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Tanja Kinkel - Grimms Morde

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    Grimms Morde

    von

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    Verlag: Droemer HC

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 480


    ISBN: 9783426281017


    Termin: Oktober 2017

    • Tanja Kinkel - Grimms Morde

      Klappentext:

      Von Märchesammlern
      und Mordgesellen


      Rot wie Blut - Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelkreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschcihten, welche die Geschwister zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Verurteilen, Zuneigung, Liebe - und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig.


      Eigene Beurteilung:

      Überwacht durch die Polizei, angefeindet durch den alteingesessenen hessischen Adel und immer mit einem Bein im Gefängnis ermitteln die Droste-Hülshoffs und die Grimms parallel zueinander und zur Polizei. Dann wird kurz nach der Ankunft der beiden Damen in Kassel ein junger Nachwuchsautor tot aufgefunden. Ermordet im Schneewittchen-Stil, was Gedanken an eine Verbindung zur erst vor Kurzem beendeten napoleonischen Besatzung aufkommen lässt – denn immerhin handelt es sich ja um ein ursprünglich französisches Märchen.

      In den letzten Jahren wurden die Grimmschen Märchen besonders gerne in im 19. Jahrhundert spielenden Fantasy-Extravaganzen aufgearbeitet – etwa „Die Brüder Grimm“ oder „Hänsel & Gretel, Hexenjäger“ – oder in der Fantasy-Crime-Action-Reihe „Grimm“ aus den USA ins 21. Jahrhundert verlegt. Tanja Kinkel schafft mit diesem mal wieder ausgiebig recherchierten Roman eine dichte, psychologisch glaubwürdige Kriminalgeschichte, die zudem die damaligen Lebensumstände – und insbesondere die Konfliktfelder Bürgertum-Adel und Mann-Frau sehr anschaulich nachzeichnet. Da von Haxthausen und auch später Annette von Droste-Hülshoff sich mit Kriminalfällen beschäftigten (s. „Judenbuche“) erscheinen dann auch viele der Überlegungen und psychologisierenden Herleitungen Annettes durchaus glaubwürdig.

      Daneben erfährt man so Einiges über den damaligen Literaturbetrieb in Hessen und über die wirkli-chen Quellen eines großen Teils der Grimmschen Märchensammlung, die im Endeffekt, so volksnah nicht gewesen ist – und auch nicht so deutsch – wie sie sich anfangs immer den Anspruch gegeben hat. Und auch die gezeigten Nachwehen der französischen Besatzung sind sehr überzeugend nachgezeichnet. Ein überaus lesenswerter historischer Roman. :study:
      :thumleft:
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • Kurzbeschreibung:
      Der neue historische Roman der Spiegel-Bestsellerautorin Tanja Kinkel führt zurück in das neunzehnte Jahrhundert und verbindet märchenhaftes Setting und historische Spannung mit einer grausamen Mordserie. Rot wie Blut…
      Kassel, 1821: Die ehemalige Mätresse des Landesfürsten wird nach Märchenart bestialisch ermordet. Die einzigen Indizien weisen ausgerechnet auf die Gebrüder Grimm. Weil die Polizei nicht in Adelskreisen ermitteln kann, die sich lieber Bericht erstatten lassen, anstatt Fragen zu beantworten, kommen den Grimms Jenny und Annette von Droste-Hülshoff zur Hilfe. Ein Zitat aus einer der Geschichten, welche die Schwestern zur Märchensammlung der Grimms beigetragen hatten, war bei der Leiche gefunden worden. Bei ihrer Suche müssen sich die vier aber auch ihrer Vergangenheit stellen: Vorurteilen, Zuneigung, Liebe – und Hass, und diese Aufgabe ist nicht weniger schwierig. In einer Zeit, wo am Theater in Kassel ein Beifallsverbot erteilt wird, damit Stücke nicht politisch missbraucht werden können, Zensur und Überwachung in deutschen Fürstentümern wieder Einzug halten und von Frauen nur Unterordnung erwartet wird, sind Herz und Verstand gefragt.
      Geschickt verwebt Tanja Kinkel die privaten Verwicklungen von zwei der berühmtesten Geschwisterpaare der deutschen Literaturgeschichte in ein unglaubliches Verbrechen. Ein Mordsbuch. (Quelle: Verlagswebsite)

      Autor:
      Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, gewann bereits mit 18 Jahren ihre ersten Literaturpreise. Sie studierte in München Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und promovierte über Aspekte von Feuchtwangers Auseinandersetzung mit dem Thema Macht. 1992 gründete sie die Kinderhilfsorganisation "Brot und Bücher e.V", um sich so aktiv für eine humanere Welt einzusetzen (mehr Informationen: brotundbuecher.de). Tanja Kinkels Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt; sie spannen den Bogen von der Gründung Roms bis zum Amerika des 21. Jahrhunderts. (Quelle: Verlagswebsite)

      Allgemeines:
      Erschienen im Oktober 2017 als Hardcover beim Droemer Verlag.
      480 Seiten in 34 Kapiteln, Prolog und Epilog, Nachwort der Autorin zu den historischen und fiktiven Begebenheiten, Dramatis personae.
      Erzählt wird in der dritten Person. Der Roman spielt in Kassel im Jahr 1821.

      Meine Meinung:
      Die Brüder Grimm kennt wohl jeder, zumindest dem Namen nach. Tanja Kinkel bringt uns die Menschen hinter den Märchensammlern näher, die beide am hessischen Hof als Bibliothekare angestellt sind. Da ist zum einen Wilhelm, der die meiste Zeit mit seinen Minderwertigkeitskomplexen ob seines Standes kämpft und zum anderen Jacob, der deutlich hitzköpfiger daher kommt, aber auch realitätsnaher zu sein scheint. Diese beiden sind im Rahmen ihrer Märchensammelei mit den Schwestern von Droste zu Hülshoff in Kontakt gekommen und daraus ergibt sich die eine oder andere Verwicklung.

      Die Zeit unmittelbar nach der französischen Besatzung war in deutschen Landen keine gute für Freigeister und für Frauen, die obendrein noch selbständig und logisch denken konnten und dies auch kundtaten, schon gar nicht. Dies war eher eine Zeit für Menschen wie Wilhelm Grimm und Jenny von Droste, die ihren Platz in der Gesellschaft kannten, diesen zu wahren wussten und anderen darin immer Vorbild waren. Meine Güte, was hat mich dieser Wilhelm Grimm mit seinem ewigen Selbstmitleid genervt! Jenny war da ein bisschen erträglicher. Sie hat zwar auch immer versucht, beschwichtigend auf ihre Schwester Annette einzuwirken, war aber wenigstens verständig und hat ihr zu helfen versucht.
      Ganz anders Jacob und vor allem Annette – so herrlich gegen die Norm verstoßend, was ihr natürlich nicht nur Freunde gemacht hat. Wie sie sich nach einem üblen Schicksalsschlag wieder selbst berappelt, hat mich sehr begeistert. Sie ist sich ihres Platzes in der Familie und der Gesellschaft durchaus bewusst, das hindert sie aber dennoch nicht am freien Denken und dem Äußern eben jener Gedanken.

      Schon allein an diesen hier angerissenen Charakterbeschreibungen merkt man, wie hervorragend Tanja Kinkel den Leser ins Kassel des Jahres 1821 versetzen kann. Viel Recherche ist auch in diesen historischen Krimi geflossen. Der Fall ist fiktiv, viele geschichtliche Fakten und Personen sind es hingegen nicht. Und so erfahren wir eine ganze Menge über Kunstraub im großen Stil, über Mätressenwirtschaft und über Lügen und Intrigen am hessischen Hof (und nicht nur dort). Außerdem führt uns die Autorin vor Augen, dass die Märchensammelei der Brüder Grimm nicht auf allgemeine Begeisterung stieß, die Märchen als viel zu grausam abgelehnt wurden (was sie ja durchaus auch sind) und wir erfahren, dass sie dann doch nicht ganz so unverfälscht und echt aus dem deutschen Volksschatz stammen. Was es damit auf sich hat, dürft ihr gern selbst ergründen. Trotz zweier Morde ist der Roman unterhaltsam und gut zu lesen. Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und empfehle ihn sowohl Freunden historischer Romane als auch kriminalistisch interessierten Lesern.

      Fazit:
      Sehr gut recherchierter Roman, der ein deutliches Bild der nachnapoleonischen Zeit in Hessen malt.
      Gelesen in 2017: 50 Gehört in 2017: 21 SUB: 325

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Tanja Kinkel - Grimms Morde

      Die Autorin (Quelle: Amazon)

      Mit dem Schreiben fing Tanja Kinkel mit 13 Jahren an. Heute ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Obwohl sie neben historischen Romanen, die von der Gründung Roms bis zum 2. Weltkrieg spielen, auch Thriller, Jugendbücher, Fantasy, ja Gegenwartsliteratur und Essays geschrieben hat, tauchen fast alle ihre Bücher auf den großen Bestsellerlisten auf. Wie der Spiegel schon 1998 dazu schrieb: so selbstverständlich wie Ebbe und Flut. Das liegt zum einen sicher daran, dass die promovierte Germanistin etwas zu all diesem Themenmischmasch zu sagen hat, als auch daran, dass Reiselust, Humor, Romantik, Abenteuer und Informationhunger immer befriedigt werden wie auch die Überzeugung: ja, so kann es gewesen sein. Weitere Informationen unter: tanja-kinkel.de.



      Produktinformation

      • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
      • Verlag: Droemer HC; Auflage: Originalausgabe (2. Oktober 2017)
      • Sprache: Deutsch
      • ISBN-10: 3426281015
      • ISBN-13: 978-3426281017



      Mord wie im Märchen



      Es war ein Diener, der die Leiche der Frau unter der Überdachung der Brücke zum Hauptteil von Schloss Wilhelmshöhe, fand…

      Und bei der Leiche fand man einen Zettel mit einem Zitat aus einem Märchen, das die Brüder Grimm veröffentlicht hatten…

      Doch es stammte nicht von ihnen, denn sie hatten es von einer Bekannten, die sie um solche Volksmärchen gebeten hatten…

      Aber weil hier kaum jemand, der nicht von Adel war, Zutritt hatte, wurde Wilhelm Grimm verdächtigt…

      Aus einem ganz bestimmten Grund fühlten sich die Schwestern Annette und Jenny verpflichtet, nach dem Mörder zu suchen…

      Und dann fand man auch noch die Leiche eines jungen Mannes, dessen Buch Wilhelm Grimm – der der Zensurkommission angehörte – nicht veröffentlichen wollte…

      Nun wurden die Grimms noch mehr verdächtigt und mussten unbedingt den Mörder finden…

      Dann war da noch das, was mit Annette in Bökendorf geschehen war…

      Wie fand der Diener die Leiche? Konnte man sehen, womit sie ermordet worden war? Was hatte es mit dem Märchenzitat auf sich? Von wem hatten sie dieses Märchen erhalten? Warum wurde ausgerechnet Grimm verdächtigt? Warum wollten die Schwestern Wilhelm Grimm bei der Suche nach dem Mörder helfen? Welchen Gr4und hatten sie? Warum war der junge Mann getötet worden? Weshalb wollte Grimm sein Buch nicht veröffentlichen? Wieso musste Wilhelm Grimm unbedingt den Mörder finden? Was war in Bökendorf geschehen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.



      Meine Meinung

      Dieses Buch ließ sich sehr gut lesen. Es ist sehr interessant geschrieben, auch wenn mir in der ersten Hälfte etwas die Spannung fehlte. Doch die hervorragend recherchierten Fakten machten das durchaus wett. Ich hätte mir gewünscht, dass es um den Mord etwas mehr Verwicklungen gäbe, dass sich die Polizei nicht nur auf die Grimms als Täter konzentriert. Und wenn sie das nicht getan hat, so habe ich das diesem Buch nicht entnehmen können. Nur die Grimms hatten einige im Visier. Am Anfang des Buches befindet sich ein Personenregister, was ich sehr gut finde. Man kann dadurch immer mal wieder nachschauen, wenn etwas unklar ist. Am Ende hat die Autorin in einem Nachwort geschrieben, wer bzw. was historisch verbürgt ist. Das ist etwas, das ich in einem historischen Roman erwarte und in vielen, aber leider nicht in jedem finde. Ich kam gut in die Geschichte hinein, und in die Protagonisten konnte ich mich auch sehr gut hineinversetzen. Wie ein roter Faden ziehen sich die Ereignisse um Annette in Bökendorf durch das ganze Buch. Daher macht nicht nur der Mord den historischen Roman spannend, sondern auch die erwähnten Ereignisse, die sich für mich sogar in weiten Teilen des Buches in den Vordergrund geschoben haben. Alles in Allem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe vier von fünf Sternen bwz. acht von zehn Punkten.
      Liebe Grüße
      Lerchie


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