Aus dem Wald hinausfinden

Buch von Caspar Shaller, Margaret Atwood

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Aus dem Wald hinausfinden

Margaret Atwood spricht mit dem Journalisten Caspar Shaller über ihre Gedichte und Romane, über Totalitarismus und die Post-Truth-Ära, über Feminismus, die #MeToo-Debatte und über Beyoncé. Die unfreiwillige Prophetin der ökologischen Katastrophe und des wiedererstarkenden Faschismus erzählt auch davon, wie die rot-weißen Roben der Figuren aus ihrem dystopischen Roman Der Report der Magd zu einem Meme der Anti-Trump-Bewegung wurden und wie sie selbst sich heute politisch engagiert. Hellwach, kämpferisch und mit tiefer Menschenkenntnis beweist Atwood, dass sie auch mit achtzig Jahren nichts an intellektueller Brillanz und politischem Gespür eingebüßt hat – ebenso wenig wie an Humor.
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Bewertungen

Aus dem Wald hinausfinden wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,8 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Aus dem Wald hinausfinden

    Verlagstext
    Als der Journalist Caspar Shaller Margaret Atwood im Herbst 2018 in Toronto trifft, ist er erstaunt, wie klein "die kanadische Königin der Literatur" (Freundin) ist und wie groß ihre Sonnenbrille. Im Café sprechen sie zwei Tage lang über Atwoods Gedichte und Romane, über Totalitarismus und Religion, über die Post-Truth-Ära, die verschiedenen Facetten von Feminismus, die #MeToo-Debatte und über Beyoncé. Trumps Amerika kennt Atwood so gut wie Kanadas Wälder, wo sie ihre Kindheit fernab städtischer Zivilisation verbracht hat. Die unfreiwillige Prophetin der ökologischen Katastrophe und des wiedererstarkenden Faschismus erzählt auch davon, wie die rot-weißen Roben der Figuren aus ihrem dystopischen "Report der Magd" zu einem Meme der Anti-Trump-Bewegung wurden – und verrät, wie düster es in der Romanfortsetzung, die noch in diesem Jahr erscheint, zugehen wird. Hellwach, kämpferisch und mit tiefer Menschenkenntnis analysiert Atwood das Zeitgeschehen und beweist, dass sie auch mit achtzig Jahren nichts an intellektueller Brillanz, politischem Gespür und Gerechtigkeitsstreben eingebüßt hat – ebenso wenig wie an Humor.
    Die Autoren
    MARGARET ATWOOD geboren 1939 in Ottawa, Kanada, gilt als eine der bedeutendsten Erzählerinnen der Gegenwart. Ihr umfassendes Werk – Romane, Essays, Kurzgeschichten, Gedichte und Kinderbücher – ist in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt 2017 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Soeben ist Die Zeuginnen erschienen, die sehnsüchtig erwartete Fortsetzung ihres wohl berühmtesten Romans Der Report der Magd von 1985, auf dem die gleichnamige, mehrfach ausgezeichnete US-amerikanische Serie basiert. Aufgewachsen in der kanadischen Wildnis, hat die Kosmopolitin, die an zahlreichen Orten in Amerika und Europa gelebt hat, nie ihre Verbindung zur Natur verloren: Sie setzt sich öffentlich unter anderem für Maßnahmen gegen die globale Erwärmung ein.
    CASPAR SHALLER geboren 1989, ist freier Journalist und schreibt regelmäßig für Die Zeit, Das Magazin und Die Wochenzeitung – am liebsten über die Zukunft der Menschheit, ob aus wissenschaftlicher Perspektive, im Politischen oder literarisch fiktionalisiert.
    Inhalt
    Als der Journalist Caspar Shaller Margaret Atwood in Toronto interviewt, ist „Die Zeuginnen“ noch nicht erschienen und Atwood bewahrt über die Fortsetzung ihres Romans „Report der Magd“ Stillschweigen. Shallers Respekt vor dem „Überwesen der kanadischen Literatur“ und ihren vielfältigen Interessen ist schon im Vorwort nicht zu übersehen. Zugegeben, als sich das Interview gleich zu Beginn in die Richtung entwickelt, wie sich das Schreiben von Autoren und Autorinnen unterscheidet, war ich sicher, dass Shaller von der Presse-erfahrenen Autorin an die Wand gespielt werden würde. Schließlich hatte Atwood sich schon in jungen Jahren darüber aufgeregt, dass Journalisten Frauen allenfalls zutrauen, biografisch schreiben zu können, jedoch nicht, etwas Eigenes zu schaffen. Da die Interview-Frage, ob z. B. in Katzenauge Figuren aus Atwoods direktem Umfeld dargestellt werden, ungefähr so alt ist wie die, ob die Autorin Feministin sei, hätte ich mir gerade hier eine Vertiefung gewünscht. Schließlich hat die Welt sich seitdem weitergedreht, wenn auch nicht zugunsten der Frauenrechte, wie Atwood später noch feststellen wird. Die Gespräche aus einem Zeitraum von zwei Tagen drehen sich u. a. um die MaddAddam-Trilogie und Die steinerne Matratze. Atwood mahnt, es nicht bereits als Feminismus zu bezeichnen, wenn weibliche Figuren in der Literatur „als Menschen“ dargestellt würden, und (mit Blick auf den Fall Kavanaugh) auch nicht, wenn sie „Fairness, Respekt und Anstand“ erwarten.
    Dass Atwoods Mutter Margaret Killam (1909-2006), für ihre Generation noch ungewöhnlich, ein Studium der Hauswirtschaftslehre abschloss, hat Caspar Schaller offenbar Probleme bei der Übersetzung bereitet (S. 74), obwohl „home economics“ als Running Gag in Interviews mit Atwood häufig auftaucht.
    Fazit
    Obwohl sich Shallers Interview deutlich auf Atwoods Werke dieses Jahrtausends bezieht, gibt es natürlich Überscheidungen zu bereits bekannten Interviews. Die Autorin wirkt seitdem zwar in einigen Punkten milder gestimmt, behält jedoch, schlagfertig wie stets, rhetorisch die Fäden in der Hand.
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Ausgaben von Aus dem Wald hinausfinden

Hardcover

Seitenzahl: 160

Besitzer des Buches 3

Update: