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Neal Shusterman - Die Hüter des Todes / Scythe

    • ab 14-16 Jahre

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    Scythe – Die Hüter des Todes

    von

    4.7|8)

    Verlag: FISCHER Sauerländer

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 528


    ISBN: 9783737355063


    Termin: September 2017

    Das Buch ist der 1. Band der Reihe (2 Teile).

    • Neal Shusterman - Die Hüter des Todes / Scythe

      Citra und Rowan wachsen in der scheinbar perfekten Welt auf. Dort kennt man weder Armut noch Krieg, Krankheiten oder den Tod. Damit die Bevölkerung jedoch nicht zu groß wird, müssen Scythe Menschen "nachlesen", also umbringen. Die Scythe haben die Macht darüber zu entscheiden, wer stirbt, da sie die Hüter des Todes sind. Die beiden Teenager wurden dazu bestimmt, eine Ausbildung zum Scythe zu beginnen. Das gemeinsame Schicksal schweißt die beiden zusammen, doch ein bösartiger Scythe hat andere Pläne mit ihnen und will sie zu Feinden machen.

      Neal Shusterman war mir bereits durch die "Vollendet"-Reihe bekannt. Diese vermochte mich damals sehr zu fesseln, daher war ich extrem auf seine neue Trilogie über den Preis der scheinbar perfekten Welt gespannt. Ihm ist es hervorragend gelungen mich in seine dystopische Welt eintauchen zu lassen. Er schafft es gekonnt immer mehr Details seines Settings einfließen zu lassen, so dass ich mir Citras und Rowans Welt sehr gut vorstellen konnte.

      Beide Protagonisten fand ich sympathisch und interessant ausgearbeitet. Auch die zahlreichen Nebenfiguren wurden individuell gezeichnet, so dass man beim Lesen nie den Überblick verliert und sie gut auseinander halten kann.

      Der Einfallsreichtum von Shusterman ist unglaublich. Ich habe jedes Detail dieser Welt aufgesogen und seine Ideen und seine Fantasie durch alle 500 Seiten genossen. Er konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Plot, sondern steckt auch Herzblut in seine Figuren. Ich empfand ihr Handeln als sehr authentisch, ob es nun den ersten Schock über ihre neue Aufgaben, die Probleme beim Erlernen der Kunst des Tötens oder der unbändige Kampfgeist, den beide an den Tag legen, betraf.

      Fazit: Ein überragender Auftakt zu einer Trilogie, von der ich mir weiterhin extrem viel verspreche. Über 500 Seiten und nicht eine davon hat mich gelangweilt, im Gegenteil, ich habe jedes Detail aufgesogen, wie ein trockener Schwamm Wasser und Shustermans Fantasie genossen. Dieses Buch ist ein MUSS für alle Fans von Dystopien, da es durchgängig zu fesseln vermag.

      Dieses Jugendbuch ist definitiv in der Top 3 meiner bisherigen Lesehighlights aus 2017. Band zwei wird voraussichtlich bereits im Frühjahr 2018 erscheinen und steht schon jetzt auf meiner Wunschliste Lesen, lesen, lesen!

      • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
      • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
      • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Viele Grüße
      Claudia

      Schaut gerne in meinen Bücher-Blog hinein: claudias-buecherregal.blogspot.com/
    • Einfach - nur - genial!

      Verlagsinfo

      Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
      Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

      Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
      Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

      Meine Meinung

      Ich kannte ja von diesem Autor nur die drei Bücher seiner Vollendet Reihe, die bisher ins deutsche übersetzt wurden und ich wusste: auch dieses Buch hier würde mich begeistern ... und WIE es mich begeistert hat! Einmal angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen!

      Das Leben der Menschen ist nicht mehr endlich. Die Zivilisation soweit fortgeschritten, dass Naniten jeglichen Schmerz, jede Verletzung oder zerstörerische Verzweiflung ausgleichen können. Dass es keine Regierungsformen mehr gibt, sondern nur noch den unbestechlichen Thunderhead, entstanden aus der virtuellen Cloud und Träger allen Wissens, der zwar einen Funken Bewusstsein besitzt, doch in all seinen Bestrebungen gerecht handelt, um die Menschen gleichwertig und gut leben zu lassen.
      Und, das größte Mysterium, die Menschen sind dadurch tatsächlich unsterblich geworden.

      Eine schöne Vorstellung - doch alles hat eine Kehrseite: denn wenn niemand mehr stirbt, wie sieht es dann mit dem Platz auf unserer gut gefüllten Erde aus?

      "Die Entwicklung der Zivilisation war abgeschlossen. Das wusste jeder. Was die Menschheit betraf, gab es nichts neues mehr zu erfahren. Nichts an ihrer Existenz musste noch enträtselt werden. Und das bedeutete, dass kein Mensch wichtiger war als irgendein anderer." S. 18

      Genau hier treten die Scythe auf den Plan, die Hüter des Todes. Sie agieren frei vom Urteil oder dem Ermessen des Thunderhead und sind dafür zuständig, der Überbevölkerung entgegen zu wirken. Sie haben dadurch eine hohe Stellung, natürlich, denn jeder will sich mit ihnen gutstellen, könnte er doch morgen schon mit der Sense vor der Tür stehen, oder einer Pistole, einem schleichenden Gift ... die Methoden sind vielfältig, aber das Ende immer gleich.
      Willkürlich soll die Auswahl sein, bar jedes Vorurteils, trotzdem moralisch und ethisch nach einem gewissen Standard - doch die Scythe sind auch nur Menschen ...

      ... und deshalb sehr vielschichtig und uneins selbst in ihrer eigenen abgeschotteten Gemeinschaft.
      Es bilden sich Lager und mittendrin finden sich Citra und Rowan, zwei 16jährige Teenager, die in dieser makaberen Berufung ausgebildet werden sollen. Sie beiden wollten gar nicht, aber einem Hüter des Todes zu widersprechen ist nicht leicht, vor allem wenn dadurch die eigene Familie bis zum eigenen Tod Immunität gegenüber den Scythe genießt.
      Die beiden Protagonisten, aus deren Sichtweise im Wechsel erzählt wird, sind sehr unterschiedlich von ihrer Auffassung und ihrer Handlungsweise, aber tief innen drin auf einem Level wenn es darum geht, den Akt des Tötens niemals gleichgültig zu sehen, und gerade deshalb wahrscheinlich die perfekten Anwärter für diese "Berufung".

      Bei einigen Rezensionen hab ich gelesen, dass die Gefühle der Protagonisten hier zu sehr auf der Strecke bleiben. Das finde ich gar nicht, denn man erlebt sehr gut, wie sehr sie mit ihrer Situation zu kämpfen haben und wie es ihnen aber immer mehr gelingt, ihren eigenen Weg zu finden, um damit umzugehen.
      Genauso fehlen einige Hintergründe zum Thunderhead, der alles regelt und dem sich auch niemand wirklich widersetzt, oder dem "resetten", also das Zurücksetzen eines Menschenalters von 80 auf 30, von 90 auf 45 oder je nachdem, wie es beliebt.
      Aber das alles im Detail zu erfahren war mir gar nicht so wichtig, denn im Fokus stand für mich das Thema, wie die Scythe damit umgehen, töten zu müssen, um das Überleben aller anderen zu sichern. Vor allem, da sie über allen stehen und kaum jemandem Rechenschaft schuldig sind ... so etwas ist immer ein gefährliches Pflaster.
      (Der zweite Teil heißt im Original übrigens "Thunderhead", also denke ich mal, dass wir dort dann noch mehr darüber erfahren werden)

      Fast noch wichtiger allerdings waren mir die Menschen, die in diesem ewigen Strom der Zeit leben. Wenn man alles weiß und nichts mehr verbessert werden kann, was können wir mit dem gesammelten Wissen dann noch anfangen? Wenn sie keinen Schmerzen leiden und keine tiefe Verzweiflung spüren können, sind sie dann überhaupt fähig, wahre Freude und Leidenschaften zu empfinden?
      Und hier kommen wir zum Gegenspieler, zum bösen Scythe, der hier seine fanatische Überzeugung ausleben kann, die aber im Endeffekt vielleicht auf etwas gründet, was gar nicht so negativ ist - auch wenn man da etwas tiefer graben muss. Denn das Leben der Menschen in dieser Welt ist tatsächlich eintönig, wenn man die Ewigkeit vor Augen hat und um daraus auszubrechen, wählt er nur leider den ungünstigsten Weg.

      Neal Shusterman hat hier wieder eine so bizarre und doch reale Zukunftsversion der Menschheit geschaffen, dass ich einfach nur gefesselt war und jeden Moment mit Spannung verfolgt habe. Bei jedem Perspektivenwechsel kommt ein Eintrag aus dem Nachlese-Tagebuch eines Scythe - ein sehr schönes Mittel, um die Gesellschaft und den Status der Scythe zu erklären. Aber auch Einblicke zu geben, die mich wieder viel zum Nachdenken angeregt haben.
      (Da das Töten zur Sterblichkeitsära gehört, wird die Ausübung der Scythe "Nachlese" genannt)

      Dadurch, dass der Autor nicht alles bis ins Detail erklärt, bleibt dem Leser auch viel zum interpretieren und mitfühlen, was ich besonders gelungen finde, denn das Gesamtbild und die Atmosphäre waren immer intensiv und präsent.

      Fazit: 5 Sterne *Highlight*

      © Aleshanee
      Weltenwanderer

      Arc of a Scythe Trilogie

      1 - *Scythe* Die Hüter des Todes
      2 - *Thunderhead* soll Ende 2018 auf deutsch erscheinen
      3 - noch nicht erschienen
      :study: "Keine Menschenseele" von Faye Hell
      Mein Bücherblog: Weltenwanderer
    • Neu

      Keine Armut, keine Gewalt, keine Krankheiten, keine Kriege - Die Perfekte Welt.
      Doch wenn jeder Mensch unsterblich ist und es nichts gibt, was es sich lohnt zu erreichen, um was es sich lohnt zu kämpfen - weiß man den Wert des Lebens zu schätzen?
      Zwischen Sinnlosigkeit, Monotonie und Langeweile werden Scythe, welche als einzige Menschen die Befugnis haben Leben auf ewig zu nehmen, sowohl gehasst als auch bewundert.
      Scythe sind nötig, um die Welt vor einer noch größeren Überbevölkerung zu verschonen - dennoch sind Citra und Rowan alles andere als begeistert, als sie für eine Ausbildung zum Töten auserkoren werden.



      In einer Zukunft, in der jeder Mensch unsterblich ist, ist es nur verständlich, dass die Folge davon Überbevölkerung sein wird. Die Idee der Scythe, welche dieses Problem beseitigen, hatte daher sehr schnell mein Interesse geweckt.
      Was passiert, wenn ein Mensch dazu ausgebildet werden soll, darüber zu entscheiden, welcher, vollkommen gesunde, Mensch noch leben darf und welcher nicht?

      Ich muss jedoch ganz ehrlich sagen, dass ich etwas länger gebraucht hatte, bis mich diese Geschichte richtig packen konnte. Das liegt größtenteils daran, dass ich lange gebraucht hatte, um das System, welches wir in dieser Geschichte kennenlernen, als logisch zu betrachten. Eigentlich fällt es mir leicht, mich in einer fremden Welt sehr schnell zu verlieren, aber sich eine mögliche Zukunft vorzustellen, in der es weder Kriege noch Krankheiten und Armut gibt, WEIL eine künstliche, fast allwissende, Intelligenz sich um alle Probleme kümmert und auch die Regierung übernimmt, konnte ich mir einfach sehr schwer vorstellen. Da sich der Schreibstil jedoch sehr flüssig lesen lässt und die Charaktere von Anfang an mein Interesse so weit gefesselt hatten, dass ich wissen wollte, wie es mit ihnen weitergehen wird, kam ich trotzdem sehr schnell mit der Geschichte voran.

      Richtig fesselnd wurde das Buch für mich aber erst dann, als Citra und Rowan getrennte Wege gingen. Wenn ich vorher während des Lesens dachte “Die Geschichte ist ganz nett” hatten sich ab diesem Zeitpunkt meine Gedanken immer mehr in ein “Die Geschichte ist genial!” verändert.
      Das Buch regt teilweise sehr zum Nachdenken an. Oft wird man sich fragen, wie man selbst in jener Situation reagiert hätte. Es ist auch sehr interessant, immer mehr über das Scythetum zu erfahren, denn nicht jeder Scythe teilt die gleichen Ansichten. Besonders die Tagebucheinträge verschiedener Scythe, von denen man immer einen am Ende eines Kapitels finden wird, geben da einen sehr guten Einblick.

      Allgemein muss ich sagen, dass mir die Tagebucheinträge besonders gut gefallen hatten und diese für mich das Buch einfach noch um einiges besser gemacht hatten. Ich fand auch, dass mit der recht schwierigen Thematik von Leben und Tod sehr gut umgegangen wurde.

      Was mir weniger gut gefallen hatte, war, dass die Protagonisten des Buches nicht besonders gut ausgearbeitet wurden. Ich hatte nicht das Gefühl, diese besser zu kennen als manche Nebencharaktere und fand einige Nebencharaktere fast noch interessanter, als die Protagonisten selbst. Citra und Rowan führen uns zwar gut durch die Geschichte, jedoch versteht man
      deren Handeln oft nicht vollkommen, da Emotionen an einigen Stellen nicht genügend beschrieben wurden.

      Trotzdem konnte das Buch mit interessanten Ideen, spannenden Momenten und auch ein paar unerwarteten Wendungen überzeugen.
      Ich persönlich hatte meine Freude daran, das Buch zu lesen, wünsche mir jedoch, dass die tolle Idee der Geschichte in den beiden Folgebänden noch weiter ausgearbeitet wird. So würde ich mir insbesondere wünschen, noch mehr über das ganze System und den Thunderhead zu erfahren.

      Fazit:
      Es hatte etwas gedauert, bis das Buch mich packen konnte, schlussendlich wurde ich jedoch mit einer spannenden und kreativen Geschichte belohnt.
      Ich denke, wenn man “Vollendet” von Neal Shusterman mochte, wird man auch dieses Buch mögen, denn man merkt, dass es sich um denselben Autor handelt und eine ebenso kreative Idee umgesetzt wurde.

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    • Neu

      Grandios

      In einer fernen Zukunft hat die Menschheit es endlich geschafft, nämlich ihr Ziel des ewigen Lebens zu erreichen. Lediglich ein Feuer könnte den Menschen noch zu einem Verhängnis werden, doch dies geschieht kaum noch. Spürt man Wehwehchen des Alters, kann man sich auf ein jüngeres Alter resetten lassen, nur zum Teenager kann man nicht werden. Verletzungen werden durch im Körper eingepflanzte Naniten schnell behoben und man ist wie neu. Das einzige Problem der Welt? Die Überbevölkerung. Aus diesem Grund wurden die Scythe ins Leben gerufen, deren Beruf es ist, Personen nach einer bestimmten Auswahl nachzulesen und zu töten. Die beiden Teenager Citra und Rowan, beide sechzehn Jahre alt, werden von Scythe Faraday dazu berufen, bei ihm in die Lehre zu gehen und die Kunst des Tötens zu erlernen. Doch nur einer wird nach der Lehre zum Scythe berufen und seine erste Aufgabe wird es sein, seinen Gegner nachzulesen.
      Meine Meinung:
      Wow, was für eine Geschichte und was für ein gelungener Einstieg in eine neue Trilogie. Gleich vorweg, Neal Shusterman hat hier etwas erschaffen, dass mich mit einer Mischung aus Faszination und Nachdenklichkeit zurückgelassen hat. Eine Geschichte, die durchaus erst einmal sacken muss.
      Der Beginn ist gleich sehr spannend und man begegnet schon im ersten Moment einem Scythe. Schon von diesem Moment an baut Shusterman eine ganz eigene Atmosphäre auf, die den Leser schnell gefangen nimmt. Dabei ist sein Schreibstil sehr flüssig, sehr fesselnd und doch auch der Stimmung des Buches angepasst. Denn hier gibt es einen gewissen Aspekt zu beachten: auf den ersten Blick klingt das ewige Leben doch perfekt, kein Krieg, kein Leid, kein Hungern. Allerdings fängt Shusterman hier sehr gekonnt die Kehrseite des Ganzen auf, denn es entsteht nicht nur der Zwang, dass es Menschen gibt, die andere Menschen töten müssen, damit die Erde nicht noch mehr überbevölkert wird, sondern auch ein wenig die Frage nach dem Sinn des Lebens. Menschen gehen zwar noch Berufen nach, aber wirklich etwas Neues gibt es nicht mehr zu erforschen. Im Großen und Ganzen herrscht eine Leere, man lebt halt so vor sich hin, aber Gefühle kommen gar nicht mehr richtig zu Stande. Genau diesen Aspekt bringt Shusterman allein in seiner Sprache so gekonnt rüber, dass ich schon nach den ersten Seiten einen Moment innehalten musste.
      Die Spannung der Geschichte steigert sich zunächst recht langsam, jedoch kontinuierlich. Als Leser hat man hier gute Gelegenheit, erst einmal die Welt zu erforschen, sich auf das Geschehen einzulassen und die Handlungen der Scythe zu beobachten. Die Scythe sollen unabhängig vom Thunderhead, der großen künstlichen Intelligenz, die die Menschheit leitet, agieren. Sie sollen die Menschen auswählen, die nachgelesen werden sollen. Dabei sollen sie unparteiisch sein, nach gewissen moralischen Grundsätzen handeln und haben nur ein gewisses Maß, nachdem sie auswählen. Das macht sie allerdings zu einem gewissen Teil zu einer Art Übermensch und wohin das einzelne Personen führen kann, ist fast schon vorauszuahnen.
      Aus wechselnden Perspektiven schildern hier die Teenager Citra und Rowan die Handlungen. Sie werden von Scythe Faraday als Lehrlinge berufen und eigentlich würden sie lieber verzichten, doch der Beruf des Scythe gewährt der eigenen Familie Immunität, sprich sie können nicht nachgelesen werden. Um die Familie zu retten, lässt man sich doch dann auf diesen makabren Beruf ein.
      Allein das sagt schon etwas über diese beiden Teenager aus, aber auch sonst sind sie hier sehr gut dargestellt. Auf der einen Seite ist Citra, die sich so schnell nicht einschüchtern lässt und auch, im gegebenen Fall, einem Scythe die Stirn bietet, wenn es um etwas geht, das ihr am Herzen liegt. Auf der anderen Seite steht Rowan, auf eine Art ist er Citra ähnlich, nämlich indem er sich für andere einsetzt. Doch eigentlich ist er der Typ, der nur ungern im Mittelpunkt steht und Aufmerksamkeit gerne von sich wegleitet. Die Entwicklung der Beiden zu beobachten, war hier sehr interessant, gerade ab einem bestimmten Punkt, über den ich leider nichts verraten kann, werden beide Charaktere immer intensiver und ich fand sie sehr gut ausgearbeitet.
      Neben den Beiden gibt es noch ein paar weitere, sehr interessante Charaktere, wie z. B. Scythe Faraday, der mich mit seiner Art schon irgendwie beeindruckt hat und doch behielt ich Abstand zu ihm. Ein Charakter, auf den man sich nicht so leicht einlassen kann und der doch wirkt.
      Was ich noch gut gelungen fand, waren die Einblicke in die Tagebücher der Scythe, die zwischen den Kapiteln eingeblendet werden. Diese geben noch einmal mehr einen Einblick in die Tätigkeit, aber auch in die Gefühlswelt der Scythe.
      Mein Fazit:
      Ein Buch, bei dem ich gerade selbst den Eindruck habe, nicht genug darüber erzählt zu haben und doch möchte ich einfach auch nicht zu viel verraten. Ein absolut denkwürdiges und doch real wirkendes Zukunftsszenario wird hier vom Autor entwickelt. Doch ob ich in so einer Welt leben wollte? Schwer vorstellbar. Ein Buch, das ganz besonders durch die Atmosphäre und dem dazu passenden Schreibstil lebt und noch lange nachdenklich stimmt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und gebe eine Leseempfehlung!

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Neu

      Die Scythe sind auserwählt, um zu töten bzw. nachlesen - wie es im neuen Sprachgebrauch genannt wird. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die neuen Hüter des Todes, denn den Tod wie wir ihn kennen gibt es nicht mehr. Als Citra und Rowan - gegen ihren Willen - für die Ausbildung zum Scythe berufen werden, bleiben ihnen nur zwei Dinge: ihre Freundschaft, die vielleicht mehr als Freundschaft ist, und die hohen moralischen Regeln der Scythe, die das Töten irgendwie erträglich machen. Doch nicht alle Hüter des Todes halten sich noch an die uralten Regeln der Gilde, und aus einem Grund, der für Citra unbegreiflich bleibt, fühlt Rowan sich von diesen dunklen Scythe angezogen. Bald stehen Citra und Rowan auf unterschiedlichen Seiten und kämpfen doch um das Gleiche: das perfekte Leben, das richtige Sterben und ihre Liebe.


      "Scythe - Die Hüter des Todes" war das erste Buch das ich vom Autor gelesen habe. Zugleich ist es der Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe.

      Ich muss ja sagen, dass ich mich freuen würde, wenn mal wieder ein Jugendbuch nur ein Einzelband ist und nicht wieder zwei oder mehrere Nachfolgebände hat. Ich mag diese ganzen Reihen nicht mehr - denn ist das Buch grandios, so wie dieses hier, dann ist man regelrecht gezwungen, die Nachfolger zu kaufen *g*

      Mir hat dieses Buch und seine Handlung extrem gut gefallen. Es war mal wieder was neues und es sticht definitiv aus der Masse heraus. Zudem war es bei keiner Stelle langweilig und außerdem hat das Buch anders geendet wie ich erwartet hätte. Ich fand es gut, dass die Liebesgeschichte zwischen Citra und Rowan nicht im Vordergrund stand und nur hin und wieder ein klein wenig Erwähnung fand. Die Charaktere waren alle gut ausgearbeitet und ich mochte die Tagebucheinträge, die immer am Anfang eines Kapitels standen - die gaben nämlich noch ein wenig mehr Einblick in die Gedanken und die Arbeit der Scythe.

      Die Gedanken des Autors in Bezug auf diese Zukunftswelt ist erschreckend real. Für mich war dieses Buch erneut ein Highlicht diesen Jahres und ich freue mich auf die Fortsetzung.
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