Junge Männer im Feuer

Buch von Norman Maclean, Bernd Samland

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Junge Männer im Feuer

Am 5. August 1949 setzt ein Flugzeug über den rauhen Bergen von Montana 15 Fallschirmspringer des Forstdienstes ab. Ihre Aufgabe: die Bekämpfung eines zunächst ungefährlich eingestuften Waldbrandes in einer unwegsamen Schlucht. »Smokejumpers« waren die jungen Männer dieser Mannschaft, Feuerspringer, und die meisten von ihnen erstickten, verbrannten oder erlagen ihren schweren Brandwunden. Nur zwei entkamen dem Inferno und überlebten die Katastrophe. Mehr als ein Vierteljahrhundert später greift Norman Maclean die ungeschriebene Geschichte dieses Feuers auf und entdeckt darin alle Elemente einer klassischen Tragödie. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)
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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Junge Männer im Feuer

    Der Autor (Quelle:Wolfgang Krüger Verlag): Norman Fitzroy Maclean wurde am 23. Dezember 1902 in Iowa geboren. Er war von 1930 bis 1973 Professor für englische Literatur an der University of Chicago und starb am 2. August 1990 in Chicago. 1991 erschien im Wolfgang Krüger Verlag „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“, das die Vorlage für den gleichnamigen Film von Robert Redford bildete. 1993 erschien seine Kurzgeschichtensammlung „Der Ranger, der Koch und ein Loch im Himmel“.
    Klappentext (Quelle:Wolfgang Krüger Verlag): Am 5. August 1949 setzt ein Flugzeug über den rauhen Bergen von Montana 15 Fallschirmspringer des Forstdienstes ab. Ihre Aufgabe: die Bekämpfung eines zunächst ungefährlich eingestuften Waldbrandes in einer unwegsamen Schlucht. „Smokejumpers“ waren die jungen Männer dieser Mannschaft, Feuerspringer, und die meisten von ihnen erstickten, verbrannten oder erlagen ihren schweren Brandwunden. Nur zwei entkamen dem Inferno und überlebten die Katastrophe. Mehr als ein Vierteljahrhundert später greift Norman Maclean die ungeschriebene Geschichte dieses Feuers auf und entdeckt darin alle Elemente einer klassischen Tragödie. Seit klein auf vertraut mit den Wäldern und Bergen seiner Heimat Montana und gerüstet mit den Erfahrungen, die er als junger Mann im Forstdienst bei der Brandbekämpfung sammeln konnte, stürzt er sich als alter Mann in das Abenteuer der Erkenntnis. Und es lässt ihn nicht mehr los, bis seine Kräfte nach fast vierzehnjähriger Forschung, Suche und Arbeit erlahmen. Mit wissenschaftlicher Akribie, meisterlicher Erzählkunst und großer menschlicher Einfühlungsgabe setzt er den Toten ein literarisches Denkmal. Je tiefer er in die ungelösten Rätsel seiner Geschichte eindringt, desto mehr wird aber auch er, der Detektiv, selbst zur Gestalt seiner eigenen, spannungsvollen Geschichte, die schließlich erzählt, wovon wir sprechen, wenn wir vom Sterben sprechen. Vom unvermeidlichen Tod. Gegen ihn schreibt Norman Maclean an. Sein Buch über die jungen Männer im Feuer könnte mit gleichem Recht „Der alte Mann und das Feuer“ heißen. Sein literarisches Vermächtnis legt beredtes Zeugnis ab vom Kampf des Menschen mit den Elementen, Erde, Luft und Feuer, vom tragischen Kampf gegen die Vergeblichkeit des Lebens, der ein Kampf gegen das Vergessen ist und nur durch die Kunst der Erinnerung gewonnen werden kann.
    Englische, deutsche, französische und spanische Ausgaben:
    Die amerikanische Originalausgabe erschien 1992 unter dem Titel „Young Men and Fire“ im Verlag „The University of Chicago Press“ in Chicago und London (301 Seiten), wiederaufgelegt u.a. 2017 ebenda mit einem Vorwort von Timothy Egan (333 Seiten). Die deutsche Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Bernd Samland. Sie erschien 1994 unter dem Titel „Junge Männer im Feuer“ - etwas unpassend als Roman eingeordnet - als Hardcover mit Schutzumschlag beim Wolfgang Krüger Verlag in Frankfurt am Main (367 Seiten einschließlich dreiseitigen Anmerkungen des US-Verlags zur posthum vorgenommenen Textgestaltung). Im Januar 2016 erschien die Samland-Übersetzung als Taschenbuch und E-Book beim Fischer Taschenbuch Verlag in Frankfurt am Main (378 Seiten). Die französische Übersetzung stammt von Jean Guiloineau. Sie erschien 1994 unter dem Titel „La part du feu“ in der Reihe „Collection Littérature étrangère“ bei Rivages in Paris (250 Seiten).Die spanische Übersetzung stammt von Antonio Juan Desmonts. Sie erschien 1995 unter dem Titel „El bosque en llamas“ in der Reihe „Narradores“ bei Muchnik in Barcelona (380 Seiten).
    Inhalt:
    Das schwarze Gespenst (OT: Black Ghost, 14 Seiten)
    Junge Männer im Feuer (OT: Young Men and Fire, 340 Seiten)
    -Erster Teil (148 Seiten)
    -Zweiter Teil (180 Seiten)
    -Dritter Teil (12 Seiten)
    […]
    Meine Einschätzung:
    Der begnadete Worteschmied von "Aus der Mitte entspringt ein Fluß" erfüllt sich seinen Schriftstellertraum und rekonstruiert minutiös den verheerenden Mann-Gulch-Waldbrand, der im Jahr 1949 dreizehn Feuerspringern das Leben kostete. Das ist mit Spannung zu lesen, doch man muss wissen, dass es Maclean tatsächlich vor allem um eine genaue zeitliche Rekonstruktion des ungewissen Vorgangs geht und nicht um biografische Skizzen der Feuerwehrleute oder kulturelle Schlaglichter. Das ist ausführlicher, etwas trockener literarischer Journalismus! Kein wirkliches Denkmal für die Toten, kein Widerauferstehen einer vergangenen Zeit. Es geht darum, wieviel Zeit bestimmte Männer - wie die Figuren in einer Verlaufsskizze - bei bestimmten Witterungsverhältnissen gebraucht haben, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen oder um die Klärung, ob eine verwegen klingende Anweisung des Vormannes, der ein Fluchtfeuer entfachte, um seine Männer vor dem Hauptfeuer zu schützen, dadurch die Lage verschärfte, weil sein Fluchtfeuer entgegen seiner Absicht das Hauptfeuer noch speiste, oder doch eher, wären alle seine Männer seiner Weisung gefolgt, sich zum Fluchtfeuer zu begeben, für die Rettung seiner Mannschaft gesorgt hätte.
    Das sehr ausführliche, manchmal sich wiederholende Manuskript, das Maclean zu Lebzeiten nicht eigenhändig vollendet und in Form gebracht hat (der Text "Das schwarze Gespenst" etwa ist eine Art Vorspiel zu "Junge Männer im Feuer", eine Geschichte, die der Verlag in Macleans Papieren fand, ohne zu wissen, was er damit genau vorhatte) ist keine „Philosophie des Großbrandes“ geworden, dazu ist es zu konkret und kleinteilig geraten. Aber seine akkurate, detailversessene Aufbereitung erscheint mir wie das Bändigen einer unbegreiflichen, schrecklichen Katastrophe mit den Mitteln des Faktensammelns, des Maßbandes und der Stoppuhr: die Überführung einer Tragödie in die nüchtern verstehbare Welt der Zahlen. Und so weist der Text dann doch wieder in eine allgemeingültige Richtung - tatsächlich wirkt das Buch stellenweise wie eine Geschichte aus dem Krieg: Menschen im Wettlauf mit dem Tod; manche ergeben sich im Angesicht der Aussichtslosigkeit, manche springen mitten ins Feuer um sich zu retten.
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Ausgaben von Junge Männer im Feuer

Hardcover

Seitenzahl: 367

Taschenbuch

Seitenzahl: 378

Besitzer des Buches 1

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