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Yrsa Sigurdardóttir - Sog / Sogið

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    SOG

    von

    4|4)

    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 448


    ISBN: 9783442756643


    Termin: September 2017

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

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    • Yrsa Sigurdardóttir - Sog / Sogið

      IM SOG DER VERGELTUNG
      Von Yrsa Sigurdardóttir las ich bereits den außerordentlich fesselnden Thriller „DNA“. Genau wie dieser blieb auch „SOG“ spannend bis zum letzten Kapitel, bis zur letzten Seite! Beide Bände sind in sich abgeschlossene Fälle und können unabhängig voneinander gelesen werden. Über die gesamten 444 Seiten faszinierte mich die Autorin mit ihrer bildhaften Sprache. Sie bringt Vergleiche, die man gut nachvollziehen kann. Typisch bei ihr ist der mehrgliedrige Erzählstrang, der von Kapitel zu Kapitel wechselt. Wiederum fielen mir die ausgefallenen, grausamen Tötungsmethoden auf, wie schon beim Vorgängerband. Trotzdem verliert sich Yrsa nicht in grausame Details. Sie findet andere Möglichkeiten die perversen Umstände der Taten zu beschreiben. Vorausgesetzt, dass das Kopfkino funktioniert!
      Handlung:
      Es ist September im Jahr 2004, in Island. Vaka Orradóttir wartet frierend im Schatten des Schulhofes auf ihren Vater, der sie mit dem Auto abholen wollte. Es war für das achtjährige Mädchen der erste Tag in der neuen Schule. Da der Vater nicht kommt, sie kein Geld zum telefonieren hat, geht sie mit einem schüchternen, schlecht gekleideten Mädchen aus ihrer Klasse in ihr desolates, düsteres Wohnhaus. Der Prolog endet mit der Vermißtenmeldung Vakas. Was ist mit ihr passiert? Warum wird sie vermißt?
      12 Jahre später – 2016 – bei der Kripo Reykjavik:
      Huldar, der Kommissar, der in Ungnade gefallen ist, befasst sich mit Schulaufsätzen, die in einer Art Zeitkapsel aufbewahrt wurden. Es ist eine eher nebensächliche Beschäftigung für ihn. Neuntklässler sollten zehn Jahre zuvor das Island des Jahres 2016 beschreiben. Zukunftsvisionen junger Menschen! Einer der Schüler sagte Morde voraus und benennt die Initialen der Betroffenen. Huldar will den inzwischen jungen Mann finden und erhofft sich die Hilfe von Freya, die im Kinderhaus arbeitet. Er möchte von ihr, der Psychologin, professionellen Rat. Doch die Beiden haben ein zwiespältiges Verhältnis zueinander nach einem gründlich mißlungenen Date. Werden sich Kommissar und Psychologin wieder zusammenraufen und an einem Strang ziehen?
      Dann wird Huldar von seiner Chefin Erla noch zu einem anderen Fall hinzugezogen, in dessen Verlauf zwei abgetrennte Hände gefunden werden. Wo ist der dazugehörige Körper?
      Fazit:
      Diese drei Handlungsstränge zusammengenommen ergaben für mich erst einmal überhaupt keinen Sinn. Genauso erging es den Ermittlern. Dazu kommt: Akten sind verschwunden, Dateien wie in Luft aufgelöst, Leute, die befragt werden leiden an Gedächtnisverlust. Zu Beginn läßt wirklich Sisyphos grüßen. Es ist kein roter Faden zu erkennen. Der Titel „Sog“ ist gut gewählt. Immer mehr fühlte ich mich ins Geschehen hineingezogen.
      Die privaten Querelen des sympathischen, leicht neben der Kappe stehenden Huldar mit der zu zögerlichen, nachdenklichen Freya lockern die Abläufe um die kriminalistische Ermittlungsarbeit auf.
      Die Auflösung der Geschichte ist in höchstem Maße unfassbar, macht betroffen und nachdenklich. Ich empfand den Thriller als gesellschafts- und sozialkritisch. Eine beispiellose Verkettung von selbstherrlichem Amtsmißbrauch, gepaart mit gravierenden Versäumnissen in öffentlichen, sozialen Bereichen, mit ignoranter Verantwortungslosigkeit, Karrierismus und arroganter Überheblichkeit führte letztendlich zur Katastrophe. Ich kann Huldars Ausraster am Ende des Buches verstehen und hoffe, dass er dafür nicht wieder büßen muss. Auf das nächste Buch von Islands erfolgreichster Krimiautorin freue ich mich.

      Für einen hervorragenden Thriller vergebe ich fünf von fünf Sternen und die Lese- sowie Kaufempfehlung. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • "SOG" befasst sich, wie schon der erste Band der Reihe, mit einem Fall, der grausam und erschütternd, aber sehr spannend ist. Von Anfang an ist klar, dass der zwölf Jahre zurückliegende Mord an einem jungen Mädchen mit den aktuellen Ermittlungen zu tun haben muss, und einige Zusammenhänge werden dem Leser auch früh bewusst, doch trotzdem hat man noch lange kein vollständiges Bild. Dieses setzt sich erst mit der Zeit zusammen und je mehr über die furchtbaren Ereignisse enthüllt wird, desto offensichtlicher wird, wie viel Leid und Elend mit der Geschichte verbunden sind - für alle Beteiligten.

      Ich fand gut, dass die Ereignisse aus "DNA" Konsequenzen hatten und sich dies zunächst darauf auswirkte, inwieweit Huldar und Freyja an dem Fall beteiligt waren. Die Ermittlungen waren interessant dargestellt und mit jeder neuen Entdeckung ist die Spannung angestiegen, sodass man zusammen mit den Protagonisten mehr herausfinden wollte. Zugleich war da aber auch ein gewisses Grauen, da der Leser zusammen mit den Polizisten immer tiefer in ein Gewirr aus Gewalt, Elend und Kindesmissbrauch hineingezogen wird. Die Beschreibungen waren nicht zu graphisch, allerdings detailliert genug um zu verdeutlichen, wie schrecklich die Opfer zugerichtet wurden. Im Laufe der Geschichte habe ich viele verschiedene Theorien aufgestellt und mich gefragt, wer so etwas denn warum tut; einige meiner Vermutungen waren richtig, doch bis zuletzt hat die Autorin mit weiteren Enthüllungen überrascht, bis schließlich eine stimmige Auflösung da war, die ich sehr tragisch fand.

      Ein wenig gestört hat mich in diesem Band das Drama um die private Beziehung zwischen Huldar und Freyja, die nicht wirklich zustande kommt, obwohl beide nicht abgeneigt wären. Es war ein guter Ausgleich zu den Mordfällen und natürlich ist ein gewisses Interesse da, ob sie sich nun näher kommen werden oder nicht. Zudem hatte Sigurðardóttir so die Gelegenheit zu zeigen, dass ihre Protagonisten nicht perfekt sind, sondern grobe Fehler machen, schrecklich stur oder zu stolz sein können, was mir gefallen hat... nur das Hin und Her kann mich nicht begeistern und es war irgendwie etwas ablenkend. Mal sehen, wie es im nächsten Band mit den beiden weitergehen wird.

      Insgesamt ist "SOG" ein packendes Buch, das mich packen und erschüttern konnte. Der Fall ist gut aufgebaut und interessant, allerdings hätte die nebenbei laufende Romanze für mich mit weniger Drama und Missverständnissen erzählt werden können. Das hat die Spannung meiner Meinung nach ein wenig herausgenommen. Trotzdem vergebe ich vier Sterne.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      _______________
      Herzlichen Dank an den Verlag und Vorablesen für den Gewinn.
      Carpe Diem.
      :study: James A. Sullivan - Die Granden von Pandaros
      2017 gelesen: 210 Bücher mit 84.869 Seiten (2016: 262 Bücher mit 102.636)
    • Das Buch ist der 2. Band der Serie um Kommissar Huldar und Psychologin Freya.
      Für das Verständnis des Buches ist es nicht notwendig, den 1. Band zu kennen.
      Das Buch beginnt in der Vergangenheit mit dem Verschwinden eines kleinen Mädchens.
      Nach ihrer Degradierung werden Huldar und Freya von ihren Kollegen geschnitten und mit unbedeutenden Fällen abgespeist. Dann entdeckt Huldar Parallelen zwischen der Nachricht in der Zeitkapsel und der aktuellen Mordserie. Dadurch wird er wieder in die Ermittlungen einbezogen. Es stellt sich als ein brutaler Rachefeldzug heraus.
      Der Schreibstil hat mir gefallen, obwohl ich alle Akteure unsympathisch fand. Außerdem musste ich mich an die Namen gewöhnen. Das Buch ist brutal, die Morde werden ausführlich beschrieben. Das zentrale Thema ist Kindesmissbrauch. Zart besaitete Gemüter sollten die Finger davon lassen.
      Das Buch ist logisch aufgebaut und das Ende ist plausibel.
      Der Schluss lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
      Sub: 5303 :twisted: (Start 2017: 5212)
      gelesen 2017: 67 / 3 abgebrochen
      gelesen 2016: 101 / 6 abgebrochen / 40098 Seiten
      gelesen 2015: 90 / 38733 Seiten
      gelesen 2014: 92
      gelesen 2013: 90

      :montag: Kazuo Ishiguro - Alles was wir geben mussten
      :study: Volker Kutscher - Lunapark
      Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.
    • SOG, Island –Thriller von Yrsa Sigurdardottir, 448 Seiten, erschienen im btb-Verlag.
      Eiskalter, knallharter Thriller aus Island, der 2. Fall für den Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja.
      Vakas erster Tag in der neuen Schule, ihre Eltern sind umgezogen und sie kennt niemanden. Dazu kommt, dass ihr Vater vermutlich vergessen hat, sie abzuholen. Kurzentschlossen begleitet sie ein Mädchen aus ihrer Klasse nach Hause und hofft, von dort aus bei ihren Eltern anrufen zu können. Doch das Schreckliche passiert. Vaka wird missbraucht und getötet. Zwölf Jahre später wird eine Zeitkapsel gehoben und unter den Schulaufsätzen befindet sich eine Auflistung, die die Initialen von zukünftigen Mordopfern beinhaltet. Kurz darauf werden zwei abgesägte Hände in einem Hot Tub gefunden. Mehrere Morde geschehen und es kann eine Verbindung zur Prophezeiung aus der Zeitkapsel hergestellt werden. Huldar, der wegen eines vorangegangenen Falls in Ungnade gefallen ist, wird von seiner Vorgesetzten hinzugezogen und er beginnt zusammen mit der Kinderpsychologin Freyja an dem Fall zu arbeiten. Kann die Mordserie gestoppt und der Täter gefunden werden?
      Beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen Thriller vom Feinsten. Spannung beginnend beim Prolog bis zum letzten Satz im Nachwort. Ich war in der Tat verblüfft, wie sich die Geschichte am Schluss auflöst. Yrsa Sigurdardottir schafft es wieder einmal auf unglaublich fesselnde Weise, dem Leser das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. In eindringlicher, bildhafter Sprache, die zahlreichen Charaktere hervorragend beschrieben, treibt es den Leser durch die Geschichte, man schafft es kaum das Buch aus der Hand zu legen. Spannende Verwicklungen, Fäden die ins Leere führen, die falsche Spuren legen, trotzdem ist es zu jederzeit möglich der Erzählung zu folgen, das Geschehen nachzuvollziehen. Dabei muss man ganz deutlich sagen, dass der vorliegende Plot nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet ist. Die brutalsten grauenhaftesten Details werden schon genau beschrieben. Stellenweise musste ich sozusagen „die Luft anhalten“. Die Grausamkeiten und der Missbrauch an den Kindern und wie das über Jahre vertuscht wurde, hat mich betroffen, ja geradezu wütend gemacht. Leider habe ich das Vorgänger-Buch DNA nicht gelesen, werde dies aber ganz sicher nachholen, für das Verständnis des vorliegenden Thrillers ist dies keinesfalls notwendig, mich hat die Autorin aber durch die Anspielungen auf das Verhältnis zwischen Huldar und Freyja neugierig gemacht. Jetzt will ich unbedingt wissen was zwischen den Beiden „lief“. Auch eine Fortsetzung dieser Reihe wäre mir sehr willkommen. Die Kinderpsychologin Freyja war mein Lieblingscharakter, eine frische taffe Frau, die ihr Leben trotz widriger Umstände im Griff hat. Der Protagonist Huldar schafft das nicht immer so gut, sobald er etwas über den Durst getrunken hat, hat er seine Libido nicht immer ganz im Griff. Die Beziehungs-Verwicklungen belebten die Erzählung, aber meiner Meinung nach, positiv. Über die Familie, besonders die Tochter des „Vergewaltigers“ Jon Jonsson hätte ich gerne mehr erfahren.
      Für diesen Island-Thriller kann ich nur eine umfassende Empfehlung aussprechen. Natürlich sollte der Leser einiges an Brutalität vertragen können. Genau so sollte Krimi-Lesen sich anfühlen. Dafür wohlverdiente 5 Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: :musik: :montag:

      Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
      François Fénelon
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