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Daniel Kehlmann - Tyll

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    Tyll

    von

    4.1|5)

    Verlag: Rowohlt

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 496


    ISBN: 9783498035679


    Termin: Oktober 2017

    • Daniel Kehlmann - Tyll

      Amazon: Tyll Ulenspiegel - Vagant, Schausteller und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

      Ein "Zwar/Aber-Buch". Zwar ist es sprachlich hervorragend und spannend. Zwar gibt es viele interesserante, gut herausgearbeitete Personen. Zwar wird die Zeit teilweise wunderbar deutlich, in der das Buch spielt. Zwar hat das Buch alles, was es zu einem tollen Buch braucht. Aber es gibt von allem zu wenig. Aber das Buch ist zu kurz. Gerade wenn man sich für eine Person so richtig interessiert, wenn man unbedingt wissen will, wie geht es mit ihm weiter - hört man nichts mehr von ihr. Es gibt so herrliche Charaktere im Buch (Mein Liebling ist der Esel Origenes), die einfach nicht mehr auftauchen. Es ist zum Heulen. Wäre das Buch doppelt so lang geworden, würde es bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Mir hat jede Seite, die ich gelesen habe, ausnehmend gut gefallen, aber viele Seiten haben mir gefehlt.
      Der Sprachfluss ist vorbildlich, endet aber in so was wie Cliffhangern. Nur dass man für immer hängen muss. Wenn ich lesen würde:"Endlich der Nachfolgeband von Tyll", zack hätte ich ihn gekauft. So bleibt bei allem Lesegenuss ein schales Gefühl zurück. Ich weiß auch gar nicht, wieviele Sterne ich geben soll, denn ich bin zwischen Begeisterung und Enttäuschung hin und her gerissen. Gut, rein literarisch gesehen, ist das alles auch ein künstlerischer Trick, aber für einen Genussleser fehlt einfach etwas.
      Deshalb sind auch die Buchstaben im Buch so groß und man muss so oft umblättern.

      Mannomann!
    • Danke, eine Vorstellung welche sehr gefällt.
      Im Literaturclub wird im November über dieses Buch diskutiert werden.
      Nicola Steiner, Martin Ebel, Hildegard Keller und – als Gast – der Schauspieler Mike Müller diskutieren im November über Ayelet Gundar-Goshen: «Lügnerin», Franz Hohler: «Das Päckchen», Daniel Kehlmann: «Tyll» und Robert Menasse: «Die Hauptstadt».
      Auf die Meinung der Runde bin ich sehr gespannt :wink:
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Neu

      Ich habe "Tyll" heute beendet und war positiv überrascht. Nachdem Denis Scheck das Buch in den höchsten Tönen gelobt hatte, wurde ich misstrauisch, da mein Geschmack nur selten mit seinem übereinstimmt. Hier ist das aber weitgehend der Fall.
      Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, er kam mir für die geschilderte Epoche authentisch vor. Anschaulich und drastisch entwirft Daniel Kehlmann einen Eindruck des Dreißigjährigen Krieges mitsamt seinen Gräueln, der Leser kann sich das Elend lebhaft vorstellen und hat den Gestank der Toten, Exkremente und schwärenden Wunden in der Nase - man sollte nicht beim Essen lesen oder beim Lesen essen. Auch die Hexenprozesse, die im frühen 17.Jahrhundert einen traurigen Höhepunkt erreichten, werden thematisiert.
      In manchen Kapiteln werden erhöhte Anforderungen an die Geschichtskenntnisse des Lesers gestellt. Ich bin nicht sicher, ob jeder gleich "Liz" (Königin Elizabeth von Böhmen) und ihre Vorgeschichte oder Athanasius Kircher zuordnen kann. :-k Ich hatte damit kein Problem, da ich viel Historisches lese; für Leser, die sich erstmals auf dieses Gebiet wagen, wäre vielleicht ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen. Dies gilt umso mehr, als die häufigen Perspektivwechsel mit immer neuen Romanfiguren gelegentlich etwas verwirrend sind. Mir ist nicht ganz klar, warum der Autor diese Perspektivwechsel, die noch nicht einmal chronologisch angelegt sind, für nötig erachtet. Die Figur des Tyll Ulenspiegel, die zwar in jedem Kapitel - manchmal aber zu kurz für meinen Geschmack - auftaucht, ist eher ein "übergeordnetes Element". Bei einem Roman, der den Titel "Tyll" trägt, hätte ich noch ein stärkeres Augenmerk hinsichtlich der Titelfigur erwartet.
      Dafür ist mir der sprechende Esel Origines an´s Herz gewachsen :love: , ihn hätte ich gern geknuddelt.
      Alles in Allem hat mir der Roman gut gefallen und ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und eine Leseempfehlung, besonders für Leser, die sich für den Dreißigjährigen Krieg interessieren und sich schon ein bisschen damit auskennen.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
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