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Friedrich Ani - Ermordung des Glücks

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    Ermordung des Glücks

    von

    4|2)

    Verlag: Suhrkamp Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 317


    ISBN: 9783518427552


    Termin: September 2017

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

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    • Friedrich Ani - Ermordung des Glücks

      Wenig Krimi, viel Inhalt!

      Der 11-jährige Lennard wird Opfer eines Gewaltverbrechens und erst 34 Tage später gefunden. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes überbringt Ex-Kommisar Franck. Eine Aufgabe, die er während seiner aktiven Dienstzeit auch immer ausgeübt hat.

      Wie auch in dem Buch "Der namenlose Tag" ist die Krimihandlung hier eher zweitrangig. Daher ist auch dieses Buch zu Recht lediglich als Roman klassifiziert. Ermordet wird das Glück in diesem düsteren Roman gleich mehrmals. Vor allen Dingen natürlich das Glück der Eltern und im Verlauf des Buchs auch noch das von mehreren anderen Menschen. Dramatisch wird es auf den letzten Seiten und wenn überhaupt, kommt dann so etwas wie Krimispannung auf.

      Aber auch in diesem Buch ist die Krimihandlung nur der Rahmen, um in der ruhigen, präzisen Erzählweise von Friedrich Ani die beteiligten Personen in ihrem Leid und ihren seelischen Konflikten zu beschreiben, ja regelrecht zu sezieren - auch Ex-Kommissar Franck geht hier bis an seine Grenzen.

      Ein sehr berührendes, tiefgehendes Buch, welches sich eigentlich so wirklich keinem Genre zuordnen lässt. Es ist auf jeden Fall ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte, um die vom Autor fein angeschlagenen Saiten in sich nachhallen zu lassen.

      Fazit:
      Keine leichte Kost aber auf jeden Fall empfehlenswert, wenngleich nicht unbedingt an düsteren Herbsttagen.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Der elfjährige Lennard wird ermordert. Der pensionierte Kommissar Franck
      überbringt den Grabbes, Lennards Eltern, die Nachricht, dass seine
      Leiche gefunden wurde. Dies alles Wochen, nachdem er in einer
      stürmischen Novembernacht verschwunden war. Kurz vor Weihnachten. Hier
      bricht für die Grabbes ihre Welt zusammen. Jeder versucht, auf seine
      eigene Art, mit dem Tod des Jungen fertig zu werden, auch sein Onkel und
      seine Grossmutter. Auch Franck und die Kommissare müssen damit umgehen,
      wochenlang vor einem Rätsel zu stehen.


      Friedrich Ani schreibt mit einem recht eigenwilligen Stil, den ich
      vorher noch nicht kannte und der zu Beginn gewöhnungsbedürftig war. Die
      ersten 100 - 150 Seiten drehen sich hauptsächlich um Tanja Grabbe,
      Lennards Mutter. Ihre Naivität und Kindlichkeit hat diesen ersten Teil
      für mich ziemlich langatmig gemacht. Dann aber geht es immer mehr um die
      Ermittlungen, es werden Verdächtige gefunden und verhört, und die
      Erzählung nimmt Fahrt auf. Die Geschehnisse überschlagen sich gegen Ende
      fast, und die Auflösung des Morders kommt sehr überraschend.


      Insgesamt fand ich es ein sehr schönes Buch, auch über Liebe
      zwischen Geschwistern und Eheleuten, was sehr viel zum Nachdenken
      anregt. Es ist kein Krimi, wie in den meisten Rezensionen erwähnt wird,
      dies stört jedoch keineswegs. Vielmehr eine wunderschöne und traurige
      Erzählung über die Verzweiflung, die man verspürt, wenn jemand Nahes
      verstirbt, insbesondere ein Kind, und zu welchen verzweifelten Taten
      dies Menschen treiben kann.
    • Ich möchte gerne wissen ob es hauptsächlich um die Gefühle der Famile handelt? Ihre Ängste und Sorgen, was das verschwinden des Sohnes mit ihnen macht, ohne detaillierte Beschreibungen was mit diesem passiert ist? Darf ich annehmen dass die Handlung sich mehr auf der psychologischen Ebene abspielt?
      Denn sollte es sein dass die Gewalt am Kinde geschildert wird, kann ich leider eine solche Geschichte nicht lesen, was an und für sich schade ist, denn beide Vorstellungn klingen sehr interessant.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Da brauchst du keine Sorge haben - es wird nirgends genau geschildert, was mit dem Jungen passiert ist (aus gutem Grund) sondern es wird eigentlich hauptsächlich spekuliert, wie sich alles zugetragen hat. Das würde auch nicht passen. Ani ist wesentlich mehr an der psychologischen Ebene interessiert, Was die Sorge um und letztlich auch der Tod des Jungen mit den Überlebenden anrichtet, wie schwer sie daran zu tragen haben.
      Ani ist jemand, der durchaus polarisiert mit seiner Jakob Franck Reihe. Entweder mag man diese sehr stille, tiefgründige Art oder man langweilt sich zu Tode. Wenn man dafür eine Ader hat, dann packen einen diese Romane so richtig herzhaft.
      Ich liebe sie jedenfalls :study:
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