John Green - Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken / Turtles All the Way Down

    • ab 14-16 Jahre

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    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

    von

    4.1|9)

    Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 288


    ISBN: 9783446259034


    Termin: November 2017

    • John Green - Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken / Turtles All the Way Down

      Inhalt
      Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.
      (Quelle: Amazon)

      Meinung
      Mein erster Eindruck von „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ nach der Leseprobe war, dass ich Aza und die Situation, in der sie sich auf den ersten paar Seiten befindet, schon recht seltsam fand. Die Leseprobe hat mir zwar gefallen, hatte mich aber auch sehr verwirrt zurückgelassen. Nicht nur wegen Aza selbst, die doch eine sehr gewöhnungsbedürftige Protagonistin ist, sondern auch wegen der Geschichte, die John Green erzählt. Ich war mir unsicher, wo das alles hinführen wird. Dennoch war ich gespannt und neugierig, denn kuriose Hauptfiguren finde ich immer gut.

      Es fällt mir schwer „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ zu kritisieren, denn dieses Buch steckt so voller Hingabe und unbeschönigten Ereignissen und Gedanken, was mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht hat. Sei es, wie schwer es uns eigentlich fällt, in andere Menschen hinzusehen und gleichzeitig wie leicht es gelingt, sie zu verurteilen. Niemand bildet da eine Ausnahme, auch nicht unsere Freunde oder unsere Eltern. Die Geschichte rund um Aza, ihre Freundin Daisy und der verschwundene Vater von Azas früherem Freund Davis ist zwar wunderschön erzählt, aber ich finde, sie verliert sich auch ganz schnell in den Kleinigkeiten, die der Plot bietet.

      Die Handlung in der ersten Hälfte des Buches kommt meiner Meinung nach nur sehr langsam in Schwung und hat mich daher auch nur mäßig unterhalten. Mir hat sehr lange die Verbindung zwischen Azas Gedankenkarussell und dem Verschwinden von Davis’ Vater gefehlt, so dass ich lange das Gefühl hatte, John Green hätte sich bei seinen Erzählungen verzettelt und den falschen Fokus gelegt. Gerade die ständige Betonung von Daisys Star-Wars-Fanfictions, die Beziehung zwischen Daisy und einem gemeinsamen Freund und der Tod von Azas Vater wurden immer wieder thematisiert, ohne, dass eine direkte Verbindung zum Hauptplot hergestellt wurde. Das hat mich sehr lange frustriert.

      Doch später wird die Geschichte viel dynamischer und viel durchsichtiger, gerade dann, als sich Aza immer wieder fragt, ob sie von Küssen sterben kann, ob und wann ihre Freundin jemals loyal war und ob sie den Verlust eines Menschen an Sachen und Dingen festmachen kann. Durch diese verschiedenen Ereignisse gerät sie immer mehr in einen Strom, der sich von ihr selbst nicht aufhalten lässt und spitzt sich meiner Meinung nach sehr dramatisch zu, woraus Aza den Grundstein für ihre weitere Zukunft legt. Sie muss lernen, mit sich und ihren Gedanken ins Reine zu kommen, sich zu akzeptieren und sich niemals zu verlieren. Gefallen hat mir da vor allem das Ende, das nicht wie üblich Friede, Freude, Eierkuchen ist, in dem nicht alle Probleme aus der Welt geschaffen sind und Aza bis an ihr Lebensende glücklich ist. Es ist offen und überraschend und rundet die Geschichte sehr schön ab.

      Aza Holmes war für mich der größte Lichtblick in der Geschichte. Sie ist aufgrund ihrer Art, ihren Neurosen und ihrer Paranoia zwar sehr gewöhnungsbedürftig und gerade eine Freundschaft mit ihr gestaltet sich mehr als schwierig, wenn man ihrer besten Freundin Glauben schenken darf. Allerdings schildert John Green Azas Gedanken und ihre Gedankenspirale so ausführlich und glaubwürdig, dass mich ihre Figur und die Ausführung dessen mit jeder Seite mehr fasziniert hat. Vieles von dem, was Aza denkt und fühlt, ist für den psychisch gesunden Menschen wohl kaum nachzuvollziehen, aber der Autor schafft es, einen Einblick in diese Welt zu geben – was manchmal sehr erschreckend, bedrückend und schockierend ist.

      Die verschiedenen Seiten von Aza bringen ihre Freundin Daisy, ihr Freund Davis und ihre Mutter zum Vorschein. Sie alle sind sehr ausführlich und tiefgründig ausgearbeitet und nehmen durch ihren Einfluss auf die Hauptprotagonistin verschiedene Stellenwerte ein. Daisy gibt Aza auch mal Kontra, erklärt ihr, dass eine Freundschaft mit ihr nie einfach ist und kritisiert sie hinterrücks doch oft sehr deutlich, doch trotzdem ist sie immer für Aza da und versucht auch mehrfach, Azas Krankheit zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen. Davis gibt Aza das Gefühl, liebenswürdig zu sein und ein Leben mit Liebe und Glück verdient zu haben. Und ihre Mutter ... ist eben ihre Mutter. Sie sorgt sich um Aza, ist aber oft genauso hilflos wie ihre Freunde, Lehrer und Mitschüler, liebt sie aber über alles und gibt ihr auch immer dieses Gefühl (auch wenn ich mich mehrfach gewundert habe, dass sie ihrer Tochter so viele Freiheiten lässt ...)

      John Greens Schreibstil ist einmalig und leider auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Ich habe einige Zeit gebraucht, um wirklich in dem Buch anzukommen und die Geschichte sowie Aza zu verstehen. Trotzdem beschreibt er wie kein anderer Gefühle und Gedanken und zeichnet seine Charaktere trotz hohem Potenzial, nervig zu wirken, sehr liebenswürdig und gewinnend.

      Fazit
      „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist ein Buch, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Die Grundstimmung ist schwer verdaulich und lässt den Leser lange nach dem Lesen über Toleranz und die Art und Weise, wie unterschiedlich wir und unsere Psyche sein können, nachgrübeln. Mich hat der Plot leider nicht ganz so überzeugen können, dafür hat mir die liebevolle und aufwendige Ausarbeitung der Charaktere sehr imponiert; ein bisschen mehr erwartet, dafür aber viel daraus mitgenommen.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann."
      :study: Anne Freytag | Mein bester letzter Sommer | Seite 182
    • Das Original :)
      "Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann."
      :study: Anne Freytag | Mein bester letzter Sommer | Seite 182
    • Die 16-jährige Aza Holmes leidet unter einer Zwangsstörung. Ihre Gedanken kreisen immer und immer wieder um die Vorstellung, krank zu werden, sich durch Bakterien zu infizieren.
      Eine Wunde am Finger kratzt sie immer und immer wieder, die sich dadurch natürlich ständig enzündet.
      Geradezu zwanghaft wechselt Aza Pflaster, desinfiziert die Wunde, macht sich wieder Sorgen, kratzt die Wunde wieder auf - und so geht es immer weiter und weiter.
      Aza weiß um ihr irrationales Denken und Handeln, kommt aber nicht gegen diesen Zwang an.
      Ihre lebensfrohe Freundin Daisy versucht, Aza von ihren Gedankenspiralen abzulenken. Als der Milliardär Russell Pickett spurlos verschwindet, schlägt Daisy Aza vor, diesen zu suchen - zumal Russell Pickett der Vater von Azas früherem Spielgefährten Davis ist.

      Nur langsam findet der Leser in die Handlung, zu ausführlich wird über die zwanghaften Handlungen berichtet. Dabei werden viele Themen angesprochen, wie z.B. Freundschaft, erste Liebe, elterliche Vernachlässigung, sowie Trauer und Verlust. Darüber hinaus gibt es eben auch den Kriminalfall, der letztendlich überflüssig und viel zu dünn erzählt ist. Auch die Familienzustände von Davis' Familie bleiben im Vagen. Manches erschien mir auch klischeehaft (wie z.B. das Angucken des Sternenhimmels).
      Dabei erzählt John Green berührend und gekonnt. Die Protagonisten sind gut gezeichnet, durchaus liebenswert oder eben neurotisch.
      Das Cover ist gut gewählt und passend zum Inhalt.
      Insgesamt ist es ein nachdenklich stimmendes Jugendbuch.
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)
    • Conor schrieb:

      Dabei erzählt John Green berührend und gekonnt. Die Protagonisten sind gut gezeichnet, durchaus liebenswert oder eben neurotisch.
      bei diesem Satz stimme ich dir sehr gerne zu, Conor :friends: . Mir hat gerade dieser Aspekt sehr gut gefallen. Außerdem die Auseinandersetzung mit dem Leben einer Person, die an Zwangsneurosen leidet. War für mich unterhaltsam, informativ und nachdenklich stimmend. Von mir bekommt der Roman fast die volle Punktezahl :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Ich habe es sehr gerne gelesen. Vor allem, macht die Tatsache, dass der Autor sich mit der Thematik mehr als einem lieb ist, auskennt, die Lektüre um so interessanter.
      2018: Bücher: 13/Seiten: 4 136
      2017: Bücher: 190/Seiten: 77 472
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      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
    • Aza Holmes ist sechzehn Jahre alt und könnte eigentlich ein ganz normaler Teenager sein, auch wenn ihre Mutter Mathelehrerin an ihrer Highschool ist. Doch in Aza toben eine Menge Sorgen und Probleme, sei es die Angst vor c-difficile oder sonstige Bakterien und überhaupt davor, ob sie eigentlich wirklich existiert. Doch dann geschieht etwas in ihrem Leben, denn ihr Nachbar, ein steinreicher Milliardär namens Pickett, verschwindet bei Nacht und Nebel und eine Belohnung wird für Hinweise über seinen Aufenthalt versprochen. So lässt sich Aza von ihrer besten Freundin Daisy überreden, auf die Suche zu gehen. och diese Suche verlangt Aza einiges ab, denn sie muss mehr als einmal über den eigenen Schatten springen.
      Meine Meinung:
      Spätestens seit das Schicksal ist ein mieser Verräter zählt John Green zu den bekanntesten Autoren im Jugendbuchbereich, was wohl auch mit daran liegt, dass es kaum einem anderen gelingt, mit so viel Ernsthaftigkeit über komplizierte Jugendthemen zu schreiben. Und ja, schreiben kann John Green, auch wenn ich hier durchaus gestehen muss, dass ich mich zu Beginn eher schwer tat, in diese Geschichte zu finden. Das liegt allerdings nicht unbeding am Schreibstil, auch wenn John Green durchaus eher anspruchsvoller schreibt, so ist es doch sehr einnehmend. Er brachte mich auch immer wieder zum innehalten und nachdenken, gerade mit bestimmten Zeilen und Bildern, mit denen er zu seinen Lesern spricht und doch hatte ich so meine Probleme mit seiner Protagonistin. Eventuell habe ich dieses Buch auch zu einem für mich sehr persönlich schlechten Zeitpunkt gelesen.
      Das Buch versprach eine Suche nach dem Milliardär Pickett und ja natürlich auch die Reise der jungen Aza auf dem Weg, sich selbst zu finden. Doch zu Beginn dauert es ein wenig, bis ich mich an Azas "fiese Gedanken" gewöhnt hatte. Auch hatte ich hier lange Zeit immer wieder das Gefühl, dass die Handlung stagnierte. Das passt durchaus zu Azas Gefühls- und Gedankenwelt und auch zu ihrem gesamten Auftreten, doch ich fand es hier sehr anstrengend, am Ball zu bleiben. Green schafft es ohne Frage, dass man sich vorstellen kann, was in ihr vorgeht und regt auch immer wieder zum Nachdenken an, aber ich konnte hier nicht den tiefen Bezug zu Aza herstellen, wie z. B. damals zu Hazel. Auch sonst behielt ich hier eher Abstand zur Geschichte, als das ich tief versank.
      Erzählt wird die Geschichte von der Protagonistin Aza in der Ich-Perspektive. Gerade diese Perspektive bringt eigentlich ein Gefühl von Nähe zum Charakter, doch mir blieb sie eher fern.
      Die sechzehnjährige Aza ist also hier die Protagonistin und diese ist auf den ersten Blick zwar ein normaler Teenager, doch schon gleich zu Beginn lässt der Autor dem Leser die ersten Einblicke in Azas Gedankenwelt. Diese ist alles andere als normal, beginnend mit Phobien vor Bakterien bis hin zu Zwangshandlungen, die sie immer und immer wieder ausführt, dabei führt sie ein recht normales Leben, zwar ohne ihren Vater, der schon sehr früh in Azas Kindheit verstarb, doch im Großen und Ganzen ohne viel Entbehrungen. Genau das ist allerdings auch mein Problem, dass ich mit Aza habe, denn mir eröffnete sich nicht so ganz, warum sie so handelt wie sie es macht. Auch wenn ich ihre Gedanke kennenlernen durfte, drehten diese sich doch immer wieder im Kreis, wobei ich mir schon vorstellen kann, dass genau das auch der Punkt bei Azas psychischer Erkrankung ist. Sehr schwieriges Thema in einer Handlung verpackt, die das gesamte hätte auflockern können, doch irgendwie zu sehr stagnierte.
      Neben Aza gibt es ein paar Nebencharaktere, die aber hier durchaus hinter Aza bleiben. Daisy, Azas beste Freundin, ist da durchaus der typische Teenager, die eher alltägliche Sorgen hat. Sie ist durchaus wichtig für Azas Entwicklung in der Geschichte, ebenso wie z. B. Davis, der Sohn des Milliardärs, zu dem Aza sich hingezogen fühlt oder auch Azas Mutter. Doch alle blieben hier deutlich hinter Aza zurück.
      Mein Fazit:
      Ohne Frage, ein sehr intensives Buch über ein wichtiges Thema, das immer wieder zum Nachdenken anregt und innehalten lässt. Doch mir fehlte es hier an Handlung, die das Geschehen spannender gemacht hätte. Allzu oft versank ich gemeinsam mit Aza in die teilweise verworrene Gedankenwelt, ohne das ich es richtig hätte mitspüren oder mitempfinden können. John Green kann Geschichten erzählen, vor allem diese mit sehr schweren Themen, doch bei dieser hier fehlte mir etwas, so dass ich zuviel auf Abstand ging. Doch schaut einfach selbst in das Buch, denn es wird mit absoluter Sicherheit einige Liebhaber finden.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Ein wichtiges Thema wird wunderbar aufbereitet, auch wenn die Handlung dabei etwas untergeht

      Klappentext
      „Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.“

      Gestaltung
      Die Gestaltung der limitierten Erstauflage mit dem Wendecover finde ich eine super Idee, da so jeder selber über sein Lieblingscover entscheiden kann – wobei mir persönlich die Entscheidung schwerfällt, denn ich finde beide Cover unheimlich schön! Bei der helleren Version gefallen mir die Schildkröten unheimlich gut und die Spirale passt sehr gut zur Geschichte. Bei dem dunkleren Cover passt die Aufmachung hervorragend zu den anderen John Green Büchern, was im Buchregal super aussieht. Auch der orangene Papierschnitt ist ein wirklicher Blickfang, aber das Highlight ist die Signatur, die in der limitierten Ausgabe auf der ersten Seite eingedruckt ist! Allein schon all diese Gimmicks machen das Buch zu einem wahren Highlight!

      Meine Meinung
      Lange hat es gedauert, bis wir ein neues Buch von Erfolgsautor John Green in den Händen halten können und nun mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ ist es endlich soweit! Nach seinem Welterfolg „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, „Margos Spuren“ und diversen anderen, besonderen Titeln, kann die John Green-Fangemeinde endlich wieder in seine außergewöhnliche Welt eintauchen. Eine solche hat der Autor mit der Geschichte rund um Protagonistin Aza Holmes wieder geschaffen, denn Aza ist ziemlich besonders. Sie verfängt sich oft in ihrem Gedankenkarussel und hat zwanghafte Züge.

      Dieses Thema der Zwänge und vor allem der Gedanken, die sich immer wieder im Kreis drehen und Azas Leben so zu beherrschen scheinen, hat mir gut gefallen, da es eine Thematik ist, die nachvollziehbar ist und die jeder vielleicht auch schon einmal selbst erlebt hat. Wer kennt es nicht, dass er oder sie sich in den eigenen Gedanken verfängt und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? So schafft John Green es, dem Leser ein Problem greifbar zu machen, das viele Menschen betrifft, denn Aza Holmes erlebt dieses Gedankenkarussell in ziemlich intensiver Weise. Ihre Lebenssituation wird dem Leser nahe gebracht und ihre Probleme wurden für mich greifbar und verständlich dargelegt.

      Dabei macht Herr Green dem Leser die Vielseitigkeit von psychischen Erkrankungen, die eine Vielzahl der Menschen direkt betreffen, begreiflich. Diese Ernsthaftigkeit des Buches hat mir gut gefallen, da der Autor ein wichtiges Thema aufgreift und es realistisch und auch einfach schildert, sodass jeder ihre Bedeutsamkeit und Schwierigkeit erfassen kann. Gleichzeitig hat der Fokus hierauf auch dazu geführt, dass die Handlung des Buches meiner Meinung nach ein wenig in den Hintergrund gerückt ist.

      So passiert einfach nicht viel und gerade das im Klappentext angedeutete Geheimnis, das aufgeklärt werden sollte, erschien mir eher wie schmückendes Beiwerk. Hier hätte ich mir eine ausgewogenere Balance gewünscht, die die Aufklärung über die psychischen Probleme und die Handlung in ein Gleichgewicht bringt, sodass beides gleichviel Platz im Buch einnimmt. Leider lag die Handlung jedoch vorrangig auf Azas Gedanken und den Zwängen, sodass manchmal etwas die Dynamik gefehlt hat. Erschwerend kam für mich hinzu, dass ich mich gerade zu Beginn ein wenig in Azas Gedanken verloren habe und mir so der rote Faden z.B. von Gesprächen abhandenkam. Es fiel mir schwer, den Geschehnissen oder Gesprächen zu folgen, wenn zwischendurch Gedankenabsätze eingeschoben wurden. Mit der Zeit habe ich mich dann zwar daran gewöhnt und so auch besser nachvollziehen können, wie es Aza ergehen muss, wenn ihre Gedanken abdriften, aber dennoch war der Einstieg in das Buch so für mich nicht gerade leicht.

      „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ entführt den Leser in eine verschrobene Welt, in der vor allem die Figuren sehr gut ausgearbeitet wurden. Besonders Aza konnte ich mit jeder Seite besser verstehen, da sie kein einfacher Charakter ist. Dieses Buch regte mich sehr zum Nachdenken an, was sicherlich auch die Intention des Autors ist.

      Fazit
      Mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ legt John Green ein neues Werk vor, das ein wichtiges Thema aufgreift und mit seiner Ernsthaftigkeit überzeugt. Der Autor schildert ein Problem, das viele Menschen betrifft, in realistischer und sehr nachvollziehbarer Weise, wodurch er es für die breite Masse greifbar macht. Gleichzeitig ging für mich die Handlung durch den Fokus auf die Gedankenspirale der Protagonistin etwas unter und ich musste mich auch erst an die Masse an Gedankengängen gewöhnen, bevor ich mich im Buch besser zurecht gefunden habe.
      Knappe 4 von 5 Sternen!
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