Mit der Faust in die Welt schlagen

Buch von Lukas Rietzschel

Cover zum Buch Mit der Faust in die Welt schlagen

Titel: Mit der Faust in die Welt schlagen

3,5 von 5 Sternen bei 10 Bewertungen

69% Zufriedenheit

Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.

Format: E-Book

Seitenzahl: 321

ISBN: 9783843718516

Termin: September 2018

Aktion

  • Kurzmeinung

    hennie
    MEIN APPELL: LEST DIESES BUCH UND REDET MITEINANDER!
  • Kurzmeinung

    Hiyanha
    Langweiliges, völlig belangloses Blablablubb in simpelsten Zweiwortsätzen. Abgebrochen bei ca 11% . Geht gar nicht
  • Cover zum Buch Raumfahrer: »Feine, große Literatur.«...

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Mit der Faust in die Welt schlagen

Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es. Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land.
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Bewertungen

Mit der Faust in die Welt schlagen wurde insgesamt 10 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,5 Sternen.

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Meinungen

  • MEIN APPELL: LEST DIESES BUCH UND REDET MITEINANDER!

    hennie

  • Langweiliges, völlig belangloses Blablablubb in simpelsten Zweiwortsätzen. Abgebrochen bei ca 11% . Geht gar nicht

    Hiyanha

  • Ein Roman, der erklärt, aufrüttelt und betroffen macht

    auserlesenes

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Mit der Faust in die Welt schlagen

    • 2. November 2019 um 12:14
    Lukas Rietzschel - Mit der Faust in die Welt schlagen
    Perspektivlosigkeit und Folgen
    Lukas Rietzschel trägt uns in seinem Roman "Mit der Faust in die Welt schlagen" nach Sachsen, genauer gesagt nach Neschwitz, ein kleiner Ort bei Bautzen und Hoyerswerda. Wir sind bei der Familie Zschornack; der Vater ist Elektriker und die Mutter ist Krankenschwester und beide haben zwei Söhne, einmal Philipp (91 geb) und der zweite ist Tobias (95 geb). Die Handlung ist gegliedert in drei Handlungsstränge/Bücher; Buch 1 2000-2004, Buch 2 2004-2006 und Buch 3 2013-2015. Die Familie baut am Anfang ein Haus, es geht vorwärts, so denkt man, aber so ist es nicht. Die Familienstruktur bröckelt, soweit überhaupt vorhanden. Gleichzeitig kommt man auch mit vielen rassistischen und engstirnigen Vorurteilen in Kontakt, teils auch schon sehr deutliche Grenzüberschreitungen; die leider grassieren in Kreisen, die als perspektivlos und auch bildungsfern gelten, trotzdem fragt man sich woher solches Gedankengut herrührt in unserer Welt, in der ein jeder abgesichert ist. Es gibt ja auch andere Gegenden der Erde, wo das nicht so ist. Und man bekommt Bauchschmerzen. Und man sieht die Söhne, wie sie damit umgehen und wie sie abdriften, in ein rechtsnationales Umfeld.
    Der Autor schafft es trotz einer recht emotionslos geschilderten Geschichte und ohne komplex gestaltete Charaktere, doch recht viel zu transportieren. Und die Geschichte greift nach dem Leser und lässt auch so schnell nicht los. Man ist in einem Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Und der Autor erzählt nur, er wertet nicht. Das wird dem Leser überlassen. Der geneigte Leser wird einige Ursachen erkennen können, die in Sachsen zu dem Problem führen, dass wir leider haben. Trotzdem fehlen für mich noch einige Blicke in die DDR hinein. Es hätte dem Roman sicher noch gutgetan, zu erklären, dass der Kontakt von Ausländern und der Bevölkerung der DDR einem strengen Reglement unterzogen wurde. Es gab ja größere Gruppen in der DDR; z. B. Kubaner, Angolaner, Mosambikaner und Vietnamesen. Gegenseitige Kontaktaufnahmen waren aber nicht besonders erwünscht und wurden argwöhnisch beobachtet. Vielleicht rührt auch daher ein großes Ressentiment gegen Ausländer in der DDR. Denn so weltoffen wie sich die DDR gab, war sie leider nicht.
    Gleichzeitig ist dieses Problem ein gesamtdeutsches. Rechtsnationale Kreise und Unzufriedenheit mit dem herrschenden System und der Demokratie gibt es in ganz Deutschland, leider auch basierend auf zurückliegenden Perioden.
    Wenn es aber in dem Roman heißt: "Es braucht mal wieder einen richtigen Krieg.". Dann weiß man zwar es ist ein Roman. Aber man weiß auch, dass solch ein Denken leider auch in der realen Welt existiert. Und das macht Angst, und gleichzeitig auch ungeheuer wütend.
    Ich wünsche diesem Buch eine sehr große Leserschaft und möglichst viel Raum zum Reden. Denn nur Konversation kann hier meiner Meinung noch helfen.
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  • Rezension zu Mit der Faust in die Welt schlagen

    • 1. Oktober 2018 um 16:18
    LUKAS RIETZSCHEL - MIT DER FAUST IN DIE WELT SCHLAGEN
    KLAPPENTEXT:
    Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut. Und findet es.
    Lukas Rietzschels Roman ist eine Chronik des Zusammenbruchs. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land.
    MEINE REZENSION
    MEIN APPELL: LEST DIESES BUCH UND REDET MITEINANDER!
    Neschwitz, so heißt der Ort der Handlung und befindet sich nordwestlich von Bautzen in der sächsischen Oberlausitz. Es ist auch das Siedlungsgebiet der Sorben, auch Wenden genannt, die im Buch eine Rolle spielen. Die Landeshauptstadt Dresden ist ca. 60 km entfernt.
    Mir fiel es sehr leicht in das Buch hineinzukommen. Für mich besticht es durch seine bündige, ab und zu verknappte, präzise Sprache. Der sehr junge Autor (Jahrgang 1994) erzählt aus der Draufsicht, wertet nicht, läßt seine Worte wirken. Seine Schilderungen sind detailreich und erzeugten bei mir eine bedrückende Atmosphäre. Für mich stand vieles zwischen den Zeilen. Die Thematik beschäftigte mich weiter, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt hatte. Ich vermute, dass Lukas Rietzschel eine Menge von seinem eigenen Erleben mit in den Roman eingebracht hat, da sein Geburtsort in der Nähe von Neschwitz liegt.
    Der Roman ist in drei Teile/Bücher gegliedert: Buch 1 - die Jahre von 2000 bis 2004, Buch 2 - 2004 bis 2006, Buch 3 - 2013 bis 2015. Die Handlung erstreckt sich also über 15 Jahre. Es beginnt mit dem Hausbau der Familie Zschornack, elf Jahre nach der Wende. Der Vater ist von Beruf Elektriker, die Mutter Krankenschwester. Sie haben zwei Söhne, beide in den 90er Jahren geboren. Philipp ist der Ältere und Tobias, genannt Tobi, ungefähr im gleichen Alter wie der Autor. Alles scheint zunächst in Ordnung zu sein. Aber unter der Oberfläche eines normalen Alltags brodelt es gewaltig. Recht bald empfand ich die Tristesse, die Langeweile, die aus fast jeder Zeile spricht. Mich berührte sehr unangenehm die Sprach-, ja irgendwie Teilnahmslosigkeit der Erwachsenen. Die Großeltern und Eltern der Jungen hätte ich schütteln mögen. Warum werden die Fragen der Kinder nicht beantwortet? Das Umfeld wirkt wie erstarrt und es erfolgt kein normaler, geschweige altersgerechter Umgang mit den Kindern, weder zu Hause noch in der Schule. Philipp und Tobias erhalten keine Antworten auf ihre Fragen, ihre Probleme. Nicht zum Zustand des Nachbarn Uwe, nicht zu den rußgeschwärzten Wänden des Ausländerwohnblocks in Hoyerswerda, keine Erklärungen zu Wörtern, die als Schimpfworte benutzt werden wie „Jude“, „Judensau“. Hakenkreuzschmierereien werden vor der Schule zugehangen von einer Lehrerin! Es wird viel zu viel totgeschwiegen, ignoriert, unangenehme Situationen werden vermieden, man geht ihnen aus dem Weg, klärende Gespräche finden nicht statt, geschweige denn ein vernünftiger Meinungsaustausch. Vorherrschend sind Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit, Desinteresse, Verharmlosung.
    Lukas Rietzschel zeigt in „Mit der Faust in die Welt schlagen“ anhand der Heranwachsenden und jungen Erwachsenen in dem kleinen Lausitzort eine brandaktuelle Situation auf. Er beleuchtet mögliche Ursachen für den zunächst latenten und dann immer offener werdenden Rassismus. Er bringt jede Menge Erklärungsversuche für die Radikalisierung einer Gruppe von Jugendlichen, darunter die Brüder Tobias und Philipp Zschornack. Ihr „Anführer“ heißt Menzel, ein junger Erwachsener, ein Neonazi. Tobias läßt sich von ihm immer mehr beeinflussen, während es Philipp zum Ende hin gelingt, sich von Menzel zu lösen.
    Ich fragte mich wiederholt: Woher kommt die unbändige Wut auf alles Fremde? Warum geht man auf die Sorben los, die schon ewig dort leben? Wie kommt ein junger Mann wie Tobias zu einer so unglaublichen Aussage:
    „Es braucht mal wieder einen richtigen Krieg.“ S. 294
    Meiner Meinung nach fühlt er sich von allen verlassen und gerät immer mehr in den Sog der Gewalt mit rohen, zerstörerischen Handlungen gegen Menschen und Sachen. Wer oder was kann Tobias noch stoppen? Das läßt der Roman offen.
    Ein Roman kann nur bedingt die Wirklichkeit abbilden. Aber ich verstehe das Werk Rietzschels als Mahnung, als Aufforderung hinzuschauen. Dringendst notwendig erachte ich, dass in den Schulen mehr deutsche Geschichte gelehrt wird, vor allem die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg! Da hat unsere Jugend Nachholbedarf und große Defizite!
    Das Titelbild des Buches ist durch das blaue Kreuz über das gesamte Cover sehr auffällig. Dahinter befindet sich ein Landschaftsgemälde (Hügel mit Bruchacker bei Dresden )– ein Bild vom bedeutendsten Künstler der deutschen Frühromantik, Caspar David Friedrich, um 1824 gemalt. Ich finde die Gestaltung sehr gut gewählt. Sie unterstützt den Inhalt des Buches, soll heißen, dass es keine Spur von Romantik, Poesie, Edelmenschentum mehr gibt. Auch das läßt viel Spielraum für Diskussionen.
    Ich bin begeistert von dem reifen Werk, das Debüt!!!! des 24jährigen Lukas Rietzschel und bewerte es mit fünf von fünf Sternen. Meine Empfehlung gilt für alle!
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Ausgaben von Mit der Faust in die Welt schlagen

Hardcover

Cover zum Buch Mit der Faust in die Welt schlagen

Seitenzahl: 320

Taschenbuch

Cover zum Buch Mit der Faust in die Welt schlagen

Seitenzahl: 320

E-Book

Cover zum Buch Mit der Faust in die Welt schlagen

Seitenzahl: 321

Hörbuch

Cover zum Buch Mit der Faust in die Welt schlagen

Laufzeit: 00:07:53h

Besitzer des Buches 12

Update: 19. April 2025 um 09:52