Wie tief ist das Wasser

Buch von Susan Hill, Ute Reusch

Bewertungen

Wie tief ist das Wasser wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,6 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Wie tief ist das Wasser

    Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)
    Warings heißt das Anwesen in der Nähe von Derne. Damals, als das riesige viktorianische Landhaus gebaut wurde, war Derne groß. Jetzt lebt kaum noch jemand dort. Joseph Hooper hat das hässliche Haus von seinem Vater geerbt und ist mit seinem Sohn Edmund eingezogen. Josephs Verhältnis zu Edmund ist unterkühlt, aber er weiß sehr wohl, dass ein Elfjähriger nicht ohne Spielgefährten aufwachsen sollte. Das tut einem Kind nicht gut. Ein Glücksfall, dass sich die verwitwete Mrs Helena Kingshaw als Haushälterin bei ihm bewirbt und bald mit ihrem ebenfalls elfjährigen Sohn Charles in Warings einzieht. Ein Glücksfall? Wirklich? Edmund betrachtet die neuen Bewohner als Eindringlinge und Charles als seinen Intimfeind, den es unter allen Umständen zu vertreiben gilt. Wie besessen verteidigt Edmund sein Revier, belauert seinen Widersacher, deckt seine Schwächen auf und macht sie sich gnadenlos zunutze. Was die Erwachsenen für ein Spiel und kindliche Streiche halten (wollen), wird bald bitterer Ernst.
    Autorin (Quelle: Amazon)
    SUSAN HILL wurde 1942 in Yorkshire geboren. Ihre Geistergeschichten und die Kriminalromane um Inspector Simon Serrailler (dessen neuer Fall »Phantomschmerzen« ebenfalls im Kampa Verlag erscheint) haben sie zu einer der populärsten britischen Schriftstellerinnen gemacht. Ihr Gothic-Roman »Die Frau in Schwarz« läuft als Theateradaption seit über dreißig Jahren im Londoner West End und wurde 2012 erfolgreich mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle verfilmt. Für ihre Romane, Erzählungen und Jugendbücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Somerset Maugham Award, und zum Commander of the British Empire ernannt. Susan Hill lebt in Norfolk in einem alten Bauernhaus, wo in jedem Winkel Bücher stehen, die im Winter gut isolieren.
    Allgemeines
    Titel der Originalausgabe:“I´m the King of the Castle“, erschienen 1970, ins Deutsche übersetzt von Ellen Krahe
    ET der neuen deutschen Ausgabe: 25. März 2020 im Kampa Verlag als HC mit 352 Seiten
    Gliederung: Erzählung in 17 Kapiteln
    Erzählung in der dritten Person, hauptsächlich aus der Perspektive von Charles Kingshaw
    Handlungsort und -zeit: England, in den 1960ern
    Inhalt und Beurteilung
    Der elfjährige Charles Kingshaw zieht mit seiner verwitweten Mutter Helena nach Warings, wo sie beim ebenfalls verwitweten Joseph Hooper eine Stelle als Haushälterin antreten soll. Dessen Sohn Edmund, dem Charles als Spielgefährte Gesellschaft leisten soll, lehnt die neuen Hausbewohner schon vor ihrer Anreise ab. Schnell hat der Junge, den man nur als Psychopathen bezeichnen kann, herausgefunden, wie er den sensiblen und wenig selbstbewussten Charles manipulieren und tyrannisieren kann. Er weist immer wieder darauf hin, dass ihm in diesem Haus alles, Charles jedoch nichts gehöre, er lockt ihn in Situationen, die ihm Angst machen und lässt keine Gemeinheit aus. Mindestens so schlimm wie der bösartige Junge verhält sich Charles Mutter Helena, die sich bei den Hoopers auf unwürdige Weise anbiedert, weil sie ihren sicheren Platz am warmen Ofen nicht verlieren will. Obwohl ihr Sohn immer wieder durchblicken lässt, dass er unglücklich ist und schließlich mehrfach explizit ausspricht, dass er nicht Edmunds Freund ist und diesen aufgrund seiner heimtückischen Bosheit hasst, ignoriert sie das wissentlich und fordert noch, dass er Zeit mit seinem Feind verbringen muss.
    Dieser Roman ist ebenso faszinierend wie abstoßend, er besticht durch die hervorragenden Psychogramme der vier Hauptfiguren und er berührt den Leser im Innersten, indem er große Empathie für den sensiblen Charles und glühenden Hass gegenüber dem abgrundtief verdorbenen Edmund – einer miesen kleinen Ratte – und der egozentrischen, ignoranten Helena Kingshaw erzeugt. Wer eine solche „Mutter“ hat, braucht keine Feinde mehr. Edmunds Vater ist im Grunde kein schlechter Mensch, aber er ist nicht besonders einfühlsam und opfert das Wohl eines Kindes letztendlich auch seinen eigenen Wünschen, ohne zu ahnen, was er damit anrichtet.
    Als heutiger Leser kann man über die Handlung nur den Kopf schütteln, man hätte sich gewünscht, dass Charles sich ans Jugendamt gewandt und um Hilfe ersucht hätte. Vor dem Hintergrund der Zeit – ca. in den 60ern des letzten Jahrhunderts, als das Wort „Mobbing“ noch nicht im allgemeinen Gebrauch war und es noch kein Internet gab – ist es nachvollziehbar, dass der junge Charles den Bösartigkeiten seines Altersgenossen und der Bequemlichkeit und Ignoranz seiner verachtenswerten Mutter in dem abgelegenen Haus auf dem Lande schutzlos ausgesetzt ist.
    Der Erzählstil ist sehr anschaulich und auf dem Niveau zweier ständig streitender Elfjähriger authentisch.
    Fazit
    Ein abstoßender und fesselnder Roman, der stellenweise schwer zu ertragen ist und wohl keinen Leser – vor allem Eltern - unberührt lässt!
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Ausgaben von Wie tief ist das Wasser

Taschenbuch

Seitenzahl: 287

E-Book

Seitenzahl: 244

Hardcover

Seitenzahl: 352

Wie tief ist das Wasser in anderen Sprachen

  • Deutsch: Wie tief ist das Wasser (Details)
  • Englisch: I'm the King of the Castle (Details)

Besitzer des Buches 10

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