Bücherwichteln auf BuecherTreff.de

Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbende Nachtmahr

    • Fantasy

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


    Affiliate-Link

    Prinzessin Insomnia & der alptraumfarben...

    von

    3.7|13)

    Verlag: Albrecht Knaus Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 344


    ISBN: 9783813507850


    Termin: August 2017

    Das Buch ist der 8. Band der Reihe (9 Teile).

    Ähnliche Bücher

    • Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbende Nachtmahr

      Wie sagt Dylia, besagte Prinzessin Insomnia und Hauptcharakter des neuesten Moers'chens stets: „Ach geh mir doch weg.“ Ach, wie ich es hasste, wenn sie dies im neuesten Ausflug ins (eigentlich) schöne Zamonien in schöner Regelmäßigkeit zum besten gab (ich mag es nämlich garnicht, wenn Charaktere aus fernen Fantasywelten exakt die gleiche Sprache an den Tag legen, wie 90% der Menschen in den Fußgängerzonen unserer allzu realen Klein- und Großstädte)...
      Nun, in jedem Falle wäre dieser Ausdruck aufrichtigen Unbills der gleiche, den ich Walter Moers in Bezug auf 'Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr' zukommen lassen würde: denn liebe Güte, was ist dieses Buch doch für ein Reinfall...

      Der eine oder andere Leser mag sich noch mit Schrecken an das Kapitel über den Puppetismus im ebenfalls mauen Vorgängerwerk 'Das Labyrinth der träumenden Bücher' erinnern – und möglicherweise staunen, wenn ich tatsächlich sagen muss, dass selbst dieser abstruse Exkurs noch weitaus interessanter, oder gar spannender ist als dieses Machwerk hier.
      Worum geht es eigentlich: die chronisch schlaflose zamonische Prinzessin Dylia wird von einem Nachtmahr heimgesucht. Diese Kreatur taucht unvermindert auf und beabsichtigt nun, so lange zu bleiben, bis die „glückliche“ Heimgesuchte mal langsamer, mal rasanter, dem Wahnsinn anheim fällt. Da man gegen diese Sache schwerlich etwas tun kann, das Schicksal der Prinzessin also praktisch schon besiegelt ist, kann man die verbliebene Zeit einigermaßen stabiler geistiger Gesundheit doch nutzen, um einen Ausflug ins Gehirn der an Ideen und Fantasie reichen Hauptcharakterin zu unternehmen. Im Gehirn Dylias ist man dann konfrontiert mit allerlei Absurditäten und Auswüchen der Gedankenwelt der Prinzessin – eben ein wenig typisch Moers, wie man ihn aus anderen Werken kennen und lieben lernte.

      Dumm nur, dass die Gesamte Geschichte an Belanglosigkeit kaum zu übertreffen ist. Diese besteht, wenn man es ganz genau nimmt, eigentlich nur aus einem endlosen, ausufernden Dialog zweier zumindest mir in vielerlei Hinsicht zuwideren und nervtötender Charaktere. Das ist dann schon fast ein wenig absurd, denn gerade die Dialoge zwischen – zugegeben: ausgefeilteren und sympathischeren – Charakteren in anderen Werken konnte Walter Moers doch stets besonders gut. So plätschert die Geschichte von Beginn an so dahin, wenn die beiden „Helden“ sich aufmachen, ins „dunkle Herz der Nacht“. Ich weiß bis jetzt nicht warum, wieso – und geschweigedenn was das ganze überhaupt sein soll... Auf jeden Fall war ich am Ende doch äußerst heiter gestimmt, als die "Reise" dann endlich vorbei war - und normalerweise war bei den Moers'chen Geschichten doch eher das Gegenteil der Fall.

      Schauen wir also der traurigen Realität ins Auge, liebe Moers-Fans: das Orm hat Letzteren offensichtlich seit einer Weile verlassen. Ob er nun wieder zu alter Stärke zurückfinden kann, bleibt nur zu hoffen. Beim Stichwort 'Hoffnung' fällt mir außerdem auch ein, dass Moers in Zukunft hoffentlich die Illustrationen seiner Bücher wieder selbst übernimmt. Ja, es ist prinzipiell eine nette Sache, dass Moers sich dem schweren Schicksal der Illustratorin dieses Buches angenommen hat, ja es ist theoretisch eine tolle Angelegenheit dass dieses Buch gewissermaßen dieser Person gewidmet und durch sie erst entstanden ist: letztlich macht es aber weder den mageren literarischen Gehalt in irgendeiner Art und Weise besser; noch lässt es mich darüber hinwegsehen dass das Gekrakel in diesem Buch nicht im Ansatz an die herrlich-skurrilen und stets treffenden und zur besonderen Zamonien-Atmosphäre beitragenden Zeichnungen von Moers selbst heranzureichen vermag. Gut gemeint ist eben nicht immer... na ihr wisst schon :sleep:
      "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)

      :montag:
    • Meine Meinung ist dann wohl das genaue Gegenstück :loool:

      Da Walter Moers zu meinen Lieblingsautoren gehört, war ich sehr gespannt auf sein neues Buch. Die Prämisse - eine fantastische Reise durch die Gehirnwindungen - klang aufregend und bisher konnte mich der Schreibstil des Autors immer fesseln. Auch dieses Mal war keine Ausnahme.

      Allein schon die beiden Hauptcharaktere sind interessant. Prinzessin Dylia, die Protagonistin, leidet an einer unerklärlichen Schlafstörung, durch die sie jede Nacht wach ist, und ihr Gehirn sprudelt geradezu über vor Kreativität. Sie erfindet neue Wörter, Farben, Gegenstände... es gibt keine Grenzen. Im Laufe der Handlung bekommt man einen faszinierenden Einblick darin, wie ihre Gedanken arbeiten und es scheint wirklich einmalig zu sein - bunt, farbenfroh und trotzdem durchorganisiert. Am Anfang hatte ich nicht damit gerechnet, ihr 'Gegenstück' zu mögen. Havarius Opal stellt sich ihr als Nachtmahr vor, der plant, ihr den Verstand zu nehmen, nachdem er sie auf ein großes Abenteuer mitgenommen hat. Er ist fest entschlossen, seine Mission zu erfüllen, und zudem sehr sarkastisch und zynisch. Trotzdem hat der Autor es geschafft, dass Opal mir im Laufe der Handlung immer mehr ans Herz gewachsen ist, und die seltsame Beziehung, die während ihrer Reise zwischen ihnen entsteht und die man beinahe Freundschaft nennen kann, ist schön und glaubwürdig dargestellt.

      Der Einstieg in die Geschichte war ein bisschen zäh. Sobald Dylia und Opal aufeinander getroffen sind, hat sie mich allerdings gefesselt und ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich konnte mir nicht vorstellen, eine Fantasy-Geschichte im Gehirn spielen zu lassen, doch es ist Moers problemlos gelungen. Die verschiedenen geistigen Prozesse und Vorgänge sind durch skurrile, bizarre und irgendwie liebenswerte Kreaturen dargestellt und der Weg, den Dylia und Opal gehen, ist immer aufregend, da sie verschiedene Hindernisse - und ihre eigenen Ängste - überwinden müssen. Dem Leser ist immer bewusst, wo die Charaktere sich aufhalten, und nebenbei werden einige Funktionen des Geistes erklärt, was mir gut gefallen hat. Umso spannender ist die Geschichte, weil man weiß, dass Opal vorhat, Dylia in den Wahnsinn zu treiben; man fragt sich, wie die Reise damit zusammenhängt, ob es ihm gelingen wird oder ob nicht doch alles gut ausgehen kann. Das Ende selbst hat mich bestürzt; ich wusste, dass es nicht anders ausgehen kann, hatte aber auf etwas anderes gehofft. Trotzdem war es passend.

      Ein großes Plus von "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist die wunderschöne Gestaltung. Die Illustrationen von Lydia Rode sind farbenfroh und ansprechend und auch die teilweise komplett farbigen Seiten und bunten Buchstaben haben mir sehr gefallen. Es ist ganz anders als die Zeichnungen, die Moers für die anderen Bücher angefertigt hat, aber meiner Meinung nach hat es gut zur Geschichte gepasst.

      Fazit:
      "Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist, wie man es von Moers kennt, eine ungewöhnliche, fesselnde und humorvolle Fantasy-Geschichte. Die Handlung selbst würde von mir, vor allem wegen des etwas zähen Einstiegs, :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: bekommen; wegen der tollen Gestaltung gibt es einen halben Stern mehr.a
      Carpe Diem.
      :study: Holly Black - Die Rückkehr der Riesen
      2017 gelesen: 253 Bücher mit 100.371 Seiten (2016: 262 Bücher mit 102.636)
    • Auch bei mir stellte sich durchaus Lesevergnügen ein. Doch auch ich muss ein wenig Kritik üben. Aber lest selbst:

      Erstmal das Positive:
      Ich liebe es, wie Walter Moers mit Wörtern jongliert und sie seziert. Ich musste teilweise durchaus lachen, auch wenn ein paar Witze uralt waren. Das Buch ist eigentlich mehr eine Entdeckungsreise: Wenn man es mag, Neues zu entdecken, muss es muss nicht unbedingt spannend sein. Das ist wie Kochen oder Backen. Ich persönlich mag gerne backen, esse aber nicht so gerne Kuchen oder Gebäck. Es ist das Handwerk, was teilweise manchmal fasziniert. Und so fasziniert mich auch dieses Buch.

      Das Negative:
      Walter Moers Bücher sind halt teilweise schwer zu lesen, eine Herausforderung - und das mag dem einen oder anderen möglicherweise verschrecken. (Das ist eine Feststellung, keine Kritik) Es kommt langsam in Fahrt und verliert sich manchmal zu sehr in Details. So auch hier, wo Spannung eher zweitrangig ist und man eigentlich schon erwartet, dass das Buch - wie jedes andere von ihm - gut ausgeht. Wer also ein wirklich spannendes Buch erwartet, macht hier (leider) einen Fehlgriff. Aber versteht das nicht falsch, es mag durchaus ein paar Stellen im Buch geben, die spannend sind, aber man kann sie an einer Hand ablesen. Mich hat eher gestört, dass an manchen Stellen wirklich ALLES nochmal wiederholt wurde, was bei den vielen Listen von Prinzessin Lydia durchaus mal ein Gähnen entlockt. Dafür gibt es insgesamt einen Stern Abzug.

      Prinzipiell also:
      Das Buch kommt langsam in Fahrt, konzentriert sich ausschließlich auf Prinzessin Lydia und findet ihre Stärken eher im schöpferischen und malerischen Detail. Das "wortmännische Handwerk" von Walter Moers ist sehr gut. Nur wartet die Fangemeinde um Zamonien halt noch immer auf einen Roman mit einer pittoresken Geschichte, die zumindest einigermaßen den Erwartungen entspricht. Also einem etwas mehr ungewöhnlichen roten Faden folgt, der nicht ganz so vorhersehbar ist wie diese Geschichte.

      Insgesamt: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Grüße
      Soulprayer
      ______
      Heftroman-Statistik 2017: 45 EA, 12 Mini <:~:> PR-Classic: 144 <:~:> Bücher: 7
      Perry Rhodan EA Aufholgjagd: akt. Stand: 432 / 2874 << 2015: 73 << 2016: 215
    Anzeige
    BuecherTreff.de in den Medien