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George Saunders - Lincoln in the bardo

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    Lincoln in the Bardo: SHORTLISTED FOR TH...

    von

    3.5|1)

    Verlag: Bloomsbury Publishing

    Bindung: E-Book Download

    Seitenzahl: 367


    eISBN: 9781408871768


    Termin: März 2017

    • George Saunders - Lincoln in the bardo

      Klappentext von der Verlagsseite:

      The American Civil War rages while President Lincoln’s beloved eleven-year-old son lies gravely ill. In a matter of days, Willie dies and is laid to rest in a Georgetown cemetery. Newspapers report that a grief-stricken Lincoln returns to the crypt several times alone to hold his boy’s body.

      From this seed of historical truth, George Saunders spins an unforgettable story of familial love and loss that breaks free of realism, entering a thrilling, supernatural domain both hilarious and terrifying. Willie Lincoln finds himself trapped in a transitional realm – called, in Tibetan tradition, the bardo – and as ghosts mingle, squabble, gripe and commiserate, and stony tendrils creep towards the boy, a monumental struggle erupts over young Willie’s soul.

      Unfolding over a single night, Lincoln in the Bardo is written with George Saunders‘ inimitable humour, pathos and grace. Here he invents an exhilarating new form, and is confirmed as one of the most important and influential writers of his generation. Deploying a theatrical, kaleidoscopic panoply of voices – living and dead, historical and fictional – Lincoln in the Bardo poses a timeless question.

      Autoreninfo von der Verlagsseite:

      George Saunders is the author of nine books, including the No. 1 New York Times bestselling novel Lincoln in the Bardo and the short story collection Tenth of December, which was a finalist for the National Book Award, won the inaugural Folio Prize (for the best work of fiction in English) and the Story Prize (best short-story collection). He has received MacArthur and Guggen­heim fellowships and the PEN/Malamud Prize for excellence in the short story, and was recently elected to the American Academy of Arts and Sciences. In 2013, he was named one of the world’s 100 most influential people by Time magazine. He teaches in the creative writing program at Syracuse University.

      Erster Satz:

      On our wedding day I was forty-six, she was eighteen.

      Meinung:

      George Saunders „Lincoln in the bardo“ ist anders als die von mir gewohnten Romane. Er schreibt klar und strukturiert, was auch ein Genuss ist. Es ist verständlich und in vielen Stellen auch melodisch.
      Dennoch hat es mich überrascht, das keine wörtliche Rede vorkommt. Kenntlich gemacht, wer spricht, wird nicht durch die von mir geliebten Anführungszeichen, sondern durch die Namensnennung am Ende des Satzes. Somit hat „Lincoln in the bardo“ den Stil eines Theaterstücks.

      Aber nicht nur dies ist ungewöhnlich, sondern auch die &-Zeichen, die immer wieder anstatt das ausgeschriebene Wort vorkommen. So etwas irritiert mich und ich werte es unter künstlerische Freiheit.
      Ein stückweit überlege ich mir immer noch wohin die künstlerische Leistung von George Saunders liegt, denn ein Buch soll nicht nur kurios aufgemacht sein, sondern auch für mich in meinen Augen einen Mehrwert haben. Worauf ich hinaus will ist, dass neben den Theaterstückelementen, noch viele Zitate angefügt werden, die ganze Kapitel ausmachen und damit den Großteil der Handlung ausmachen. So hatte stellenweise, das Gefühl, eine wissenschaftliche Biographie zu lesen, anstatt einen Roman.

      So hat „Lincoln in the bardo“ für mich keine richtige Gattungszuordnung. Er ist etwas Theaterstück, dann Sachbuch, wobei es wirklich eine Aneinanderreihung der Zitate ist.
      Die literarische Leistung von George Saunders sehe ich im Theaterstückelement, welches wirklich gelungen ist. Darin beschreibt er die Zwischenwelt, der Übergang zwischen Leben und Tod. Dieser Teil ist melodisch und man erlebt mit wie William Lincoln, der Sohn von Abraham Lincoln, in die Zwischenwelt übergeht. Dieser Teil ist tiefsinnig und auch traurig, wenn die Geister von ihrem früheren Leben und dann von ihrem Leben in der Zwischenwelt erzählen, und weshalb sie noch nicht in die andere Welt übergegangen sind. Ich musste öfters schlucken. Das waren dann die Moment, in denen mich das Buch überzeugt hat. Tja, und dann kam wieder ein Wechsel.

      Die beiden Stilelemente wechseln sich immer ab. Wenn man gerade glaubt, noch eine Weile in der Zwischenwelt verbleiben zu können und Williams weiteren Weg mit Rückblicken auf sein junges kurzes Leben zu verfolgen, wechselt schon wieder der Stil. Dann wird es wieder sachlich und ich erfahre, wie Abraham Lincoln mit dem Tod seines geliebten Sohnes umgeht und trauert. Das wird leider durch den Sachbuchstil sehr distanziert geschrieben und hat mich zwar neugierig gemacht und ich habe es auch sehr interessiert gelesen, aber es hat mich nicht so mitgenommen auf die literarische Reise wie die Zeit in der Zwischenwelt.

      Zusammengenommen liegt in meinen Augen, die literarische Leistung in der Verknüpfung von zwei Gattungselementen zu einem Roman. Wer sich auf abrupte Wechsel einstellen kann und dies auch mag, sich ebenso für Abraham Lincoln interessiert, demjenigen kann ich das Buch empfehlen. Wer glaubt einen Roman zu lesen, der im Erzählstil gehalten ist, dem muss ich allerdings abraten das Buch zu erwerben, denn dann folgt eine Enttäuschung.

      Fazit

      Enttäuscht hat mich „Lincoln in the bardo“ nicht, aber es hat mich auch nicht so beeindruckt, wie ich es erwartet hätte, wenn es für einen so wichtigen Literaturpreis nominiert wird und ihn schließlich auch bekommt.

      Bewertung:

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

      Im Lesesessel
      Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
      (Emily Dickinson)

      Mein Buchblog: Wörterkatze
      aktueller Beitrag:


      2017: 084/28.874 SuB: 2.045 (B/E/H:1.770/256/19)
    • Danke für Deine Eindrücke!

      Ich hatte schon vor einiger Zeit ein paar Besprechungen zu dem Buch gelesen und den Eindruck gewonnen, dass es sehr künstlerisch-gewollt daherkommt. Du machst mir jetzt Mut, es vielleicht doch mal damit zu probieren, zumal ich das Thema sehr interessant finde.
      Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
      (Leonard Cohen)
    • SiriNYC schrieb:

      buechereule schrieb:

      Die literarische Leistung von George Saunders sehe ich im Theaterstückelement, welches wirklich gelungen ist
      Die Struktur, die Du schilderst, macht mich sehr neugierig. Ich habe gerade gegoogelt: Voraussichtlich im Mai 2018 soll es den Roman auf Deutsch bei Luchterhand geben.
      Dann bin ich mal auf die Übersetzung gespannt, wie sie das Umsetzen. Gerade der Theaterstückteil ist toll gemacht. Wirst du es dann lesen?
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

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    • Magdalena schrieb:

      Danke für Deine Eindrücke!

      Ich hatte schon vor einiger Zeit ein paar Besprechungen zu dem Buch gelesen und den Eindruck gewonnen, dass es sehr künstlerisch-gewollt daherkommt. Du machst mir jetzt Mut, es vielleicht doch mal damit zu probieren, zumal ich das Thema sehr interessant finde.
      Den Eindruck hatte ich zu Beginn auch. Was habe ich mich am Anfang geärgert und habe es ja auch in der Besprechung gesagt, aber es ist halt doch gut gemacht. Zumindest der Theaterteil. Das andere ist für mich ein zu starker Wechsel.
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

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    • SiriNYC schrieb:

      buechereule schrieb:

      Dann bin ich mal auf die Übersetzung gespannt, wie sie das Umsetzen. Gerade der Theaterstückteil ist toll gemacht. Wirst du es dann lesen?
      Ja, das habe ich auf jeden Fall vor. Ich setze die englische Ausgabe auf meine Wunschliste, damit ich es nicht vergesse :) .
      Dann bin ich auf deine Meinung gespannt, vor allen Dingen auf die Arbeit des Übersetzers.
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

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    • Bin schon sehr gespannt auf den ersten Roman von George Saunders. Bisher habe ich 3 Bücher mit seinen Kurzgeschichten gelesen und bin ein absoluter Fan dieses Autors.
      Ich kenne keinen anderen Autor der dermaßen verrückte, surreale, groteske Geschichten erzählt. Er seziert die kaputte amerikanische Gegenwart regelrecht in seinen, manchmal nur eine Seite langen, Stories. Da gibt es Eltern die ihren Babys Sprachmasken aufsetzen um mit ihnen sprechen zu können. Menschen die in Freizeitparks Urzeitmenschen spielen und in ihrer Höhle per Fax mit ihren Angehörigen kommunizieren und kurz vor dem Verhungern sind. Es kommen, wie selbstverständlich, Unterhaltungen mit Geistern vor. Total gestörte Menschen, die ihre niedersten Instinkte ausleben und und und. Genau das also was ich unter guter Unterhaltung verstehe und leider viel zu selten zu lesen bekomme.
      Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away. PKD
    • HansF. schrieb:

      Bin schon sehr gespannt auf den ersten Roman von George Saunders. Bisher habe ich 3 Bücher mit seinen Kurzgeschichten gelesen und bin ein absoluter Fan dieses Autors.
      Ich kenne keinen anderen Autor der dermaßen verrückte, surreale, groteske Geschichten erzählt. Er seziert die kaputte amerikanische Gegenwart regelrecht in seinen, manchmal nur eine Seite langen, Stories. Da gibt es Eltern die ihren Babys Sprachmasken aufsetzen um mit ihnen sprechen zu können. Menschen die in Freizeitparks Urzeitmenschen spielen und in ihrer Höhle per Fax mit ihren Angehörigen kommunizieren und kurz vor dem Verhungern sind. Es kommen, wie selbstverständlich, Unterhaltungen mit Geistern vor. Total gestörte Menschen, die ihre niedersten Instinkte ausleben und und und. Genau das also was ich unter guter Unterhaltung verstehe und leider viel zu selten zu lesen bekomme.
      Das klingt vielversprechend! Erinnert mich inhaltlich an den sehr guten, obwohl (oder besser weil) extrem verstörenden Kurzgeschichtenband "Das Spukhaus" von Joyce Carol Oates.
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