Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
Buch von Matt Haig, Sophie Zeitz
Titel: Mach mal halblang. Anmerkungen zu uns...
Matt Haig (Autor) , Sophie Zeitz (Übersetzer)
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783423219389
Termin: Juli 2021
Aktion
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Kurzmeinung
Enigmae kurze und bedeutungsvolle Kapitel mit großartigen Tipps zum (Über)leben auf diesem nervösen Planeten -
Kurzmeinung
Ambermoon Ein wunderbares Buch mit Humor und Ironie über Reizüberflutung und wie man dieser entgeht
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran? Wir leben in einem Zeitalter der Ängste und der überdrehten Schnelligkeit. Man könnte meinen, unsere gesamte Lebensweise wäre darauf ausgerichtet, uns ins Unglück zu stürzen. Der Life-Overload hat uns fest im Griff. Aber: Können wir etwas dagegen tun? Matt Haig beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die lärmende Außenwelt unser Denken beherrscht und wie wir uns zur Wehr setzen können. Es geht um große und kleine Dinge, um Weltpolitik, Gesundheit, Smartphones, Social Media, Sucht, Vernetzung. Ein Buch, das uns alle angeht und das uns unserer eigentlichen Aufgabe wieder ein wenig näherbringt: dem Menschsein.
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Bewertungen
Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,6 Sternen.
Meinungen
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kurze und bedeutungsvolle Kapitel mit großartigen Tipps zum (Über)leben auf diesem nervösen Planeten -
Ein wunderbares Buch mit Humor und Ironie über Reizüberflutung und wie man dieser entgeht -
Schonungslos offen und unglaublich Mut machend. Hervorragend gelesen von Christoph Maria Herbst.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
- Ambermoon
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16. Juni 2019 um 17:17
Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran?Weiterlesen
Wir leben in einem Zeitalter der Ängste und der überdrehten Schnelligkeit. Man könnte meinen, unsere gesamte Lebensweise wäre darauf ausgerichtet, uns ins Unglück zu stürzen. Der Life-Overload hat uns fest im Griff. Aber: Können wir etwas dagegen tun? Matt Haig beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die lärmende Außenwelt unser Denken beherrscht und wie wir uns zur Wehr setzen können. Es geht um große und kleine Dinge, um Weltpolitik, Gesundheit, Smartphones, Social Media, Sucht, Vernetzung. Ein Buch, das uns alle angeht und das uns unserer eigentlichen Aufgabe wieder ein wenig näherbringt: dem Menschsein...(Klappentext)
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"Wir können über ALLES nachdenken. Und wenn wir nicht aufpassen, tun wir es irgendwann auch. Vielleicht müssen wir manchmal einfach mutig genug sein, alle Programme auszuschalten, damit wir uns selbst wieder anschalten können. Herunterfahren, um neu zu starten."
(S. 31)
Die Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert und zwar schnell und vor allem laut. Dadurch wurde auch das Leben schneller und auch lauter. Die Erwartungen von außen wurden höher, man verlangt aber auch von sich selbst schneller und besser zu werden, denn das wird uns ja von überall vor die Nase geknallt - TV, Zeitungen, das Web und seine Social-Media-Kanäle, in denen wir uns rumtreiben und auch diese wurden schneller, besser und vor allem ebenso lauter. Wir hetzen hechelnd hinterher, denn das muss doch so sein, oder? Immerhin sagen DIE es uns ja. Was dabei jedoch häufig auf der Strecke bleibt ist die Menschlichkeit und ich spreche hier nicht von Nächstenliebe, etc.
Wir sind keine Roboter oder Cyborgs die unbegrenzt voller Elan alles geben können und die dabei kein Limit kennen. Irgendwann hat jeder von uns sein Limit erreicht, doch zugeben möchte das keiner, denn immerhin darf das nicht sein. Andere schaffen es auch - die, die sich in unserer Timeline unserer Social-Media-Kanälen tummeln und mit denen man sich austauscht, wenn man gestresst von der Arbeit oder vom Leben allgemein ist. Hier möchte man sich ablenken, etwas runterkommen und was passiert? Man ist danach eventuell noch gestresster, da alle anderen es scheinbar gebacken bekommen, nur man selbst nicht.
Mit sich selbst beschäftigt sich fast niemand mehr, keiner hört mehr auf die Signale seines Körpers oder seiner Psyche, und wenn wird eben mal auf Twitter oder Facebook nachgefragt. Stille und Ruhe? Fehlanzeige. In sich hineinhören? No and never, denn dann müsste man sich ja mit sich selbst beschäftigen, so richtig meine ich und außerdem - irgendjemand wird's sicher besser wissen.
Irgendwann kracht es dann anständig, man ist auf dem Boden, kommt nicht mehr hoch und fragt sich - WARUM?
"Wie oft wünschen wir uns, der Tag hätte mehr Stunden. Dabei wäre das nicht die Lösung des Problems. Denn wir haben nicht zu wenig Zeit. Wir haben nur von allem anderen zu viel."
(S. 87)
Nun gibt es diesbezüglich schon unzählige Ratgeber - Ratgeber, um sich selbst zu entschleunigen, sich selbst und die Ruhe zu fineden. Warum also dann noch einen lesen und wenn, wieso gerade diesen hier von Matt Haig? Ganz einfach - weil es niemand auf so sympathische und humorvolle Art macht wie er und vor allem weiß er aus eigener Erfahrung von was er spricht.
Matt Haig leidet an Depressionen mit Angststörung und erzählt uns wie er es aus diesem Loch geschafft hat, bzw. immer wieder schafft.
Dieses Buch ist im Grunde auch kein richtiger Ratgeber, denn Matt Haig vollführt hier einen wahren Seelen- und Gefühls-Striptease und lässt uns Leser in seine Gedanken und vor allem seine Erkrankung blicken. Es liegt einem hier ein wahrer Erfahrungsbericht in den Händen, welcher tolle Denkanstöße und kleine, wie auch große Inputs enthält.
Dies erfolgt in gewohnt flüssigem Schreib- und lockeren Erzählstil, der nicht nur ruhige und ernste Töne anschlägt, sondern auch Ironie und Humor beinhaltet und vor allem nicht mit erhobenem Zeigefinger herumfuchtelt (auf so etwas reagiere ich persönlich ja besonders ablehnend).
Dabei geht der Autor auf verschiedene Themen ein, welche permanent auf uns einprasseln und uns somit auch permanent beschäftigen, wie z.B. Schönheitsideale, Social Media, die täglichen Nachrichten mit ihren Horrorereignissen, Politik, unsere Bewertungskultur, natürlich auf unseren täglichen Begleiter - das Smartphone und vor allem auf die Psychosomatik.
">>In der Natur<<, schreibt Alice Walker, >>ist nichts perfekt und alles ist perfekt. Bäume können noch so krumm sein und seltsam geformt, aber sie sind immer schön.<<"
(S. 71)
Manchmal scheint es der Autor jedoch mit dem Aufzählen verschiedener Eindrücke, Denkanstößen und Fakten zu übertreiben. Dies erstreckt sich manchmal über ein ganzes Kapitel und auch wenn diese dann bloß zwei Seiten betragen, war es mir dann doch irgendwann zu nervig und ich habe so manches nur quer gelesen. Das ist jedoch Meckern auf äußerst hohem Niveau
Fazit:
Dies ist ein wunderbares und auch humorvolles Buch wie man in dieser chaotischen Welt Reizüberflutungen entgeht, aus Depressionen, Angststörungen immer wieder herausfindet und sich wieder auf sich selbst und somit auf die Menschlichkeit besinnt. Ich bin absolut nicht der Typ für Burn-Out oder dergleichen, aber selbst mir wurden die Augen geöffnet und selbst ich habe daraus sehr viel für mich mitnehmen können.
Dieses Buch ließ mich zustimmend nicken, nachdenklich an meinem Kaffee nippen und auch schmunzeln.
Für alle die in dieser chaotischen Welt wieder zu sich selbst finden , sich ihrer Menschlichkeit wieder bewusst werden wollen und für alle die einfach nur die Ruhe suchen.
© Pink Anemone (inkl. Leseprobe, persönl. Gründe für die Buchbestellung, Autoren-Info und Bilder)
"Schluss mit Selbstvorwürfen, weil du neben der Spur bist. Das Universum ist auch in keiner Spur. Galaxien treiben wild herum. Du bist einfach nur im Einklang mit dem Kosmos."
(S. 302) -
Rezension zu Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
- Aleshanee
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22. April 2019 um 07:50
VerlagsinfoWeiterlesen
Sind Sie schon durchgedreht oder arbeiten Sie noch daran?
Wir leben in einem Zeitalter der Ängste und der überdrehten Schnelligkeit. Man könnte meinen, unsere gesamte Lebensweise wäre darauf ausgerichtet, uns ins Unglück zu stürzen. Der Life-Overload hat uns fest im Griff. Aber: Können wir etwas dagegen tun? Matt Haig beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie die lärmende Außenwelt unser Denken beherrscht und wie wir uns zur Wehr setzen können. Es geht um große und kleine Dinge, um Weltpolitik, Gesundheit, Smartphones, Social Media, Sucht, Vernetzung. Ein Buch, das uns alle angeht und das uns unserer eigentlichen Aufgabe wieder ein wenig näherbringt: dem Menschsein.
Meine Meinung
"Notes on a Nervous Planet" ist ein wirklich passender Titel, denn es wirkt vom Aufbau her wirklich wie ein Notizbuch, in das Matt Haig alles notiert hat, was ihn zu diesem Thema über die Zeit hin durch den Kopf gegangen ist. Ich hab mir auch unzählige Textstellen markiert, mit denen ich mir sicher hin und wieder einiges in Erinnerung rufen werde!
Ich weiß, momentan boomen die Bücher zu dem Thema: Stressabbau, Schnelllebigkeit, Achtsamkeit und mehr Besinnung auf "weniger Konsum" und "mehr leben" - aber ich lese nichts darüber, weil mir vieles davon einfach schon klar ist. Da ich von dem Autor aber schon einige tolle Bücher gelesen habe war ich neugierig, was er dazu zu sagen hat. Es gab nichts wirklich neues für mich und durch den Rundumschlag an Themen hat er vieles nur angekratzt. Genau richtig für diejenigen, die sich vor Augen führen möchten, wo es in ihrem Leben haken könnte.
Außerdem ist er selbst betroffen von Angststörungen und Depressionen und ich bin wieder überrascht, wie offen er damit umgeht und wie gekonnt er auch in Worte fassen kann, was das alles für ihn wie auch für andere im Leben bedeutet. Vor allem auch grade im Bezug auf unsere Gesellschaft, wie sie sich zu einer fortschreitenden Menge mit Siebenmeilenstiefeln entwickelt hat, die über alles hinwegtrampelt, ohne zu sehen, was sie hinter sich lässt.
Er nimmt hier auch immer wieder Bezug auf psychische Krankheiten, die noch immer viel zu wenig ernst genommen werden. Körperliche Symptome werden sofort anerkannt, psychische Probleme klein geredet - dabei sollte eigentlich klar sein, dass das immer zusammenhängt und sollten aufhören, das eine vom anderen zu trennen.
Aber es geht vor allem um die Gegenwart, um das Jetzt, denn das ist es ja, was wir kaum noch wahrnehmen. Dabei ist das Jetzt gerade das wichtige, der Moment, in dem wir etwas erleben, den wir mit allen Sinnen spüren sollten. Was man nicht immer möchte, grade wenn es einem nicht gut geht und was macht man dann? Man lenkt sich ab. Das mach ich auch, aber bringen tut es im Endeffekt nichts. Denn man lenkt sich von sich selber ab und so schwer es auch scheint: wenn man lernt, sich so zu sehen wie man ist und sich zu akzeptieren, fühlt es sich extrem befreiend an.
Gerade das wird uns aber ständig eingeredet: dass wir nicht "vollständig", nicht "richtig" sind: zu dünn, zu dick, zu arm, zu reich, zu langweilig, zu selbstbewusst, zu dumm, zu überheblich usw. aber das sind Bilder aus der Welt von anderen, nicht unsere eigenen - und auf die kommt es an. Wenn man zufrieden ist mit sich selbst, kann einen nichts mehr so runterziehen. Das ist natürlich nicht einfach, Werbung und Nachrichten tun ihr übriges, um uns ein verzerrtes Bild zu zeigen. Sich davon abzugrenzen, grade auch was die sozialen Medien betrifft, ist oft ein innerer Kampf, aber es lohnt sich, sich ihm zu stellen.
Auch die Grübelei darüber, was man alles hätte tun und erleben können täuscht uns darüber hinweg, was wir schon erlebt haben und hält uns davon ab die Dinge und Gefühle zu genießen, denen wir tagtäglich begegnen. Das ständige Schüren von Ängsten, was uns überall begegnet, manipuliert uns uns lässt uns nicht sehen, das gleichzeitig auch so viel gutes in der Welt passiert.
Dazu gehört auch das Loslassen, denn Kontrolle ist eine Illusion. Wir haben keine Kontrolle über das, was passiert - das kann einem Angst machen, kann einen aber auch entlasten, frei machen von zu viel Verantwortung darüber, was wir einfach nicht ändern können. Nur an uns selbst können wir etwas ändern und es ist selbstverständlich, Fehler zu machen oder auch seine Vorstellungen zu ändern ... das macht uns zu Menschen und nicht zu Robotern.
Matt Haig erwähnt hier auch das Experiment, das wissenschaftliche Belege dafür ergeben hat, dass die Natur gut ist für Körper uns Seele. Dafür braucht man Belege? Ernsthaft?
Er findet aber auch wunderbare Worte über das Lesen von Büchern - das ja oft als Flucht vor der Realität gesehen wird. Aber es kann auch ein Weg zur Wahrheit sein, zur Wahrheit über einen selbst!
Ich hab in diesem Buch nicht viel neues erfahren, aber ich konnte mir wieder viele kleine, aber wichtige Dinge bewusst machen, die ich immer wieder vernachlässige oder vor mir hergeschoben habe. Außerdem schreibt Matt Haig super sympathisch, offen, manchmal ernst, aber auch mit Humor, was das ganze zu einem positiven Blick auf die Zukunft macht. Eine Zukunft, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Denn jeder schafft sich seine eigene Welt und am besten schafft er sie sich so, wie er sie gerne möchte.
Nach den Hoffnungen und Forderungen anderer zu leben ist nicht MEIN Leben, deshalb lasst euch nichts einreden und seht euch selbst als etwas besonderes, als einzigartig.
Mein Fazit: 4 Sterne
© Aleshanee
Rezensionen zum Hörbuch
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Rezension zu Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
- Hirilvorgul
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2. Mai 2019 um 21:55
Kurzbeschreibung:Weiterlesen
Wir leben in verwirrenden Zeiten. Wir sind stärker vernetzt als je zuvor – und fühlen uns einsam. Wir sind für alles verantwortlich, von der Weltpolitik bis zu unserem privaten Body Mass Index. Wir stehen unter Druck durch die Erwartungen, die wir und andere an uns stellen. Matt Haig gibt ganz persönliche und bewegende Antworten darauf, wie es möglich ist, uns wieder dem Kern unseres Daseins näherzubringen: dem Menschsein. (Quelle: Verlagswebsite)
Autor:
Matt Haig, geboren 1975 in Sheffield, hat bereits mehrere Romane und Kinderbücher veröffentlicht, die mit verschiedenen literarischen Preisen ausgezeichnet und in über dreißig Sprachen übersetzt wurden. In Deutschland bekannt wurde er mit dem SPIEGEL-Bestseller ›Ich und die Menschen‹. Außerdem sind in Deutschland erschienen: ›Die Menschen von A bis Z‹ und ›Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben‹, ›Ein Junge namens Weihnacht‹, ›Das Mädchen, das Weihnachten rettete‹. (Quelle: Verlagswebsite)
Sprecher:
Christoph Maria Herbst, geboren 1966 in Wuppertal, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Bankkaufmann, bevor er sich für die Schauspielerei entschied. Es folgten Theaterengagements, u. a. am Stadttheater Bremerhaven, am Metropoltheater München und am Hebbel Theater Berlin. Zuletzt stand er bei den Nibelungenfestspielen Worms als Hagen für Das Leben des Siegfried und in Berlin für das Stück "Männerhort" (beides 2009) auf der Bühne. Er agierte von 2002 bis 2004 bei Anke Engelkes "Ladykracher", wofür er seinen ersten Deutschen Comedypreis als bester Nebendarsteller erhielt. Für seine Titelrolle in "Stromberg" wurde er mit vier weiteren Comedypreisen, 2005 mit dem Bayerischen Fernsehpreis, 2006 mit dem Adolf-Grimme-Preis und 2007 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. (Quelle: Verlagswebsite)
Allgemeines:
Hörbuch erschienen beim Hörverlag im April 2019.
Laufzeit 5h 43 min, ungekürzte Lesung. Gelesen von Christoph Maria Herbst.
Printversion erschienen bei dtv Paperback. Original „Notes on a nervous planet“ wurde übersetzt von Sophie Zeitz.
Meine Meinung:
Was mich an diesem Hörbuch am meisten überrascht hat, war die Tatsache, wie offen Matt Haig mit seiner eigenen psychischen Erkrankung umgeht. Und im Licht dieser Tatsache verliert die Story alles, was man ihr an erhobenem Zeigefinger vielleicht unterstellen könnte. Ganz im Gegenteil macht es jeden Hinweis auf krankhafte ständige Erreichbarkeit, auf die Jagd nach Klicks und Likes einfach nur glaubhaft und überzeugend. So viele Denkanstöße, so viele gute Ideen, so viele „Anweisungen“ zum Handeln in nur knapp 6 Stunden Hörzeit… Mich hat dieses Buch tief berührt und (zumindest im Moment noch) zu einer Änderung meiner aus dem Ruder gelaufenen Gewohnheiten geführt. Wer kennt das nicht? Man will nur eben kurz etwas nachschauen und merkt plötzlich, dass schon wieder eine Stunde drauf gegangen ist, beim Recherchieren und Surfen und Klicken. Und dann ärgert man sich, weil man ja eigentlich noch so viele andere Dinge zu erledigen hat.
Anderes Beispiel: selbst wenn man nicht dem Schönheitswahn erliegt, ertappt man sich doch dabei, dass einem der Blick in den Spiegel nicht gefällt. An dieser Stelle sollte man einmal kurz innehalten und sich fragen, ob man sich mit seinen eigenen Augen oder denen anderer sieht. Christoph Maria Herbst liest Haigs ureigene Story ganz wunderbar unaufgeregt. Der tiefschwarze Humor, der einigen anderen Büchern des Autors anhaftet, fehlt hier völlig. Matt Haig erklärt auch, woran das liegt und Herbst versteht es, jeglichen Zynismus aus seiner Stimme zu verbannen. Großartig!
Ich vergebe für viele gute Gedanken und empfehle dieses Hörbuch allen, denen die Geschwindigkeit unseres Lebens ab und an zu hoch ist und die der Drang zur Selbstdarstellung in den sozialen Medien auf die Nerven geht.
Fazit:
Schonungslos offen und unglaublich Mut machend. Hervorragend gelesen von Christoph Maria Herbst.
Ausgaben von Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten in anderen Sprachen
Besitzer des Buches 19
Update: 27. Januar 2026 um 20:39






