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Frank Goldammer - Tausend Teufel

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    Tausend Teufel

    von

    4.5|5)

    Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 368


    ISBN: 9783423261708


    Termin: Oktober 2017

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

    Ähnliche Bücher

    • Frank Goldammer - Tausend Teufel

      Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)
      Der zweite Fall für Max Heller
      Dresden 1947: Im zweiten Jahr nach Kriegsende gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzungszone und ist nach wie vor eine Trümmerwüste. Im klirrend kalten Winter wird das Leben beherrscht von Wohnungsnot, Hunger und Krankheit. Oberkommissar Max Heller wird von der neu gegründeten Volkspolizei an einen Tatort in der Dresdner Neustadt gerufen. Doch bevor er mit den Ermittlungen beginnen kann, wird der tot aufgefundene Rotarmist vom Militär weggeschafft. Zurück bleiben eine gefrorene Blutlache und ein herrenloser Rucksack, in dem Heller eine grauenhafte Entdeckung macht: den abgetrennten Kopf eines Mannes ...

      Autor (Quelle: Verlagsseite)
      Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Maler- und Lackierermeister. Mit Anfang zwanzig begann er zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag und schrieb drei erfolgreiche Regionalkrimis über Dresden und Umgebung. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in Dresden.

      Allgemeines
      Zweiter Band der Reihe um den Dresdner Oberkommissar Max Heller
      Erscheinungstermin: 13.10 2017 bei der dtv Verlagsgesellschaft als broschiertes TB mit 368 Seiten
      Kapitel ohne fortlaufende Zählung, jeweils mit Datum und Tageszeit überschrieben
      Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Max Heller
      Handlungsort und -zeit: Dresden im Februar 1947

      Zum Inhalt
      Seit dem ersten Fall für Max Heller („Der Angstmann“) sind gut zwei Jahre vergangen. Der Zweite Weltkrieg ist beendet, aber den Menschen in Dresden geht es unter den Sowjets nicht besser als vorher. Die Nahrungsmittel sind streng rationiert, Medikamente gibt es kaum und die Dresdner hungern und frieren im eisigen Februar 1947 bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.
      Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Rotarmisten tot aufgefunden, in der Nähe einer der Leichen liegt ein Rucksack, der den abgetrennten Kopf eines dritten Mannes enthält. Außerdem wird ein Brandanschlag auf das Lokal „Schwarzer Peter“ verübt, in dem die sowjetischen Soldaten regelmäßig verkehren. Bei seinen Ermittlungen wird Heller von Angehörigen der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) überwacht, er ist sich nicht sicher, ob diese ihn an Ermittlungen hindern oder vielmehr selbst davon profitieren wollen. Jedenfalls erfordert der Umgang mit ihnen viel Fingerspitzengefühl.
      Als es zu weiteren Morden kommt, bei denen es diesmal auch deutsche Opfer gibt , müssen Heller und sein Kollege Oldenbusch auch in andere Richtungen ermitteln und können sich nicht länger nur auf Gegner der russischen Besatzung konzentrieren. Bei der enormen Arbeitsbelastung findet Heller kaum Zeit für seine Frau Karin und seinen Sohn Klaus, der endlich aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist.

      Beurteilung
      Obwohl es in diesem Roman eine Menge Leichen und auch abgetrennte Leichenteile gibt, handelt es sich nicht um einen blutrünstigen Thriller, sondern um einen „historischen“ Krimi, in dem die Krimihandlung in eine gut recherchierte und eindringlich dargestellte Schilderung der Lebensverhältnisse in Dresden unter der sowjetischen Besatzung eingebettet ist. Sehr gut wird die desolate Lage der Bürger Dresdens geschildert: Es gibt nicht genügend Nahrungsmittel und Heizmaterial, auch Medikamente sind Mangelware; nur wer sich mit den Besatzern gut stellt, bzw. mit ihnen zusammenarbeitet, bekommt gelegentlich Vergünstigungen in Gestalt von Essenspaketen oder Medikamenten. Diese Situation sorgt bei den Bürgern für sozialen Sprengstoff. Zusätzlich gibt es auch noch Menschen, die nach wie vor der nationalsozialistischen Ideologie anhängen und sich mit dem Verlust des Krieges nicht abfinden wollen. Integre Menschen wie der Protagonist Heller können sich hingegen nicht damit abfinden, dass einst stramme Nazis ihr Mäntelchen nach dem Wind gehängt haben, in die SED eingetreten und schon wieder in gutbezahlte Stellungen, z.B. als Staatsanwalt, gelangt sind.
      Die anschauliche geschichtliche Darstellung dieser von Kargheit und Unsicherheit geprägten Zeit steht im Mittelpunkt des Romans und ist ausgesprochen fesselnd, in Bezug auf die Krimihandlung (Aufklärung von Morden und Brandanschlägen) verläuft die Spannungskurve jedoch ziemlich flach.
      Der Charakter der Hauptfigur ist gründlich ausgestaltet, auch die Russen werden differenziert dargestellt, sie sind oft hart und gelegentlich brutal, jedoch nicht die Unmenschen, als die viele Deutsche sie sehen wollen.
      Idealerweise sollte „Tausend Teufel“ im Anschluss an „Der Angstmann“ gelesen werden.
      Im Roman werden mehrfach Abkürzungen für sowjetische Organisationen genannt, die nicht jedem Leser geläufig sein dürften. Hier wäre ein Glossar hilfreich gewesen.

      Fazit
      Eine eindrückliche Darstellung der deutschen Nachkriegszeit unter der sowjetischen Besatzungsmacht in Dresden mit einem glaubwürdig konstruierten Kriminalfall, einen hochspannenden Thriller sollte der Leser jedoch nicht erwarten!
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Dresden, Februar 1947. Zwei Jahre sind vergangen seit der Bombennacht, in der Polizist Max Heller sein Zuhause verloren hat. Mit seiner Frau ist er bei einer Nachbarin untergekommen. Es ist eine harte, entbehrungsreiche Zeit. Die Alliierten haben Deutschland unter sich aufgeteilt, Dresden gehört zur sowjetischen Besatzungszone.
      Als Kriminaloberkommissar der neu gegründeten Volkspolizei soll Max Heller im Fall zweier ermordeter Rotarmisten ermitteln und gerät dabei in einen gefährlichen Interessenskonflikt mit seinen sowjetischen Vorgesetzten. Denn bevor er die erste Leiche untersuchen kann, wird diese bereits von den Sowjets weggeschafft. Dann wird in einem herrenlosen Rucksack ein abgetrennter Kopf gefunden und Heller erwischt ein junges Mädchen dabei, wie sie mit dem Rucksack abhauen will. Hängen die Fälle zusammen?
      Trotz der Umstände versucht Heller, seinen Prinzipien treu zu bleiben und möglichst neutral zu ermitteln.
      Zwischendurch plagt ihn allerdings auch das schlechte Gewissen, da er aufgrund seiner vielen Arbeit seine Frau ziemlich allein lässt mit den Problemen in der Nachkriegszeit und in diesem eiskalten Winter. Außerdem warten sie immer noch auf Nachricht ihres Sohnes, der auf dem Weg von Russland nach Hause sein müsste.

      "Tausend Teufel" ist nach "Der Angstmann" der zweite Fall für Max Heller. Wie schon im ersten Band, der 1945 in Dresden spielt, ist auch diese Geschichte spannend, sehr lebendig und realistisch geschrieben. Das zerstörte Dresden, die Trümmerwüste konnte ich beim Lesen direkt vor mir sehen, die klirrende Kälte fast fühlen. Auch die Verzweiflung der Menschen ist greifbar und nachvollziehbar. Neben der Handlung, in der es um die Ermittlung in den Mordfällen geht, gibt es auch sehr emotionale Momente. Ich habe gemerkt, dass ich manchmal eine Pause brauchte, da einige Szenen ziemlich deprimierend waren, um so mehr, da es damals wirklich so gewesen ist.
      Max Heller ist und bleibt ein prinzipientreuer Mann, der versucht, sich in seiner Arbeit nicht beeinflussen zu lassen. Auf die Frage, ob er denn nun ein Nazi oder ein Kommunist sei, sagt er: "Ich bin Max Heller".
      Zum Ende wird es noch einmal richtig spannend und ich muss sagen, diesen Täter hatte ich nicht auf dem Schirm.

      Fazit: Ein fesselnder Krimi vor dem Hintergrund des zerstörten Dresden im klirrend kalten Nachkriegswinter mit einem sympathischen Helden, der gar keiner sein will. Ich freue mich schon auf Teil 3.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Ich kaufe keine Bücher. Ich adoptiere sie. :uups:
      :study: Die Stille vor dem Tod (Cody MacFadyen)





    • "Tausend Teufel" ist der zweite Band der Reihe um Max Heller. Während im Vorgänger der Nationalsozialismus eine entscheidende Rolle gespielt hatte, war der Fall dieses Mal im Dresden der Nachkriegszeit angesiedelt. Wie schon in "Der Angstmann" ist es dem Autor gut gelungen, die Ermittlungen in das historische Umfeld einzubetten und zu zeigen, wie schwierig und entbehrungsreich die Situation ist. Hunger, Kälte, Elend und Kummer sind beinahe greifbar und die Probleme und Sorgen der Menschen sind durchgängig präsent. Die Schilderung war sehr eindringlich und man hat das Gefühl, mit Max vor Ort zu sein und das Leid der Bevölkerung anzusehen. Auch die Mentalität der Bevölkerung wurde gut geschildert; es gibt jene, die die Sowjets als Besatzer verachten, andere, die sich anpassen, die, die die Entwicklungen unterstützen und viele Graustufen dazwischen. Mir hat das gefallen, da man so ein realistisches, umfassendes Bild der damaligen Zeit bekommen hat und die Geschichte lebendig und echt wirkte. Es gab zudem viele Stellen, die zum Nachdenken darüber anregen, wie man selbst gehandelt hätte.

      Der zweite Band liefert erneut einen gut durchdachten, fesselnden Fall, obwohl er stellenweise in den Hintergrund rückt, gerade, wenn es um die schrecklichen, erdrückenden Lebensumstände geht. Die Ermittlungsarbeit war interessant und kam mir unter den gegebenen Umständen realistisch vor, vor allem in Bezug auf die Probleme, die Heller und seine Kollegen hatten. Der Protagonist selbst ist und bleibt sympathisch und mir hat gefallen, dass er unbedingt die Wahrheit herausfinden wollte und nicht aufgegeben hat. Ich fand das bewundernswert, gerade, weil es für ihn selbst negative Konsequenzen hätte haben können. Heller weigert sich auch nach wie vor, seine Arbeit mehr als nötig politisieren zu lassen und in eine Partei einzutreten. Es spricht für seinen Charakter und es ehrt ihn, dass er so stark für seine Überzeugungen eintritt, aber "Tausend Teufel" macht deutlich, dass er sich dadurch sein Leben schwer macht und dass Druck auf ihn ausgeübt wird. Dadurch stellt sich die Frage, ob es ihm möglich sein wird, diese Haltung in Zukunft zu vertreten - gerade, da der Ost-West-Konflikt sich in den Jahren danach stark verschärft hat. Das werden die Folgebände zeigen und ich bin schon sehr gespannt darauf.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      _______________________________
      Herzlichen Dank an den Verlag und Lovelybooks für den Gewinn.
      Carpe Diem.
      :study: Adrian J. Walker - Am Ende aller Zeiten
      2017 gelesen: 228 Bücher mit 91.280 Seiten (2016: 262 Bücher mit 102.636)
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