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Florian Beckerhoff - Herrn Haiduks Laden der Wünsche

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    Herrn Haiduks Laden der Wünsche

    von

    4.5|3)

    Verlag: HarperCollins

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 256


    ISBN: 9783959671347


    Termin: Oktober 2017

    • Florian Beckerhoff - Herrn Haiduks Laden der Wünsche

      "Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich." (André Gide)
      Seit nun 35 Jahren erfüllt Herr Haiduk in seinem kleinen, unscheinbaren Kiosk, ihre Wünsche. Von Zeitungen, Süßigkeiten, Zigaretten, Feuerzeuge, Kaffee bis hin zur Lottoannahmestelle alles findet man bei ihm. In Neapel, New York oder Casablanca scheine solche Läden ja normal zu sein, aber in Berlin war dieser eher eine Seltenheit. Eigentlich hatte er sich damals wegen der Liebe entschieden nach Berlin zu kommen, aber leider hatte ihn diese schnell verlassen. Stattdessen eröffnete er diesen kleinen Laden, so klein wie ein Nadelöhr. Viele Stammkunden hat er die täglich zu ihm kommen, da ist die gläubige Frau und die Kumpel Karl und Erwin. Doch am meisten fasziniert Hr. Haiduk die stumme französische Studentin Alma, die stundenlang in Magazinen blättert. Eines Tages kommt Alma mit einer Lottoquittung, die sie gefunden hat zu Hr. Haiduk und ausgerechnet diese Quittung hat den Jackpot von 13 Millionen gewonnen. Alma möchte unbedingt den Besitzer dieses Lottoscheines finden und sie ist sich sicher, dass sie diesen erkennen wird. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und schnell wird klar, die Suchen nach dem Besitzer wird nicht einfach werden.

      Meine Meinung:
      Das Buch von Florian Beckerhoff ist kein Sensationsbuch, vielmehr geht es um die Suche nach dem Glück bei den Menschen. Nun denkt man, mit 13 Millionen könnte man doch glücklich sein. Aber die Protagonistin Alma offenbart recht schnell, wo bei jedem einzelnen ihr Glück fehlt und das sie dies mit Geld nicht kaufen können. Der Schreibstil ist sehr flüssig und eher ruhig unterhaltsam, ein wenig erinnert mich das Buch an François Lelord Bücher von Hector. Vom Titel hätte ich mir allerdings noch etwas mehr erwartet gehabt, da hat mich das Buch schon ein wenig enttäuscht. Den mit dem Laden der Wünsche hatte es ja nicht unbedingt was zu tun. So denke ich, das dieses Buch auch nicht jedermanns Geschmack sein wird. Das Cover dagegen ist sehr schön gestaltet und man kann sich sofort den Kiosk von Hr. Haiduk vorstellen. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tempo, noch mehr Gefühle und vielleicht auch ein anderes Ende für diese Geschichte gewünscht. Am besten hat mir die Beschreibung von Hr. Haiduks Hinterhof gefallen. Ich gebe diesem Roman 3 1/2 von 5 Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
    • claudi-1963 schrieb:

      "Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich." (André Gide)
      Welch schönes und treffendes Zitat Du diesmal ausgesucht hast, liebe claudi! Den Wahrheitsgehalt kann ich mit zunehmendem Alter nur voll und ganz unterschreiben. Nichts ist wichtiger als eine liebe Familie, Freunde, Tiere, Zeit für andere und sich selber.
      Einen glasklaren, goldenen Herbstmorgen im Wald genießen zu dürfen, kann man sich mit keinem Geld der Welt erkaufen. Das dachte ich mir unlängst, als ich Dank meiner Altersteilzeit schon am frühen Morgen in der herrlichen Natur unterwegs sein durfte.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Herrn Haiduks Laden der Wünsche, Roman von Florian Beckerhoff, 256 Seiten, erschienen bei HarperCollins Germany.
      Alma findet ein Lotterielos mit einem Gewinn von 13 Millionen, zusammen mit Herrn Haiduk ist sie auf der Suche nach dem glücklichen Gewinner. Kann derjenige so viel Glück überhaupt vertragen?
      Herr Haiduk ist einst nach Berlin, der Liebe wegen gekommen. Die Liebe schwand, geblieben ist ihm ein kleiner Zeitschriftenladen, eingezwängt zwischen zwei großen Geschäftshäusern, hier verkauft er mit seinem Gehilfen Adamo, Zeitschriften, Tabakwaren, Süßigkeiten, dazu betreibt er eine Lottoannahmestelle. Gern gesehene Kundin ist Alma, die „stumme Studentin“ sie liest, regelmäßig in einer ruhigen Ecke, Zeitschriften. Anschließend kauft sie ein Exemplar und Kaugummi. Eines Tages sind alle Lottokunden aufgeregt, in Herrn Haiduks Laden wurde ein Lotterielos verkauft welches den Gewinn von 13 Millionen verspricht. Doch der Gewinner meldet sich wochenlang nicht. Alma hat das Los gefunden und will den Gewinner, bzw. den, der das Vermögen wert ist ermitteln. Es beginnt ein Lotteriecasting im kleinen Laden.
      Von der Leseprobe zu diesem Buch war ich wirklich begeistert. Ein unvorstellbar hoher Gewinn, eine ehrliche Finderin und auf einmal sehr viele „Anwärter“. Leider war ich von der Geschichte mehr als enttäuscht. Es war schlichtweg langweilig. Ich konnte die Lektüre zu jeder Zeit aus der Hand legen und liegen lassen, um ein paar Tage später weiterzulesen. Spannung war keine vorhanden. Emotionslos wurden die einzelnen gecasteten Anwärter befragt. Schade, denn die Charaktere waren so uninteressant nicht. Erich und Karl, die gläubige Frau, die Ängstliche oder der junge Kettenraucher. Beckerhoff hatte eine tolle Idee und nichts daraus gemacht. Der junge Schriftsteller, dessen einziges Buch Herr Haiduk schon lange hütet, hat die Erwartungen des Ladeninhabers am Ende auch nicht erfüllt. Die Episode über den Engel mit dem abgebrochenen Stift, auf der Gruft, die als Hintereingang zum Hinterhof von Herrn Haiduk, vom Friedhof aus benutzt wird, hat sich auch nur in eine schwache Erzählung aufgelöst. Irgendwie fehlte in der ganzen Geschichte der Knaller. Haiduk und sein Angestellter Adamo waren sympathische Figuren, über Adamo hätte ich gerne noch mehr erfahren. Die Person Alma, blieb mir bis zum Ende fremd. Naiv, schüchtern und als Gutmensch dargestellt. Auch Paul der Schriftsteller blieb m. M. ziemlich blass. In der Realität wäre diese Geschichte mit Sicherheit anders verlaufen, so blieb der Plot für mich unglaubwürdig. Das Ende des Romans ist auch sehr seltsam.
      Herrn Haiduks Laden kann ich nur eingeschränkt empfehlen. Leser sollten nicht zu viel erwarten. Kann man lesen, muss man nicht. Dafür fand ich das Cover sehr schön, gutgemeinte 3 von 5 Sternen von mir. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: :musik: :montag:

      Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
      François Fénelon
    • Neu

      Glück und seine Facetten


      Das hatte ich schon lange nicht mehr - Angst, eine Rezension zu schreiben, weil man das Buch nur zerreden würde. Jetzt ist es wieder so weit. Florian Beckerhoff ist mit diesem Buch ein zauberhaftes Stück Leseglück gelungen, das auf tieferer Ebene nachhallt und durch berührende Charaktere und viel Situationskomik besticht.

      Ich mag noch nicht einmal den Plot wirklich nacherzählen; weil erstens sich der Zauber eines Buches in den seltensten Fällen dadurch einfangen lässt, und weil zweitens gerade in diesem Falle die Botschaft viel tiefer liegt. Oberflächlich gesehen, geht es um einen winzigen Lottoladen mitten in Berlin. Es geht um den schrulligen Besitzer, einen älteren Herrn, seine noch viel schrulligeren Kunden, und einen Schriftsteller. Es geht um einen verlorenen Lottoschein und den Versuch, dessen rechtmäßigen Besitzer zu finden.

      Auf tieferer Ebene geht es aber um das wahre Glück, oder was die Menschen dafür halten. Es melden sich allerlei "Aspiranten" in Herrn Haiduks Laden, die teilweise die abstrusesten Ideen bezüglich des angeblichen Lottogewinns verfolgen. Es geht um Nachbarschaftlichkeit und Berufung - Herr Haiduk bringt den Schriftsteller dazu, wieder zu schreiben. Und nicht zuletzt hat Herr Haiduk "seine" Berufung in seinem kleinen Laden gefunden. Es geht auch um Schüchternheit und wie man sie überwindet. Denn ursprüngliche Finderin des Lottoscheins ist Alma, eine stille, verhuschte junge Kundin, die erst wieder lernen muss, mit anderen zu reden.

      Nicht vergessen möchte ich aber auch die schiere Leselust, die sich aus der Detailfreudigkeit des Autors, der teilweise herrlich schrägen Situationskomik, den wunderbar fein gezeichneten Nebencharakteren und der hintersinnig konstruierten Rahmenhandlung ergibt. Letzteren Punkt halte ich für das größte Kunststück in diesem Buch. Der "Schriftsteller" war nämlich bei den Geschehnissen gar nicht dabei, sondern bekommt alles von Herrn Haiduk erzählt - beim Grillen, im Laden, auf dem Friedhof. Der Autor tänzelt geradezu zwischen Rahmen- und Binnenhandlung hin und her, so dass es eine wahre Freude für den Leser ist. Man muss ständig auf Zack sein, und es wird keine Sekunde langweilig.

      Das Buch atmet außerdem viel französisches Flair - nicht nur durch die Leichtigkeit der Handlung. Herr Haiduk stammt aus dem Maghreb, also dem französischsprachigen Teil Afrikas. Die junge Alma ist Französin. Und auch der Gehilfe Herrn Haiduks, Adamo, hat französische Wurzeln - was ja sein Name belegt (Adamo war/ist ein französischer Sänger).

      Das Ende des Buches finde ich durch und durch gelungen! Ich möchte nicht zu viel verraten; nur, dass es halb offen und unerwartet ist. Manch ein Leser mag es als ein wenig süßlich empfinden; für mich jedoch war es genau richtig.

      Meine Wertung: 5/5
      "Ein Mensch, der Ideale hat/
      Der hüte sich, sie zu erreichen!/
      Sonst wird er eines Tags anstatt/
      Sich selber andern Menschen gleichen."
      (Erich Kästner) :) :)
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