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Angela Kirchner - Viel näher als zu nah

    • ab 10-13 Jahre

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    Viel näher als zu nah

    von

    4.5|2)

    Verlag: Dressler

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 256


    ISBN: 9783791500577


    Termin: September 2017

    • Angela Kirchner - Viel näher als zu nah

      Inhalt:
      Lucas und Fey begegnen sich das erste Mal auf einer Party. Es knistert zwischen Ihnen, doch weiter geht es mit einem Knall. Bei einem Motorradrennen zwischen Lucas und seinem Freund Ben kommt es zum Unfall und im geschädigten Auto sitzt ausgerechnet Fey. Sie und ihre Freundin werden schwer verletzt. Einige Wochen später treffen sich Lucas und Fey wieder. Fey möchte Lucas hassen, doch was der Kopf sagt und das Herz will sind oft zwei unterschiedliche Dinge.

      Meine Meinung:
      Dieses Buch landete direkt nach der Programm Sichtung auf der Wunschliste. Der Klappentext machte mich sehr neugierig. Umso mehr freute ich mich als es ganz unerwartet in meinem Briefkasten landete.

      Was direkt auffällt ist die Haptik des Buches. Es ist ein Altpapier graues Cover mit lila metallic glänzender Schrift und Blumen. Alles etwas eingestanzt und gehalten von einem Gewebeklebeband. Es ist das ungewöhnlichste aber auch mit das schönste Cover und das obwohl es so schlicht gehalten ist. Keine extra Folienbeschichtung nicht bunt. Einfach auf wesentlichste beschränkt. Wirklich sehr schön, viel schöner als es ein Bild am PC zeigen kann.

      Nun war ich natürlich auch auf die Geschichte zwischen den Buchdeckeln gespannt und wurde auch hier nicht enttäuscht.
      Der Rückentext sagt gar nicht so viel über die Ereignisse zu Beginn aus. Da ich den Programmtext nicht mehr so im Kopf hatte gab es schon zu Beginn einige Überraschungen für mich. Die Geschichte gestaltete sich von Anfang an spannend und fesselnd und wurde auch im Laufe der Zeit nie langweilig. Dafür vorhersehbar, denn das Ende war schon abzusehen, doch bis dahin gab es einige Wendungen die das Lesen interessant hielten.

      Die Figuren sind Klasse und mit viel Tiefe beschrieben. Trotz ihrer Art mochte ich beide Figuren sehr gerne und konnte mich hier in alle Figuren gut rein versetzen.
      Während es im Programm den Eindruck machte als ob die Geschichte aus Feys Sicht geschrieben wäre war es tatsächlich Lucas den wir die ganze Zeit begleiten. Man merkt wie er versucht wieder auf die Beine zu kommen und das, wenn es nach Außen vielleicht auch so aussieht, man einen Unfall nicht so schnell abschüttelt. Seine Gefühlswelt empfand ich als gut und passend beschrieben und das in allen Stationen der Verarbeitung.
      Fey kommt hin und wieder zu Wort und das immer an den wichtigen Stellen. So erkennt man recht schnell das mehr hinter ihrer Kratzbürstigkeit steckt. Das sie einen guten Grund hat Lucas so zu behandeln wie sie es tut. Und während ich bei manchen Büchern sowas eher nervig finde, passte es hier perfekt. Fey überraschte mich immer wieder in dieser Geschichte. Sie handelte vollkommen unvorhersehbar und machte damit die ganze Story sehr interessant.
      Ben ist auch eine wichtige Nebenfigur. Nicht nur weil er das Rennen mit Lucas gefahren ist und er sein bester Freund ist. Er ist ein echter Freund und brachte ein wenig Realität und normales Leben in die Geschichte.

      Am Ende durfte ich ein Buch zu klappen das mich von Anfang bis Ende fesselte. Das ich für meine momentanen Verhältnisse nahezu verschlungen habe und das ich gerne weiter empfehlen möchte. Egal ob es um die sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte ging oder eben um die Verarbeitung des Unfalls. Beides ist hier untrennbar verwoben und macht das Buch so interessant. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Liebe Grüße
      Natalie

      mem-o-ries.de

      :study: Everless - Zeit der Liebe von Sara Holland

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      SuB: 321
    • Neu

      Dieses Buch spielt mit den Kontrasten und regt so zum Nachdenken an

      Klappentext
      „Am Anfang war der Knall. Es ist diese Nacht, diese Party, die alles verändert im Leben von Fey und Lucas. Fey und ihre Freundin wollen eigentlich nur nach Hause und geraten mitten rein in das Motorradrennen von Lucas und Ben, mitten rein in den Unfall. Mitten rein in ein neues Leben. Und dann treffen Fey und Lucas sich wieder. Obwohl sie sich hassen sollten, sprüht es Funken, und nicht nur vor Wut!“

      Gestaltung
      Die Aufmachung des Buches finde ich atemberaubend, denn der Titel ist auf schlichte Pappe gedruckt, glitzert dabei aber metallisch-pink, wodurch er sofort ins Auge springt. Auch mag ich die Schriftart des Titels sehr gerne, die aussieht, als sei sie per Hand aufgemalt oder aufgesprayt worden. Die Blumen gefallen mir ebenso, da sie dem Cover das gewisse Etwas verleihen. Zudem mag ich die außergewöhnliche Bindung, durch die der Buchrücken mit einem rauen Stoff überzogen und ganz gerade ist.

      Meine Meinung
      Angesprochen durch das wirklich gelungene Cover, wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und ich fand es insgesamt auch inhaltlich sehr ansprechend. In „Viel näher als zu nah“ geht es um Fey und Lucas, die sich beide nach einem Unfall sehr nahe kommen und sich ineinander verlieben. Das mag nun zunächst nicht besonders klingen, ist es aber, denn Lucas ist schuld am Unfall von Fey und ihrer Freundin.

      Durch diese besondere Verbindung scheint eine Liebesbeziehung zwischen beiden eigentlich unmöglich und doch ist genau sie es, die sich in den düsteren Zeiten nach dem Unfall, zaghaft entwickelt. Dieses Spiel mit den Kontrasten in dem Buch hat mir sehr gut gefallen, denn es schwankt stets zwischen den Extremen. Auf der einen Seite ist da die Schuld am Unfall, der mehrere Menschen schwer verletzt hat und auf der anderen Seite steht die Vergebung für diese unbeabsichtigte Tat. Auch Hass in verschiedenen Formen spielt mit hinein, ebenso wie Liebe, die sich trotz all der negativen Empfindungen entwickelt. Diese Kontraste, die sich auch in einer Täter- und Opferrolle oder in Verzweiflung und Hoffnung manifestieren, hat die Autorin sehr greifbar herübergebracht und mir direkt unter die Haut gehen lassen, da ich alle Seiten sehr gut nachvollziehen konnte.

      Da das Buch aus den Perspektiven sowohl von Lucas als auch von Fey erzählt wird, wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, in beide Sichtweisen auf die Geschehnisse einzutauchen und sich so eine eigene Meinung zu bilden. Dies fand ich sehr wichtig und von der Autorin wundervoll gelöst. Zwar nimmt Lucas Part den größeren Anteil im Buch ein, aber Fey kommt nicht zu kurz und ihre Passagen sind dafür auch jedes Mal sehr eindringlich und emotional. Durch den Wechsel konnte ich beide Perspektiven betrachten und in die Gedanken sowie Gefühle beider Figuren eintauchen, um sie besser zu verstehen. Dies sorgt dafür, dass man als Leser intensiv nachdenkt, wodurch ich automatisch noch mehr in die Geschichte involviert wurde.

      Besonders beeindruckend fand ich den Schreibstil von Angela Kirchner, der mit verschiedenen Stilmitteln wie Wiederholungen oder Vergleichen arbeitet und der mir die Gefühle der Figuren hat lebendig erscheinen lassen. Sehr angenehm fand ich, wie die Autorin es schafft, an den richtigen Stellen, kurze Sätze oder lange Sätze zu verwenden und so mit der Satzlänge zu spielen. In Momenten, wo die Gefühle überbrodeln oder Dramatisches passiert, werden die Sätze beispielsweise kurz und übertragen so ein Gefühl der Aufgeregtheit auf den Leser. So macht das Lesen unheimlich Spaß und die Seiten fliegen geradezu nur so dahin, weil ich man einfach mitten im Geschehen ist.

      Sehr berührend fand ich es, wie Fey und Lucas sich gegenseitig bei der Genesung helfen und sich so auch näher kommen, obwohl er an seinen Schuldgefühlen zu zerbrechen droht und sie ihn eigentlich nicht ausstehen kann. Die Gefühle der Figuren wurden für mich sehr transparent und greifbar. Etwas schade fand ich, dass die ganzen zufälligen Begegnungen, die zwischen den beiden passieren, etwas zu konstruiert wirkten. Es ist für mich zwar verständlich, warum und dass sie einander mehrmals begegnen mussten, aber irgendwann ging diesen Begegnungen einfach der Charakter des Zufalls verloren. Dass sie einander auf einmal immer gegenüberstanden, war einfach irgendwann zu oft, sodass es auf mich etwas zu entworfen wirkte.

      Ich mochte Lucas sehr gerne, denn er entwickelt sich unglaublich weiter. Zu Beginn ist er ein gewissensloser Bad Boy, der nur auf sein Image bedacht ist und durch die Geschehnisse mit dem Unfall beginnt er sich langsam zu ändern. Wie er sich zurückgezogen hat und weder von seinen Freunden noch seiner Familie Hilfe wollte, war sehr berührend. Besonders schön fand ich dann auch wie er am Ende versucht hat, seine Fehler wiedergutzumachen und sich ihrer bewusst wurde. Auch Fey ist ein besonderer Charakter, den ich als sehr interessant wahrgenommen habe. Sie hasst Lucas zunächst, kann sich seiner Anziehung aber nicht entziehen. Dieser hieraus entstehende Konflikt hätte für mich gerne noch etwas stärker verdeutlicht und thematisiert werden können, aber dennoch fand ich gerade die Enthüllungen um ihren Charakter, die ganz am Ende erfolgen, als sehr spannend und fesselnd, da sie so bis zum Schluss Rätsel aufwirft.

      Fazit
      „Viel näher als zu nah“ ist ein fesselndes Buch über eine Liebe, die aus schweren Zeiten heraus entsteht. Besonders das Spiel mit den Kontrasten wie Schuld und Vergebung, Opfer und Täter oder Liebe und Hass hat mich hierbei fesseln können, aber auch der wirklich geniale Schreibstil der Autorin hat dazu beigetragen, dass ich geradezu durch die Seiten geflogen bin. Abgesehen von ein, zwei Kleinigkeiten wie die etwas zu oft stattfindenden, „zufälligen“ Begegnungen, konnte mich die Geschichte von sich überzeugen. Neben dem Perspektivwechsel, der die Gefühlsebenen der Figuren wunderbar veranschaulicht hat, mochte ich vor allem auch die Entwicklung dieser.
      4 von 5 Sternen!

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