Dry

Buch von Neal Shusterman

  • Kurzmeinung

    Kapo
    Sehr spannende und toll geschriebene Dystopie.
  • Kurzmeinung

    Petra Lustig
    Vor allem zum Ende hin unglaublich spannend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Dry

Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr. Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben. Neal und Jarrod Shusterman zeigen auf beängstigende Weise, wie schnell jegliche Form von Zivilisation auf der Strecke bleibt, wenn Menschen wie du und ich von heute auf morgen gezwungen werden, um den nächsten Schluck Wasser zu kämpfen.
Weiterlesen

Über Neal Shusterman

Der US-amerikanische Schriftsteller Neal Shusterman wurde im Jahr 1962 in Brooklyn, New York City geboren. Bereits seit seiner Kindheit war Shusterman ein begeisterter Leser und träumte von verschiedenen Berufen, wie Doktor, Schauspieler oder Schriftsteller. Mehr zu Neal Shusterman

Bewertungen

Dry wurde insgesamt 50 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

(19)
(26)
(5)
(0)
(0)

Meinungen

  • Sehr spannende und toll geschriebene Dystopie.

    Kapo

  • Vor allem zum Ende hin unglaublich spannend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

    Petra Lustig

  • War leider nicht so meins. Die erste Hälfte war gut, dann konnte es mich leider nicht mehr überzeugen.

    Cocolina

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Dry

    Vor ca. 10 Jahren sind im Zuge von Panem & Co. die Dystopien nur so aus dem Boden gesprießt. Ich habe damals auch einen ganzen Haufen davon verschlungen, aber irgendwann hatte ich das Gefühl, alles schon mal gehört, gesehen oder gelesen zu haben. Auf Grund der vielen guten Bewertungen habe ich mir "Dry" trotzdem geholt und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Für mich war es eins dieser Bücher, die man einfach so durchsuchten könnte. Selbst in den ruhigeren Momenten hatten die Shustermans mich am Wickel und es blieb immer interessant. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, aber manchmal vielleicht ein klein wenig zu klischeebehaftet. Das war dann auch der einzige Grund, warum ich nicht die Höchstwertung gebe. Die Dramartugie der Geschichte, die Spannung, das rasante Fortschreiten, die tolle Beschreibung von Actionszenen, die oft innere Zerrissenheit der Charaktere und dass sie ihre Ecken und Kanten hatten und oft auch unschöne Sachen getan haben bzw. gezwungen waren zu tun und die bildhafte Beschreibung, wie es Menschen geht wenn sie keine Flüssigkeit zu sich nehmen können und immer schwächer werden...all das hat "Dry" zu einer der besten (Jugend)Dystopien auf dem Markt gemacht.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Dry

    Erschreckend, beklemmend und fast schon angsteinflößend!
    Klappentext
    „Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
    Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.“
    Gestaltung
    Das schwarze Cover, dessen Farben zur Mitte hin ins Dunkelrot verläuft, gefällt mir sehr gut, denn der Rotton und seine pixelige Darstellung passen gut zum Buch, da sie an eine trockene Umgebung erinnert. Zudem unterstützt auch der Schriftzug des Titels mit seinen Rissen diesen Effekt einer vertrockneten Erde. Das brennende Streichholz gefällt mir auch sehr gut, da es nicht nur zum Inhalt passt, sondern optisch auch ein Hingucker ist.
    Meine Meinung
    Da ich die Bücher von Neal Shusterman gerne mag, habe ich auch zu seinem neusten Werk „Dry“ gegriffen, welches er zusammen mit seinem Sohn geschrieben hat. In diesem Buch geht es um Alyssa, die zu einer Zeit lebt, in der das Wasser knapp wird. Alles beginnt damit, wie sie den Wasserhahn aufdreht und kein Wasser mehr kommt. Der Leser verfolgt, wie die Menschen zunächst denken, es sei ein temporärer Zustand. Bis sie dann beginnen, Wasser zu horten und die Situation der Wasserknappheit immer mehr überhandnimmt.
    Das Thema, dem sich das Buch widmet, fand ich richtig passend und gut gewählt, denn in meinen Augen ist es realistisch, dass unsere Gesellschaft sich auf eine solche Situation zubewegt. Man denke nur an Länder wie Afrika, in denen solche Situationen bereits Alltag und Realität sind. Von daher fand ich das Bild, das die Autoren zeichnen, nicht nur spannend zu verfolgen, sondern in gewisser Weise auch unheimlich angesichts der Realität. Mir stellten sich beim Lesen manchmal die Haare an den Armen auf, wenn ich über die Konsequenzen und die Situation tiefer nachdachte und mir in Erinnerung rief, wie authentisch alles ist.
    Neal und Jarrod Shusterman zeichnen in ihrem Roman eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Der Run auf die Supermärkte ist hierfür das Startsignal. Ab diesem Zeitpunkt steigert sich die Stimmung der Geschichte und wirkt mehr als bedrohlich, denn es folgen Kämpfe ums Überleben, Angst, Panik. All dies hat das Autorenduo sehr packend und treffend beschrieben. Die Veränderung im Verhalten der Menschen ist vermutlich aus anderen Endzeitromanen und -filmen bekannt und doch haben die beiden Autoren es geschafft, diese sehr authentisch und angsteinflößend zu beschreiben. Endzeitstimmung pur! Beim Lesen fühlt es sich nicht wie lesen an, sondern vielmehr als wäre man Teil eines Kinofilms voller Action und Dramatik!
    Auch interessant fand ich die Wahl der Erzählperspektive, denn Neal und Jarrod Shusterman erzählen die Geschichte aus dem Blickwinkel von fünf verschiedenen jungen Menschen. Einerseits kommen so die Abgründe der Menschen, die vieles für ihr Überleben tun, gut zur Geltung, andererseits fehlte mir durch die Anzahl an Protagonisten ein wenig die Nähe zu ihnen. Ich fand es zwar klasse, dass sie alle so verschieden waren und man so ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die Katastrophe erhält, aber dennoch fehlte mir einfach die Tiefe hinter den Charakteren.
    Fazit
    Alles in allem ist „Dry“ ein packendes, beklemmendes Endzeitdrama, das vor allem durch die Realitätsnähe und die bedrohliche, fast schon angsteinflößende Atmosphäre überzeugt. Das Szenario, das die beiden Autoren zeichnen, ist glaubwürdig und gerade deswegen sehr erschreckend. Die menschlichen Abgründe in der Situation der Wasserknappheit werden aufgezeigt und so ist die Geschichte sehr spannend zu verfolgen. Auch wenn mir ein wenig die Tiefe hinter den fünf Erzählfiguren fehlte, so fand ich ihre Unterschiedlichkeit dennoch grandios, weil so verschiedene Blickwinkel auf die Situation ermöglicht wurden.
    Gute 4 von 5 Sternen!
    Reihen-Infos
    Einzelband
    Weiterlesen
  • Rezension zu Dry

    Man dreht den Hahn auf – es fließt Wasser. Man geht in den Supermarkt – es gibt reichlich Auswahl an Getränken. Normaler Alltag, auch für Alyssa, die in Kalifornien lebt. Bis eines Tages von „normalem Alltag“ keine Rede mehr sein kann. Zunächst heißt es nur, es gäbe eine kleine Wasserknappheit, die Bürger sollen ruhig bleiben. Doch auch nach Tagen fließt kein Wasser aus der Leitung und kein Supermarkt führt noch Getränke oder Eis. Da begreift selbst der Letzte, dass es langsam aber sicher ums Überleben geht.
    „Dry“ ist das erste Buch, dass Neal Shusterman zusammen mit einem Sohn Jarrod geschrieben hat. Es wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, was für den ganzheitlichen Überblick sehr sinnvoll ist. So kommt unter anderem Alyssa zu Wort, deren vierköpfige Familie der Leser begleitet, aber auch Kelton, der Nachbarsjunge, dessen Vater seine Familie seit Jahren auf einen solchen Ernstfall vorbereitet inkl. Bunker, Notrationen und Waffen.
    Ein Trockenheitsszenario ist leider sehr realistisch und so ist es leicht möglich, sich in das Setting des Romans hineinzuversetzen. Die beiden Autoren schaffen es, die Situation authentisch und erdrückend zu schildern. Sie zeigen auf, dass unsere Zivilisation, das soziale Miteinander, nur auf sehr wackeligen Beinen steht und bei kleinen Katastrophen leicht erschüttert werden kann. Wie lange gönnt man seinem Nachbarn noch die Flasche Wasser, wenn man selbst vor der Dehydrierung steht? Wie lange greift man nicht zu radikalen Mitteln, um seine Familie vor dem Tod zu retten? Am Ende wollen alle das gleiche – Überleben.
    Das Buch lässt sich gut und schnell lesen, da es einen flüssigen Schreibstil aufweist und durch die Perspektivwechsel unterhaltsam bleibt. Die Darstellung, wie Menschen sich im Angesicht dieser Katastrophe verändern, fand ich sehr gelungen und authentisch. Mir hat nur das gewisse Etwas gefehlt. Shustermans andere Reihen (Vollendet und Scythe) hatten dieses Etwas, dass sich ins Gehirn einbrannte und von anderen Büchern abgehoben hat. „Dry“ leider nicht. Zu der Thematik habe ich bereits einen Jugendroman gelesen und ich kann weder behaupten, dass dieses Buch besser war, noch sich vom Anderen abgehoben hat.
    Fazit: Wichtige Thematik, deren Auswirkungen authentisch beschrieben wurden. Empfehlenswert für alle, die zu dieser Handlung noch keinen Roman gelesen haben, ansonsten hebt es sich von ähnlichen Geschichten leider nicht merklich ab. Knappe 4 Sterne vergebe ich daher.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Dry

    Nachdem ich erst kürzlich mit "Der Wal und das Ende der Welt" ein ähnliches Weltuntergangs-Szenario gelesen habe, kommt mit "Dry" nun eine Dystopiegeschichte daher bei der Wasser nicht nur knapp ist sondern bald komplett fehlt. In ganz Kalifornien, dem sunshine state in dem es ja laut dem Song von Albert Hammond nie regnet.
    Eindrucksvoll beschreibt dieses Jugendbuch (das hoffentlich nicht nur von solchen gelesen wird) wie das Fehlen der Ressource Wasser die Menschen innerhalb kürzester Zeit an den Rand des Todes, vor allem aber an den Rand des Wahnsinns treibt. Das Buch ist genauso sehr Thriller wie eine Studie zum Sozialverhalten von Menschen in Krisensituationen. Und genau wie John Ironmonger in seinem eingangs erwähnten Roman kommen Vater + Sohn Shusterman zu dem Schluss, dass man als Gemeinschaft die besten Überlebenschancen hat. Selbst wenn das bedeutet, dass man sein weniges Wasser teilen muss. Obwohl die Mehrheit der Menschen das - durchaus zu Recht - anders sieht. "»Entweder man öffnet die Türen weit oder man schließt sie ab«, sage ich wehmütig. »Die Menschen sind zu kompliziert, um auf irgendetwas dazwischen zu vertrauen.«" Denn verzweifelte Menschen werden zu einen unkontrollierbaren Mob, der sich alles nimmt was ist, ohne Rücksicht auf andere.
    Ich habe wirklich mitgefiebert mit der kleinen Truppe von Teenagern, die sich durch die Tage des Tap-Outs kämpfen. Und immer wenn ich dachte, es gibt nun eine kleine Verschnaufpause oder zeitweilige Rettung für unsere Protagonisten, kam doch wieder alles anders. Das Autorenduo hat mich ständig mit neuen Wendungen überrascht, bis ganz zum Schluss. Genau so soll es auch sein!
    Ich hoffe, dass dieses Buch verfilmt wird, die Figuren, die Zeitebene von nur wenigen Tagen und die ganze Dramaturgie bietet sich dafür förmlich an. Vor allem aber ist die Botschaft der Geschichte immens wichtig, denn das hier geschilderte Szenario ist ganz und gar nicht abwägig wie es Alieninvasionen oder Krieg mit einer Terminator-Armee vielleicht sind!
    Ein wichtiger Tipp zum Schluss: bitte haltet beim Lesen immer ein großes Glas Wasser in eurer Nähe. Am besten eine ganze Flasche. 1,5 Liter. Mindestens!
    Weiterlesen
  • Rezension zu Dry

    Meine Meinung
    Wie es der Zufall so will hatte ich erst vor kurzem einen Bericht über "Prepper" gesehen. Vorher hatte ich diese Bezeichnung noch nie gehört und war erstaunt, wie viele Menschen es gibt, die sich mit allen ihnen möglichen Mitteln auf eine Apokalypse vorbereiten. Apokalypse - ein großes Wort, aber wenn ich die Vorbereitungen sehe, die mit Wachzäunen, Tränengas, Waffen, Bunker, Verpflegung für mehrere Jahre und Luftfilter einhergehen, in Gebieten, die nicht leicht zugänglich sind, an fließenden Gewässern und in abgeschottetem Terrain liegen, muss man tatsächlich in solchen Dimensionen sprechen.
    Aber ist das nötig und kann man diese Menschen als "Spinner" abtun?
    Neal und sein Sohn Jarrod Shusterman jedenfalls haben in ihrem Buch ein solches Szenario sehr anschaulich aufleben lassen: In Kalifornien wird das Wasser knapp, was auch schon seit Wochen bekannt ist. Aber erst, als wirklich kein Wasser mehr aus den Hähnen kommt, wird deutlich, wie schlimm die Krise tatsächlich ist. Und dann geht alles Schlag auf Schlag.
    An dem Punkt steigt man auch direkt in die Geschichte ein, die aus den Sichtweisen verschiedener Jugendlicher erzählt wird.
    Zum einen gibt es die 16jährige Alyssa und ihren 10jährigen Bruder Garrett. Vor allem Alyssa und ihren Eltern wird schnell bewusst, wie bedrohlich ihre Situation ist, auch wenn sich erst nur eine angespannte Beunruhigung einschleicht, deren Atmosphäre sehr gut transportiert wird. Aber schon der Weg zum Supermarkt zeigt ihnen, dass das Chaos schneller seinen Lauf nimmt, als sie geahnt haben.
    Kelton ist 17 und wohnt nebenan. Sein Vater war sehr vorausschauend und hat viele Vorbereitungen getroffen, für die er lange belächelt worden ist. Jetzt jedoch scheint sich das Blatt zu wenden und Kelton gefällt sich in der Rolle als Retter in der Not und nützt diesen Vorteil gerne aus. Er wirkt ziemlich überheblich und fühlt sich unangreifbar - ein Trugschluß, den er bitter bezahlen muss.
    Interessant fand ich die Philosophie über die Gesellschaft, die sein Vater ihm eingeimpft hat und die Menschen in drei Kategorien einordnet:
    Sie sind entweder Schafe, zu denen er die wehrlose Mehrheit zählt, die blind auf das System vertrauen.
    Oder Wölfe, die sich weder Gesetzen noch Regeln verpflichtet fühlen und nur zu ihrem eigenen Vorteilen handeln, wozu er Diebe, Mörder und Politiker zählt.
    Oder die wenigen Hüter der Welt, die diese beiden Aspekte in sich vereinen, auf alles vorbereitet sind und jeglichem Zusammenbruch standhalten können.
    Jacqui hingegen ist eine Einzelgängerin und schlägt sich alleine durchs Leben. Die Strategien, die sie sich hierfür zurechtlegen musste helfen ihr sich durchzubeißen, und ihre trockene Art von Humor hilft ihr außerdem, nicht die Kontrolle zu verlieren.
    Henry kommt erst später ins Spiel und er ist so jemand, den man vom ersten Moment an nicht leiden kann. Natürlich versucht jeder nur, diese Ausnahmesituation irgendwie zu überleben und wenn es hart auf hart kommt überwindet man sich zu Dingen, die man nie für möglich gehalten hätte - aber seine kalten Berechnungen und sein egoistischer Ansatz übertreffen bei weitem mein Verständnis. Ein Zitat aus dem Buch trifft sehr deutlich seinen Charakter:
    "Und der Schlüssel, ein guter Anführer zu sein, ist genaue Beobachtung und subtile Manipulation -
    so subtil, dass niemand merkt, dass er manipuliert wird." S. 262
    Aber wie weit darf man gehen, um sich und seine Familie zu verteidigen? Woher will man wissen, wie man reagiert, wenn man am Verdursten ist und den Tod vor Augen hat? Wenn man sich und seine Familie, seine Freunde verteidigen muss, um den nächsten Tag, die nächsten Stunden irgendwie zu überstehen?
    Der Überlebensinstinkt treibt Menschen schnell dazu, sich in eine Meute tollwütiger Hunde zu verwandeln, um es mal überspitzt auszudrücken und diesen schmalen Grat zu überschreiten geschieht oft schneller als man denkt.
    Das ist eine Frage die wirklich sehr tief geht und jeder der Protagonisten auf andere Weise für sich beantwortet. Aber nicht nur ihre Perspektiven lernt man kennen, denn die Handlung enthält auch ein paar "Snapshots", Momentaufnahmen von Personen und Ereignissen in nahem Umfeld, die ein sehr beklemmendes Bild entstehen lassen welche weiten Kreise die Katastrophe zieht: wie überfordert die Hilfsorganisationen sind, wie schnell das Militär auf den Plan rückt und wie rigoros mit Menschenleben umgegangen wird. ABER es gibt hierbei natürlich auch die Helden des Alltags: die Menschen, die zu 100% für andere da sind, die sich einsetzen und ihr möglichstes tun, um anderen zu helfen.
    Klar, denkt man, jeder wäre doch bereit Hilfe anzubieten - doch sicher ist da auch diese innere Stimme, erstmal sich selbst das überleben zu sichern. Und wem hilft man? Wo fängt man an und bei wem hört man auf? Hilft man einem, kommen Hundert andere. Verschenkt man einen Schluck Wasser, ist auf einmal der ganze eigene Vorrat weg ... Natürlich lassen solche Ausnahmesituationen bei manchen Menschen Gedanken aufsteigen, die als "böse" und aggressiv, assozial oder unmenschlich bezeichnet werden - völlig normal an sich, wenn man sein eigenes Leben verteidigt. Aber es gibt trotzdem Nuancen, die einen großen Unterschied machen und natürlich gibt es auch Menschen, die plötzlich Mut und Engagement zeigen!
    Super gefallen hat mir auch wieder der Schreibstil, der aus Sicht der Jugendlichen sehr locker erzählt wurde und flüssig zu lesen war und trotzdem diese beklemmende und beängstigende Atmosphäre widergespiegelt hat. Vor allem, wenn sich plötzlich die "Welt" nur noch auf einen kleinen Radius reduziert, auf die Familie oder Freunde, auf das Haus, das man vor anderen beschützen muss, schlüpft plötzlich jeder in eine Rolle und fokussiert sich darauf, um das Chaos und die Ängste irgendwie zu überstehen.
    "Mir wird klar, dass dies der wahre Kern des menschlichen Wesens ist:
    Auch wenn wir die Energie verloren haben, uns selbst zu retten, finden wir noch irgendwie die Kraft, uns gegenseitig zu helfen." S. 410
    Die Geschichte steigert sich immer mehr, die Charaktere verändern sich im Bewusstsein ihrer Ängste, der Ton wird rauer, urtümlicher und die Beklommenheit steigert sich bis zum bitteren Ende. Der Schluss ist absolut gelungen und ich hab tatsächlich ein paar Tränen verdrücken müssen. Wieder eine unglaublich gute Geschichte, bei der die Nähe zur Realität den größten Schockeffekt hat.
    Mein Fazit: 5 Sterne
    © Aleshanee
    Weltenwanderer
    Weiterlesen
  • Rezension zu Dry

    Bewertet mit 4 Sternen
    Das Ende der Zivilisation
    Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.
    Wasser kommt aus dem Hahn. Darüber denkt man nicht nach, bis eines Tages keines mehr kommt. Es beginnt der Kampf ums Überleben. Die Helfer sind überfordert, die Menschen auf sich allein gestellt. Im Kampf um Leben und Tod ist sich jeder selbst der nächste und die Zivilisation bricht zusammen.
    So geht es auch Alyssa und ihrer Familie. Zunächst haben sie einen kleinen Vorrat, dann hoffen sie auf Hilfe von außen. Doch schnell wird klar, dass sie auf sich selbst gestellt sind. Familien wie die von Alyssas Schulkamerad Kelton, die für den Weltuntergang vorgesorgt haben, ergeht es besser. Doch andere Kämpfen für das kostbare Gut Wasser und werden zur Bedrohung, denn ohne bedeutet es den sicheren Tod.
    Die Charaktere in diesem Buch sind etwas verschieden, aber nicht tiefgründig dargestellt. Jeder reagiert anders auf die Extremsituation, doch Hintergründe zu ihren Handlungen werden nicht geliefert. Alyssa ist mir überhaupt nicht sympathisch. Zunächst hat man den Eindruck, dass sie schlau ist. Und ich hoffte schon, dass es kein naives Mädchen ist, wie es in vielen anderen Jugendbüchern der Fall ist. Doch diese Seite zeigt sich kurz nach dem Ausbleiben des Wassers bei ihr. Sie denkt nicht nach, bevor sie handelt. Auch nicht, als sie merkt, dass dies zu ihrem Nachteil ist. Die Jugendlichen, die man begleitet, sind zum Glück nicht alle so. Es gibt auch welche, die die Situation klarer sehen, überlegt handeln und das Verhalten anderer Menschen in ihrem Tun berücksichtigen.
    Der Überlebenskampf der Menschen, ihre Verzweiflung und das Ausnutzen anderer in dieser schweren Lage sind gut dargestellt. Man kann sich vorstellen, dass in so einer Situation die Gesellschaft und das zivilisierte Verhalten schnell zusammenbrechen. Erschreckendes und realistisches Bild, das von der Welt gezeichnet wird. Allerdings kamen mir Erklärungen über die Ursache der Wassernot zu kurz.
    Das Ende finde ich nicht gelungen. Es ist nicht schlüssig, unglaubwürdig und zu glatt.
    Fazit
    Dieses Buch zeigt, wie schnell die Zivilisation auf der Strecke bleibt, wenn die Existenz von Menschen bedroht ist. Deren unterschiedliche Verhaltensweisen sind sehr gut dargestellt.
    Weiterlesen
Anzeige

Ausgaben von Dry

Taschenbuch

Seitenzahl: 448

E-Book

Seitenzahl: 449

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 400

Dry in anderen Sprachen

Besitzer des Buches 74

Update: