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Johannes Willms - Tugend und Terror

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    Tugend und Terror: Geschichte der Franzö...

    von

    4.5|1)

    Verlag: C.H.Beck

    Bindung: E-Book Download

    Seitenzahl: 831


    eISBN: 9783406669378


    Termin: September 2014

    • Johannes Willms - Tugend und Terror

      Der Verlag über das Buch
      Ob die Französische Revolution denn ein Erfolg gewesen sei, erkundigte sich Henry Kissinger einmal bei Chinas kommunistischem Premierminister Zhou Enlai. „Zu früh, um das zu beurteilen“, lautete die berühmte Antwort.
      Mit dem Sturm auf die Bastille im Juli 1789 nahm die Revolution ihren Anfang, die eine ganze Welt aus den Angeln heben sollte. Die scheinbar ewige Ordnung des Ancien regime brach krachend zusammen, ein König von Gottes Gnaden flüchtete und endete auf der Guillotine, radikale Revolutionäre wie Danton und Robespierre übernahmen die Macht, rasch geriet alles in einen Rausch aus Tugend und Terror mit Tausenden von Toten, bis die Revolution ihre Kinder fraß und am Ende ein siegreicher General das Heft in die Hand nahm. In kaum zehn Jahren, die zu den intensivsten der Weltgeschichte gehören, wurde das Tor zu einem neuen Zeitalter weit aufgestoßen.
      Johannes Willms, einer der besten Kenner der Revolutionsepoche, schildert, erklärt und analysiert Personen, Kräfte, Motive. Vor allem aber lässt er immer wieder auch die Akteure selbst zu Wort kommen. Das gibt seiner Darstellung jene Lebendigkeit und Kraft, für die seine historischen Werke mit Recht gerühmt worden sind.

      Der Autor,
      Jahrgang 1948, war Feuilletonchef der „Süddeutschen Zeitung“ in Paris. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte Frankreichs veröffentlicht.

      Meine Gedanken und Eindrücke
      In seinem fulminanten Werk befasst sich Johannes Willms mit einer wichtigen Epoche der europäischen Geschichte und legt seine Arbeit in 5 Abschnitten, unterteilt in jeweils 5 Kapiteln vor. In einer beeindruckenden analytischen Darstellung erklärt der Autor seinen Lesern nicht nur Ursachen und Hintergründe des großen Umbruchs, sondern auch den blutigen Verlauf der Revolution bis zum großen Auftritt eines kleinwüchsigen Korsen.
      Ausgehend von der katastrophalen finanziellen Situation Frankreichs, das kurz vor dem Staatsbankrott stand, der Unfähigkeit des Monarchen und seines Hofes, das uralte Staatssystem zu reformieren, dem Elend breiter Bevölkerungsschichten im Gegensatz zu einer korrupten Privilegienwirtschaft, muss die Revolution beinahe als logische Konsequenz der herrschenden Verhältnisse gesehen werden.
      Für ein populärwissenschaftliches Sachbuch fast zu detailliert werden die Institutionen der Revolutionsregierung beschrieben, minutiös jeder Satz der dort agierenden Personen, aber auch deren Rivalitäten, Konflikte und Machtkämpfe festgehalten, bis die Ereignisse schließlich in ihre blutigste Phase münden. Schreckliche Verbrechen werden im Namen des Volkes begangen, bis mit der Hinrichtung Robbespierres und den Thermidorianern, den Konkursverwaltern der Revolution, der Boden für General Bonaparte bereitet wird.
      Eine leichte Lektüre ist das Buch selbst für historisch interessierte Laien eher nicht, obwohl Johannes Willms es versteht, sich eines geläufigen, erzählenden Stils zu bedienen. Dennoch häufen sich Fakten auf Fakten, werden zahlreiche Zitate in den Text eingefügt, sämtliche Institutionen stets mit den französischen Bezeichnungen genannt, dazu kommen die Namen vieler auch weniger oder gar nicht bekannter Persönlichkeiten. Diese allzu große Detailverliebtheit hat mein Verständnis für die Zusammenhänge zeitweise erschwert, und meinen Lesefluss immer wieder empfindlich gestört.
      Darüber hinaus hatte ich während der Lektüre stets den Eindruck, dass mir mit diesem Werk ein historisches „Non plus ultra“ über die Französische Revolution vorgelegt wird. Auf den aktuellen Stand der Forschung geht Willms überhaupt nicht ein, der die Meinungen und Erkenntnisse anderer Historiker und Publizisten wohl kennen, aber nicht diskutieren mag. Doch soll diese sture Orientierung an den Quellen, ohne Blick in die Kollegenrunde, mein einziger Kritikpunkt bleiben.
      Gravierende neue Erkenntnisse habe ich aus der Lektüre zwar nicht gewonnen, mich aber am großen Wissen des Autors, an seiner kompetenten und interpretierenden Analyse, verpackt in einen ansprechenden Stil, durchaus erfreut, und die geistige Anstrengung, die mir das Lesen abverlangte, sehr gerne in Kauf genommen.
      Liebe Grüße von Sylli :study:
      "Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen." (Pearl S. Buck)
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