Alte Sorten

Buch von Ewald Arenz

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Alte Sorten

Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sally, kurz vor dem Abitur, will einfach in Ruhe gelassen werden. Sie hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Fragen hasst sie am meisten, vor allem die nach ihrem Aussehen. Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeit, die auf dem Hof anfällt, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine miss trau ischen Fragen. Liss bietet ihr an, auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Haus, in dem die frühere Anwesenheit anderer noch deutlich zu spüren ist, allein bewohnt? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher. Und erfahren nach und nach von den Verletzungen, die ihnen zugefügt wurden.
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Bewertungen

Alte Sorten wurde insgesamt 34 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • Ein ganz besonderer Roman über 2 starke Frauen, die sich finden - in verschiedenen Hinsichten!

    Cordi

  • Wow, die beiden Haupt-Charaktere sind wirklich besonders. Geht unter die Haut.

    Nilu

  • Sprachlich schön geschrieben, Handlungstränge interessant aufgebaut, leider Protagonistinnen ziemlich ähnlich

    Marie

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Alte Sorten

    Wow, was für ein Buch
    Und, wieder mal interessant wie unterschiedlich die Empfindungen doch sind.
    Für mich hat so ziemlich alles gepasst. Es hat mich mitgenommen und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Es war an so vielen Stellen sehr realistisch was Sally betrifft. Gerade diese verbalen Ausrutscher haben alles noch authentischer gemacht. Sie ist keine schwierige Jugendliche, sondern krank. Und es war an so vielen Stellen treffend beschrieben was da in einem passiert. Das zumindest ist bei mir angekommen.
    Die Vergangenheit von Liss zeigt einem auf wie man noch Misshandelt werden kann -> Psychische Gewalt. Zuerst der Vater dann der Mann.
    Unglaublich wie kraftvoll dieses Buch bei mir angekommen ist
    Aufjedenfall eine Leseempfehlung
    Von mir gibt es: 
    Zum Schluss noch was allgemeines zu Rezesionen. Hätte ich diese hier vor dem Buch gelesen, wäre das Buch mit Sicherheit nicht so bei mir angekommen oder evt garnicht erst gelesen worden.
    Diese Erfahrung hab ich 2 oder 3 mal gemacht. Das "schlechte" Rezesionen die Lust aufs Buch versaut haben. Oder extrem gute meine Erwartung so hoch angesiedelt haben das der Fall tief und hart war. Seit dem lese keine mehr vor dem Buch
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  • Rezension zu Alte Sorten

    Original : 2019
    Ich ärgere mich über die Floskel des Klappentextes:
    «Sally und Liss: zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten ...»
    Das schwimmt ja nur so an der Oberfläche, denn schon bald ist klar, wie verwandt beide in vielen Dingen auch sind. Zwar stehen sie an verschiedenen Lebenspunkten – also doch unterschiedlich ? - doch zumindest Liss erkennt sich schnell in der aufbrausenden Sally wieder. Denn in ihrer Jugend war sie ähnlich aufmüpfig. Den beiden « Lebenseinstellungen » sind nahezu eigene Sprachgebräuche zugeordnet. Und da läßt sich Arenz meines Erachtens etwas leichtfertig gehen, biedert sich nahezu beim « coolen » Leser an, indem er als 54-jähriger Autor hier oft eine Pseudo-Aufbraus-Sprache benützt, nahe dran am Vulgären. Das paßt irgendwie nicht rein. Für mich. Und ärgert mich. Es wirkt dann fast gekünstelt « jugendstilmäßig ». Hätte r das anders lösen können?
    Was mir wiederum sehr gefallen hat ist die Einbindung in das alltägliche Leben auf einem Weingut und kleinen Bauernhof : die Wohltat, seine Hände in der Erde zu haben, sich zu vererden ! Und die einfachen Handgriffe zu verinnerlichen. Das ist wirklich toll.
    Insgesamt kommt das Buch bei mir zu dreieinhalb bis knappen vier Sternen.
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  • Rezension zu Alte Sorten

    Ich kann mich den allgemeinen Begeisterungsstürmen nicht so ganz anschließen und bin sogar etwas überrascht, dass der "anspruchsvolle" Büchertreff-Block so darauf abfährt. Sicher, "Alte Sorten" ist in recht ansprechender Sprache verfasst, auch wenn diese immer wieder durch Sallys Ausbrüche unterbrochen wird, aber unter dem Strich gibt die Geschichte für mich jetzt nicht so viel her als dass ich mich zu einer höheren Bewertung durchringen könnte. Zwei unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander und stellen fest, dass es doch so einiges gibt, das sie verbindet. Das ist nicht gerade neu. Die beiden Protagonistinnen sind im übrigen so ziemlich die einzigen Personen, von denen die Handlung bestimmt wird. Andere Charaktere kommen so gut wie nie vor bzw. werden zu absoluten Randfiguren degradiert, was mir im Nachhinein erst so richtig auffällt, ich aber ziemlich interessant finde. Vom Hocker konnten mich Sally und Liss aber nicht reißen und zu beiden konnte ich nicht wirklich einen Bezug herstellen. Waren sie doch auch ziemliche Stereotypen, vor allem die magersüchtige, wütende, ritzende Sally ist schon ziemlich aus dem Baukasten für schwierige Jugendliche. Am Schönsten fand ich die Beschreibungen des Bauernhofs, der alten Gerätschaften und dem Ablauf der Arbeiten. Da kam für mich die meiste Idylle auf und da gerieten dann auch die eher unspannenden Charaktere in den Hintergrund. Die wilde Birnengarten, das Ernten der Trauben, die Lokomobile...das waren meine Highlights.
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  • Rezension zu Alte Sorten

    Liss ist über vierzig und bewirtschaftet ganz allein einen Hof mit Weinbergen, Obstgarten und Waldstück. Im Dorf ist sie nicht gerade beliebt, nur die alte Anni, die sie schon aus ihrer Kindheit kennt, spricht überhaupt noch mit ihr. Doch dann taucht eines Tages die 17-jährige Sally auf. Frisch aus einer Klinik ausgerissen, in der sie wegen einer Essstörung und Selbstverletzung behandelt wurde, ist sie voller Wut auf die Welt und vor allem auf die Erwachsenen. Als die beiden Frauen sich begegnen, scheint es wie Schicksal, denn Liss ist die erste, die Sally nicht ständig kontrollieren will und auch sie scheint umgekehrt etwas in Liss auszulösen.
    Ewald Arenz gelingt es, mit "Alte Sorten" den Spätsommer vor meinen Augen zum Leben zu erwecken, seine Sprache ist sehr metaphorisch und bildhaft und dennoch einfach. Liss' Leben auf dem Hof erscheint zunächst idyllisch und voller Freiheit, mit ihrer ruhigen Art bringt sie auch Ruhe in die Handlung und vor allem in Sallys Alltag. Endlich ist da jemand, der sich ihren Wutanfällen stellt und der sie einfach nur sie selbst sein lässt. Betrachtet man diese beiden Frauen ein wenig genauer, so wird schnell deutlich, dass sie sich ähnlicher sind als zunächst gedacht. Beim gemeinsamen Arbeiten nähern sie sich an und wir erfahren, dass Liss in Sally ihr jüngeres Ich erkennt. Die beiden harmonieren miteinander, doch ewig wird ihre Gemeinschaft so nicht weiter bestehen können. Schließlich sind da noch Sallys Eltern und Liss' Vergangenheit, die sie einzuholen droht.
    Was wie eine nette Geschichte über das Landleben beginnt, entwickelt sich im Verlauf der Handlung zu einer tiefgründigen Mahnung daran, was geschieht, wenn junge Menschen sich nicht frei entwickeln dürfen, wenn sie wie ein Obstbaum stur in eine Richtung gebunden werden. Und während am Anfang noch Sally diejenige ist, die Liss' stumme Unterstützung zu brauchen scheint, ist sie es letztendlich, die wichtige Gedanken und Veränderungen bei Liss anstößt und erkennt, wie es hinter deren starker Fassade wirklich aussieht. Auch das - für mich - Fazit dieses tollen Romans zieht Sally selbst: Manche Wunden werden sich niemals vollständig schließen, aber auch wenn sie schief zusammenwachsen und manchmal schmerzen, lohnt es sich, ihnen die Zeit zum Heilen zu geben.
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  • Rezension zu Alte Sorten

    Die siebzehnjährige Sally ist wütend auf die Welt, auf alle, die ihr vorschreiben wollen, was sie zu tun hat. Aber sie ist auch wütend auf sich selbst. Dann begegnet sie Liss. Die ältere Frau fragt sie, ob sie mal eben helfen kann, den Anhänger des Traktors aus dem Graben zu ziehen. So eine einfache Frage wirft Sally etwas aus der Bahn. Ansonsten stellt Liss keine Fragen zu Sally als Person, sondern bietet ihr an, auf ihrem Hof zu übernachten. Es bleibt nicht bei einer Nacht. Liss lebt sehr zurückgezogen und spricht nicht über sich selbst. Doch die Frauen arbeiten gemeinsam und kommen sich näher.
    Dieses Buch habe ich inzwischen schon zweimal gelesen und es hat mich wieder gepackt. Die Sprache ist schnörkellos und doch einnehmend.
    Sally ist abgehauen, weil sie es satt hat, immer die Erwartungen der anderen erfüllen zu sollen. Ihre eigenen Wünsche bleiben dabei auf der Strecke. Das macht sie wütend und hilflos. Sie fühlt sich unverstanden. Dann trifft sie auf Liss, eine Frau, die in sich ruht, aber auch ihre Verletzungen davongetragen hat. Liss hat keine Erwartungen an Sally, sie stellt keine Fragen. Sie nimmt Sally, wie sie ist. Beim gemeinsamen Arbeiten erfährt Sally, dass Bäume in den Himmel wachsen dürfen und die alten Sorten Birnen aussehen dürfen wie Eier. Nichts muss, alles kann.
    Obwohl beide Frauen die andere nichts fragen, kommen sie sich näher und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Irgendwann fühlt Sally sich zugehörig und es fühlt sich richtig und gut für sie an.
    Es ist eine wunderschöne emotionale Geschichte über zwei verletzliche, aber auch starke Frauen, die erfahren, dass mehr in ihnen steckt, als sie selbst erkannt haben.
    Ich liebe dieses Buch und werde es sicherlich noch öfter lesen. Absolute Leseempfehlung!
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  • Rezension zu Alte Sorten

    Auch ich habe diesen Roman gern gelesen, aber aufgrund der begeisterten Rezis vielleicht zu hohe Erwartungen gehegt.
    Hinsichtlich der vielen Details zur einerseits entschleunigten, aber dennoch pausenlos mit Arbeit erfüllten bäuerlichen Lebensweise bin ich völlig auf meine Kosten gekommen - die Details zur Kartoffelernte, Bienenhaltung und Birnenvergeistigung habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Auch die spezielle Mentalität einer in traditionellen Bahnen denkenden Dorfgemeinschaft wurde auf interessante Weise angedeutet.
    Auf der anderen Seite jedoch waren mir die Charaktere zu flach angelegt, die Parallelen der beiden Hauptfiguren wurden vor allem im ersten Teil des Buches für meinen Geschmack viel zu plakativ präsentiert. Hier hätte es dem Roman meiner Ansicht nach gut getan, wenn der Autor sich mehr Zeit genommen hätte, diese Parallelen, aber auch die Unterschiede in Wesen und Entwicklung der beiden Frauen langsamer zu entwickeln und zu zeigen, statt sie nur zu behaupten. Diesen Aspekt habe ich ungefähr ab der zweiten Hälfte des Buches als gelungener wahrgenommen.
    Vielleicht hatte der Roman es auch ein bisschen schwer bei mir, weil eine ähnliche Grundidee mit zwei Frauen aus verschiedenen Generationen, die eine Art Familie ineinander finden, bereits von Dörte Hansen in „Altes Land“ sehr subtil und vor allem vielschichtiger als hier umgesetzt wurde.
    Dennoch schöne .
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Ausgaben von Alte Sorten

Taschenbuch

Seitenzahl: 256

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

E-Book

Seitenzahl: 257

Hörbuch

Laufzeit: 00:07:14h

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