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Yrsa Sigurdardóttir - Sog / Sogið

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    SOG

    von

    4|5)

    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 448


    ISBN: 9783442756643


    Termin: September 2017

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

    Ähnliche Bücher

    • Yrsa Sigurdardóttir - Sog / Sogið

      IM SOG DER VERGELTUNG
      Von Yrsa Sigurdardóttir las ich bereits den außerordentlich fesselnden Thriller „DNA“. Genau wie dieser blieb auch „SOG“ spannend bis zum letzten Kapitel, bis zur letzten Seite! Beide Bände sind in sich abgeschlossene Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden. Über die gesamten 444 Seiten faszinierte mich die Autorin mit ihrer bildhaften Sprache. Sie bringt Vergleiche, die man gut nachvollziehen kann. Typisch bei ihr ist der mehrgliedrige Erzählstrang, der von Kapitel zu Kapitel wechselt. Wiederum fielen mir die ausgefallenen, grausamen Tötungsmethoden auf, wie schon beim Vorgängerband. Trotzdem verliert sich Yrsa nicht in grausame Details. Sie findet andere Möglichkeiten die perversen Umstände der Taten zu beschreiben. Vorausgesetzt, dass das Kopfkino funktioniert!
      Handlung:
      Es ist September im Jahr 2004, in Island. Vaka Orradóttir wartet frierend im Schatten des Schulhofes auf ihren Vater, der sie mit dem Auto abholen wollte. Es war für das achtjährige Mädchen der erste Tag in der neuen Schule. Da der Vater nicht kommt, sie kein Geld zum telefonieren hat, geht sie mit einem schüchternen, schlecht gekleideten Mädchen aus ihrer Klasse in ihr desolates, düsteres Wohnhaus. Der Prolog endet mit der Vermißtenmeldung Vakas. Was ist mit ihr passiert? Warum wird sie vermißt?
      12 Jahre später – 2016 – bei der Kripo Reykjavik:
      Huldar, der Kommissar, der in Ungnade gefallen ist, befasst sich mit Schulaufsätzen, die in einer Art Zeitkapsel aufbewahrt wurden. Es ist eine eher nebensächliche Beschäftigung für ihn. Neuntklässler sollten zehn Jahre zuvor das Island des Jahres 2016 beschreiben. Zukunftsvisionen junger Menschen! Einer der Schüler sagte Morde voraus und benennt die Initialen der Betroffenen. Huldar will den inzwischen jungen Mann finden und erhofft sich die Hilfe von Freya, die im Kinderhaus arbeitet. Er möchte von ihr, der Psychologin, professionellen Rat. Doch die Beiden haben ein zwiespältiges Verhältnis zueinander nach einem gründlich mißlungenen Date. Werden sich Kommissar und Psychologin wieder zusammenraufen und an einem Strang ziehen?
      Dann wird Huldar von seiner Chefin Erla noch zu einem anderen Fall hinzugezogen, in dessen Verlauf zwei abgetrennte Hände gefunden werden. Wo ist der dazugehörige Körper?
      Fazit:
      Diese drei Handlungsstränge zusammengenommen ergaben für mich erst einmal überhaupt keinen Sinn. Genauso erging es den Ermittlern. Dazu kommt: Akten sind verschwunden, Dateien wie in Luft aufgelöst, Leute, die befragt werden leiden an Gedächtnisverlust. Zu Beginn läßt wirklich Sisyphos grüßen. Es ist kein roter Faden zu erkennen. Der Titel „Sog“ ist gut gewählt. Immer mehr fühlte ich mich ins Geschehen hineingezogen.
      Die privaten Querelen des sympathischen, leicht neben der Kappe stehenden Huldar mit der zu zögerlichen, nachdenklichen Freya lockern die Abläufe um die kriminalistische Ermittlungsarbeit auf.
      Die Auflösung der Geschichte ist in höchstem Maße unfassbar, macht betroffen und nachdenklich. Ich empfand den Thriller als gesellschafts- und sozialkritisch. Eine beispiellose Verkettung von selbstherrlichem Amtsmißbrauch, gepaart mit gravierenden Versäumnissen in öffentlichen, sozialen Bereichen, mit ignoranter Verantwortungslosigkeit, Karrierismus und arroganter Überheblichkeit führte letztendlich zur Katastrophe. Ich kann Huldars Ausraster am Ende des Buches verstehen und hoffe, dass er dafür nicht wieder büßen muss. Auf das nächste Buch von Islands erfolgreichster Krimiautorin freue ich mich.

      Für einen hervorragenden Thriller vergebe ich fünf von fünf Sternen und die Lese- sowie Kaufempfehlung. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • "SOG" befasst sich, wie schon der erste Band der Reihe, mit einem Fall, der grausam und erschütternd, aber sehr spannend ist. Von Anfang an ist klar, dass der zwölf Jahre zurückliegende Mord an einem jungen Mädchen mit den aktuellen Ermittlungen zu tun haben muss, und einige Zusammenhänge werden dem Leser auch früh bewusst, doch trotzdem hat man noch lange kein vollständiges Bild. Dieses setzt sich erst mit der Zeit zusammen und je mehr über die furchtbaren Ereignisse enthüllt wird, desto offensichtlicher wird, wie viel Leid und Elend mit der Geschichte verbunden sind - für alle Beteiligten.

      Ich fand gut, dass die Ereignisse aus "DNA" Konsequenzen hatten und sich dies zunächst darauf auswirkte, inwieweit Huldar und Freyja an dem Fall beteiligt waren. Die Ermittlungen waren interessant dargestellt und mit jeder neuen Entdeckung ist die Spannung angestiegen, sodass man zusammen mit den Protagonisten mehr herausfinden wollte. Zugleich war da aber auch ein gewisses Grauen, da der Leser zusammen mit den Polizisten immer tiefer in ein Gewirr aus Gewalt, Elend und Kindesmissbrauch hineingezogen wird. Die Beschreibungen waren nicht zu graphisch, allerdings detailliert genug um zu verdeutlichen, wie schrecklich die Opfer zugerichtet wurden. Im Laufe der Geschichte habe ich viele verschiedene Theorien aufgestellt und mich gefragt, wer so etwas denn warum tut; einige meiner Vermutungen waren richtig, doch bis zuletzt hat die Autorin mit weiteren Enthüllungen überrascht, bis schließlich eine stimmige Auflösung da war, die ich sehr tragisch fand.

      Ein wenig gestört hat mich in diesem Band das Drama um die private Beziehung zwischen Huldar und Freyja, die nicht wirklich zustande kommt, obwohl beide nicht abgeneigt wären. Es war ein guter Ausgleich zu den Mordfällen und natürlich ist ein gewisses Interesse da, ob sie sich nun näher kommen werden oder nicht. Zudem hatte Sigurðardóttir so die Gelegenheit zu zeigen, dass ihre Protagonisten nicht perfekt sind, sondern grobe Fehler machen, schrecklich stur oder zu stolz sein können, was mir gefallen hat... nur das Hin und Her kann mich nicht begeistern und es war irgendwie etwas ablenkend. Mal sehen, wie es im nächsten Band mit den beiden weitergehen wird.

      Insgesamt ist "SOG" ein packendes Buch, das mich packen und erschüttern konnte. Der Fall ist gut aufgebaut und interessant, allerdings hätte die nebenbei laufende Romanze für mich mit weniger Drama und Missverständnissen erzählt werden können. Das hat die Spannung meiner Meinung nach ein wenig herausgenommen. Trotzdem vergebe ich vier Sterne.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      _______________
      Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.
      Carpe Diem.
      :study: Juliet Marillier - Das Kind der Stürme
      2017 gelesen: 228 Bücher mit 91.280 Seiten (2016: 262 Bücher mit 102.636)
    • Das Buch ist der 2. Band der Serie um Kommissar Huldar und Psychologin Freya.
      Für das Verständnis des Buches ist es nicht notwendig, den 1. Band zu kennen.
      Das Buch beginnt in der Vergangenheit mit dem Verschwinden eines kleinen Mädchens.
      Nach ihrer Degradierung werden Huldar und Freya von ihren Kollegen geschnitten und mit unbedeutenden Fällen abgespeist. Dann entdeckt Huldar Parallelen zwischen der Nachricht in der Zeitkapsel und der aktuellen Mordserie. Dadurch wird er wieder in die Ermittlungen einbezogen. Es stellt sich als ein brutaler Rachefeldzug heraus.
      Der Schreibstil hat mir gefallen, obwohl ich alle Akteure unsympathisch fand. Außerdem musste ich mich an die Namen gewöhnen. Das Buch ist brutal, die Morde werden ausführlich beschrieben. Das zentrale Thema ist Kindesmissbrauch. Zart besaitete Gemüter sollten die Finger davon lassen.
      Das Buch ist logisch aufgebaut und das Ende ist plausibel.
      Der Schluss lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
      Sub: 5308 :twisted: (Start 2017: 5212)
      gelesen 2017: 73 / 4 abgebrochen
      gelesen 2016: 101 / 6 abgebrochen / 40098 Seiten
      gelesen 2015: 90 / 38733 Seiten
      gelesen 2014: 92
      gelesen 2013: 90

      :montag: Deon Meyer - Der Atem des Jägers
      :study:

      Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.
    • SOG, Island –Thriller von Yrsa Sigurdardottir, 448 Seiten, erschienen im btb-Verlag.
      Eiskalter, knallharter Thriller aus Island, der 2. Fall für den Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja.
      Vakas erster Tag in der neuen Schule, ihre Eltern sind umgezogen und sie kennt niemanden. Dazu kommt, dass ihr Vater vermutlich vergessen hat, sie abzuholen. Kurzentschlossen begleitet sie ein Mädchen aus ihrer Klasse nach Hause und hofft, von dort aus bei ihren Eltern anrufen zu können. Doch das Schreckliche passiert. Vaka wird missbraucht und getötet. Zwölf Jahre später wird eine Zeitkapsel gehoben und unter den Schulaufsätzen befindet sich eine Auflistung, die die Initialen von zukünftigen Mordopfern beinhaltet. Kurz darauf werden zwei abgesägte Hände in einem Hot Tub gefunden. Mehrere Morde geschehen und es kann eine Verbindung zur Prophezeiung aus der Zeitkapsel hergestellt werden. Huldar, der wegen eines vorangegangenen Falls in Ungnade gefallen ist, wird von seiner Vorgesetzten hinzugezogen und er beginnt zusammen mit der Kinderpsychologin Freyja an dem Fall zu arbeiten. Kann die Mordserie gestoppt und der Täter gefunden werden?
      Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen Thriller vom Feinsten. Spannung beginnend beim Prolog bis zum letzten Satz im Nachwort. Ich war in der Tat verblüfft, wie sich die Geschichte am Schluss auflöst. Yrsa Sigurdardottir schafft es wieder einmal auf unglaublich fesselnde Weise, dem Leser das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. In eindringlicher, bildhafter Sprache, die zahlreichen Charaktere hervorragend beschrieben, treibt es den Leser durch die Geschichte, man schafft es kaum das Buch aus der Hand zu legen. Spannende Verwicklungen, Fäden die ins Leere führen, die falsche Spuren legen, trotzdem ist es zu jederzeit möglich der Erzählung zu folgen, das Geschehen nachzuvollziehen. Dabei muss man ganz deutlich sagen, dass der vorliegende Plot nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet ist. Die brutalsten grauenhaftesten Details werden schon genau beschrieben. Stellenweise musste ich sozusagen „die Luft anhalten“. Die Grausamkeiten und der Missbrauch an den Kindern und wie das über Jahre vertuscht wurde, hat mich betroffen, ja geradezu wütend gemacht. Leider habe ich das Vorgänger-Buch DNA nicht gelesen, werde dies aber ganz sicher nachholen, für das Verständnis des vorliegenden Thrillers ist dies keinesfalls notwendig, mich hat die Autorin aber durch die Anspielungen auf das Verhältnis zwischen Huldar und Freyja neugierig gemacht. Jetzt will ich unbedingt wissen was zwischen den Beiden „lief“. Auch eine Fortsetzung dieser Reihe wäre mir sehr willkommen. Die Kinderpsychologin Freyja war mein Lieblingscharakter, eine frische taffe Frau, die ihr Leben trotz widriger Umstände im Griff hat. Der Protagonist Huldar schafft das nicht immer so gut, sobald er etwas über den Durst getrunken hat, hat er seine Libido nicht immer ganz im Griff. Die Beziehungs-Verwicklungen belebten die Erzählung, aber meiner Meinung nach, positiv. Über die Familie, besonders die Tochter des „Vergewaltigers“ Jon Jonsson hätte ich gerne mehr erfahren.
      Für diesen Island-Thriller kann ich nur eine umfassende Empfehlung aussprechen. Natürlich sollte der Leser einiges an Brutalität vertragen können. Genau so sollte Krimi-Lesen sich anfühlen. Dafür wohlverdiente 5 Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: :musik: :montag:

      Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
      François Fénelon
    • In Reykjavik wird eine Zeitkapsel gehoben, in der vor 10 Jahren Schüler auf Zettel schreiben mussten, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen würden. Doch ein Zettel lässt den Findern eine Gänsehaut entstehen, denn dieser enthält Initialen von Menschen, die der Schreiber im Jahre 2016 töten möchte. Dann tauchen in einem Hot Tub zwei abgetrennte Hände auf, dicht gefolgt von zwei Mordopfern, die schnell hintereinander getötet wurden. Schnell wird den Ermittlern klar, dass der Zettel ernst zu nehmen ist. Die Spuren führen zu einem Fall, der zwölf Jahre zurückliegt. Damals wurde die achtjährige Vaka missbraucht und anschließend getötet, ihr Mörder: ein Familienvater, dessen Tochter mit Vaka in eine Klasse ging. Und der Schreiber des Zettels aus der Zeitkapsel ist niemand geringeres, als deren älterer Bruder. Hängen die neuen Verbrechen wirklich mit der Vergangenheit zusammen?
      Meine Meinung:
      Mit Sog erscheint nach DNA der zweite Fall für den etwas eigenwilligen Ermittler Huldar und der Kinderpsychologin Freya und auch diese Geschichte ist wieder sehr spannend. Die Fälle an für sich sind innerhalb des Buches abgeschlossen, auf Grund der privaten Entwicklungen der Ermittler wäre es ein Vorteil, den Vorgänger zu kennen, ist aber nicht zwingend erforderlich und man dürfte auch ohne Vorkenntnisse gut mit dem Inhalt zurecht kommen.
      Yrsa Sigurdardottir verfügt einfach über einen sehr schnell einnehmenden Schreibstil und sie fesselt den Leser vom ersten Moment an an die Geschichte. Sprachlich bleibt sie gut verständlich und schnörkellos und eins versteht sie, wie kaum ein anderer Thrillerautor: sie schafft es immer wieder, ihre Kapitel mit einem Cliffhanger zu beenden. Dieser ist dann nicht nur einfach spannend, sondern meist noch ein richtiger Schocker, der es dem Leser unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen.
      Gerade dieser Fall, wie alle Fälle, in denen es in irgendeiner Weise um Kindesmissbrauch geht, ist ganz schön hartet Tobak und auch was die Tatbeschreibung oder die Opfer angeht ist die Autorin nur wenig zimperlich. Also nicht unbedingt ein Thriller für zartbesaitete Leser, aber das allein dürfte schon durch den Klappentext sich herauskristallisieren.
      Spannend ist es schon im Prolog, bei dem man einen kleinen Einblick auf den Ursprung des aktuellen Falls in der Gegenwart bekommt. Innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder Momente, in denen die Autorin den Leser zunächst zur Ruhe und Beobachtung kommen lässt, nur um kurz darauf wieder an der Spannungsschraube zu drehen. Immer wieder lenkt sie den Verdacht in andere Richtungen, bringt mit Kleinigkeiten Wendungen in die Handlung, die man nicht erahnen kann und wer glaubt, dass er weiß, wohin die Autorin den Leser führt, dürfte sich dann doch wieder auf dem Holzweg befinden. Mich konnte Yrsa Sigurdardottir hier immer wieder auf flasche Fährten locken und das hält dann wiederum die Spannung insgesamt hoch. Am Ende gibt es dann auch wieder ein Showdown für den Leser, der das Adrenalin ansteigen lässt.
      Durch den personellen Erzähler in der dritten Person verfolgt man hier die Handlungen. Man erhält zum einen eine gute Draufsicht auf Ermittlungen und Charaktere, zum anderen hat man dadurch auch genügend Gelegenheiten, seine eigenen Vermutungen zu stellen.
      Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, sind facettenreich und glaubwürdig. Hier gibt es keine Ermittler, die etwas ganz besonderes sind, sondern Personen mit Ecken und Kanten. Gerade Huldar ist mir nicht immer sympathisch, aber genau so scheint er auch gewollt zu sein. Daneben gibt es die Kinderpsychologin Freya, die mir dann durchaus sympathischer erscheint, was aber wahrscheinlich allein schon ihr Beruf mit sich bringt. Schon im ersten Band gibt es zwischen Huldar und Freya Differenzen, aber auch ein Knistern, allerdings ist hier die Beziehung der Beiden doch reichlich angeknackst. Aber auch wenn Yrsa Sigurdardottir privates mit in ihren Thriller einbaut, liegt doch der Fokus deutlich auf dem Fall und den Ermittlungen.
      Auch die Nebencharaktere, die sie hier beschreibt, haben immer die richtige Wirkung auf den Leser. Man kann mit manchen mitfühlen, hasst andere regelrecht und schüttelt bei dem ein oder anderen den Kopf. Alles in allem wirken sie aber hier absolut glaubwürdig und finden ihren Platz im Gesamtbild.
      Mein Fazit:
      Yrsa Sigurdadottir steht für spannende Thriller, die aber auch schonungslos und so manches Mal detailreich sind. Sie geht hier nicht zimperlich um mit ihren Lesern und genau das mag ich an ihren Erzählungen. Der Fall ist spannend und bereitet teilweise eine Gänsehaut, insgesamt wird hier auch der Sog, den die Geschichte ausübt, immer größer. Ein Pageturner, der spannende Lesestunden bringt. Die gesamte Entwicklung konnte mich überraschen und auch mit dem Ende hätte ich so nicht gerechnet. Aber alles in allem bleibt es glaubwürdig und sehr intensiv. Klare Leseempfehlung und wer Band 1 nicht kennt, sollte diesen unbedingt zuvor noch lesen.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Die isländische Autorin Yrsa Sigurdardottir ist bekannt für düstere Thriller, nicht selten sind Kinder dabei die wahren Opfer. Auch dieses Buch fängt mit einem schrecklichen Verbrechen an einer Schülerin.

      Die Geschichte im Buch spielt zwölf Jahre nach diesem Ereignis. An einer Schule wird eine Zeitkapsel ausgegraben und neben den Schüleraufsätzen ist auch eine „Todesliste“ darunter. Noch in diesem Jahr sollen die Personen sterben, von denen allerdings nur die Initialen angegeben sind.

      Wie im Vorgänger „DNA“ ermitteln Kommissar Huldar und Kinderpsychologin Freyja gemeinsam und versuchen den Verfasser der Liste zu finden. Diese Arbeit scheint recht unspektakulär und führt zunächst zu keinen nennenswerten Erkenntnissen. Für wirklich wichtige Arbeiten scheint Huldar aber auch nicht mehr herangezogen zu werden, da er seine leitende Position verloren hat und wenig beliebt im Kommissariat ist. Auch Freyja werden von ihrer Chefin Steine in den Weg gelegt.
      Aber neben der Ermittlungsarbeit werden in dem Buch die privaten Probleme ausführlich beleuchtet. So sitzt Freyjas Bruder im Gefängnis und Huldar ist unglücklich verliebt. An diesen Stellen wird es manchmal etwas langatmig, für einen Thriller fehlt das Tempo. Mir hat es gefallen, denn hier wird der Alltag vieler Isländer gut beschrieben. Es ist durchaus hilfreich, „DNA“ gelesen zu haben, aber nicht notwendig. Wer Serien gern in der richtigen Reihenfolge liest, sollte dies hier auch tun, denn ich war bislang von allen Büchern der Autorin begeistert.

      Im Verlauf des Buches fließt dann aber genug Blut und die Spannung steigt, denn es gibt tatsächlich Tote und auch genug Verdächtige. Am Ende gibt es doch noch einige Überraschungen, die ich so nicht erwartet hätte.

      Spannend und sehr gut geschrieben, aber nichts für schwache Nerven.
    • Düster und kalt, so präsentiert sich dieser Thriller. Genau was ich von nordländischen Autoren kenne. Yrsa Sigurdardóttir schließt sich dieser typischen Erzähl- und Schreibstil an. Jahreszeitlich passt der Thriller auch gerade gut, auch wenn der Winter erst bevorsteht.
      Der Klappentext verrät eigentlich schon recht viel über den Plot. Man kann sich natürlich erst mal gar nicht vorstellen, warum ein Teenager eine Todesliste schreibt. Handelt es sich tatsächlich um einen Mörder, oder war er einfach nur so voller Hass auf diese Leute und suchte ein Ventil für seine Gefühle? Kommissar Huldar geht dieser Frage nach und bittet Kinderpsychologin Freya um ihre Mithilfe. Leser von Band 1 DNA kennen ihre private und berufliche Geschichte. Mir war sie unbekannt, störte mich aber nicht um den aktuellen Fall zu verstehen. Ihr beider Gefühle füreinander sind mir aber doch rätselhaft. Denn diese Sympathie des einen für sie und der Ich-weiss-nicht-was-ich-für-ihn-empfinden-soll von ihr für ihn kratzt doch extrem nur an der Oberfläche und ist mitunter auch recht kindisch. Im Privat- und Berufsleben der Hauptcharaktere herrscht ein einziges Tohuwabohu. Es war mir manchmal schleierhaft wie dieser Fall gelöst werden kann, denn mitunter wirkten die Figuren sehr unreif.
      Trotz dieser Diskrepanzen ist SOG ein packender Thriller. Man findet sich in einem regelrechten Sog aus Hass, Verzweiflung und Angst. Rätselhaft und undurchschaubar erst, bis man langsam die erschütternde Wahrheit vor Augen hat. Mord, Verstümmelung und Folter sind der Autorin aber offenbar nicht genug an Grausamkeit. Nein, sie lässt ihre Leser auch noch einen detaillierten Blick auf ein Tatortfoto werfen. Offenbar reicht es nicht, das Kinder Opfer von Gewalt sind, man muss das auch noch bildhaft dargestellt bekommen. Das hat mich mehr schockiert als die Grausamkeit der Morde und fand ich ehrlich gesagt „to much“. Aber die Autorin hat ein gutes Geflecht konstruiert, dessen Ende zeigt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Menschen sich für Geld und Macht entscheiden anstelle von Recht und Gerechtigkeit.
      Mit den Charakteren konnte ich mich nicht wirklich. anfreunden. Jeder einzelne hat so seine Probleme zu tragen, das ist ja ok. Aber keiner der beteiligten Charaktere konnte mich emotional fesseln, alle wirkten recht oberflächlich und kalt. Am meisten störten mich die weiblichen Charakter. Zickereien und schlechte Laune ziehen sich quer durch die Seiten. Der Umgangston recht derb auch im Ermittlungsbüro. Ich wunderte mich tatsächlich, dass dieses Team überhaupt funktioniert!

      Mein Fazit:
      Eigentlich recht spannender düsterer Thriller mit einem guten Stil. Wenn da die unsympathischen unverständlichen Charaktere nicht wären. Sind Isländer wirklich so oberflächlich, zickig, kindisch? Können sie emotional nicht mehr Tiefgang bieten? Außer einen Hang zu recht makabren Humor, den ich aber nicht negativ werden möchte. Damit komme ich gut klar. Ja, schade eigentlich, denn von der Handlung, Spannung und Umsetzung hat mir der Thriller gut gefallen. Wären die Charakter jetzt noch stärker und als kompetente Ermittler mehr zu erkennen, wäre ich von SOG tatsächlich begeistert! Vielleicht versteht man die Charaktere aber besser, wenn man auch Band 1 der Reihe kennt. Ich kenne ihn nicht, werde das aber nachholen.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Ein echter Pageturner!

      Neu

      Inhalt:
      In Reykjavik wird eine Zeitkapsel gehoben, in die zehn Jahre zuvor Schüler im Rahmen eines Projektes Briefe gelegt hatten, in denen sie ihre Zukunftsvisionen für dieses Jahr beschrieben. Doch ein ungewöhnlicher Zettel sticht dabei hervor: Auf diesem werden noch für das laufende Jahr die Morde an einigen, nur mit ihren Initialen versehenen Personen angekündigt. Anfangs wird dieser Zettel noch belächelt und als Kinderei abgetan. Dies ändert sich jedoch, als zuerst die abgetrennten Hände eines Unbekannten aufgefunden werden und in weiterer Folge noch andere verstümmelte Mordopfer aufgefunden werden. Ist der Mörder in den Reihen jener ehemaligen Schüler zu suchen, der Rache üben wollte, oder steckt ein irrer Serienmörder dahinter? Kommissar Huldar, der aufgrund seines Fehlverhaltens in seinen vorherigen Fall degradiert wurde, steht unter Zugzwang, um sich zu rehabilitieren. Bei seiner Recherche stößt er auf einen zwölf Jahre zurückliegenden Fall eines Sexualmordes an einem kleinen Mädchen. Steht der Mörder von damals mit den aktuellen Mordfällen in Verbindung?

      Handlung;
      Die Geschichte wird in unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch gewinnt man zusätzliche Einblicke in das Seelenleben der einzelnen Charaktere und die daraus resultierenden Geschehnisse. Die einzelnen Handlungsstränge scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben, sie verknüpfen sich erst nach und nach. Das macht den Reiz des Ganzen aus, denn dadurch bleibt die Spannung über die gesamten 448 Seiten aufrecht.

      Schreibstil:
      Yrsa Sigurdardóttir schreibt flüssig und unglaublich spannend, dabei beschreibt sie die Geschehnisse schonungslos mit einer solchen Brutalität und konfrontiert den Leser bis an den Rand des Erträglichen detailliert mit Gewalt, wobei auch sie bei ihren Beschreibungen auch nicht davor zurückschreckt, kleine Kinder zum Zielobjekt des Täters werden zu lassen.

      Charaktere:
      Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya konnte man bereits im Vorgängerband „DNA“ als Ermittlerduo kennenlernen, beide haben alle Hände voll damit zu tun, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Ein schlechter Start zu Beginn ihres Kennenlernens trägt sein Übriges dazu bei, dass die beiden auch an der Beziehung zueinander zu knabbern haben, wobei sie dabei recht unreif, bisweilen fast schon kindisch auftreten, was ihren Sympathiewerten beim Leser nicht unbedingt zu Gute kommt. Alle anderen Figuren sind jedoch sehr authentisch gezeichnet, was das Ganze sehr glaubwürdig macht!

      Cover:
      Das Cover mit seinem roten Schriftzug „Sog“ hinter einer durchbrochenen Mauer wirkt auffallend und zieht die Blicke förmlich auf sich, sodass man schon allein wegen des Covers zu diesem Buch greift.

      Autorin:
      Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.

      Meinung:
      Yrsa Sigurdardóttir hat während der Erzählung den Leser völlig in der Hand. Durch die Beschreibung kleiner Banalitäten haucht sie den einzelnen Figuren Leben ein, und macht sie zum Teil so liebenswürdig, dass der Gedanken daran, dass ihnen womöglich etwas Böses widerfahren könnte, schier unerträglich wird. Die brutal beschriebenen Szenen sind nicht ohne, es werden Tabuthemen wie Vergewaltigung von Kindern aufgegriffen, was wirklich kaum erträglich zu lesen ist. Für mich insofern erschreckend, als dass das Buch auf einem realen Fall beruht, dieses Wissen macht das Ganze noch schlimmer. Die geschilderte Ungerechtigkeit, die den Jugendlichen Sigrún und Þröstur in diesem Buch widerfährt, und die beklemmende, ausweglose Lage, in der sich die beiden befinden, lassen den Leser vor Wut am liebsten laut aufschreien. Auch die seelischen Grausamkeiten, die ihnen von Seiten der Behörden und jener, die eigentlich ihrem Schutze dienen sollten, entgegengebracht werden, empfand ich als extrem belastend.

      Persönliche Kritikpunkte:
      Das Hick-Hack zwischen Huldar und Freya war mir persönlich schon zu viel, auch die zickigen und überzogenen Reaktionen Freyas waren ein wenig befremdlich, wenn man bedenkt, dass sie ausgebildete Psychologin ist, sollte man meinen, dass sie mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legt.

      Fazit
      Ein unglaublich packender und schonungsloser Thriller, der aber sicher nichts für Zartbesaitete oder junge Mütter ist. Geschickt platzierte Wendungen halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht.
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