Böses Blut

Buch von Robert Galbraith

  • Kurzmeinung

    Marie
    Trotz 1200 Seiten unterhaltsam, Kompliment an J.R. Mit Personenregister wäre es noch netter gewesen
  • Kurzmeinung

    Estelle Raven
    Der beste Strike bisher! Gelungene Mischung aus spannendem Krimi und privatem Näheerkommen der beiden Akteure.

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Zusammenfassung

Serieninfos zu Böses Blut

Böses Blut ist der 5. Band der Cormoran Strike Reihe. Sie umfasst 6 Teile und startete im Jahr 2013. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2022.

Über Robert Galbraith

Das Pseudonym Robert Galbraith war nur wenige Wochen alt, bevor bekannt wurde, dass sich dahinter die 1965 in Yate geborene Joanne K. Rowling verbarg. Sie wurde durch ihre Fantasy Bücher um den Zauberlehrling "Harry Potter" weltberühmt. Mehr zu Robert Galbraith

Bewertungen

Böses Blut wurde insgesamt 25 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,7 Sternen.

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Meinungen

  • Trotz 1200 Seiten unterhaltsam, Kompliment an J.R. Mit Personenregister wäre es noch netter gewesen

    Marie

  • Der beste Strike bisher! Gelungene Mischung aus spannendem Krimi und privatem Näheerkommen der beiden Akteure.

    Estelle Raven

  • Joanne K. Rowling ist mit „Böses Blut“ wieder ein grandios vertrackter, vielschichtiger Fall gelungen

    mapefue

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Böses Blut

    Meine Meinung zu der Cormoran Strike-Reihe alternierte bisher. Den ersten Band fand ich mäßig, den zweiten gut, den dritten wieder mäßig, den vierten ganz gut. Nach dem Gesetz der Serie hätte ich den fünften Band wieder mäßig finden müssen, aber der hat mir tatsächlich bisher am besten gefallen.
    Die Damen der gepflegten englischen Kriminalliteratur neigen ja nicht selten zur Weitschweifigkeit, allen voran Elizabeth George, aber auch P. D. James, Tana French und eben Galbraith/Rowling selbst. Doch obwohl dieser Krimi 1300 Seiten hat, hat er erstaunlich wenige Längen. Gut, die Geschichte mit Strikes Verflossener Charlotte sollte langsam mal ein Ende finden, auch die Auflösung am Schluss hätte etwas gestrafft werden können, aber Rowling gelingt es nicht nur, die verschiedenen Fäden der Geschichte zusammen zu halten, sondern auch jeden für sich spannend zu erzählen, ob es nun um den Cold Case mit seinen fast verschütteten Spuren, um die aktuellen, teilweise etwas bizarren Fälle der Detektei, um die Spannungen im Team oder um das Privatleben der Mitarbeiter geht.
    Der Mord bzw. der Tathergang ist zwar reichlich konstruiert, aber nicht unwahrscheinlich, und im Gegensatz zu vielen anderen modernen Krimis kommt dieser ohne logische Verrenkungen, allzu bequeme Zufälle und explizite Schilderungen von Brutalitäten aus. Für mich also ein von der ersten bis zur letzten Seite sehr unterhaltsamer Krimi, der auch sprachlich nicht zu beanstanden ist.
    Einen halben Stern habe ich dennoch abgezogen, und zwar wegen des leidigen Themas Sex und Gewalt, das nicht breit entfaltet wird, aber eben doch vorkommt, unnötigerweise, wie ich finde. Im Schnelldurchgang werden die verschiedenen, fantasievollen Methoden geschildert, mit denen ein Serientäter seine Opfer zu Tode gequält hat, das vor allem bei amerikanischen Krimiautoren so beliebte Snuff-Video taucht hier leider auch auf und außerdem ist von mehreren Perversitäten die Rede, die zwar zu der eher schnurrigen Sorte gehören und nicht brutal, aber dafür doch sehr ausgefallen sind. Auch dass eine alte ehemalige Prostituierte durch ihre vulgäre Ausdrucksweise als „billige Nutte“ gekennzeichnet wird, ist ein blödes Klischee, was gerade weibliche Autoren meiner Meinung nach vermeiden sollten.
    Ich weiß nicht, warum Rowling und andere SchriftstellerInnen immer wieder diese Sex und Gewalt-Schiene fahren müssen. Für Leser, die härtere Krimis bevorzugen, wäre dieser trotzdem nicht hart genug, und diejenigen, die gediegene englische Kriminalliteratur mögen, hätten auch ohne ihren Spaß daran. Ich habe immer das Gefühl, die Autoren haben Angst, irgendwie verstaubt zu wirken und wollen zeigen, dass sie Brutalität und sexuelle Perversionen durchaus "drauf haben". Vielleicht ist es nur ein Zugeständnis an den Zeitgeist. Ich wünschte jedoch, sie würden darauf verzichten.
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  • Rezension zu Böses Blut

    Mir hat dieser 5. Teil etwas weniger gefallen als der Vorgänger. Teil 4 ist mein bisheriger Liebling gewesen und geblieben.
    In erster Linie wohl wegen der astrologischen Komponente, der ich so gar nichts abgewinnen konnte und die mir regelmäßig glasige Augen beschert hat. Diesen ganzen Kram (obwohl sicher genial gemacht und recherchiert) fand ich furchtbar öde und entsprechend hab ich mich durch diese Seiten gequält, in der Annahme, es könnte maßgeblich für das Verständnis der Ermittlungsarbeit sein. War es das jetzt tatsächlich, oder hätten sie ihn auch ohne Talbots Aufzeichnungen lösen können ? Ganz sicher bin ich mir da immer noch nicht .
    Der Fall und seine Auflösung war extrem komplex und verwickelt, es muss der Autorin und auch dem Lektorat unglaubliche Konzentration abverlangt haben, diese vielen Personen, deren Aussagen und sämtliche Ermittlungsfäden unter Kontrolle zu behalten - und dann auch noch perfekt zu verbinden . Trotzdem hätten es für mich ein paar Seiten weniger sein dürfen .
    Robin und Strike, ihr Umfeld und die Entwicklung ihrer Beziehung verfolge ich nach wie vor mit großem Interesse. Galbraith macht das echt gut, wie sie hier die Spannung hochhält, die ja schon einen Teil der Faszination ausmacht, ohne dass es langweilig wird.
    Mit den genannten kleinen Abstrichen habe ich auch diesen fünften Band wieder sehr gern gelesen und freu mich schon jetzt auf die Fortsetzung, Galbraith kann einfach wunderbar erzählen .
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  • Rezension zu Böses Blut

    1155 und 1195 sind die markanten Zahlen von Robert Galbraiths/ JK Rowlings Roman Böses Blut, im Original Troubled Blood, aber keine Jahreszahlen aus der keltischen und angelsächsischen Ära Cornwalls, sondern das Druckwerk ist 1155 Gramm schwer und hat 1195 Seiten, kein Taschenbuch, eher etwas für den Rucksack. Drei Übersetzer waren nötig, unbekannt ist die Zahl der Lektoren.
    „Gib dem Affen Zucker“ wird sich JK Rowling denken, denn beginnend mit 656 Seiten in Band 1 hat sie sich ‚hochgearbeitet‘ auf fast 1200 Seiten in Band 5. Allen zukünftigen Lesern sei empfohlen, zügig zu lesen, um den Faden nicht zu verlieren.
    Cormoran Strike und seine Partnerin Robin Ellacott übernehmen einen ungelösten Fall: 40 Jahre zuvor ist die Ärztin Margot Bamborough an einem Freitagabend spurlos verschwunden. Sie hat ihre Ordination im Londoner Stadtteil Clerkenwell verlassen und ward nie wiedergesehen.
    Auftraggeberin ist Bamboroughs Tochter Anna; ein Jahr haben Strike und Ellacott Zeit, den Fall zu lösen. Bald kommt ein Verdacht auf den Serienmörder Creed, der genau in jener Zeit Frauen entführt und auf bestialische Art und Weise umgebracht hat. Aber auch Ermittlungspannen tun sich vor den Privatdetektiven auf. Und Galbraith/Rowling bereitet fast genüsslich die kleinteilige Ermittlungsarbeit vor ihre m/w Leserschaft auf. Jedes kleinste Detail wird geschildert, inklusive langwieriger Gespräche mit gealterten Zeitzeugen. Den Mörder auf Grund von astrologischen Analysen aller Beteiligten zu finden ist ein esoterischer Ansatz, der nur JK Rowling einfallen kann. Damit die Darstellung eine realistische wird, werden die restlichen Fälle der Detektei miteinbezogen, denn eine Detektei muss mit simplen Beschattungen Geld verdienen.
    Na wenn die Detektei für den Bamborough-Fall zwölf Monate Zeit hat, ist es irgendwie verständlich, dass JK Rowlings ihren Roman Böses Blut auf fast 1200 Seiten ausdehnt.
    Zweifelsfrei kann JK Rowling Geschichten erzählen und den Leser bei der Stange halten. Irgendwie müssen die fast 1200 Seiten voll werden und deshalb wird der Plot wie ein Teig ausgewalzt, gerade so dünne, dass er nicht reißt. Das ist auch die große Kunst der Pizzabäcker und dass der Lesefortschritt nicht abreißt, diese Kunst beherrscht JK Rowling perfekt: Im Detail werden die familiären Verhältnisse von Cormoran zu seinem Vater, seiner Mutter, seiner Tante und seinem Onkel, seiner Schwester, seinen drei Neffen, seiner Schwägerin und seinen Halbgeschwistern präzisiert. Zu seinem Freund Dave und wohl die spannendste Beziehung zur zehn Jahre jüngeren Robin. Tiefen Einblick bekommt der Leser in Robins Familie: Ist doch klar, dass die Eltern eines Neugeborenen aus dem Häuschen sind und sie das schönste Kind auf der ganzen Welt haben, ungeachtet dessen, dass manche Babys wie Dumpfbacken in die Welt glotzen und anderen die Intelligenz nur so aus den Augen blitzt.
    Aufgebaut gleicht der Roman einem kartographischen Bildbaum, blattlos mit unzähligen Verästelungen: …bis zu den Knöcheln geringelte Socken…, …ließ einen tadelnden Kommentar bezüglich des Fouls durchgehen, für das Szczeny vom Platz gestellt worden war…
    Robin: „Schon mal was von der Implementierung der Theorie der sozialen Identität in die Ermittlungsarbeit gehört?“
    Atemberaubend, labyrinthisch, episch – der 5. Cormoran-Strike- und Robin-Ellacott-Roman fesselnd und faszinierend.
    Was JK Rowling irgendwo gesagt hat, ob sie eine zu lange Nase hat und dass sie früher arm und arbeitslos war ist irrelevant; sie ist Autorin und das einzige was zählt ist das war sie schreibt.
    „Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb, sie konnten beisammen nicht kommen, das Wasser war zu tief, das Wasser war viel zu tief.“
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  • Rezension zu Böses Blut

    War der vierte Band schon 1000 Seiten stark, hat man hier nochmal 200 Seiten mehr darauf gepackt - und das bei einem Krimi! Wirklich selten und nein, es war weder langatmig noch hätte es einer Kürzung bedurft. Ich fand es von Anfang an spannend und ich liebe es, bei der Ermittlungsarbeit hautnah dabei zu sein!
    Cormoran Strike und Robin sind ja mittlerweile gleichberechtigte Partner in der Detektei und lieben ihre Arbeit. Dass sie sich auch gegenseitig anziehend finden, bleibt immer noch ein Tabu Thema, doch das leichte Prickeln, das zwischen den beiden immer wieder entsteht und die Angst davor, was ein falscher Schritt auslösen könnte, ist einer der Punkte, der kleine, persönliche Spannungen erzeugt - ohne zu sehr in Liebes-Klischees abzudriften.
    Vor allem aber ist der Fall spannend, denn das Verschwinden der Ärztin Margot Bamborogh ist über 40 Jahre her und niemand weiß, ob sie damals ermordet wurde oder vielleicht sogar aus eigenem Willen verschwunden ist. Die beiden Ermittler haben ein Jahr Zeit, um den alten Fall aufzuklären und es ist mühselig, nach so langer Zeit, noch Fakten aus den Erinnerungen der damaligen Zeugen zu bekommen.
    Dieses Bild, das aus den ganzen akribischen Nachforschungen und Befragungen entsteht, entwirft einen guten Eindruck auch für mich als Leser, so dass man perfekt miträtseln kann, was wohl passiert sein mag. Hierbei sieht man auch, wie gekonnt Joanne K. Rowling (R. Galbraith ist ihr Pseudonym) lebensechte Persönlichkeiten entwerfen kann: ihre Gefühle, ihre Ängste, ihre Hoffnungen; durchtränkt mit Vorurteilen von außen, aber auch verinnerlichten Dogmen, die jede Entscheidung so schwierig machen.
    Es gab zwar auch ein paar "konstruierte" Missverständnisse, grade was Cormoran und Robin angeht, um die Konflikte zu schüren, worüber ich aber gerne weggesehen habe, weil das wirklich nur am Rande auftaucht. Ansonsten aber sind die Empfindungen und Reaktionen der Charaktere glaubwürdig und ihrer Lebensgeschichte angepasst. Ich fand sie allesamt sehr originell und authentisch!
    Ich kam auch prima wieder in die Geschichte rein, denn anfangs werden einige wichtige, persönliche Ereignisse aus den Vorbänden eingeflochten, so dass man schnell wieder den Faden aufnehmen kann. Wie schon erwähnt zieht sich der Fall in die Länge, bleibt dabei aber - für mich - sehr spannend, da man immer mehr Details aufdeckt und Hintergründe erkennt, ohne noch recht zu wissen, wo das ganze hinführt.
    Nebenbei erfährt man dieses Mal einiges über Strikes Familie, wodurch man ihm sehr nahe kommt und erlebt eine Menge menschlicher Situationen, die berühren und alle Facetten der Gefühlswelt widerspiegeln.
    Ich weiß natürlich, dass Joanne K. Rowling einiges in Bezug ihrer Kommentare zu Transgender Fragen vorgeworfen wird und auch ich gehe nicht mit all ihren Aussagen konform: ABER dass dieser neue Band aufgrund von "transphoben" Stereotypen in solchen Misskredit gekommen ist, verstehe ich überhaupt nicht. Das Buch sollte vielleicht erstmal gelesen werden, bevor man darüber herzieht... Das wenige, was ich darüber in der Presse gelesen habe, projiziert hier für mich etwas rein, was gar nicht da ist. Aber die "Wahr"nehmung ist nunmal für jeden Betrachter anders. Vielleicht seh ich auch etwas falsch, aber es gab nichts, das mir negativ aufgefallen wäre, oder was nicht auch in vielen anderen Krimis in ähnlicher Weise vorgekommen ist, ohne in dieser Richtung anzuecken.
    Jedenfalls hab ich hier einen mega guten, fesselnden Krimi gelesen, der viele aktuelle Problematiken mit eingebracht hat, der homosexuelle Menschen als natürlich und gleichberechtigt auftreten ließ, ohne einen Sonderstatus draus zu machen und viele sehr feinsinnige Nuancen zwischenmenschlicher Konflikte aufgearbeitet hat, die nur mit viel Empathie so ungekünstelt wirken konnten.
    Dazu eine Auflösung, die absolut überraschend kam und alles perfekt aufgeklärt hat.
    Ein detaillierter Einblick in eine weitreichende Ermittlung mit vielen Einblicken auf die Vielfalt menschlicher Emotionen und folgenschweren Entscheidungen.
    Mein Fazit: 5 Sterne
    Weltenwanderer
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  • Rezension zu Böses Blut

    Über den Autor: Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans »Ein plötzlicher Todesfall«. Die ersten vier Cormoran-Strike-Romane, »Der Ruf des Kuckucks«, »Der Seidenspinner«, »Die Ernte des Bösen« und »Weißer Tod« erklommen die Spitzenplätze der internationalen Bestsellerlisten und wurden für BBC One als große TV-Serie verfilmt, produziert von Brontë Film and Television. (Quelle: Randomhouse.de)
    Inhalt: Cormoran Strike ist gerade zu Besuch bei seiner Familie in Cornwall, als er von einer Frau angesprochen wird, die ihn bittet, ihre Mutter, Margot Bamborough, ausfindig zu machen, die 1974 unter mysteriösen Umständen verschwand.
    Strike hatte es noch nie mit einem Cold Case zu tun, geschweige denn mit einem, der bereits vierzig Jahre zurückliegt. Doch trotz der geringen Erfolgsaussichten ist seine Neugier geweckt, und so fügt er der langen Liste an Fällen, die er und seine Arbeitspartnerin Robin Ellacott gerade in der Agentur bearbeiten, noch einen hinzu. Robin selbst hat mit einer hässlichen Scheidung und unerwünschter männlicher Aufmerksamkeit zu kämpfen – und dann natürlich mit ihren Gefühlen für Strike…
    Strikes und Robins Nachforschungen zu Margots Verschwinden führen sie auf die Fährte eines vertrackten Falls mit Hinweisen auf Tarotkarten, einen psychopathischen Serienkiller und Zeugen, die nicht alle vertrauenswürdig sind. Und sie merken, dass sich selbst Fälle, die schon Jahrzehnte alt sind, als tödlich herausstellen können ... (Quelle: Randomhouse.de)
    Meine Meinung:
    Wer es bis hierhin noch nicht verstanden hat, dies ist Teil 5 der Reihe zum Londoner Privatdedektiv Cormoran Strike. Wer die ersten Teile noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich chronologisch vorzugehen. Zwar wird man problemlos Strike und Robin beim Lösen des Falls folgen können, jedoch machen unsere Hauptfiguren eine durchaus lesenswerte (und nicht unwesentliche!) Entwicklung durch, die hier nahtlos an die vorangehenden Teile anschließt und somit ein bisschen Vorwissen zu den bisherigen Ereignissen durchaus eine große Portion zum Lesevergnügen beiträgt.
    Vorab sei erwähnt: Ich bin ein großer Fan von Cormoran Strike und verschlinge jedes Buch, sobald ich es in die Finger bekomme. Einerseits sind dadurch meine Erwartungen immer entsprechend hoch, andererseits habe ich aber auch einen „Soft Spot“ für das Ermittlerduo, so dass es grundsätzlich bei mir schwer wird von irgendeinem Gedankenfetzen Strikes gelangweilt zu werden.
    In gewohnter Manier folgen wir dem mürrischen Privatdedektiv und seiner - mitten in einer Scheidung befindlichen - Agentur-Partnerin Robin bei der Bearbeitung eines Falls um eine verschwundene Frau. Während mich der Kriminalfall im Vorgänger nicht ganz so packen konnte, war ich doch bei diesem hier wieder ganz Feuer und Flamme. Eine vor 40 Jahren verschwundene Ärztin, ein potentieller Serienkiller, aber nicht die geringste Spur, die das tatsächliche Schicksal der Frau belegen könnte. Die Umstände ihres Verschwindens waren mysteriös, der damalige Polizeiermittler offenbar nicht mehr ganz bei Sinnen. Strike und Robin haben es nicht leicht noch überhaupt irgendwelche neuen Erkenntnisse zu erlangen, schließlich wurde der Fall schon vor langem ad acta gelegt und einige Zeugen sind mittlerweile gar nicht mehr greifbar. Aber Strike wäre nicht Strike, wenn er da nicht doch in der Polizeiakte auf die ein oder andere Ungereimtheit stoßen würde, die weder ihn noch Robin in Ruhe lässt.
    Im englischen Original hat das Buch 944 Seiten – der längste Strike bisher. Meines Erachtens völlig berechtigt, schließlich haben Strike und Robin jede Menge um die Ohren. Für mich war jedenfalls keine einzige Seite langweilig. Mich fasziniert es, wie J.K. Rowling es schafft jeden Moment in ihren Büchern wichtig erscheinen zu lassen. Jeder Unterhaltung folge ich wie ein Luchs, jede Beobachtung könnte die Lösung sein und nicht ein Gespräch wirkt überflüssig. Zudem liebe ich London als Schauplatz! Mittlerweile gibt es für mich nichts Schöneres als mit Strike an einem verregneten Herbsttag in einem Pub zu sitzen und seinen Gedankengängen zu folgen. Ein jährliches Date, was ich gar nicht mehr missen mag. Man sitzt übrigens im Laufe eines Buchs sehr oft mit Strike in einem Pub. Aber das ist in London jetzt auch nicht gerade ungewöhnlich.
    Die besondere Dynamik zwischen Robin und Strike zieht sich auch in diesem Teil fort. Sie nimmt natürlich einen bedeutenden Anteil im Buch ein, aber für meinen Geschmack genau richtig portioniert, so dass der eigentliche Fokus – der zu untersuchende Fall – nicht gestört wird. Und da beide sich mittlerweile in anderen Ausgangspositionen befinden, bekommt das Zusammenspiel der beiden wieder eine neue Note, so dass die spannungsgeladene Atmosphäre zwischen beiden nicht abnehmen will. Sowohl Strike als auch Robin befinden sich aktuell in schwierigen Phasen ihres Lebens, aber insbesondere bei Strike häufen sich die Probleme derart, dass er sich nicht mehr in vollem Umfang seiner Kanzlei widmen kann (und das will mal was heißen!).
    Charaktere und Persönlichkeiten machen für mich die Reihe aus. Wer J.K. Rowling bereits durch die Harry-Potter-Bücher kennt, wird verstehen, wenn ich sage, dass sie einfach unheimlich gut darin ist eine spannend gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Die Liebe zum Detail ist meiner Meinung nach so perfekt, dass jede Situation und jede Persönlichkeit greifbar wird, ohne mit Belanglosigkeiten zu langweilen. Bei Zeugenbefragungen sind nunmal nicht nur die Dialoge von Bedeutung, die Schauplätze sind so lebendig, dass die Umgebungen zu einem ganz eigenen Charakter werden und Strike hat so viel Witz und Charme und Ecken und Kanten, dass man schnell mal eben 500 Seiten weglesen kann, ohne es so richtig zu merken. Zumindest geht das mir so. Der Fall ist verworren und hält deshalb stetig bei Laune.
    Fazit: Ein sehr gelungener 5. Teil, der viele Aspekte vorweisen kann, um durchweg unterhaltsam zu bleiben. Spannende Charaktere, neue Herausforderungen und – vor allen Dingen – ein mitreißender Cold Case, der ganz und gar nicht leicht zu knacken ist. Allen voran Strike und Robin, die den Leser mit ihrer einzigartigen Dynamik durch den Fall führen. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass ich jetzt schon wieder so lange auf den nächsten Teil warten muss (der aber wohl bereits in Arbeit ist).
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Ausgaben von Böses Blut

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 1200

Taschenbuch

Seitenzahl: 1200

E-Book

Seitenzahl: 1179

Böses Blut in anderen Sprachen

Besitzer des Buches 44

Update:

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