Der Patriot

Buch von Pascal Engman

  • Kurzmeinung

    Tefelz
    Spannend und mit einem brisanten aktuellen Thema versehen
  • Kurzmeinung

    mapefue
    Voller Klischees, nur im Altpapiercontainer entsorgen

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Patriot

»Der Plot fühlt sich erschreckend real an... Ein unglaublich spannender Thriller.« Expressen Der Mord an einer Journalistin versetzt die schwedischen Nachrichtenredaktionen in Alarmbereitschaft. Massive Drohungen gegen Vertreter der sogenannten »Lügenpresse« sind längst an der Tagesordnung, doch nun macht ein rechtsextremer Serienkiller ernst und hinterlässt in den Zeitungsredaktionen seine blutige Spur. Bis sich ihm August Novak entgegenstellt - ein hochgefährlicher Gegenspieler, der zum Äußersten entschlossen ist. In Stockholms Zeitungsredaktionen regiert die Angst. Drohungen gehören zum Alltag, populistische Meinungsmacher verschärfen die aufgeheizte Stimmung noch. Als eine junge Journalistin, die strikt für Meinungsfreiheit eingetreten ist, kaltblütig ermordet wird, werden die schlimmsten Befürchtungen plötzlich real. Nur Madeleine Winther, eine junge aufstrebende Nachrichtenredakteurin, bleibt davon merkwürdig unberührt und plant stattdessen ihre nächsten Schritte auf der Karriereleiter. Doch auch sie muss sich der Realität stellen, denn es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Der Täter, Carl Cederhielm, will Rache nehmen an allen, die dazu beitragen, dass seine Heimat Tag für Tag von Flüchtlingen überschwemmt wird. Sein Ziel sind die Medien, und gemeinsam mit zwei Gleichgesinnten eröffnet er die Jagd auf Journalisten. Es scheint, dass niemand die schwedischen Terroristen aufhalten kann. Doch dann taucht ein neuer Akteur auf der Bildfläche auf, der zum Äußersten entschlossen ist.
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Bewertungen

Der Patriot wurde insgesamt 12 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

  • Spannend und mit einem brisanten aktuellen Thema versehen

    Tefelz

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    mapefue

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Patriot

    Als ehemaliger Journalist, benutzt Engman die Ängste der normalen Bevölkerung und weiß ganz genau wo er den Finger hinlegen muss, damit viele vielleicht eine Sympathie für den Mörder bekommen. Er spielt mit Klischees und verknüpft 2 Geschichten die zusammen führen mit einer Leichtigkeit und einer Flüssigkeit die mir gefällt.Ob er damit auf einen fahrenden Zug aufspringt und die allgemeine Hetze gegen Asylanten benutzt, wird sicherlich seinem Kalkül entsprungen sein, aber ohne es politisch zu bewerten, war der Thriller bis zum Schluß sehr gut zu lesen.
    Geschichte: Madeleine eine aufstrebende und überragende Klassenbeste, verdients sich ihre Sporen als Journalistin, die alle Methoden anwendet um aufzusteigen. Carl Cederhielm ein junger Mann aus gutem Hause, mit finanziellem Pech und als Looser verschrien, gefällt der aktuelle Zustrom der Asylanten nach Schweden überhaupt nicht und will auf seine Weise etwas dagegen unternehmen. August Novak , ehemaliger Fremdenlegionär und als Bodyguard für einen russischen Kriminellen , der in Chile seine Geschäfte tätigt möchte mit seiner jungen schwangeren Frau ein neues Leben beginnen, darf aber erst in 5 Jahren wieder nach Schweden einreisen, da eine frühere Straftat, dann erst verjährt sein wird. Auf der anderen Seite gibt es Ibrahim Chamsai ein Emigrant, der alles gegeben hat und als Taxifahrer arbeitet, damit seine Tochter als "Schwedin" integriert wird und studieren kann, versucht einfach über die Runden zu kommen. Als eine Journalistin ermordet wird, die immer Pro-Asylanten Berichte verfasst hat, beginnt eine Serie von Morden, bei der die Polizei im dunkeln tappt.
    Personen und Schreibstil:
    Es ist sehr flüssig und der Wechsel von den sehr gut dargestellten Personen klappt flüssig und macht immer Lust auf mehr. Die Kapitel sind kurz gehalten und der Überblick ist immer zu behalten. Sorgfältig herausgearbeitet verfolgen wir die Einzelgeschichten und man fragt sich, wie das ganze wohl am Ende zusammen kommen wird. Aktuelle Politik, Kritik an den Politikern in Schweden und auch die falsche Vorstellungen über Muslime, werden hier bunt gemischt und es bleibt jedem überlassen, sich ein Bild zu machen.
    Meinung:
    Auch wenn, wie gesagt, mit Klischees gespielt wird, handelt es sich trotz allem um ein sehr spannendes und bis zum Ende sich steigernden Thriller der überraschen kann und immer flüssig geschrieben ist. Auch nach dem Lesen, hat er mich weiter beschäftigt und eine Wut auf das System , den Killer und die Voreingenommenheit der Menschen zurückgelassen. Mutig zudem seinen Job aufzugeben um ein Buch zu schreiben. In Schweden anscheinend sehr erfolgreich besitzt er natürlich auch die skandinavische, spezielle Stimmung, die vielen Thrillern anlastet und mich sehr beeindruckt.
    Fazit:
    Für mich eine klare Empfehlung, aber das Thema ist speziell und hat sicherlich für viel Ärger gesorgt. Ich war auch wegen dem Ende eine Weile verblüfft und fand es sehr stark.
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  • Rezension zu Der Patriot

    DER PATRIOT von Pascal Engman ist ein Politthriller. Bei aller folgender Kritik muss man Engman für sein Erstlingswerk zugutehalten, dass er sich als ehemaliger Journalist einem sehr brisanten und gefährlichen Thema und einem Berufsumfeld gewidmet hat, dem er früher selber angehört hat.
    Engman hat in der Tradition seiner skandinavischen Krimikollegen, wie Jussi Adler Olsen oder Jo Nesbø ein aktuell brisantes Thema, wie z.B. 9/11 in NY oder die kriminelle Bettlerorganisation in Dänemark aufgegriffen: Eben das Flüchtlingswesen in Schweden, vereinfacht ausgedrückt: Aus der Sicht der Opfer und Täter. Beim Lesen merkt man, dass dieses Thema Engmann „unter den Nägeln gebrannt“ hat, es war ihm eine Herzensangelegenheit diesen Politthriller zu schreiben.
    Der Thriller mit seinen fast 470 Seiten lässt sich grob in vier Handlungsstränge gliedern:
    1. August,
    2. Ibrahim der Taxifahrer,
    3. Madelaine und
    4. Carl.
    Ein wesentliches Merkmal des PATRIOT ist seine exzessive Brutalität und ich vermute, dass Engman mit dieser massiven Häufung von Tötungen eine stilistische Verstärkung seiner Aussage gegangen ist. Für mich ist es eher abschreckend, dass jedes Problem mit einer „Kopfschuss“ gelöst werden kann. Zur Frage, wie realitätsnah oder ‐fern ist der PATRIOT? Da ich die übliche Klausel „...die beschriebenen Personen, Begebenheiten, Gedanken und Dialoge sind fiktiv“ nicht gefunden habe, nehme ich einen sehr hohen Realitätswert an. Das ist sehr erschreckend. Ticken Schweden oder die Schweden so?
    Aus meiner eigenen Erfahrung bei einem Aufenthalt in Ystad in Südschweden: Eine schwedische Familie (der Mann) wollte sich in einem Restaurant nicht von einer weißen Kellnerin (Mitteleuropäerin), die kein Schwedisch spricht bedienen lassen. Ihr Deutsch und Englisch reichten dem Mann nicht aus, sprechen doch alle Schweden von klein auf Englisch als Zweitsprache. Was macht die deutsche Gastronomie ohne die Massen aus China? Es gibt keinen Chinesen, der sich nur von einem Chinesen bedienen lässt.
    Alle Klischees der Rechtsextremisten werden bedient. Es liest sich wie ein Handout „Wie werde ich ein Rechtsextremist?“ Carl ist krank im Kopf. Carl ist ein aufrechter Schwede, er fährt einen VOLVO. Vielleicht sollte er wissen, dass VOLVO den Chinesen (gelb und schlitzäugig) gehört.
    Meine Kritik bezieht sich auf manch dumpfe Dialoge wie „... wir finden sie und bringen sie um“, „... in zwei Wochen haben wir mehr für dieses Land getan als jeder Politiker, ... aber ich muss kurz aufs Klo“, „... damit uns die Muslime nicht umlegen“, „...die letzten Tage waren für jeden Einzelnen aufreibend gewesen“ (Carl) Na das Killen kann einen schon aufreiben.
    Journalistentussis quatschen von Arbeiter- und Oberschicht. Sie glauben doch nicht etwa sie gehörten zur Oberschicht.
    Die arme Madeline ist völlig aufgelöst, und das kann einer (r)echten Schwedin nun mal passieren.
    Der Schluss bringt Spannung, aber das Ende ist wahrlich konstruiert. Der Held stirbt den Heldentot, wie in einer griechischen Tragödie.
    Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich ein Fan von skandinavischen Krimiautoren: Jussi Adler Olsen, Jo Nesbø, Hjorth&Rosenfeldt, Eva Maria Fredensborg ... Im Normalfall hätte ich das Buch nach 100 Seiten im Altpapiercontainer entsorgt. DER PATRIOT wird auch keinen Platz in meiner privaten Bibliothek finden, sondern ich werde das Buch in einer öffentlichen Buchsammlung „ablegen“.
    Kann das Buch nicht empfehlen. Denis Scheck würde das Buch über die schräge Rutsche in den Abfalleimer gleiten lassen, ich auch.
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  • Rezension zu Der Patriot

    Langweilig.
    Inhalt, gemäß Umschlaginnenseite:
    In Stockholms Zeitungsredaktionen regiert die Angst. Drohungen gehören zum Alltag, populistische Meinungsmacher verschärfen die aufgeheizte Stimmung noch. Als eine junge Journalistin, die strikt für Meinungsfreiheit eingetreten ist, kaltblütig ermordet wird, werden die schlimmsten Befürchtungen plötzlich real. Nur Madeleine Winther, eine junge aufstrebende Nachrichtenredakteurin, bleibt davon merkwürdig unberührt und plant stattdessen ihre nächsten Schritte auf der Karriereleiter. Doch auch sie muss sich der Realität stellen, denn es bleibt nicht bei diesem einen Opfer. Der Täter, Carl Cederhielm, will Rache nehmen an allen, die dazu beitragen, dass seine Heimat Tag für Tag mit Flüchtlingen überschwemmt wird. Sein Ziel sind die Medien, und gemeinsam mit zwei Gleichgesinnten eröffnet er die Jagd auf Journalisten. Es scheint, dass niemand die schwedischen Terroristen aufhalten kann. Doch dann taucht ein neuer Akteur auf der Bildfläche auf, der vor keiner Gefahr zurückschreckt.
    Meine Meinung:
    Der Autor versucht dem Leser die Hintergründe, die zu einer Radikalisierung von Menschen führen mag, nahe zu bringen:
    „'Ich habe gelesen, dass eine von vier Schwedinnen irgendwann in ihrem Leben vergewaltigt wird. Indem wir tun, was wir vorhaben, können wir dies verhindern. Es ist nicht leicht, aber die Geschichte wird uns recht geben', sagt Carl. 'Trotzdem sind es die Politiker und Journalisten, die diese Strafe verdienen, nicht die gewöhnlichen Schweden. Die sind ja genauso Opfer der Propaganda, wie wir es früher waren', sagte Fredrik mit leerem Blick. Carl nickte. Er dachte im Grunde genommen dasselbe. 'Ja, aber um Großes zu erreichen, muss man große Opfer bringen. Manche von den Toten werden schuldig sein, andere unschuldig. Aber wie Lars vorhin gesagt hat: Im großen Ganzen retten wir Leben. Es ist unsere Pflicht, die zukünftigen Generationen vor diesem Wahnsinn zu bewahren.'“ (S. 197).
    Aber darüber hinaus ist der Roman recht blut- und gefühlsleer.
    Der Autor verwendet zwar Stilmittel, die Spannung erzeugen sollen; wie mehrere Erzählstränge mit und über Personen, die auf den ersten Blick erst einmal nichts miteinander zu tun haben und Cliffhänger, aber ich fand dies über sehr lange Strecken einfach nur ermüdend.
    Ansonsten fand ich die vielen, sehr detailliert beschriebenen Szenen, mit genauen Ortsangaben, usw., sehr nervig.
    Unerwartete Wendungen in der Story machen das Erzählte gegen Ende des Romans zwar plausibler – passen deswegen aber noch lange nicht zu dem vorher Geschilderten.
    Und einfach nur aus dem Grund, weil der Roman aktuelle Themen (Flüchtlinge, FakeNews, usw.) aufgreift, würde ich dieses Buch nicht hochloben wollen! Dies reicht mir als Argument echt nicht aus.
    Am einfachsten würde ich diesen Roman mit „langweilig“ zusammenfassen.
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  • Rezension zu Der Patriot

    Topaktuell!
    In Stockholm werden innerhalb von zwei Wochen drei Journalisten getötet. Eine vierte Journalistin wird schwer verletzt in einem Park gefunden.
    Verantwortlich dafür, sind drei Schweden, die mit rechtsradikalen Ansichten, Journalisten, die die Zustände in Schwedens Aussenpolitik anprangern, einen Denkzettel verpassen. Ihr Ziel, Schweden zu säubern, nimmt extreme Ausmasse an, als sie einen Unbeteiligten erpressen, einen Terroranschlag zu verüben.
    Die Handlung empfand ich als sehr komplex. Was zuerst mit verschiedenen, scheinbar voneinander unabhängigen Erzählsträngen beginnt, verbindet sich mehr und mehr zu einem grossen Ganzen. Der Grund der Verbindung der einzelnen Stränge ist abgrundtief verabscheuungswürdig.
    In jedem der einzelnen Stränge lernen wir Leser, Haupt und Nebenpersonen kennen. Obwohl diese zahlreich sind, sind sie so gut charakterisiert, dass man sie sehr gut auseinander halten kann. Gefallen hat mir, wie prägnant diese Charakterisierung ist. Egal ob der arabische Taxifahrer, der für seine Tochter in Schweden ein " normales schwedisches " Leben möchte. Oder die kaltherzige Journalistin, die durch manches Bett und wenn nötig auch über Leichen geht um Karriere zu machen. Aber auch die drei Rechtsextreme, die dort ansetzen, wo nach ihrem verqueren Denken die Schuld zu suchen ist, dass Schweden durch andere Völker " verunreinigt " wird. Bei den Journalisten, die Stimmung gegen ein sauberes und nationalistisches Schweden machen.
    Ganz richtig, die Täter und deren Motiv sind bekannt. Der Autor bringt es trotzdem fertig, sehr viel Spannung aufzubauen und zu halten. Indem er die verschiedensten Blickwinkel auf Schwedens Einwanderungspolitik zeigt. Aus der Perspektive eines eingewanderten Arabers, einer Journalistin und auch der rechtsextremen Täter.
    Und dann erzählt Pascal Engman noch in einem Strang die Geschichte des Fremdenlegionärs August Novak, der als Leibwächter eines einflussreichen Russen in Chile durch die Hölle geht. Auch da gibt es eine Verbindung zu den Strängen, die in Schweden handeln. Ich konnte kaum fassen, dass die Verbindung so schlüssig ist. Denn über lange Zeit habe ich nicht gedacht, dass der Autor das hinkriegt, ohne an den Haaren herbei gezogen zu wirken.
    Mich hat diese Geschichte sehr gefesselt. Viele Szenen, haben mich atemlos weiterlesen lassen, ein paar mal musste ich sehr schlucken, da es besonders brutal zu und her geht. Die Cliffhanger, die oft am Ende eines Kapitels warten, verleiten dazu das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Das Grundthema, Terroranschläge und der Fremdenhass sind (leider) topaktuell. Und Pascal Engman ist es gelungen, diese Aktualitäten in eine fesselnde Story zu verpacken.
    Hier ist Schweden als Handlungsland angegeben. Leider könnte es auch jedes andere Land sein, da Fremdenhass, Rechtsextremismus und Terroranschläge keine Nationalität kennt.
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  • Rezension zu Der Patriot

    Es beginnt mit einem Blick auf die ätzenden Auswüchse von Twitter und Co. – und dann der grausame Mord an der Journalistin Hannah Löwenström. Nach diesem Einstieg nicht weiter verwunderlich, geht es hart und gnadenlos zur Sache, an nahezu allen Fronten. Mit seinen Figuren hat der Autor wenig Erbarmen, er opfert sie stellenweise brutal und grausam, bleibt dabei jedoch einigermaßen sachlich, was es für mich umso authentischer macht.
    Der Plot bietet vier Handlungsstränge und jede Menge interessanter Figuren um ein Thema, wie es aktueller kaum sein könnte.
    Erzählt wird in stetem Wechsel zwischen den Perspektiven, mit kleinen und größeren Cliffhangern, die wirklich gut gesetzt sind und mich ab und an in Versuchung geführt haben, mal eben fix weiterzublättern *g*. Jedoch war ich jedes Mal binnen kurzem von den Geschehnissen des jeweils nächsten Stranges genauso gefesselt.

    Die Wechsel erfolgen zwischen:
    August, Schwede und ehemaliger Fremdenlegionär, sein Part beginnt in Chile, als Leibwächter eines russischen Mafioso.
    Ibrahim, 1985 aus Syrien nach Schweden eingewandert, eine wunderbare Figur, mit Zivilcourage und Mitgefühl, doch er liebt seine Familie, insbesondere seine Tochter über alles…
    Madeleine Winther, Journalistin beim Nyhetsbladet, ehrgeizig und berechnend, wirkt die meiste Zeit wie ein kaltherziges Luder, im Gegensatz zu Ibrahim so gar keine Sympathieträgerin. Ihre Methoden und Mittel die Karriere voranzubringen sind grenzwertig. Auch wenn im Laufe der Geschichte Gründe für ihre problematische Persönlichkeit offenbar werden, fehlt mir für sie jegliches Verständnis.
    Carl Cederhielm, 35 J., mit narzisstische Zügen, aus reichem Haus und bislang eher erfolglos, vor allem in den Augen seines Vaters. Er schlägt einen schrecklichen Weg ein um sein Leben mit Sinn zu füllen, siehe Kurzbeschreibung. Mit Lars und Fredrik findet er Gleichgesinnte, schwingt sich auf zum Führer seiner „Stadtguerilla“ und fühlt sich als Kämpfer für eine gerechte Sache, deren Zweck für ihn jegliches Mittel heiligt.
    In dieser Figur thematisiert der Autor aktuelle Ängste und Strömungen, die derzeit besonders die westlichen Gesellschaften spalten. Er zeigt, wie und auch warum Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft steigen, wie versucht wird, die „Anderen“ durch eine entsprechende Wortwahl zu entmenschlichen um eventuelle Reste eines protestierenden Gewissens auszuschalten.
    Das Geschehen rankt sich eng um die Hauptfiguren, die auf mich manchmal ein wenig schablonenhaft wirkten. Wobei die Betonung auf manchmal liegt, denn es gab immer wieder Momente, die mich sprachlich und inhaltlich berührt haben. Auch die Gedankengänge der „Terroristen“ und deren vermeintliche Logik schienen mir oft irgendwie simpel und plakativ, aber ich kann mir vorstellen, das entspricht durchaus der Realität. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Autor den Inhalt auf das für ihn Wesentliche reduziert hat. Dadurch wirkt vielleicht manches etwas unausgegoren und nicht immer rundum glaubhaft, aber möglicherweise ist es auch tatsächlich so einfach. Mehr Information zu einzelnen Abläufen oder den Figuren hätte mehr Ablenkung von der Quintessenz bzw. Botschaft bedeutet, und gerade diese „Einfachheit“ macht sie griffig.
    Der politisch gesellschaftliche Kontext spiegelt wider, was vor kurzem in Schweden bei der Wahl den Ausschlag zu Gunsten der Schwedendemokragen gegeben haben könnte. Nicht nur in Schweden wird die Atmosphäre zunehmend von Fremdenfeindlichkeit und Hass verändert, eine beängstigende Entwicklung.
    Es beginnt spannend und bleibt spannend bis zum Ende, wobei der Spannungsbogen nicht geradlinig auf einen finalen Showdown zuläuft, sondern „unterwegs“ immer wieder Ausschläge nach oben hat, die einen atemlos durch die Seiten fliegen lassen.
    Nicht nur ein megaspannender, sondern auch politischer Thriller, aktuell und brisant, der beleuchtet, was unsere Gesellschaften spaltet. Man begegnet Gewalt und Brutalität, aber auch Zivilcourage.
    Ein starkes Debut eines noch jungen Autors, auf dessen weitere Bücher ich gespannt bin.
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  • Rezension zu Der Patriot

    In Schweden grummelt es. Populisten sind der Meinung, dass das Land von Flüchtlingen überschwemmt wird und tun ihre Meinung lauthals kund. Vertreter der Medien werden als Lügenpresse beschimpft. Dann wird die junge Journalistin Hannah Löwenström getötet und die Angst geht um. Ein Serienkiller will etwas gegen die unternehmen, die ihm zu liberale Ansichten haben, und findet Gleichgesinnte. Die Unruhe im Land wird größer und damit wächst auch die Ausländerfeindlichkeit. Dann gibt es einen Anschlag, der viele Todesopfer fordert. Schweden ist wie gelähmt.
    Dieser Thriller ist gut zu lesen und sehr spannend. Kurze Kapitel und verschiedene Handlungsstränge sorgen für actionreiche Spannung. Die Thematik ist hochaktuell und die Geschichte sehr authentisch. Jemand hat einen perfiden Plan gesponnen, um seine Interessen durchzusetzen und einen anderen zum Schuldigen zu machen. Wer so planvoll agiert, macht es der Polizei schwer, so dass diese lange im Dunkeln tappt. Derweil eskaliert das Geschehen immer weiter.
    Die Charaktere sind auch sehr gut und individuell beschrieben und man muss sie nicht unbedingt mögen, aber sie tragen alle zum Geschehen ihren Teil bei. Es ist auch sehr schwierig festzustellen, wem man trauen kann.
    Nach und nach werden die Zusammenhänge klar und es ist erschreckend, wie Menschen manipuliert werden können. Aber auch der Fanatismus, der keinen Argumenten mehr zugänglich ist, ist einfach entsetzlich.
    Ein Showdown zum Ende rundet das Ganze zu einem schlüssigen und schockierenden Thriller ab, der aber auch nachdenklich stimmt. Empfehlenswert!
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Ausgaben von Der Patriot

Taschenbuch

Seitenzahl: 480

E-Book

Seitenzahl: 391

Besitzer des Buches 15

  • Mitglied seit 27. September 2022
  • Mitglied seit 16. November 2018
  • Mitglied seit 19. Dezember 2017
  • Mitglied seit 25. Oktober 2013
  • Mitglied seit 30. August 2018
  • Mitglied seit 5. November 2018
  • Mitglied seit 21. Mai 2018
  • Mitglied seit 18. Juli 2009
Update:

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