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Joe R. Lansdale - Drive-In / The Drive-In

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    Drive In

    von

    3.5|1)

    Verlag: Maas

    Bindung: Sondereinband


    ISBN: 9783929010442


    Termin: 1997

    Das Buch ist der 1. Band der Reihe (4 Teile).

    • Joe R. Lansdale - Drive-In / The Drive-In

      Der Autor (nach Wikipedia, Krimi-Couch und hammett-krimis.de): Joe R(ichard Harold) Lansdale wurde am 28. Oktober 1951 in Gladewater im US-Bundesstaat Texas geboren. Als Schriftsteller ist er versiert in diversen Genres vom Krimi über Horror, Western und Science-Fiction bis zum historischen Roman. Er ist ein Meister der kurzen, knappen Form und sehr produktiv. Sein Erzählprinzip nennt er selber „Mojo-Storytelling“: Es zeichnet sich durch eine sehr direkte Sprache und einen geradezu abenteuerlichen Genremix aus und ist außerdem bemüht, die Dinge auf die Spitze zu treiben. Als Autor trat er bereits 1972 in Erscheinung. Gemeinsam mit seiner Mutter veröffentlichte er einen Artikel, der viel Anerkennung fand und preisgekrönt wurde. Mitte der 1970er-Jahre begann er, sich der Kurzgeschichte zu widmen. Auch hier stellte sich der Erfolg bald ein. 1981 veröffentlichte er seinen ersten Roman Act of Love (dt. Akt der Liebe), einen frühen, intelligenten Serienkillerroman. Seit 1990 schreibt er an seiner viel beachteten Krimi-Noir-Reihe um Hap Collins und Leonard Pine.

      Kurzbeschreibung (nach Verlagsseite): Ein B-Movie made in Texas, mit Blut, Popcorn, Monstern und Bikergang. Im Mega-Drive-In-Autokino von Nagodoches läuft auf sechs gigantischen Leinwänden die Friday-All-Night-Horror-Show. Für Bob, Willard und Randy die perfekte Party zum Abfeiern, wäre da nicht aus dem Nichts dieser blutrote Komet aufgetaucht. Schlagartig ist der Drive-In Komplex von der Außenwelt isoliert. Eingeschlossen von einer tödlichen schwarzen Leere, scheint es für niemanden ein Entrinnen zu geben. Die Filme laufen weiter, bis die Nahrungsmittel knapp werden und das Chaos ausbricht. Endzeitorgien, Totschlag und Kannibalismus sind an der Tagesordnung, und die Realität ist schon bald grausamer als jeder Horrorfilm.

      Die Originalausgabe erschien 1988 unter dem Titel "The Drive-In" bei Doubleday in New York. Diese Ausgabe umfasst 140 Seiten. Eine deutsche Übersetzung von Dietmar Dath erschien zuerst 1997 bei Mass in Berlin als PULP MASTER #4. Diese Ausgabe umfasst 168 Seiten. Diese Übersetzung ist ebenfalls in der deutschen Ausgabe "Drive-In - Die Trilogie erstmals in einem Band", die 2015 in der Reihe Heyne Hardcore erschienen ist.

      Lansdale erschafft mit äußerster Konsequenz eine Situation, in der für die Protagonisten absolute Unkenntnis darüber herrscht, wieso, weshalb, warum die Lage gerade so derartig den Bach runtergeht. Der Leser steckt mit den Figuren zusammen im Dreck. Es gibt keinen allwissenden Erzähler, keine logischen Erklärungen, keinen Ausblick und keine Hoffnung, die die Lage erträglich macht. Aber so ist es nun mal: Steckt man mitten drin, weiß man oft nicht wirklich, wie es weitergeht, wieso es sich bisher genau so entwickeln konnte, und wie man wieder aus der Lage hinausgelangt. Liest man den Roman, bekommt man erst einmal schmerzhaft mit, wie sehr man als Leser daran gewöhnt ist, durch kleine erzählerische Tricks und Konventionen in Sicherheit gewogen zu werden: Du kannst den größten Quatsch erzählen, aber erkläre ihn logisch, und die Masse der Leser ist zufrieden. :roll: Aber wenn um dich herum die Welt unterzugehen scheint, dann ist einfach niemand da, den du fragen kannst, was das alles bedeuten soll. Oder ob es überhaupt eine Bedeutung hat. Der Erzähler schweigt. Und die Figuren fangen an, auf ihrer Suche nach einer Erklärung beliebte B-Movie-Settings durchzugehen. Und so scheint es Lansdale weniger um die Präsentation eines weiteren Horrorromans zu gehen, als um den Versuch, sld Hommage an vergangene Zeiten und randständige Erzählformen ein B-Movie in Romanform vorzulegen - mit allen Seltsamkeiten, Effekthaschereien und Unstimmigkeiten. :loool:

      Seinen Ansatz zieht Lansdale gnadenlos durch. Und als Geschichtenerzähler ist Lansdale auch hier großartig. Mir war es ein Vergnügen, dem Fortgang der Geschichte zu lauschen. Nur leider wird die Stimmung mit der Zeit sehr düster und hoffnungslos. Und da die geschilderten Umstände sich immer wieder zu gleichen scheinen, macht sich etwas Langeweile breit. Oder besser: Das Schicksal der Figuren und der Ausgang der Geschichte ließen mich immer stärker kalt. Wenn der Erzähler die Lektüre für den Leser nicht immer wieder mit Ausblicken und Hoffnungen unterfüttert, kommt verständlicherweise auch kein rechtes Mitfiebern zustande. Die Empathie erlahmt ein weniger.

      Dennoch: Das sehr stimmige Konzept und die launige Erzählweise überzeugten mich. Die Grenze zwischen Zivilisiertheit, ungezügelter Wildheit und asozialer Bösartigkeit im Angesichts einer Katastrophe, die jeden auf sich selbst und seine Grundbedürfnisse Essen, Überleben und Unterjochen zurückwirft, ist und bleibt äußerst schmal. :rambo: Dreh an der Schraube der äußeren Umstände, und der Mensch sinkt moralisch schnell auf die Stufe eines reißenden Tieres hinab. Lansdale hat es raus, so richtig auf die Kacke zu hauen. :lol: Und der Roman ist tatsächlich einigermaßen eklig, wenn man als Leser Schwierigkeiten mit Körperausscheidungen und Meucheleien hat. :wink: Da ich gewisse Einwände bezüglich des (etwas lahmen, etwas schnellen) Höhepunktes der Geschichte habe und ein wenig auch wegen des doch sehr speziellen Tonfalls, der sehr spezielle Leser voraussetzt, rutscht der Roman für meinen Geschmack aus dem Viersterne-Bereich hinaus. Was für Vorgewarnte und B-Movie-Freunde wie mich wirklich gute und unterhaltsame dreieinhalb :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne ergibt. :)
      Georg Seeßlen "George A. Romero und seine Filme" (296/327)
      Lucius Shepard "Das Leben im Krieg" (42/601)

      Jahresbeste: Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
      Gelesen: 104 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
      Letzter Buchkauf am 21.10.2017: John Casey "Der Traum des Dick Pierce"
    • Hier ist eine englische Originalausgabe aus dem Jahr 1989.
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    • Bernadette Emerich sorgte für eine französische Übersetzung, die 1991 bei "J'ai lu" in Paris als "Le drive-in" erschienen ist.
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    • Jetzt hast du es geschafft. Ich wollte die Trilogie schon zur Zeit der deutschen Veröffentlichung lesen, ließ es angesichts der Rezensionen aber sein. Nun ist das Buch wieder in mein Blickfeld gerückt und somit ist es fällig. :lol: Trash as trash can!?
      "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler" (Philippe Dijan)

      Tauschgnom
    • Fandorina schrieb:

      Jetzt hast du es geschafft. Ich wollte die Trilogie schon zur Zeit der deutschen Veröffentlichung lesen, ließ es angesichts der Rezensionen aber sein. Nun ist das Buch wieder in mein Blickfeld gerückt und somit ist es fällig. :lol: Trash as trash can!?
      Ja fein, da wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen - und dass Du nicht zur Fraktion gehören wirst, die das Buch völlig genervt in die Ecke pfeffern. :winken: Trash as trash can? Ja und nein! Trash, nicht in einem dilettantischen Sinne, dazu ist Lansdale zu versiert. Trash hier eher in einem subversiven Sinne. Oder als stilistische Fingerübung, um den alten B-Movies eine Hommage hinzustellen.
      Georg Seeßlen "George A. Romero und seine Filme" (296/327)
      Lucius Shepard "Das Leben im Krieg" (42/601)

      Jahresbeste: Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
      Gelesen: 104 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
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    • MiriamM35 schrieb:

      Irgendwie haben wir die Bücher jetzt aber doppelt in den Rezis drin. Einmal von mir in der Gesamtausgabe und jetzt von dir die Einzelnen. Mal die Moderatoren fragen, ob man die Threads nicht zusammenfügen sollte.
      So wie ich das jetzt hier schon mehrmals mitbekommen habe, sind die Moderatoren immer sehr froh, wenn Romane nicht in Sammelbänden oder Gesamtausgaben resenziert werden. Nachher bitten sie Dich noch, deine Rezension auf die einzelnen Threads aufzuteilen... :wink:
      Georg Seeßlen "George A. Romero und seine Filme" (296/327)
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