Wunderbare Zeiten

Buch von Brigitte Riebe

  • Kurzmeinung

    Steffi
    eine gelungene Fortsetzung ... manchmal fand ich die Zeitsprünge zu schnell.
  • Kurzmeinung

    Tessa
    Die Geschichte von Sylvie hat mir viel besser gefallen als Band 1,sie ist einfach nahbarer und sympathischer
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Wunderbare Zeiten

Wirtschaftswunder, Kaufrausch, Träume in Pastell Berlin, 1953: Während für Rike – die älteste Schwester – das Kaufhaus an erster Stelle steht, interessiert die mittlere Schwester Silvie nur das Vergnügen. Das Kaufhaus läuft bestens. Rike bemüht sich, nur das Neueste vom Neuen anzubieten: Petticoats, Nylonstrümpfe und Waren, die sie nach dem Vorbild italienischer Mode fertigen lässt. Doch die Dynamik in der Familie hat sich verändert. Die Wunden des Krieges sind verheilt und die Männer weigern sich, die Geschäfte allein den Frauen zu überlassen. Erst als Florentine, die Jüngste, gegen alles und jeden rebelliert und die Familie zu entzweien droht, wird Silvie klar, dass auch sie Verantwortung übernehmen muss ... Stefanie Stappenbeck leiht der zweiten Thalheim-Schwester ihre Stimme (2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 8h 20)
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Serieninfos zu Wunderbare Zeiten

Wunderbare Zeiten ist der 2. Band der Die Schwestern vom Ku'damm / 50er Jahre Reihe. Sie umfasst 5 Teile und startete im Jahr 2018. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2021.

Über Brigitte Riebe

Zahlreiche Bücher in verschiedenen Genres hat die promovierte Historikerin Brigitte Riebe geschrieben. Die Autorin wurde 1953 in München geboren. An der dortigen Universität studierte sie Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte. Mehr zu Brigitte Riebe

Bewertungen

Wunderbare Zeiten wurde insgesamt 25 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Meinungen

  • eine gelungene Fortsetzung ... manchmal fand ich die Zeitsprünge zu schnell.

    Steffi

  • Die Geschichte von Sylvie hat mir viel besser gefallen als Band 1,sie ist einfach nahbarer und sympathischer

    Tessa

  • Wundervolle und fesselnde Fortsetzung bei der es diesmal um das bewegte Leben von Silvie Talheim geht.

    claudi-1963

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    "Das Leben ist wundervoll. Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben. Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel." (Édith Piaf)
    Berlin 1952: Die Stadt hat sich inzwischen vom Krieg erholt und das Leben ist für viele Berliner wieder lebenswert geworden. Silvies Motto "Man muss das Leben tanzen", scheint ebenso bei vielen anderen angekommen zu sein. Unterdessen ist ihre Schwester Rike weiterhin im Kaufhaus an erster Stelle. Silvie dagegen möchte das Leben in vollen Zügen genießen und weiter beim RIAS ihre Zukunft planen. Jedoch in Sachen Liebe soll es noch immer keine richtige Erfüllung geben. Nachdem sich auch ihr Neuster als Schwerenöter herausstellt, trennt sie sich von ihm. Auch bei Zwillingsbruder Oskar reißen wieder dunkle Wolken auf. Seit er aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt ist, ist nichts mehr wie früher. Silvie macht sich immer mehr Sorgen um ihn, da er zu oft Nächte durchfeiert. Als er dann noch ein dubioses Geschäft mit Brahms eingeht und sie scheitern, stürzt er die ganze Familie mit in seine Probleme. Für Silvie ist klar, dass sie nun dem Kaufhaus und der Familie zur Seite stehen muss und sie nicht alleine lassen kann. Doch nach dunklen Zeiten soll es für Silvie wieder einen Lichtblick geben, mit einer neuen Liebe.
    Meine Meinung:
    Das helle Cover mit der schönen Blondine, die Silvie Talheim darstellt und hinter ihr ein wenig Flair der 50er Jahre passt wieder sehr gut. Im zweiten Band der Schwester vom Ku’damm dreht sich vieles um Silvie Thalheim, die Mittlere der Schwestern. Als begnadete Radiomoderatorin feiert sie ihre großen Erfolge mit der Sendung "Stimmen", für die sie Prominente aus Politik, Kultur, Literatur, Wirtschaft und andere einlädt. Von Willy Brandt, Heinrich Böll bis Günter Pfitzmann jeder ist vor ihrem Mikrofon und erzählt aus seinem Leben. Silvie könnte sich glücklich schätzen, wären da nicht ihre privaten und familiären Probleme. Friedrich ist durch seine Herzschwäche und die Sorgen um Florentine die Jüngste ziemlich eingeschränkt, so bleibt das Kaufhaus immer öfter an Rike hängen. Den Oskar scheint einfach kein Händchen als Leiter des Familienunternehmens zu haben. Zudem hat er noch Pech mit der großen Liebe, die er eigentlich heiraten wollte. Silvie macht sich besonders Sorgen, weil ihn nur noch Alkohol und schnelle Autos zu interessieren scheinen. Sie selbst allerdings träumt immer öfters vom Wunsch nach Familie, Haus und Kinder, doch wird sich dieser Wunsch je erfüllen? Nach Wanjas Trennung glaubt sich nicht mehr groß daran. Mit diesem zweiten Band knüpft die Autorin an die weiteren Zeiten Berlins an, die Petticoat, Rock ’n’ Roll und schnellen Autos die Jugend imponieren. Alle weiteren bewegenden Ereignisse die in diese Zeit fallen, befinden sich im Anhang des Buchs. Auch diesmal erlebt wieder die Historikerin Brigitte Riebe, die alles sehr präzise für die Leser aufgelistet hat, was sich in den Jahren 1952–1957 ereignet hat, zudem kommen im Buch ebenfalls einige der Ereignisse zum Tragen. Wie schon im Vorgängerband leide ich auch hier an vielen Stellen mit Silvie mit, da ihr Leben nicht immer gerade rosig verläuft. Aber welches Leben ist schon erfüllt? Auch diesmal kommen wieder einige Sorgen und Probleme auf die Familie zu, ehe für Silvie wieder der Himmel voller Rosen hängt, weil sie eine neue Liebe findet. Jedoch selbst vor Tod, Trauer und Kummer hat die Autorin ihre Charaktere nicht verschont. Sie stellt eben das Leben mit allen seinen Facetten dar, wie es ist, und das ist gut so. Für mich spiegelt das Buch erneut alle Höhen und Tiefen einer bemerkenswerten, sympathischen Frau, dadurch bleiben die Schwestern interessant, unterhaltsam und abwechslungsreich. Darum von mir erneut eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
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  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    Aus dem Klappentext
    Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Ku'damm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen....
    Wird ihr das gelingen?
    Der Leser wird mitgenommen um das Wirtschaftswunder mitzuerleben.
    Um allerdings der Handlung folgen zu können, sollte man schon den ersten Teil gelesen haben.
    Brigitte Riebe ist es wieder gelungen, ein lebendiges Buch zu schreiben, von dem ich mich von der ersten Seite unterhalten gefühlt habe.
    Ihre bildliche Beschreibungen haben mich mitgenommen in das Berlin der 50iger Jahre. Ich durfte die Geburtsstunde des Wirtschaftsaufschwunges, aber auch das Leben der Bürger in der DDR hautnah spüren.
    Auf der einen Seite die Fülle der Waren, der Luxus und auf der anderen Seite der Grenze, der Kampf ums tägliche Überleben.
    Die liebevolle Ausarbeitung der Charaktere haben die Hauptprotagonisten lebendig werden lassen.
    Ich habe mit ihnen gelebt, geliebt und gelitten. Besonders Silvie ist mir hier sehr ans Herz gewachsen.
    Eine junge taffe Frau, die ihren Weg geht und auch findet.
    Wer Familiengeschichten mag und auch Interesse an geschichtlichen Begebenheiten hat, ist gut beraten diese Trilogie zu lesen.
    Ich freue mich auf jeden Fall auf den 3. Teil.
    Hervorheben möchte ich auch noch das Cover. Es ist sehr schön gearbeitet und macht Lust, das Buch in die Hand zu nehmen und darin einzutauchen.
    5 Sterne von mir für die Reise nach Berlin und einem Bummel auf dem Kúdamm .
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  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    Ein Mann, ein Haus, ein Kind
    Buchmeinung zu Brigitte Riebe – Wunderbare Zeiten
    „Wunderbare Zeiten“ ist ein Roman von Brigitte Riebe, der 2019 bei Wunderlich erschienen ist. Dies ist der zweite Teil der Trilogie um die Schwestern vom Ku'damm.
    Zum Autor:
    Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.
    Klappentext:
    Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Ku'damm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen.
    Doch seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmens leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss…
    Meine Meinung:
    Erstaunt habe ich festgestellt, dass mich Romane mit Familiengeschichten immer wieder gefallen. So ist es auch im zweiten Band um die Familie Thalheim. Die Mischung aus realen historischen Elementen mit einer fiktiven Familiengeschichte übt einen starken Reiz aus. Die Autorin lässt in einem wunderbar leicht zu lesenden Schreibstil ein halbes Jahrzehnt vor dem Leser dahin fliegen, ohne dass es einen Moment langweilig wird. Im Mittelpunkt steht diesmal die selbstbewusste Silvie Thalheim, die sich aus der Familie gelöst hat und als Radiomoderatorin sehr erfolgreich ist. Diese Selbstbestimmung gerät in Gefahr als die Familie mehr Einsatz für das Modekaufhaus fordert. Zusätzlich wird sie vom klassischen Frauenbild mit Mann, Haus und Kind eingeholt. Schicksalsschläge und hoffnungsvolle Entwicklungen stehen im Fokus der Geschichte und Silvie muss ihr Leben immer wieder neu ordnen. Aber auch andere Familienmitglieder werden begleitet und auch ihre Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Erlebnisse kommen nicht zu kurz. Ein Gefühl für die Zeit erhält man durch eingestreute Liedtexte, Nachrichten über politische Entwicklungen in Berlin, aber auch im Ostblock. Man verfolgt das Auseinanderdriften zwischen Ost und West, gerade auch in den Auswirkungen auf einzelne Personen. Es ist wunderbar erzählt und doch hat es mich nicht so gefesselt wie der erste Teil. Vielleicht ist Aufbau einfach interessanter als Weiterentwicklung.
    Die Figuren sind interessant gestaltet mit Ecken und Kanten und sie entwickeln sich weiter. Es gibt Zeiten der Reflektion und Zeiten des Handelns. Die Atmosphäre einer aufstrebenden Stadt ist jederzeit spürbar und ich habe mich mit den Figuren gefreut und auch mit ihnen gelitten. Eine Zeittafel mit wichtigen und interessanten Ereignissen vervollständigt das positive Leseerlebnis. Ich freue mich schon auf den dritten Teil.
    Fazit:
    Die Geschichte der Thalheims wird faszinierend weitergeführt und doch fällt es im Vergleich zum ersten Teil etwas ab. Deshalb diesmal nur sehr gute vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.
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  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    1952 Berlin. Deutschlands Wirtschaftswunder beschert dem Kaufhaus der Familie Thalheim steigende Geschäftszahlen. Es wird von der Bevölkerung gut besucht, das Sortiment wird ständig erweitert. Grund genug für Rike, ihre Prioritäten neu zu setzen und sich etwas mehr auf ihre eigene Familie zu konzentrieren. Schwester Silvie liebt ihre Stelle als Rundfunkredakteurin beim RIAS und hat mit einem eigenen Sendungskonzept Erfolg. Das Familienkaufhaus spielt bei ihr keine große Rolle. Als ihr Zwillingsbruder Oskar nach 7 Jahren aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehrt, soll er dem Wunsch des Vaters Friedrich entsprechend, in die Leitung des Kaufhauses einzusteigen, obwohl Rike all ihre Kraft und auch ihr Geld in den Wiederaufbau gesteckt hat. Oskar hat mit der Arbeit nicht viel am Hut, eher ist er den nächtlichen Vergnügungen und dem Geldrauswerfen zugetan, hat er doch Nachholbedarf nach den zehrenden Kriegsentbehrungen und mit all seinen Dämonen im Kopf. Eigentlich sollte Silvie Rike beistehen, doch Oskar ist sie durch die Geburt mehr verbunden, so dass sie sich nicht einmischen möchte. Als das Kaufhaus durch Oskars Eskapaden in eine Schieflage gerät, ist es ausgerechnet Silvie, die sich der Herausforderung stellt und sich für die Familie und das Kaufhaus einsetzt…
    Brigitte Riebe hat mit „Wunderbare Zeiten“ die Fortsetzung ihrer Ku’damm-Trilogie um die 3 Thalheim-Schwestern vorgelegt und wieder einmal einen Pageturner zum Niederknien hingelegt. Der Schreibstil ist flüssig-leicht, atmosphärisch-dicht, bildhaft und gefühlvoll, der Leser wird direkt in die Handlung hineingeworfen, darf sich erneut als unsichtbarer Gast unter die Familie Thalheim mischen, um deren Geschicke hautnah mitzuerleben und sich von den unterschiedlichsten Alltagsdramen fesseln lassen. Die Autorin hat wieder einmal exzellent recherchiert und den historischen Hintergrund mit ihrer Geschichte verwoben, so dass der Leser sich bei der Lektüre zeitversetzt wähnt in die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders, der politischen Lage, der Teilung Deutschlands und die Wiederaufbauphase von Berlin, während in seinem Kopf regelrecht ein Film abläuft und man die alten Songs von Elvis, Bill Ramsey und Peter Kraus im Kopf hat. Die Hauptrolle des Romans steht diesmal der mittleren Schwester Silvie zu, die keinerlei Ambitionen hat in Bezug auf das Kaufhaus. Riebe lässt die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Familie wunderbar lebendig werden und zeigt den Zusammenhalt dieses Konstrukts auf, wenn es hart auf hart kommt. Auch der Rolle der Frau zum damaligen Zeitpunkt lässt sie eine Entwicklung zukommen, Silvie verkörpert hier den Typ der selbstbewussten und modernen Frau mit eigenem Beruf und selbständigen Entscheidungen.
    Die Charaktere wurden nicht nur individuell ausgestaltet, sondern auch mit viel Leben versehen. Sie wirken durchweg glaubwürdig und realitätsnah, wodurch sie sich in das Herz des Lesers stehlen, ihn in ihre Mitte nehmen und ihn an ihrem Leben teilhaben lassen, wobei er auch die gesamte emotionale Bandbreite miterlebt, durch die Protagonisten mitmachen. Silvie ist eine selbstbewusste und starke Frau, die auch mal schwach wird, sich aber immer wieder auf die Beine kämpft und für die Dinge einsteht, die ihr wichtig sind. Sie ist ein Freigeist, versprüht eine Lebenslust und einen Optimismus, der den Leser einfach für sie einnehmen muss. Oskar hat die Kriegsgefangenschaft überlebt und will nun nicht nur alles nachholen, was er verpasst hat, sondern kämpft auch gegen die hässlichen Bilder in seinem Kopf an, die ihm vom Krieg und den Erlebnissen geblieben sind. Rike ist eine Kämpferin und eine gute Geschäftsfrau, doch ihre Prioritäten verschieben sich aufgrund ihrer Ehe. Miriam ist Jüdin und eine enge Freundin der Thalheim-Schwestern. Sie ist ein kreativer Kopf und zaubert die schönsten Kleider. Florentine ist die jüngste Thalheim, die so langsam erwachsen wird und ihre Grenzen austestet. Aber auch Wanja oder Vater Friedrich spielen in diesem Buch eine Rolle, die nicht zu unterschätzen ist.
    „Wunderbare Zeiten“ ist wieder einmal ein Highlight im Kreise der Familie Thalheim. Brigitte Riebe bringt ihre Leser/Innen wieder nächtelang um den Schlaf, weil man sich nicht von den ans Herz gewachsenen Protagonisten trennen möchte. Mit viel Liebe zum Detail bekommt man nicht nur eine wunderbare und gefühlvolle Handlung präsentiert, sondern darf auch eine Zeitreise in die Berliner Nachkriegszeit und den Wiederaufbau antreten. Wieder einmal gilt – nicht nur gekonnt, sondern geradezu grandios erzählt. Ein absoluter Lesegenuss - Chapeau!
    Zauberhafte
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  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    Über die Autorin (Amazon)
    Für promovierte Historikerinnen ist es nicht unbedingt typisch, dass sie historische Romane zu verfassen. Doch Brigitte Riebe, 1953 in München geboren, hat sich nach ihrer Tätigkeit als Lektorin genau dafür entschieden. Sie möchte, wie sie sagt, „Geschichte durch Geschichten erzählen.“ Ihr erster Roman, „Palast der blauen Delphine“, erschien 1994, zahlreiche weitere schriftstellerische Reisen in die Vergangenheit folgten. Inzwischen ist sie im 20. Jahrhundert angekommen mit "Marlenes Geheimnis" (Diana Verlag, 2017) und der Trilogie (Rowohlt/Wunderlich Verlag) über das Berlin der 50er Jahre: "Die Schwestern vom Ku'damm Band 1 - Jahre des Aufbaus", sowie Band 2, "Die Schwestern vom Ku'damm - Wunderbare Zeiten".
    Band 3 "Die Schwestern vom Ku'damm - Tage der Hoffnung" erscheint im April 2021.
    Zusammen mit Gesine Hirsch verfasst sie unter dem Pseudonym Felicitas Gruber die Regionalkrimis über die Giesinger Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth, bei Fans bekannt als "die kalte Sofie".
    Riebe lebt als freie Schriftstellerin in der bayerischen Landeshauptstadt.
    Produktinformation (Amazon)
    Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    Verlag: Wunderlich; Auflage: 1. (17. September 2019)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3805203349
    ISBN-13: 978-3805203340
    Findet Silvie ihr Glück?
    Berlin 1952. Während Rike, die älteste Thalheim-Tochter versucht sich um das Geschäft zu kümmern, ist für Silvie das Leben ein Tanz. Für sie ist es wichtig als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen. Die Geschäfte im Kaufhaus laufen gut, es bietet die neueste Mode an. Auch Nylnstrümpfe und Petticoats sowie feine Kollektionen aus Italien. Doch der Senior der Familie ist der Meinung, dass sein heimgekehrter Sohn Oskar die Geschäftsleitung des Unternehmens übernehmen muss. Er ist schließlich der Erbe. Was Rike dafür getan hat ist ohne Belang. Doch Oskar feiert liebe die Nächte durch. Dann torpediert auch noch ein Konkurrent die Geschäfte und droht ihnen alles zu nehmen. Da wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss.
    Meine Meinung
    Gespannt habe ich auf diesen zweiten Band der Ku’damm-Schwestern gewartet und es ging spannend weiter. In der Geschichte war ich auch wieder schnell drinnen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. In diesem Buch geht es mehr um Silvie, so wie es im ersten Band um Rike ging. Aber auch die anderen kamen nicht zu kurz. Und es gibt viele historische Fakten, die für einen historischen Roman ja wohl auch selbstverständlich sind. Silvie wurde – gegenüber dem ersten Band – bodenständiger, zumindest ein bisschen. Rike wurde Mutter und musste sich nun auch noch um ihr Kind kümmern. Jeder freute sich, dass Oskar überlebt hatte, aber er machte es ihnen das Leben ordentlich schwer. Silvie verliebte sich und musste Enttäuschungen hinnehmen, wie vorher auch. Die Verwandten im Osten Berlins wollten dort für sich kämpfen. Und Silvie versuchte als Rundfunkredakteurin Fuß zu fassen. All dies ist in diesem Buch sehr gut und spannend erzählt, man fühlt richtig mit den Personen und möchte ihnen am liebsten zu ihrem Glück verhelfen. Ob am Ende dieses Buches alles so gekommen ist, wie die Protagonisten sich das vorgestellt haben, darüber schweige ich, das muss der geneigte Leser selbst lesen. Mich jedenfalls hat dieses Buch gefesselt und von Anfang an in seinen Bann gezogen. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Brigitte Riebe die Ereignisse im Berlin der Jahre 1952 - 1957 am Ende des Buches erklärt hat. Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich empfehle es gerne weiter. Von mir dafür die volle Bewertungszahl.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Wunderbare Zeiten

    Berlin 1952 – 1957:
    Nach den harten Kriegs- und Nachkriegsjahren profitiert auch das Modehaus Thalheim, das alles anbietet, was sich Frauenherzen erträumen, vom wirtschaftlichen Aufschwung in den 1950er Jahren.
    Familie Thalheim ist über die Rückkehr Oskars aus der langen Gefangenschaft überglücklich. Friedrich wünscht sich sehnlichst, dass der heimgekehrte Sohn endlich als Juniorchef die Geschäfte führt, doch Oskar findet in keinen geregelten Alltag zurück. Er ist von den Kriegserlebnissen schwer traumatisiert und versucht die verlorenen Jahre mit schnellen Autos, Alkohol und flüchtigen Abenteuern zu kompensieren, worunter er selbst am meisten leidet. Für die Arbeit im Modehaus interessiert er sich nicht, ist unzuverlässig und schließt riskante Geschäfte ab.
    Immer wieder versucht Rike, die auch als Ehefrau und Mutter im väterlichen Betrieb weiterarbeitet, das Schlimmste abzuwenden und die gröbsten Fehler des jüngeren Bruders auszubügeln.
    Auch Oskars lebenslustige Zwillingsschwester Silvie verfolgt eigene Ziele. Mit ihren Radiosendungen hat sie so großen Erfolg, dass sie von einer Mitarbeit im Geschäft nichts wissen will. In der Liebe hingegen klappt bei der hübschen Thalheim-Tochter gar nichts. „Kein Mann, kein Haus, kein Kind“ scheint gezwungenermaßen zu ihrem Lebensmotto zu werden, obwohl sich auch die leichtlebige Silvie mittlerweile nach mehr Stabilität in ihrem Leben sehnt.
    Besonders aufmüpfig ist Florentine, Friedrichs jüngste Tochter, die sich als Künstlerin fühlt und mit ihrem Freund nach Paris durchbrennt.
    Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensanschauungen halten die Thalheims zusammen, wenn das Schicksal wieder einmal zuschlägt und alles aus dem Gleichgewicht zu geraten droht.
    Der zweite Band der 50er-Jahre-Reihe ist zwar sehr opulent aufgebaut, hat mich aber nicht so angesprochen wie der erste Teil. Vielleicht liegt das daran, dass in der Familie Thalheim zwar viel passiert, aber so richtig spannend fand ich keinen der verfolgten Handlungsstränge.
    Diesmal steht die lebenslustige Silvie im Mittelpunkt des Geschehens, während ihre Schwester Rike als glückliche Familienmutter im Geschäft zwar präsent ist, sonst aber stark in den Hintergrund tritt.
    Silvies Arbeit beim Radiosender fand ich sehr interessant beschrieben, besonders die Interviews mit damaligen Berühmtheiten haben mir gut gefallen. Im Laufe der Handlung kann der Hörer Silvies Wandlung zu einer reifen jungen Frau miterleben, die ihren Platz im Leben sucht und Verantwortung zu tragen bereit ist.
    Am liebsten waren mir die Szenen mit Oskar, dessen Schicksal mir besonders zu Herzen gegangen ist. Als junger Mann zum Kriegsdienst verpflichtet, war er so lange in Gefangenschaft, dass seine Familie beinahe nicht mehr an seine Heimkehr glauben konnte. Die Autorin beschreibt sehr eindrucksvoll, welche verheerenden Auswirkungen die schlimmen Kriegserfahrungen auf Oskars Persönlichkeit hatten, wie schwer er sich im Alltag zurechtfand und wie hilflos die Angehörigen dieser Situation gegenüberstanden.
    Auf das Schicksal von Freunden und entfernteren Familienmitgliedern wird ebenfalls immer wieder eingegangen, wodurch die Handlung aufgelockert wird und der Hörer noch manche Überraschung miterleben darf.
    Der aufwühlende historische Hintergrund mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und dem Ungarnaufstand von 1956 findet ebenfalls Eingang in die Handlung, hätte meinetwegen aber etwas ausführlicher behandelt werden können.
    Stilistisch hat mir die Geschichte gut gefallen, da die Autorin anschaulich und lebendig zu erzählen und ihre Figuren bildhaft in Szene zu setzen versteht.
    Die Sprecherin dieses Hörbuches, Stefanie Stappenbeck, hat eine außerordentlich angenehme Stimme, und neigt weder in der Interpretation der verschiedenen Figuren noch in der Betonung zu Übertreibungen.
    Ganz so gut gelungen (weil nicht so spannend) wie das erste Buch dieser Reihe fand ich den vorliegenden Teil nicht, habe mich aber trotzdem gut unterhalten und freue mich auf die Nachfolgebände.
    Gerne vergebe ich für diese Geschichte aus der Zeit des Wirtschaftswunders
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Ausgaben von Wunderbare Zeiten

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

Hörbuch

Laufzeit: 00:10:00h

E-Book

Seitenzahl: 471

Taschenbuch

Seitenzahl: 480

Besitzer des Buches 35

Update: