Frauen bereisen die Welt: Historische Berichte berühmter Frauen

Buch von Gertrude Bell, Isabella Lucy Bird, Bertha Pappenheim, Mary French Sheldon, Weitere s. u.

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Frauen bereisen die Welt: Historische Berichte berühmter Frauen

'Frauen sind auf Grund ihres Geschlechts und ihrer körperlichen Verfassung für Forschungsexpeditionen ungeeignet', urteilte Lord Curzon. Dass er damit falsch lag, hatten im 19. Jahrhundert schon die Weltumrunderin Ida Pfeiffer, die zu den Massai reisende Mary French Sheldon sowie Isabella Bird bei ihren Ritten durch die Rocky Mountains bewiesen. Auf abenteuerliche Pfade begaben sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Archäologin Gertrude Bell in der syrischen Wüste und die Naturforscherin Therese von Bayern im Amazonas-Gebiet. Andere Frauen interessierten sich eher für die sozialen Verhältnisse, so Johanna Schopenhauer in England oder Bertha Pappenheim in St. Petersburg. Die Diplomatengattin Elisabeth von Heyking schilderte hingegen das Leben der europäischen Upperclass in China. Und die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach entfloh ihrer den Nazis wohlgesonnenen Familie – um im persischen Shiraz von Europa zu träumen …
Weiterlesen

Bewertungen

Frauen bereisen die Welt: Historische Berichte berühmter Frauen wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

(1)
(1)
(0)
(0)
(0)

Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Frauen bereisen die Welt: Historische Berichte berühmter Frauen

    6 CDS in Multibox, 435 Minuten, Booklet mit biografischen Angaben zu den Autorinnen
    Sprecherinnen: Ulrike Hübschmann, Vera Teltz, Martina Treger, Doris Wolters
    Verlagstext
    "Frauen sind auf Grund ihres Geschlechts und ihrer körperlichen Verfassung für Forschungsexpeditionen ungeeignet";, urteilte Lord Curzon. Dass er damit falsch lag, hatten im 19. Jahrhundert schon die Weltumrunderin Ida Pfeiffer, die zu den Massai reisende Mary French Sheldon sowie Isabella Bird bei ihren Ritten durch die Rocky Mountains bewiesen. Auf abenteuerliche Pfade begaben sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch die Archäologin Gertrude Bell in der syrischen Wüste und die Naturforscherin Therese von Bayern im Amazonas-Gebiet. Andere Frauen interessierten sich eher für die sozialen Verhältnisse, so Johanna Schopenhauer in England oder Bertha Pappenheim in St. Petersburg. Die Diplomatengattin Elisabeth von Heyking schilderte hingegen das Leben der europäischen Upperclass in China. Und die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach entfloh ihrer den Nazis wohlgesonnenen Familie um im persischen Shiraz von Europa zu träumen ...
    Inhalt
    Erstaunt war ich, dass zu fast allen der hier gelesenen Texte die Printausgaben noch erhältlich sind, einige sogar erst kürzlich neu aufgelegt wurden. Frauen der Geburtsjahrgänge zwischen 1766 und 1908 berichten von ihren Reisen nach Vorderasien, Japan, China, Brasilien, Kenia und England. Sie richten unseren Blick auf Zeiten, in denen Briefe, Reiseberichte und Illustrationen, die einzigen Medien waren, um aus fernen Ländern zu berichten. Gereist sind die Abenteurerinnen per Kutsche, Schiff, Kamelkarawane oder in von Kulis getragenen Sänften. Mary French Sheldon hat ihre Expedition zum Kilimandscharo sogar selbst finanziert, ausgerüstet und geführt. Annemarie Schwarzenbach (*1908), unterwegs im Auftrag Schweizer Zeitungen, fotografierte ihre Reiseeindrücke bereits.
    Was ein Reisender wahrnimmt, erzählt immer auch über die Person selbst. So hat Johanna Schopenhauer (die Mutter Arthur Schopenhauers) mich mit ihrem sozialen Interesse an Lebens- und Arbeitsbedingungen berührt. Ähnlich interessiert zeigt sich Ida Pfeiffer, wie in anderen Ländern gelebt und gearbeitet wird, die sich auch mit Kritik an der Kolonialherrschaft der Europäer nicht zurückhält. Die Diplomatengattin Elisabeth von Heyking weckt nicht gerade Sympathie für die soziale Schicht der Botschafter und Gesandten mit ihrer kleinkarierten Kritik an den Ländern, die sie gastfreundlich aufnahmen. Isabella Lucy Bird reist zum Lake Tahoe in den USA und begegnet dort einem ihr unbekannten zotteligen Tier, einem Bären. Ihre Reise nach Japan zeigt sie von einer anderen Seite, nicht ohne besserwisserische Töne, jedoch mit tiefer Einsicht in die strengen Normen der japanischen Gesellschaft. Therese von Bayern ragt mit ihrer wissenschaftlichen Sichtweise und einer Vielzahl von Fakten über die Natur Brasiliens heraus, die an den Reisebericht einer Naturwissenschaftlerin erinnert. Sie erhält 1897 für ihre wissenschaftlichen Beiträge die Ehrendoktorwürde der LMU München. Herausragend durch die Einsichten in die Lebensweise der Massai war für mich besonders der Bericht Mary French Sheldons über ihre kühne Expedition zu den Massai. Sheldon zeigt sich als außergewöhnliches Talent, die Massai nicht nur zu verstehen, sondern auch ihre eigene Rolle der „Bibi Bwana“ weise und diplomatisch auszufüllen. Vielleicht musste eine Frau ihrer Zeit selbst an „giftige Miasmen“ in der Luft glauben, um den Vorstellungen eines Naturvolks so großes Verständnis entgegenzubringen wie sie.
    Fazit zu den Texten
    Der für mich herausragende Text war neben Johanna Schopenhauers Bericht und dem wissenschaftlichen Niveau der Therese von Bayerns der von Mary French Sheldon. Wer an Afrika interessiert ist, liegt mit Sheldons historischem Expeditionsbericht richtig.
    Fazit zum Hörbuch
    Als Hörbuch wirken die gekürzten Texte merklich gekürzt, weil sie aus fast 275 sehr kurzen Tracks auf 6 CDs bestehen. Die Sprecherinnen machen ihre Sache im großen Ganzen gut, sie lesen die Sachtexte passend zum Inhalt klar artikuliert. Gerade bei Sachtexten wie hier könnte in einigen Passagen stärker auf die Artikulation geachtet werden. Meine Lieblingssprecherin war eindeutig Doris Wolter.
    Die Texte in Printausgabe:
    Therese Prinzessin Bayern: Meine Reise in die brasilianischen Tropen (Berlin 1897) ISBN 978-3955805272
    Gertrude Bell: Durch die Wüsten und Kulturstätten Syriens. Reiseschilderungen (The Desert and the Sown, Leipzig 1910)
    Isabella Lucy Bird: Leben einer Dame in den Felsengebirgen (A Lady’s Life in the Rocky Mountains, Berlin 1882) ISBN 978-3487222349
    Isabella Lucy Bird: Unbetretene Reisepfade in Japan (Unbeaten Tracks in Japan, Jena 1882)
    Elisabeth von Heyking: Tagebücher aus vier Weltteilen (1926) ISBN 978-3847251927
    Bertha Pappenheim: Sisyphus-Arbeit. Reisebriefe aus den Jahren 1911 und 1912 (Leipzig 1924)
    Ida Pfeiffer: Eine Frauenfahrt um die Welt (Wien 1850) ISBN 978-3955632991
    Johanna Schopenhauer: Reise durch England und Schottland (Leipzig 1818) ISBN 978-1518686665
    Annemarie Schwarzenbach: Winter in Vorderasien. Tagebuch einer Reise (Zürich 1934) ISBN 978-3857873928
    Mary French Sheldon: Safari ins Land der Massai. Reise der Bibi Bwana zum Kilimandscharo (Sultan to Sultan. Adventures Among the Masai and other Tribes of East Africa (1892) Einzel-CD ISBN 978-3899642810
    Weiterlesen

Ausgaben von Frauen bereisen die Welt: Historische Berichte berühmter Frauen

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:15h

Besitzer des Buches 3

Update: