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Frank Jöricke - Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage

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    Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimi...

    von

    2.5|1)

    Verlag: Ullstein Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 256


    ISBN: 9783548284668


    Termin: September 2012

    • Frank Jöricke - Mein liebestoller Onkel, mein kleinkrimineller Vetter und der Rest der Bagage

      Klappentext:
      "Am Tag, als Janis Joplin starb, unterschrieb mein Vater den Kaufvertrag für unser Reihenhaus. Er legte so den Grundstein dafür, dass eine große Liebe zu einer Gütergemeinschaft verkam." Frank Jöricke präsentiert romanhaft eine witzige Zeitreise durch die verschiedenen Dekaden der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte.
      Wie sich die schräge Verwandschaft des Protagonisten durchs Leben schlägt, spiegelt die Einflüsse der jeweiligen gesellschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen auf äußerst kurzweilige Weise. Seien es die Studentenunruhen, die Ölkrise oder das Aufkommen des Feminismus, Daily Soaps oder die Maueröffnung, alles Anlässe für den Erzähler, mit abgeklärt-kompromisslosem Blick die schrullige Bagage, die sich Verwandschaft nennt, bei ihrem bunten Treiben zwischen Zeitgeist und Fettnäpfchen zu beobachten. Es entstehen typische Charakterbilder skurriler Normalos, die sich tapfer durchs Reihenhausleben schlagen: Onkel, Tante, die Eltern, die sich mit ihrer späten Scheidung "um viele schöne getrennte Jahre" gebracht haben.
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      Zum Autor:
      Frank Jöricke, geboren 1967 in Trier, ist von Beruf Werbetexter. Außerdem gilt Jöricke als der Entdecker von Guildo Horn, arbeitet nebenbei als Bad-Taste und Ü-30-DJ, ist Ex Fußballschiedsrichter und manischer Blutspender (50 x in 13 Jahren). - Amazon

      Allgemeine Informationen:
      In chronologischen Kapiteln von 1967 bis 2003 erzählt der Autor halb-autobiographische Begebenheiten aus seiner Familie
      Ich-Erzählung
      Anhang mit Kurzberichten aus den Jahren 1967 – 2003 mit weiterführenden Buch- und Musikverschlägen
      246 Seiten

      Persönliche Meinung:
      In den ersten Jahren fühlt man sich wegen des Wiedererkennungseffektes wohl, zumindest als Zeitgenosse des Autors. Umso mehr, wenn man auch mit den Örtlichkeiten vertraut ist.
      Die Anekdoten rund um die mehr oder weniger (ich glaube: mehr) fiktive Familie des Ich-Erzählers, der eigentlich angibt, mit dem Autor identisch zu sein, lesen sich flott und amüsant, und die Verknüpfungen mit dem Weltgeschehen wirken spritzig und originell.

      Doch das Konzept reicht nicht für 36 Jahre / Kapitel. Nach einer Weile gibt es nur noch Themenhopping, mal geht’s um den Vetter – dass er mit einer neuen kleinkriminellen Idee wieder scheitern wird, weiß man –, mal geht’s um den Onkel, den allzu affärenbereiten, und seine „arme“ Ehefrau, mal um Vater und / oder Mutter des Erzählers in Ehe und Trennung. Andere Verwandte erhalten auch ihren Part, aber als Person wird keine einzige Figur greifbar.
      Je weiter das Buch (von Handlung kann man nicht sprechen) voranschreitet, desto langweiliger und eintöniger wird es.

      Vor allem im Anhang, wo Jöricke Kurzbeiträge zu allen Jahren auflistet, finde ich eigene Gedanken aus der entsprechenden Zeit wieder, z.B. auf Seite 244:
      2001: Elfter September
      Bei den Angriffen auf das World Trade Center kommen rund 3000 Menschen ums Leben, beim Völkermord in Ruanda Mitte der 90er Jahre mehr als zwanzig Mal so viel. Dennoch hat das Abschlachten in Afrika die Bewohner der Ersten Welt kälter gelassen als der Anschlag in Amerika.
      Woran das liegt? Daran, dass viele von uns schon mal im World Trade Center waren, in Ruanda hingegen nicht? Oder eher daran, dass wir überzeugt davon waren, Massaker wären typisch für die Dritten Welt, und jetzt darüber staunen, dass Massenmörder sich nicht dafür interessieren, was wir für typisch halten?

      Streckenweise lustig, streckenweise langweilig mit einigen überraschenden und einigen bekannten Ideen. Ein durch und durch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: -Buch.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
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