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Andreas Pflüger - Niemals

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    Niemals

    von

    4.5|3)

    Verlag: Suhrkamp Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 470


    ISBN: 9783518427569


    Termin: Oktober 2017

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

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    • Andreas Pflüger - Niemals

      Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)
      Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?
      Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.
      Autor (Quelle: amazon)
      Andreas Pflüger wuchs in Saarbrücken auf und studierte dort sowie in Berlin Theologie ohne Abschluss. Er schreibt Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher und Romane und inszenierte zwei Dokumentarfilme. Seine Arbeiten wurden preisgekrönt. Seit 2012 zeichnet er mit Co-Autor Murmel Clausen für den »Tatort Weimar« verantwortlich. Sein neuer Roman »Endgültig« erschien im März 2016 bei Suhrkamp - das Hörbuch ungekürzt bei Random House Audio, gelesen von Nina Kunzendorf.

      Inhalt
      Niemals“ ist die Fortsetzung von „Endgültig“ mit der blinden Polizistin Jenny Aaron.
      Jenny Aaron ist blind. Wie es dazu gekommen ist, wird nach und nach klar. Die Geschehnisse des ersten Bandes werden also kurz gestreift, soweit sie für das Verständnis der Handlung notwendig sind. Die Geschichte wechselt mehrfach in Rückblenden, um dann wieder in der Gegenwart zu spielen.
      Jenny ist obwohl blind wieder bzw. weiter Mitglied in einer Elitegruppe der Polizei.
      Als sie von ihrem Feind aus vergangener Zeit zwei Milliarden Dollar erbt, stellt sie sich der Herausforderung. Es gibt sehr viele Tote auf ihrem Weg – wird sie es dennoch trotz ihrer Blindheit schaffen?

      Beurteilung
      As erstes hat mir das Cover sehr gut gefallen. Es ist ganz in Schwarz gehalten und hat als i-Tüpfelchen noch den Schriftzug „Niemals“ in Braille- Schrift. Die Seiten sind in einem tollen Gelb-Schnitt; die einzelnen Kapitel/Teile sind in komplett schwarzen Seiten gehalten; für den Überblick recht gut.
      Im Buch geht es vor allem um Geld und Macht.
      Der Schreibstil des Autors ist flüssig und baut einen Spannungsbogen auf, der sich bis zum Final steigert. Was mir nicht so gefallen hat, dass die Protagonistin selbst als Blinde fast uneingeschränkt zu kämpfen vermag. Dies fand ich übertrieben und sehr unrealistisch.
      Da ich den ersten Band „Endgültig“ nicht gelesen habe, ist es oft anstrengend die einzelnen Personen zuzuordnen. Es ist daher meiner Meinung nach empfehlenswert, zuerst den Band "Endgültig" zu lesen.

      Fazit
      Ein sehr guter Thriller des Autors.
      Ich kann das Buch empfehlen und vergebe hier :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne. 4 Sterne wegen der oft ins Fantasie gehenden Überzeichnung der Heldin.
      :study: Dan Brown - Origin
      :study:


    • Auf diese Fortsetzung von „Endgültig“ war ich mega-gespannt. Würde sie dem ersten Band gleichkommen, oder ihn gar toppen?

      Auch „Niemals“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Andreas Pflüger ist ein großartiger Erzähler. Ich mag den knappen präzisen Stil, mit dem er sich so wohltuend von der breiten Masse abhebt . Wie er mit wenigen Worten Atmosphäre schafft und Figuren greifbar werden lässt, hat mich schon in „Endgültig“ begeistert! Und doch hatte ich eine Zeit lang das Gefühl, „Niemals“ würde für mich nicht ganz an den Vorgänger herankommen.

      Spannend war es von Beginn an, aber ich musste mich höllisch konzentrieren und trotz aufmerksamen Lesens schien es mir an manchen Stellen, als würde ich nicht immer alles mitkriegen. Viel steht zwischen den Zeilen, schwingt mit in knappsten Dialogen, hat mich zum Nachdenken gebracht und sich erst bei nochmaligem Lesen erschlossen. Fließende, schwer erkennbare Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, dazu Jennys düster mystische Traumsequenzen, die oft nicht gleich als solche erkennen sind – der Autor hat seine Leser durchaus gefordert ;). Immerzu wirbelten mir Fragen durch den Kopf und beim Lesen stand ich die ganze Zeit unter Strom, vielleicht, weil aus Aarons Perspektive erzählt wird, die auch so gut wie niemals entspannt gewesen ist.

      Atemberaubende Kampfszenen sorgen auch diesmal für spannendste Unterhaltung, aber stärker haften geblieben ist bei mir der Eindruck von Atmosphäre, Tiefe und Intensität. Jenny und ihre Blindheit stehen im Fokus, ihre besonderen sensorischen Fähigkeiten, ihre Hoffnungen, Wünsche, Ziele und nicht zuletzt die Beziehung zu ihrem Vater. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, was ich davon halten soll, ein kleines Mädchen auf einen solchen Weg zu bringen, der sie in letzter Konsequenz zu einer „Waffe auf zwei Beinen“ werden hat werden lassen, einer jungen Frau, die nach den Gesetzen einer alten ausgestorbenen japanischen Kriegerkaste lebt. Das Verlangen nach Rache scheint in „Niemals“ ihr ganzes Sinnen und Trachten zu bestimmen, ja fast zum Selbstzweck zu werden. Fragwürdig, ob das zu einem guten Ende führen kann, zumal es nicht nur um ihre eigene Person geht und noch dazu kausal mit ihrer Blindheit zusammenhängen könnte. „Niemals, niemals…“ – und doch geht sie ihren Weg.

      Ich fand es genial, wie die offenen Fragen beantwortet und die einzelnen Fragmente sukzessive stimmig zusammengeführt werden. Noch selten habe ich einen so klug erzählten Thriller gelesen, brillant konstruiert, geheimnisvoll, tiefgründig, angefüllt mit bemerkenswerten Informationen, die auf intensive Recherche schließen lassen. Die sprachgewaltige Intensität war mir an manchen Stellen fast ein bisschen zu viel, trotzdem hat sie bei mir einen Nerv getroffen und mich erneut restlos begeistert zurückgelassen.
    • Nachdem mir der erste Teil „Endgültig“ schon so besonders gefallen hat, musste ich natürlich den neu erschienenen Teil 2 auch gleich lesen. Der Thriller „Niemals“ von Andreas Pflüger kann problemlos an Band 1 anknüpfen und wird allen Erwartungen gerecht. Jenny ist einfach wieder genial!

      Das Buch beginnt in der Vergangenheit. Die Geschichte spielt zunächst vor 10 Jahren in Rom. Das BKA hat jemanden ausfindig gemacht, der mit dem hohen Mafiaboß Varga Geschäfte macht. Durch seine zahlreichen Straftaten ist Leon Keyes für das BKA erpressbar und beginnt wichtige Informationen zu Vargas und seinen Aktivitäten weiterzugeben. Doch dann erfolgt eine persönliche Einladung nach Rom, inklusive weiblicher Begleitung. Ist das eine Falle, hat Vargas etwas bemerkt? Aber es gibt gar keine Wahl. So stellt das BKA ihm aus „Der Abteilung“ die toughe Agentin Jenny Aaron als Begleiterin zur Seite. Sie ist seine einzige Verteidigung für den Notfall, sie ist die Waffe. Doch trotzdem endet diese Stippvistite in einer Katastrophe.

      Dann geht die Erzählung in der Gegenwart weiter. Nach dem letzten haarsträubend gefährlichen und rasanten Einsatz hat die neue Chefin der Abteilung Inan Demirci der vor einigen Jahren erblindeten Jenny Aaron eine Rückkehr in den aktiven Dienst angeboten. Doch sie braucht erstmal Abstand und reist zu ihrem ehemaligen pensionierten Chef Lissek in den Norden. Seit den letzten Handgreiflichkeiten und Kämpfen hat sie den Eindruck, dass ihre Blindheit nicht mehr absolut ist. Das lässt sie zwischen Hoffnung und Ängsten schwanken und an sich selbst zweifeln. Ohne ihr Wissen haben ihre Freunde einen ganz besonderen Spezialisten anreisen lassen, der sie kennenlernen möchte. Widerwillig geht sie auf seine Fragen ein. Am Ende zeichnet sich Hoffnung auf einen Therapieansatz ab.

      Inzwischen wurden aber im Dorf Fragen nach Lissek gestellt. Es stellt sich heraus, dass ein Anwalt Jenny etwas von Ludger Holm, dem Bösewichte des letzten Buches, überbringen soll. Einen USB-Stick und eine Kontaktlinse. Nun ist sie doch nicht auf dem Weg zur Therapie, sondern findet sich erst mal mit ihrem alten Freund und Kollegen Pavlik auf dem Weg nach Marrakesch.

      Sehr berührend sind Jennys schon bekannten 10 Punkte Listen. Ein genialer Kniff des Autors um dem Leser die Figur und ihre Gefühlswelt schnell und konzentriert näher zu bringen. Bei der Beschreibung der rasanten und spannenden Kämpfe findet Andreas Pflüger in „Niemals“ so andere Worte und Formulierungen, dass sie das Miterleben besonders intensiv und fesselnd machen. Er schildert relativ nüchtern und vorstellbar das mögliche sekündliche Leben und Agieren eines solchen Top Agenten, die in Fleisch und Blut übergegangenen Mechanismen. Das Buch ist stellenweise recht drastisch und brutal. Der Geschichte liegen komplexe Sachverhalte, vielfältige Beteiligte und geheimnisvolle Verflechtungen zugrunde, was das Miträtseln packend macht.
      Der finale Showdown saugt den Leser ein, reißt ihn mit, macht atemlos.

      Die Hauptrollen spielen Jenny, Pavlic und Demirci. Sie wachsen einem ans Herz, man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Was sich zwischen BKA, Ministerium und Kanzleramt entwickelt, macht den Leser nachdenklich und sprachlos. Das es solche Verwicklungen vielleicht sogar in einem Land wie Deutschland gibt, stellt man sich lieber nicht vor.

      Fazit: Bitte mehr davon!

      5 von 5 Punkten
      LG Betty

      Bettys Welt
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