Arthur und Lilly: Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende: Zwei Leben

Buch von Lilly Maier

  • Kurzmeinung

    Bellis-Perennis
    Bewegende Spurensuche - zwei Leben, eine Geschichte
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Arthur und Lilly: Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende: Zwei Leben

Was uns die Vergangenheit zu erzählen hat 'Ich hatte ein tolles Leben', erzählt Arthur Kern und meint seine Kindheit in Wien – bis zu jenem Moment, als er 1939, gerade mal zehn Jahre alt, jäh von seiner Familie getrennt wird. In der Hoffnung, ihn vor dem Holocaust zu bewahren, schicken ihn seine jüdischen Eltern mit einem Kindertransport in die Fremde – ein traumatisches Erlebnis für den Zehnjährigen. Zwar kann er sich über Frankreich nach Amerika retten, doch seine Familie wird er nicht mehr wiedersehen. 60 Jahre später: Bei einem Besuch der Wiener Wohnung seiner Kindertage lernt Arthur die elfjährige Lilly Maier kennen. Eine schicksalhafte Begegnung für beide, die nicht nur Lillys weiteres Leben prägt, sondern auch dazu führt, dass Arthur ein spätes Vermächtnis seiner Eltern zuteil wird … Ausstattung: mit 32 S. Farbbildteil
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Bewertungen

Arthur und Lilly: Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende: Zwei Leben wurde bisher einmal bewertet.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Arthur und Lilly: Das Mädchen und der Holocaust-Überlebende: Zwei Leben

    Das Mädchen und der Holocaustüberlebende
    Lilly Maier lernt Arthur Kern am 30. März 2003 als elfjähriges Mädchen kennen, als er an ihrer Wohnungstüre läutet und ersucht, die Wohnung zu besichtigen. Warum?
    Arthur hat als Oswald Kernberg bis 1938 selbst hier gelebt, bevor er von seinen jüdischen Eltern mit einem der wenigen Kindertransporte nach Frankreich evakuiert worden ist.
    Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine Freundschaft, die bis zu Arthurs Tod im Jahr 2015 und darüber hinaus dauern soll.
    Lilly Maier hat hunderte Stunden Interviews mit Oswald, der sich in Amerika nun Arthur Kern nennt, aufgezeichnet und seinen Lebensweg nachgezeichnet. Dieser führt ihn vorerst nach Frankreich, wo er in einem Kinderheim auf Ernst Papanek (1900-1973), einen beeindruckenden Pädagogen trifft. Nachdem Juden auch in Frankreich verfolgt werden, beginnt eine Odyssee durch Europa, die in den USA endet.
    Meine Meinung:
    Über die Kindertransporte nach Großbritannien ist schon einiges geschrieben worden, über die Evakuierung von jüdischen Kindern nach Frankreich ist wenig bekannt. Diese Lücke versucht die Autorin mit diesem Buch zu schließen.
    Interessant ist zu lesen, wie sich die eingebundenen (jüdischen) Hilfsorganisationen eifersüchtig beäugen und versuchen, ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Manchmal, so scheint es, verlieren sie das eigentliche Ziel, so viele Kinder wie möglich außer Landes zu bringen, in unsäglichen Kompetenzstreitereien aus den Augen. Denn während die Quäker darauf beharren auch andere gefährdete
    Kinder, wie jene aus sozialistischem Elternhaus, zu retten, ist man anderswo darauf bedacht nur orthodoxe Juden zur Flucht zu verhelfen.
    Lilly Maier hat Oswalds Reise nachvollzogen und zahlreiche Stationen der Flucht besucht. Anders als sonst üblich endet das Buch nicht mit Oswalds Ankunft in Amerika, sondern zeichnet seinen weiteren Lebensweg auf. Lilly Maier wird als „österreichische Enkeltochter“ herzlich in die Familie aufgenommen, die wohl allen Grund hat, noch den Nachfahren des NS-Regimes zu grollen. Hier beweist
    Arthur erstaunliche Größe und Weitblick.
    Was mich persönlich interessiert ist, wie es mit der Wohnung im 9. Wiener Bezirk nach der Deportation der Familie Kernberg weitergegangen ist. Das ist wahrscheinlich eine eigene Geschichte wert. Vielleicht werde ich die Autorin diesbezüglich kontaktieren.
    Lilly Maiers Buch ist besonders. Es ist ein wissenschaftliches Werk, eine Reportage, Biografie und Autobiografie zugleich. Die Begegnung der Elfjährigen im Jahr 2003 mit Arthur hat ihren weiteren Lebensweg beeinflusst.
    Fazit:
    Ein lesenswertes Buch, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
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Besitzer des Buches 1

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