmal Carl wieder vor ihr steht … Die bewegende Geschichte einer Familie und ihrer Schnapsbrennerei im Emsland
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Bewertungen

Die Schwestern von Marienfehn wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Schwestern von Marienfehn

    Die Brennereischwestern
    Hanna Brook hat die 80 lange überschritten, als sie von ihrem Großneffen mit ihrem Hab und Gut in die Seniorenresidenz von Marienfehn gebracht wird. Hanna geht das zwar völlig gegen den Strich, doch sie hat keine andere Wahl, da sie auf dem heimischen Landwirtschaftshof mit angeschlossener Schnapsbrennerei nichts mehr zu sagen hat, obwohl sie mit all ihren Kräften jahrelang nicht nur für den Erhalt der Brennerei, sondern auch für ihren Erfolg gekämpft hat. Aber nun fügt sie sich scheinbar kampflos und muss auch noch die Anwesenheit ihrer Schwester Rosie ertragen, zu der sie seit 40 Jahren nach einem Riesenstreit kaum noch Kontakt hatte, denn Rosie ist ebenfalls Bewohnerin in der Residenz. Was hat die beiden früher eng verbundenen Schwestern Hanna und Rosie so entzweit? Und warum hat Hanna den heimischen Hof und die Brennerei verlassen?
    Jan Steinbach hat mit „Die Schwestern von Marienfehn“ wieder einen wunderbaren Gesellschaftsroman vorgelegt, der von der ersten bis zur letzten Seite den Leser zu fesseln weiß. Der flüssige, empathische und berührende Erzählstil lässt den Leser sofort in den Seiten verschwinden, um sich an Hannas Fersen zu heften und ihr Leben kennenzulernen. Geschickt lässt der Autor durch wechselnde Zeitebenen den Leser mal an der Gegenwart teilhaben, wo Rosie und Hanna nach 40 Jahren erstmals wieder aufeinander treffen, mal in die Vergangenheit wandern, um vom Werdegang der beiden Schwestern zu erfahren und von dem Kampf um die Brennerei, die ihnen so viel abverlangte. Auch Hannas Beziehung zu Carl wird schön in den Vergangenheitsebene mit eingepflegt. Gleichzeitig wartet Steinbach nicht nur detailreichen Beschreibungen auf, die dem Leser sofort Bilder im Kopf entstehen lassen, sondern auch mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund, der vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht und viele Informationen liefert, die die Geschichte zusätzlich bereichern. Steinbach beweist auch in diesem Roman wieder seine besondere Beobachtungsgabe in Hinblick auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, die immer sehr natürlich und glaubwürdig wirken, so dass der Eindruck beim Leser entsteht, genau so kann es überall passiert sein. Seine Geschichten sind wie aus dem Leben gegriffen, und neben seiner einfühlsamen Erzählweise macht gerade das ihren besonderen Reiz aus.
    Die Charaktere sind liebevoll in Szene gesetzt, , ihren Ecken und Kanten sind individuell, ihnen fehlt es weder an Menschlichkeit noch an Glaubwürdigkeit und genau das springt auf den Leser über, der sich ihnen schnell verbunden fühlt. Hanna ist eine echte Powerfrau, wie man heute sagen würde. Sie wirkt erst wie eine alte Matrone, doch je näher man sie kennenlernt, umso mehr bewundert man ihren Mut, ihre Stärke, ihre Selbstlosigkeit bis fast zur Selbstaufgabe, um den Familienbetrieb zu retten. Dabei ist vieles auf der Strecke geblieben. Rosie ist ein ganz anderes Kaliber, sie hat oftmals den Schalk im Nacken, was die Lachmuskeln in Bewegung bringt. Sie wirkt wie eine unerschütterliche Optimistin, die immer positiv in die Welt schaut, kann aber auch mal zur Zicke mutieren. Benedikt ist ein hilfsbereiter, empathischer und liebevoller Mann, der seiner Tante Respekt zollt und sie insgeheim bewundert. Aber auch Carl sowie Hannas und Rosies Eltern spielen eine nicht unwesentliche Rolle in dieser schönen Geschichte.
    Mit „Die Schwestern von Marienfehn“ ist Jan Steinbach wieder ein außergewöhnlich berührender Roman gelungen, der den Leser schnell mit einer anrührenden Familien- und Liebesgeschichte sowie einem alten Geheimnis zu packen weiß. Wunderbar erzählt und verdient mit einer absoluten Leseempfehlung ausgestattet. Einfach schön!!!
    Wunderbare
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Die Schwestern von Marienfehn

    Inhalt:
    Hanna ist Jahrgang 1937 und hat den Krieg und die Aufbaujahre der Bundesrepublik in einem Dorf im Emsland nahe der holländischen Grenze erlebt. Die Familie hat einen großen Hof und besitzt Brennrechte; in ihrer Brennerei stellt sie Korn aus eigenem Getreideanbau her. Hanna fühlt sich von ihren Eltern und Geschwistern ungeliebt und erst als eine entfernte Verwandte mit ihrer Tochter Rosie, die in Hannas Alter ist, sich auf dem Hof einquartiert, hat Hanna einen Menschen, mit dem sie Freud und Leid teilen kann. Hanna und Rosie wachsen zusammen auf und sind Vertraute, bis es zum Bruch kommt. Als Hanna ins Seniorenheim zieht, trifft sie nach langen Jahren Rosie wieder und die Vergangenheit kommt wieder hoch ...
    Zum Autor:
    Jan Steinbach ist das Pseudonym eines 1973 geborenen deutschen Schriftstellers.
    Zur Sprecherin:
    Die 60jährige Schauspielerin Manon Straché ist auch als Synchronsprecherin tätig und liest Hörbücher vor. Sie macht das gut, ihr sächsischer Akzent ist nur ganz leicht zu hören.
    Zu den technischen Details des Hörbuchs:
    Ich habe das Hörbuch des Aufbau-Verlages über die Netgalley-App gehört. Mit der Ausstattung des Hörbuchs bin ich sehr unzufrieden, da die Handhabung überaus erschwert wird. Das Hörbuch besteht aus sehr vielen kurzen Tracks, die alle die Bezeichnung ‚Kapitel‘ tragen. Sie sind weder durchnummeriert, noch sonst voneinander zu unterscheiden. Wenn man einen Part nochmal hören möchte, kann man zwar an den Anfang des kurzen Tracks springen, aber weiter zurück geht nicht mit der Rückwärts-Taste. Und da die Tracks weder eindeutig bezeichnet sind, noch die App in der Trackübersicht den gegenwärtigen Stand markiert, tappt man regelrecht im Dunkeln bei der Frage, bei welchem der unzähligen ‚Kapitel‘ man gerade ist. Da hilft nur, regelmäßig in kurzen Abständen ein Lesezeichen zu setzen, von dem aus man dann wieder erneut starten kann, wenn man den Faden verloren hat. Ein ganz dickes Minus für diese gleichgültig-lieblose Aufmachung des Hörbuchs!
    Meine Meinung:
    Das Hörbuch erzählt abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit und im Verlaufe des Buches lernt man die ganze Geschichte der beiden kennen. Diese abwechselnde Erzählweise ist bei der Schilderung von Lebensgeschichten häufig zu finden – da die Wechsel hier aber sehr abrupt und die einzelnen Parts ziemlich kurz sind, hat mir das nicht so gefallen. Längere Abschnitte hätten der Geschichte gut getan, die auf mich sehr zerfasert gewirkt hat. Ich fand Hanna als Person etwas unglaubwürdig: sie ist intelligent und hat viele Träume für ihr Leben, aber immer, wenn sie für ihre Träume kämpfen und einstehen soll, knickt sie ein und opfert sich. Für meinen Geschmack opfert sie sich zu oft und ihr Verhalten ist in mindestens zwei Situationen ziemlich unglaubwürdig, zumal sie als Geschäftsfrau sehr planvoll handeln kann und sich durchzusetzen weiß. Gefallen hat mir die ‚Umgebung‘, in der Hannas und Rosies Lebensgeschichte eingebettet ist. Die Beschreibung des Hofes am Rande eines Moores und die Schilderung des bäuerlichen Lebens Mitte des 20. Jahrhunderts hat mir sehr gut gefallen, auch die Stimmung der Wirtschaftswunderjahre ist gut eingefangen. Und die vom Autor eingestreuten geschichtlichen Ereignisse wie Adenauer in Moskau, Kennedy in Berlin, die große Koalition der 60er Jahre, Brandt in Moskau usw. schaffen Ach-ja-Momente und wecken Erinnerungen.
    Meine Bewertung:
    Die Geschichte bekommt von mir knappe 4 Sterne, für die handwerklichen Mängel des Hörbuchs ziehe ich einen Stern ab, so dass verbleiben.
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Ausgaben von Die Schwestern von Marienfehn

E-Book

Seitenzahl: 426

Taschenbuch

Seitenzahl: 430

Besitzer des Buches 9

Update: