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Mietek Pemper: Der rettende Weg - Schindlers Liste - Die wahre Geschichte

    • Biographie

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    Der rettende Weg: Schindlers Liste - Die...

    von

    5|1)

    Verlag: Hoffmann und Campe

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 288


    ISBN: 9783455094930


    Termin: August 2005

    • Mietek Pemper: Der rettende Weg - Schindlers Liste - Die wahre Geschichte

      Vielen ieben Dank an @Squirrel für das Ausleihen dieses Buches. So brauche ich nicht einen überteuerten Preis dafür bezahlen.


      "Im Gedenken an die Millionen Opfer des Holocaust und zu Ehren von Oskar
      Schindler, dem mutigen Retter, dem mehr als eintausend Juden ihr
      Überleben verdanken."

      Erinnert ihr euch an den Film Schindlers Liste? Für Steven Spielbergs Film von 1993 hat Mietek Pemper seine Lebensgeschichte aufgearbeitet. Erst danach konnte er sich überwinden, bei Vorträgen und in Schulklassen über sein Schicksal zu erzählen.
      Pempers und Itzhak Sterns (Oskar Schindlers jüdischer Buchhalter) Tätigkeiten hat Spielberg aus dramaturgischen Gründen in der Figur des Schindler-Buchhalters (gespielt von Ben Kingsley) zusammengefasst, sodass Pempers Anteil weniger bekannt wurde. Mietek Pempers Buch wurde dann 2005 veröffentlicht.

      Während des Studiums 1938 an der Jagiellonen-Universität spürte Mietek Pemper das erste Mal, dass man ihn als Jude in seinem Heimatland Polen wohl nicht wirklich wollte.
      Krakau wurde 1939 von den Nazis zur "urdeutschen" Stadt deklariert und deshalb kaum bombardiert. Ganz anders Warschau, das auf Hitlers Befehl dem Erdboden gleichgemacht werden sollte.
      In der Hauptstadt des Generalgouvernements stieg der Wohnungsbedarf, und so sollten die Juden aus der Stadt vertrieben werden. Zuvor wurde aber Ende Oktober 1938 in Deutschland schon eine sogenannte Polenaktion durchgeführt. Tausende Juden, die vormals aus Polen stammten, sollten dorthin zurück. Da spielte es auch keine Rolle, dass viele von ihnen in Deutschland geboren wurden und nur die Eltern oder Großeltern aus Polen kamen.
      Der vierzehnjährige Chaim Yechieli schrieb:

      Mietek Pemper schrieb:

      Die SS hat uns über die Grenze ins Niemandsland getrieben, hat mit Stöcken geschlagen. Wir standen sechs Stunden zwischen den beiden Grenzen. Es gab einen Sprühregen. Und die Deutschen standen mit gezückten Revolvern auf der einen Seite und die polnischen Soldaten mit Bajonetten auf dem Gewehr auf der anderen.

      Diese Situation muss man sich mal vorstellen. Diese Menschen stehen da, mussten alles zurücklassen und niemand will sie aufnehmen. Polen hat sie dann doch aufgenommen, sie wurden unter erbärmlichen Bedingungen in einer mittleren Grenzstadt untergebracht. Erst einen Monat später durften sie weiter ins Landesinnere, von wo aus sie dann versuchten, nach Amerika oder in andere Länder auszureisen. Wer es nicht rechtzeitig schaffte, fiel knapp ein Jahr später der SS in die Hände.
      Lesende Grüße
    • Ich berichte hier gerne weiter über das Buch. Wer es selbst noch lesen möchte, sei gewarnt, dass ich doch etwas mehr vom Inhalt schreibe, als bei einer Rezi üblich ist.

      Ich selbst kenne Auschwitz nur als Ort des Schreckens. Für Mietek Pemper war Auschwitz bis dahin eine ganz gewöhnliche Stadt, die zum Schreckensort wurde. Etwa eine Million Juden und einhunderttausend Polen wurde hier umgebracht - nicht mitgerechnet die vielen Opfer aus anderen Ländern und ethnischen Gruppen.
      Mit der Einrichtung eines Ghettos für die jüdische Bevölkerung verschärfte sich deren Situation noch mal. Jüdische Männer mussten 1941 die Mauer um ihr Ghetto errichten.

      Im Vernichtungslager Belzec wurden innerhalb von acht Monaten ungefähr 600.000 Juden vergast. Bauern aus der Umgebung berichteten vom Geruch verbrannten Fleisches. Und das war erst der Anfang.

      Dank seiner Tätigkeit als Behördenkorrespondent wusste Mietek Pemper Bescheid über die Aufgabenfelder der Zivilverwaltung. Diese verlor zu Beginn 1942 die Verantwortung der "Judenangelegenheiten" an die deutsche Sicherheitspolizei (besser bekannt als Gestapo).

      Später fragten ja viele, warum sich die Juden nicht gewehrt hätten. Mietek Pemper war der Überzeugung, dass das nichts genutzt hätte. Was hätten die paar bewaffneten Widerstandskämpfer, die es gab, auch gegen die deutsche Macht ausrichten können? Nein, Pemper war eher der Meinung, dass man so viele Menschen wie möglich vor dem Tode retten musste.

      Die meisten Menschen im Ghetto glaubten ja, dass das ihre Endstation wäre. Doch Mietek erfuhr durch seine Arbeit, "daß es im Generalgouvernement bald kaum mehr Juden geben werde, allenfalls nur noch wenige, ,kaserniert in Zwangsarbeitslagern oder in Konzentrationslagern'.

      Am 13./14. März 1943 wurde das Krakauer Ghetto aufgelöst. Nur etwa 8000 Menschen überlebten dieses Massaker und ihr Status hatte sich mit dem Verlassen des Ghettos grundlegend verschlechtert, als sie ins Lager Krakau-Plaszów kamen.

      "Alles, was wir bisher an Grausamkeiten erlebt hatten, erfuhr noch einmal eine Steigerung. Es kam immer noch schlimmer. Ich wünsche niemandem, erleben zu müssen, was er unter Umständen aushalten kann."
      Lesende Grüße
    • Im Lager wurde Mietek Pemper zum persönlichen Stenographen von Amon Göth. Er sah seine Überlebenschancen als sehr gering an, da Göth für seine Grausamkeiten bekannt war. "Jeden Tag verbrachte ich mehrere Stunden mit Amon Göth. Jeden Tag mußte ich um mein Leben bangen. Die nervliche Zerrüttung, die das in mir anrichtete, läßt sich kaum beschreiben. Mir fehlt dazu das Vokabular." Über 540 Tage lang (vom 18. März 1943 bis zum 13. September 1944, seiner Verhaftung in Wien) musste Wietek Pemper das aushalten.
      Anhand eines Schriftstücks erfuhr Mietek Pemper nun auch, dass sie nicht mehr als Ghettobewohner mit Außenstelle Jerozolimskastraße in Krakau galten, sondern Häftlinge eines Zwangsarbeitslagers und somit vollkommen rechtlos waren.

      Bei Amon Göth musste man nicht nur Angst um sein eigenes Leben haben. Hatte er einen Häftling ermordet, wurden auch dessen Familienmitglieder umgebracht, weil Göth keine unzufriedenen Menschen im Lager haben wollte.

      Die meisten Kriegsverbrecher wollten oder haben sich ja wohl damit herausgeredet, dass sie auf Befehl töteten. Schon auf den ersten achtzig Seiten dieses Buches erfahre schon von zwei Personen, denen es anscheinend sogar Spaß gemacht hat, jüdische Menschen umzubringen. Und das aus den fadenscheinigsten oder auch gar keinen bestimmten Gründen.

      Auf der Wannsee-Konferenz im Januar 1942 wurde die Ermordung sämtlicher Juden im Herrschaftsbereich beschlossen. Doch die fatale Entwicklung an der Ostfront bedeutete für das Deutsche Reich einen akuten Arbeitskräftemangel. Von November 1941 bis Januar 1942 starben in deutschen Lagern eine halbe Million russische Kriegsgefangene. Es wurde unverhohlen von "Vernichtung durch Arbeit" gesprochen. Fast alle Reparaturen an Uniformen und Stiefeln für die Soldaten der Ostfront wurden von jüdischen Zwangsarbeitern erledigt.

      Und dann kam Oskar Schindler ins Spiel. Der eigentlich einen Textilbetrieb als Treuhänder übernehmen wollte. Zum Glück wurde aus diesen Plänen nichts, denn so ein Betrieb war nicht "siegentscheidend". So kaufte er einen metallverarbeitenden Betrieb, ohne den Schindlers Liste nicht möglich geworden wäre.

      "In all den finsteren Jahren bin ich keinem zweiten Menschen begegnet, der wie Oskar Schindler über so lange Zeit so mutig und entschieden eine so große Rettungsaktion organisierte. Dabei war er keineswegs ein Heiliger, sondern sehr menschlich und oftmals leichtsinnig. Aber wir jüdischen Häftlinge konnten uns auf ihn verlassen. Er ließ uns niemals im Stich."
      Lesende Grüße
    • @Biografiefan Ich find es toll, jetzt mit Dir zusammen das Buch nochmal Revue passieren zu lassen. Es ist ja bereits einige Jahre her, dass ich es gelesen habe. Danke für Deine Zwischenstände.

      Wenn Du Dir die Bilder von Amon Göth anschaust, kannst Du dann genauso wenig wie ich nachvollziehen, warum dieser Mann eine solche Ausstrahlung auf die Menschen gehabt haben soll?
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Reiner Engelmann - Wir haben das KZ überlebt
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • @Biografiefan, hast Du dieses Buch auch schon gelesen? Wenn Ja, würden mich die Unterschiede interessieren. Der Film beruft sich bekanntlich darauf.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Squirrel schrieb:

      @Biografiefan Ich find es toll, jetzt mit Dir zusammen das Buch nochmal Revue passieren zu lassen. Es ist ja bereits einige Jahre her, dass ich es gelesen habe. Danke für Deine Zwischenstände.

      Wenn Du Dir die Bilder von Amon Göth anschaust, kannst Du dann genauso wenig wie ich nachvollziehen, warum dieser Mann eine solche Ausstrahlung auf die Menschen gehabt haben soll?
      Nein, @Squirrel, das kann ich nicht. Aber ich habe eine regelrechte Gänsehaut bekommen, als er hier im Buch ins Spiel kam, da er mir aus dem Film noch so präsent ist. Und dass ich den Film gesehen habe, ist schon eine Weile her, das war ja noch in den 1990er Jahren.

      Ich hatte schon überlegt, ob ich weiter so ausführlich berichten soll, aber ich kann gerne bis zum Ende weitermachen.


      Marie schrieb:

      @Biografiefan, hast Du dieses Buch auch schon gelesen? Wenn Ja, würden mich die Unterschiede interessieren. Der Film beruft sich bekanntlich darauf.
      Nein, @Marie, das Buch zum Film kenne ich nicht. Nur den Film habe ich gesehen. Da kann ich aber gerne mal drauf achten beim Lesen. Mal schaun, ob ich etwas dazu berichten kann. Bei meinem jetzigen Lesestand sind Schindler und Stern jetzt erst erwähnt worden.
      Lesende Grüße
    • Biografiefan schrieb:

      Aber ich habe eine regelrechte Gänsehaut bekommen, als er hier im Buch ins Spiel kam, da er mir aus dem Film noch so präsent ist.
      Zwischen dem Schauspieler und dem reellen Göth bestehen aber auch meilenweite Unterschiede. Und trotzdem muss dieser (in meinen Augen) übergewichtige, schwabbelige Durchschnittsmensch etwas an sich gehabt haben - auf jeden Fall ja ein überdimensioniertes Selbstbewusstsein.

      Biografiefan schrieb:

      Ich hatte schon überlegt, ob ich weiter so ausführlich berichten soll, aber ich kann gerne bis zum Ende weitermachen.
      Ich zumindest finde es grad interessant, mit Dir mitzulesen. Prinzipiell spoilerst du ja keine unbekannte Geschichte.

      @Marie der Hauptunterschied besteht wohl in der Rolle, die im Film von Ben Kingsley gespielt wird. In der Realität waren das zwei Personen, der sehr junge Mietek Pemper und ein anderer. Aus dramaturgischen Gründen wurde daraus eine Person gemacht. Aber wenn ich aus der Erinnerung beurteile, so sind die grundlegenden Geschehnisse, das Verhalten Schindlers, die Pläne, die Flucht und Rettung ziemlich gleich. Allerdings habe ich nur den Film gesehen, nicht das Buch gelesen. :wink:
      viele Grüße vom Squirrel

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      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Beim Prozess im Herbst 1946 wurde Göth von einigen Zeugen beschrieben als Hüne mit auffallend weichen und sanften Gesichtszügen. Aber davon durfte man sich nicht einlullen lassen. Urplötzlich konnte er zur rasenden Bestie werden. Auf seinen Wegen durchs Lager passierte es immer mal wieder, dass er einfach einen Häftling erschoss. Er brauchte nicht mal einen Grund dafür. Die Kameraden baten Mietek Pemper, zu versuchen, Göth öfter auf seinen Inspektionen begleiten zu können, dann würde er nicht immer jemanden erschießen. Mietek hatte nämlich gelernt, zu sehen, wann es bei Göth wieder so weit war. Und mit einer kurzen Bemerkung - es müsse noch ein Brief geschrieben werden oder es müsse noch jemand angerufen werden - konnte er ihn oftmals davon abhalten.
      Es machte ihm aber auch bewusst, dass er selbst nie in der Schusslinie stehen durfte, denn dann war niemand da, der Göth für ihn abhielt.

      Oskar Schindler tat seit März 1943 so, als wäre Göth sein echter Freund. Selbst nach dessen Verhaftung im Herbst 1944 wahrte er noch diesen Schein, damit Göth nicht noch in letzter Minute seinen Leuten schaden könnte. Und Göth glaubte tatsächlich noch 1946 an diese Freundschaft. Da bat er nämlich um Schindler als Entlastungszeugen.

      Juni 1943: Mehr als zwei Millionen Juden aus dem Generalgouvernement waren ermordet worden. 120.000 waren jetzt noch verteilt auf 50 bis 60 Zwangsarbeitslager.

      Wenn ich so daran denke, was Schindler alles durchgebockst hat, das kann man sich gar nicht vorstellen. Sein Selbstbewusstsein muss noch größer, als das von Göth gewesen sein. Oder hat er einfach nur unsagbares Glück gehabt? Göth scheint ja doch nicht so schlau gewesen zu sein, um zu merken, dass Schindler ihn und alle anderen nur benutzt hat.

      Mit Göth Fürsprache brachte Schindler ein Kunststück zustande: Er bekam die Genehmigung, auf seinem Fabrikgelände ein kleines Außenlager zu errichten. Er wusste ja über die Bedingungen im KZ Bescheid. Und er wusste, wenn seine Arbeiter nach einem Zwölfstundentag zurück mussten, mussten sie noch stundenlang Appell stehen.
      Mit einem eigenen Lager waren sie weitgehend vor der Willkür Göths geschützt.
      Allerdings wusste Mietek Pemper dies nur vom Hörensagen.

      Mietek und Schindler trafen sich zumeist, wenn Göth auf Inspektion in den Außenlagern war. So erfuhr Schindler, was im Lager los war und ob seinen Leuten irgendwie Gefahr drohte.
      Lesende Grüße
    • Biografiefan schrieb:

      Wenn ich so daran denke, was Schindler alles durchgebockst hat, das kann man sich gar nicht vorstellen. Sein Selbstbewusstsein muss noch größer, als das von Göth gewesen sein. Oder hat er einfach nur unsagbares Glück gehabt? Göth scheint ja doch nicht so schlau gewesen zu sein, um zu merken, dass Schindler ihn und alle anderen nur benutzt hat.
      es gibt diesen Begriff "Chuzpe", der für mich so immens auf Schindler passt. Ich glaube, er hat einfach alles riskiert, um diesen Menschen zu helfen, und auf Gott oder wen auch immer vertraut. Und ich denke, dass Göths masslose Selbstüberschätzung viel zum Gelingen dieses aberwitzigen Unternehmens beigetragen hat.
      viele Grüße vom Squirrel

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    • Squirrel schrieb:

      Biografiefan schrieb:

      Wenn ich so daran denke, was Schindler alles durchgebockst hat, das kann man sich gar nicht vorstellen. Sein Selbstbewusstsein muss noch größer, als das von Göth gewesen sein. Oder hat er einfach nur unsagbares Glück gehabt? Göth scheint ja doch nicht so schlau gewesen zu sein, um zu merken, dass Schindler ihn und alle anderen nur benutzt hat.
      es gibt diesen Begriff "Chuzpe", der für mich so immens auf Schindler passt. Ich glaube, er hat einfach alles riskiert, um diesen Menschen zu helfen, und auf Gott oder wen auch immer vertraut. Und ich denke, dass Göths masslose Selbstüberschätzung viel zum Gelingen dieses aberwitzigen Unternehmens beigetragen hat.
      Da magst Du recht haben, @Squirrel. Göths ehemaliges Hausmädchen hat ihn beschrieben:

      "Schindler war ein gut aussehender Mann. Er roch wundervoll. Wir hörten seine Schuhe, die so ein besonderes Geräusch machten. Er hatte eine Einstellung wie ,Hoppla, hier komm ich!' Er wollte bekannt sein, er wollte bewundert werden. Er besaß ein unheimliches Selbstewußtsein und war mit sich selbst zufrieden - aber auf eine angenehme Art und Weise."

      Dem New Yorker Publizist Kurt R. Grossmann schrieb Schindler: "Eine wesentliche Kraft zu meinen Handlungen war das Empfinden einer moralischen Verpflichtung gegenüber meinen zahlreichen jüdischen Mitschülern und Freunden, mit welchen ich eine herrliche Jugend frei von Rassenproblemen verlebte." Diese Einschätzung hatte auch Mietek Pemper von ihm.
      Und besagter Grossmann interessierte sich in den 50er Jahren als einziger für diese Rettungsaktion und bezeichnete Schindler damals als einen der "unbesungenen Helden" des Holocaust.
      Lesende Grüße
    • Ich habe nun eine Weile für mich gelesen. Es wurde viel zitiert aus dem Gerichtsverfahren und den Briefen von Oskar Schindler - ich habe mir das Buch gekauft (siehe unten) - viele Abkürzungen tauchten auf. Mietek Pemper erzählt über das Wesen von Amon Göth und von Oskar Schindler. Und es ist doch mal wieder bezeichnend für Deutschland, dass die Verdienste von Schindler im Ausland mehr anerkannt wurden, als hier bei uns.

      Wie sagt Mietek: Wer ein schlechter Mensch ist, wird im Lager zu einem bösen Menschen und wer ein guter Mensch ist, wird im Lager zu einem Heiligen. Und wenn man die angeführten Beispiele betrachtet, scheint das tatsächlich so zu sein.

      Ruth Klüger sagte mal (aber ich glaube, sie hat es auch von jemandem zitiert): "Verzweiflung macht Mut, Hoffnung aber feig." - Das traf hundertprozentig auf Mietek zu, der sich nie Hoffnungen gemacht hat. Er hat immer "nur" versucht, Menschen zu retten.

      Ich habe mir noch ein Zitat von Mietek rausgeschrieben, was er über Schindler sagte. Diese Sätze werde ich mir aufheben für den Bericht über das Buch, das ich mir jetzt von Erika Rosenberg bestellt habe.

      Vielen Dank noch einmal, liebe @Squirrel, dass Du mir das Buch vorbeigebracht hast. Wer weiß, ob ich jemals von selbst auf den Namen Mietek Pemper gestoßen wäre.
      Lesende Grüße
    • Biografiefan schrieb:

      Vielen Dank noch einmal, liebe @Squirrel, dass Du mir das Buch vorbeigebracht hast. Wer weiß, ob ich jemals von selbst auf den Namen Mietek Pemper gestoßen wäre.
      das hab ich gern gemacht. Ich kann Dir gar nicht mehr sagen, wie ich auf das Buch gestoßen bin, aber ich bin auch froh, es gefunden zu haben :)
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Reiner Engelmann - Wir haben das KZ überlebt
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Eigentlich hätte es diese Liste gar nicht geben können. Das Mietek Pemper, ein Jude, die Position eines Sekretärs eines Lagerkommandanten innehaben konnte, war in Nazideutschland ein Ding der Unmöglichkeit. Wie kam es aber dazu. Es war nur möglich, weil das Lager, in dem er war, kein richtiges Konzentrationslager war, sondern eine, wie soll ich schreiben, eine Art Verschiebung des Krakauer Ghettos. Man wollte alle Juden aus der Stadt raus haben. Millionen wurden ja schon im Ghetto ermordet.
      Man mag in dem Zusammenhang immer gar nicht von Glück reden, aber Schindlers Juden hatten Glück. Die Kriegsfront verlief nicht wie gewünscht und man brauchte Arbeitskräfte. So wurden die letzten Juden in Krakau nicht ermordet, sondern in einem Lager eingesperrt.
      Lesende Grüße
    • Biografiefan schrieb:

      Schindlers Juden hatten Glück
      Wie ich in dem Buch von Thomas Keneally gelesen habe, gab es außer Schindler noch andere Fabrikanten und Unternehmer, die Juden in ihren Betrieben beschäftigt und somit gerettet hatten, doch keiner von ihnen wurde so berühmt wie Schindler. Wohl auch, weil er so eine schillernde Persönlichkeit und in gewissem Sinne ein Abenteurer und Vabanquespieler war.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Marie schrieb:

      Biografiefan schrieb:

      Schindlers Juden hatten Glück
      Wie ich in dem Buch von Thomas Keneally gelesen habe, gab es außer Schindler noch andere Fabrikanten und Unternehmer, die Juden in ihren Betrieben beschäftigt und somit gerettet hatten, doch keiner von ihnen wurde so berühmt wie Schindler. Wohl auch, weil er so eine schillernde Persönlichkeit und in gewissem Sinne ein Abenteurer und Vabanquespieler war.
      Vielleicht war es auch die Menge an Menschenleben, die er gerettet hat. Oder die Menge an Informationen, die durch Zeugen noch zur Verfügung standen. Ich habe mal gesucht, aber leider keine Infos gefunden, warum Spielberg gerade Schindlers Tat verfilmt hat. Denn berühmt geworden ist er leider nur durch diese Verfilmung.

      Auf der Suche bin ich auch über dieses Buch gestolpert: Jan Karski - Einer gegen den Holocaust - Ein Kurier in geheimer Mission von E. Th. Wood. Karski war einer der ersten, der den Alliierten die Nachricht vom Holocaust an den Juden übermittelte - aber keiner wollte ihm glauben.

      Lesende Grüße
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