Die Stille zwischen den Sekunden

Buch von Tania Witte

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Stille zwischen den Sekunden

Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither 'Das Mädchen, das überlebt hat' und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.
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Bewertungen

Die Stille zwischen den Sekunden wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Stille zwischen den Sekunden

    Die Stille zwischen den Sekunden - Tania Witte
    Arena Verlag
    296 Seiten
    Einzelband
    Drama
    11. März 2019
    Inhalt:
    Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen.
    Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr.
    Aber Mara hat ganz andere Sorgen.
    Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar.
    Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie.
    Was verheimlichen alle vor ihr?
    Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.
    Meinung:
    Ein Buch, ein Gefühl, Verwirrung, Chaos, Entsetzen...
    Ein „Ich mag das, aber ich weiß nicht wieso.“
    Die Stille zwischen den Sekunden ist laut.
    Sie explodiert, sie hallt von den Wänden, sie ist wie ein Echo unausgesprochener Gedanken.
    Sekunden vergehen wie Monate.
    Monate werden zu leerer Zeit.
    Dies‘ ist die Geschichte von Mara und Sirîn aus Hannover.
    Seit zwei Jahren sind sie beste Freundinnen, es ist, als hätten sie sich nie gesucht und doch gefunden.
    Wie ein Puzzlestück, das sich einfügt, ohne dass man es merkt. Sie wohnen nicht weit voneinander entfernt, betreiben zusammen einen Kochblog mit kurdisch-deutschen Rezepten und wo Sirîn laut, bunt, selbstbewusst und schrill ist, lebt Mara in ihrer ganz eigenen Welt, die sie erst verlässt, als Sirîn sie herauslockt.
    Sie sind zwei typische Teenager, schwärmen für Jungs, kichern viel und verschweigen Partys vor ihren Eltern und sind generell eigentlich recht unbeschwert. Von Sirîns Familienvergangenheit wird nur einmal gesprochen.
    Die Last, die sie tragen muss, wiegt schwer, doch die Familie geht über alles.
    Die Geschichte ist aus Maras Sicht erzählt. In der Ich Perspektive berichtet sie von ihren Gefühlen, ihren Ansichten und ihrem Leben - und zwar so, wie es ihr grade in den Sinn kommt. Das wirkte manchmal etwas chaotisch und langatmig und trotzdem konnte mich der jugendlich-frische Schreibstil der Autorin fesseln. Sie benutzt Slang, aber nicht übertrieben, sondern situationsbedingt. Mara ist mit ihren 16 Jahren ziemlich reif in ihrem Denken.
    Und deshalb war es auch umso schwerer zu begreifen, was in der Story eigentlich gerade passiert.
    Stellt euch vor, ihr verpasst ganz knapp die Bahn, die euch nach Hause zu eurer Mutter bringen sollte, die bereits auf euch wartet, weil ihr für das Kochen zuständig seid. Und ihr seid schon spät dran. Ärgerlich nicht wahr?
    In den Kontext eines U-Bahn Attentats gesetzt ist das jedoch nicht mehr ärgerlich, sondern schockierend.
    Belastend, dass man dem Tod knapp von der Schippe gesprungen ist. Ich bin ehrlich, ich hatte in dem Moment, in dem ich die Textstelle gelesen habe, unglaubliche Gänsehaut. Mara jedoch...
    Ihre Reaktion konnte ich, wie auch im restlichen Verlauf der Story, irgendwie nicht ganz nachvollziehen/einschätzen.
    Erst zum Schluss hat sich der Sinn ihrer Reaktion für mich ergeben.
    Doch das macht überhaupt nichts.
    Emotional ist dieses Buch wirklich schwer zu beurteilen. Einerseits ist es super tragisch, traurig mit diesen ganzen Opfern und den anderen Schicksalen, die der Geschichte zu Grunde liegen, und andererseits wusste ich stellenweise nicht, ob ich mit Mara mitfühlen konnte. Sie denkt und fühlt sehr tiefgründig, an nötigen Denkanstößen mangelte es also nicht. Gemischt mit der ausschweifenden Schwärmerei für einen ihrer Mitschüler, einen Vlogger aus den USA, wird das Ganze jedoch zu einem Mix, der manchmal schwer auseinanderzuhalten war.
    Mara lebt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester allein in Hannover und kümmert sich um den Haushalt, weil ihre Mam, wie sie sie nennt, öfter etwas zerstreut ist. Das gesamte Mutter-Tochter Verhältnis fand ich wirklich sehr berührend. Ich habe mich geborgen gefühlt, obwohl ich ja nur Leser war.
    Sirîn und ein paar andere waren ihre einzigen Freunde.
    Mehr bräuchte es auch nicht. Bis kurz nach dem Bombenanschlag irgendwie alle nicht mehr erreichbar sind.
    Was Mara, verständlicherweise, verrückt macht. Außer ihrer Mutter hat sie niemanden zum Reden.
    Was ich besonders schön fand, ist, dass die Autorin die Geschichte mit Chatverläufen spickt.
    Zwischen Mara und Sirîn, in Zeiten von Sirîns Schul-, Laptop und Telefonverbot, ihr einziger Kommunikationsweg. Instagram und Social Media sind heutzutage einfach nicht mehr wegzudenken und es lockert eine Handlung einfach nochmal schön auf, vor allem bei einem so tragischen Thema.
    Doch nicht nur der Verlauf wird durchgeschüttelt, sondern auch die Atmosphäre, zu der sich, neben Verwirrung, Trauer, Liebelei und Angespanntheit nun auch noch Hoffnung mischt.
    Hoffnung, dass Sirîn nicht der Familientradition folgen muss.
    Hoffnung auf das Fortbestehen des Kochblogs von ihr und Mara.
    Hoffnung darauf, dass sie trotz strenger Regeln bald wieder Skaten darf.
    Die Stille zwischen den Sekunden atmet Verzweiflung ein und Hoffnung aus.
    Fazit:
    Ein aktuelles Thema, brisant, rasant und doch so erschütternd.
    Diese Geschichte steckt voller Emotionen, voller Gefühl; sie ist chaotisch und gleichzeitig aufwühlend.
    Vorurteile gibt es hier nicht.
    Dafür umso mehr krasse Wendungen. Intensität, Authentizität.
    Liebe, Freundschaft, Lachen, Leiden, eine große Bandbreite an Empfindungen.
    Es fehlte nur ein wenig Struktur. Irgendwie.
    Ein Gummiband, das einen direkt an Mara kettet und Durchblick bringt.
    Doch lesenswert ist Tania Wittes Werk auf jeden Fall.
    Weil Hoffnung, Verzweiflung und Trauer immer Hand in Hand gehen.
    Bewertung:
    ⭐️⭐️⭐️⭐️(4/5)
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  • Rezension zu Die Stille zwischen den Sekunden

    Dieses Buch ist für mich der Inbegriff eines Lese-Sogs!
    Klappentext
    „Nur knapp ist Mara einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen. Ihre Mitschüler nennen sie seither „Das Mädchen, das überlebt hat“ und erwarten Betroffenheit von ihr. Aber Mara hat ganz andere Sorgen. Ihre Freundin Sirîn meldet sich immer seltener und scheint plötzlich komplett unerreichbar. Je mehr Mara ihr zu helfen versucht, desto mehr Unverständnis und Ablehnung erntet sie. Was verheimlichen alle vor ihr? Erst als sich ihr Schwarm Chriso in die Suche einschaltet, kommt die erschütternde Wahrheit ans Licht.“
    Gestaltung
    Passend zum einem wichtigen Ereignis im Buch sieht man auf dem Cover eine Tür, die sehr an eine Bahntür erinnert. Davor ein ernstblickendes Mädchengesicht, das sich in der Tür spiegelt und auf einen Schatten eines anderen Gesichtes hinter der Tür zu blicken scheint. Ich finde dieses Motiv unglaublich passend, da es eine wichtige Szene des Buches aufgreift. Außerdem liebe ich, dass das Cover metallisch schimmert, wenn man es bewegt. Dies sieht zusammen mit den verschiedenen Blautönen richtig toll aus!
    Meine Meinung
    Tatsächlich bin ich sehr unvoreingenommen an das Buch herangegangen, da ich mir extra vor Lesebeginn nicht nochmal den Klappentext durchgelesen habe. So wurde ich beim Lesen total mitgenommen, überrascht und einfach nur gefesselt. In „Die Stille zwischen den Sekunden“ geht es um Mara, die nur knapp einem Bombenattentat in der U-Bahn entgangen ist. Während alle in ihrem Umfeld kein anderes Thema zu haben scheinen, hat sie jedoch ganz andere Sorgen: ihre beste Freundin Sirîn, welche Ärger zu Hause hat und sich nicht mehr meldet. Sie setzt alles daran, um Sirîn zu helfen und bekommt dabei unerwartet Unterstützung von Chriso, in den Mara verliebt ist.
    Wow, einfach nur wow! Ich weiß gar nicht, wie ich den Sog, den das Buch entfaltet hat auch nur annähernd beschreiben soll, um ihm gerecht zu werden. Die Geschichte startet direkt mit dem Bombenanschlag und zieht sich dann weiter über das Alltagsleben von Mara, in welchem es drunter und drüber geht. Das Buch spielt ein raffiniertes Spiel mit dem Leser, welches sich ihm aber erst am Ende eröffnet und dann erscheint die ganze Geschichte in einem komplett anderen Licht. Ich jedenfalls war kurz vor Ende wirklich sprachlos.
    Ich denke, der einnehmende Sog hat auch viel mit dem grandiosen Schreibstil und dem ansprechenden Aufbau des Textes zu tun. Der Schreibstil von Tania Witte hat mir unglaublich gut gefallen, denn er ist jugendlich frisch und hat mir Maras Art zu denken sehr nahe gebracht. Es gibt Ausdrücke der Jugendsprache, aber dennoch rutschte es nicht zu sehr ab in die Umgangssprache. Zudem wird der Text immer wieder durch Whatsapp- oder Instagram-Nachrichten aufgelockert, was ich richtig klasse fand und womit ich erst überhaupt nicht gerechnet hatte. Diese Mischung aus Text und Nachrichten in Kombination mit der einnehmenden Sprache haben mich geradezu an die Seiten gefesselt. Ich habe dieses Buch unglaublich schnell gelesen, so schnell, dass ich gar nicht merkte, wie ich auf den letzten Seiten ankam!
    Bei der Handlung möchte ich eigentlich gar nicht so viel verraten, außer dass ich ihr total auf den Leim gegangen bin. Ich verfolgte gespannt Maras Anstrengungen, Kontakt zu ihrer besten Freundin Sirîn, welche Hausarrest inklusive Handy- und Laptop-Verbot hat, aufzunehmen. Zudem setzt sich Mara mit ihren Schulkameraden und ihrem Schwarm Chriso auseinander. All diese Ereignisse verfolgte ich voller Neugier und total ahnungslos…bis im letzten Drittel auf einmal die sprichwörtliche Bombe platzt und Mara etwas gesagt wird, das alles in einem komplett anderen Licht dastehen lässt und das zumindest mir die Augen geöffnet hat. Ab diesem Moment intensivierte sich der ohnehin schon starke Lese-Sog und ich musste einfach wissen, was nun die Wahrheit ist. Dieser Twist am Ende war total schockierend! Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich ein wenig gefragt habe, wieso es nun Chriso war, der Mara schlussendlich auch auf die Erkenntnis gebracht hat und nicht beispielsweise ihre Mutter, eine Psychologin.
    Als gelungen empfand ich auch den kulturellen Aspekt, der durch die Geschichte von Sirîn in das Buch eingebracht wurde. Mara hat Angst, dass Sirîn von ihren Eltern zurück in Sicherheit, in ihr Heimatland gebracht wird. Dabei verdeutlicht sie in ihren Gedanken den kulturellen Unterschied und regt den Leser so zum Nachdenken darüber an. Ich empfand Maras Ängste diesbezüglich auch als sehr greifbar und verständlich und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich konnte mich auch mit ihr identifizieren, da sie ein ruhiges, nachdenkliches Mädchen ist. Mein Highlight war tatsächlich Chriso, welcher durch das Ende noch einmal in einem ganz anderen Licht erschienen ist. Er hat mir wohl mein Herz geraubt…
    Fazit
    Ich weiß gar nicht, welche Worte ich wählen soll, um zu sagen, dass dieses Buch unbedingt gelesen werden sollte. Von jedem! Vor allem solchen Lesern, die sich gerne überraschen lassen. Und solchen, die gerne komplett in eine Geschichte gesogen werden. „Die Stille zwischen den Sekunden“ ist ein raffiniertes Spiel, dessen Ende die gesamte Geschichte in einem anderen Licht darstellt. Ich war komplett ahnungslos, bis kurz vor Schluss etwas gesagt wurde, das mich eiskalt erwischt hat. Das Buch übt dabei vor allem durch den genialen, einnehmenden Schreibstil von der ersten Seite an einen Sog aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Dieses Buch ist für mich der Inbegriff eines Lese-Sogs der Extraklasse! Es hat mich atemlos zurückgelassen!
    5 von 5 Sternen!
    Reihen-Infos
    Einzelband
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Die Stille zwischen den Sekunden

    Die schlimmen Nachrichten scheinen sich immer „sonst wo“ abzuspielen, bis Mara selbst plötzlich nur knapp einem tödlichen Bombenattentat in der U-Bahn entgeht. Seitdem erhält sie besondere Aufmerksam in der Schule, was sie aber gar nicht möchte. Zwar kommt sie so auch in Kontakt mit ihrem Schwarm Chriso, aber aktuell beschäftigt sie fast nur die Frage, warum ihre Freundin Sirîn sich fast gar nicht mehr bei ihr meldet – ob ihre Familie sie von Mara abgrenzt?
    Die Kurzbeschreibung des Jugendbuches, welches im Rubikon Verlag als Hörbuch erschienen ist, versprach Spannung oder Action. Leider trifft dieses auf den Roman nur sehr bedingt zu. Die erste Hälfte ist typisches Teenie-Gehabe mit Gesprächen unter Freundinnen, Schwärmerei für Jungs etc. Nichts, was hervorsticht. Dann bekommt man eine Ahnung, was zu dem beinahe konsequenten Kommunikationsbruch der beiden Mädchen führt, ist kurz angefixt, aber dann wird die Ahnung eine Überzeugung und trotzdem braucht es bis zum Ende des Buches, bis die Auflösung tatsächlich da ist – obwohl man es schon längst weiß. Die „Ungewissheit des Hörers“, die jedoch nicht ungewiss ist, wird leider auf eine anstrengende Art und Weise bis zum Schluss getragen, so dass ich die ganze Zeit nur dachte „Nun sprecht es doch bitte endlich aus!“
    Die Basis des Romans stimmte eigentlich. Mara, die Ich-Erzählerin, fand ich authentisch und sympathisch. Sie ist ein typisches Durchschnittsmädchen aus Deutschland, ohne dieses abwertend zu meinen. Ihre Freundin Sirîn kommt aus einer muslimischen Familie, die bis zu gewissen Grenzen liberal ist. Die Protagonisten passten also, auch wenn ich Chriso nicht so überzeugend fand. Gut gefallen hat mir auch Uta Dänekamp, die Sprecherin des Hörbuches, die mit ihrer jungen Stimme gut zu Mara passt. Leider konnte mich das über die Story nicht hinwegtrösten.
    Fazit: Ich hatte mir eine interessantere Handlung, abseits des üblichen Teenager-Dramas erhofft. Kurz keimt dieses auch auf, aber wird dann durch lange Durchhänger in der Story wieder zunichte gemacht. Es war okay, um es zu hören, aber es war leider nicht meins.
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Ausgaben von Die Stille zwischen den Sekunden

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 296

E-Book

Seitenzahl: 329

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:05h

Besitzer des Buches 4

Update:

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