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Jo Nesbø - Durst / Tørst

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    Durst

    von

    4.9|7)

    Verlag: Ullstein Hardcover

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 624


    ISBN: 9783550081729


    Termin: September 2017

    Das Buch ist der 11. Band der Reihe (11 Teile).

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    • Jo Nesbø - Durst / Tørst

      Blutrot

      Für mich war dieses Buch die erste Begegnung mit Harry Hole. Insider wissen, dass es sich bereits um den 11. Band handelt. Der Roman spielt in Oslo. Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann setzt Hole unter Druck. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.
      Das Cover des Romans ist gar nicht spektakulär. Trotzdem kann man sich seiner Faszination kaum entziehen. Die idyllisch anmutende Landschaft am Wasser ist ein dunkles Rot getaucht, das böse Vorahnungen wachruft.
      Der Titel des Buches ist perfekt gewählt. Auch optisch gesehen sind die in einem klaren Rot schimmernden Buchstaben perfekt in Szene gesetzt worden. Die Doppeldeutigkeit des Titels zieht automatisch die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich und weckt eine hohe Erwartungshaltung. Ohne zu viel verraten zu wollen: er wird nicht enttäuscht!
      "Durst" ist ein blutrünstiger, schockierender Thriller, der nach starken Nerven verlangt. Der Protagonist Harry Hole ist eine vielfach gebrochene Figur. Der trockene Alkoholiker kämpft gegen seine eigenen Dämonen und muss sich mit dem komplizierten Fall eines Serienmörders auseinandersetzen, der ihn an seine persönlichen Grenzen führt.
      Handwerklich gesehen ist dieses Buch ein literarisches Meisterwerk. Jo Nesbo schreibt in einem faszinierenden Stil. Seine Sprache ist schlicht, aber ausgereift. Der Plot ist nicht neu, aber hervorragend umgesetzt. Der Einstieg in das Buch ist glänzend gelungen; der überzeugende Prolog macht auf das Geschehen neugierig. Mühelos gelingt es ihm, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Zeile auf einem hohen Niveau zu halten. Die Lösung des Falles ist schockierend - und überrascht den Leser. Mehr kann man sich nicht von einem Thriller wünschen.
      Von mir gibt es 5 Sterne für die glaubwürdige Darstellung eines psychisch kranken, manipulativen Menschen und eine klare Lese-Empfehlung.
    • Danke für die Rezi @Snowbell - Ich habe bisher alle Harry Hole Bücher gelesen und fand sie Klasse (Ok, die ersten Beiden Bände sind etwas holperig). Eigentlich habe ich nach "Koma" (Band 10) schon fast gehofft das kein weiterer Band mehr kommt, einfach weil es ein aus meiner Sicht schöner Abschluss gewesen wäre. Aber jetzt wo "Durst" draußen ist kann ich kaum erwarten es zu lesen/hören :lol:
      :wink:
    • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)
      Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann kennt Olegs Vergangenheit und setzt Hole unter Druck. Der Kommissar gibt schließlich nach und arbeitet hochkonzentriert mit seinen Leuten an dem Fall. In einer Atmosphäre der Angst zögern viele Frauen, sich weiter über die App zu verabreden. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.

      Autor (Quelle: Verlagsseite)
      Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Die Hollywood-Verfilmung seines Romans Schneemann wird von Martin Scorsese produziert. Jo Nesbø lebt in Oslo.

      Allgemeines
      Titel der norwegischen Originalausgabe: „Tørst“, ins Deutsche übersetzt von Günther Frauenlob
      11. Teil der Reihe um Harry Hole
      Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe: 15.09.2017 im Ullstein Verlag als HC mit 624 Seiten
      Gliederung: Prolog – drei Hauptteile mit insgesamt 41 Kapiteln – Epilog
      Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven
      Handlungsort- und zeit: Oslo in der Gegenwart

      Zum Inhalt
      In Oslo werden junge Frauen ermordet, gemeinsames Merkmal der Opfer ist es, dass sie beim Dating-Portal „Tinder“ angemeldet waren und sich mit ihnen zuvor unbekannten Männern trafen. Die Morde finden jedoch in den Wohnungen der Frauen statt, auch wenn diese ihre Dating-Partner nicht nach Hause mitzunehmen pflegen. Sehr ungewöhnlich ist auch das Vorgehen des Täters: Dieser tötet seine Opfer durch Bisse in den Hals, wobei er ein einsetzbares Eisengebiss trägt. Spuren am Tatort lassen darauf schließen, dass der Mörder außerdem vom Blut der Frauen trinkt.
      Harry Hole, der kein Ermittler mehr ist, sondern inzwischen an der Polizeihochschule unterrichtet, wird von seinem obersten Dienstherrn zur Mitarbeit an diesem Fall genötigt. Tatsächlich erinnert die Mordserie ihn an die Taten von Valentin Gjertsen, dessen Verhaftung Harry seinerzeit nicht geglückt war. Hat Valentin sich in den Jahren, in denen er untergetaucht war, zum Vampiristen entwickelt? Harry arbeitet nicht nur mit seinen Kollegen von der Polizei zusammen, sondern fordert auch die Unterstützung eines Psychologen an, der wissenschaftlich auf dem Gebiet des Vampirismus forscht.

      Beurteilung
      Der elfte Band aus der Reihe um Harry Hole ist gewohnt wendungsreich und spannend, nicht nur die Opfer der Mordserie, sondern auch weitere Menschen müssen ihr Leben lassen. Dabei wird die Schilderung der brutalen Taten jedoch nicht übermäßig explizit ausgeführt, die Spannung speist sich vielmehr aus dem intellektuellen Duell zwischen Harry Hole und dem Verbrecher, der ihn bewusst herausfordert. Letzterer scheint Harry immer mindestens einen Schritt voraus zu sein, bald liegt der Verdacht nahe, dass der Mörder einen Helfer haben könnte.
      Auch der Leser wird vom Autor geschickt auf falsche Fährten geführt, bis zum Ende muss er immer wieder seine Theorien revidieren. Diese Wendungen sorgen – ebenso wie der sehr flüssige Erzählstil - dafür, dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn ab und zu die Glaubwürdigkeit ein wenig überstrapaziert wird. Interessant ist der in die Handlung eingeflochtene, gelegentliche Bezug auf reale psychopathische Serientäter.
      Zusätzlich zur eigentlichen Krimihandlung ergeben sich Entwicklungen im Privatleben der Hauptfiguren, auch dieser Teil der Handlung ist fesselnd gestaltet, zumal der Autor die Charaktere seiner Figuren differenziert ausgestaltet.
      Man kann diesen Band auch einzeln lesen, aber aufgrund der Schilderung des privaten Lebens von Harry Hole und einigen seiner Kollegen wären Vorkenntnisse aus vorhergehenden Bänden sicherlich hilfreich.

      Fazit
      Ein komplex konstruierter und spannend geschriebener Kriminalroman, der den Freunden der Harry Hole-Reihe fesselnde Unterhaltung bietet!
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Als begeisterter Harry-Hole-Fan wird es natürlich schwierig, eine wirklich objektive Kritik zu schreiben - aber ich versuche mein Bestes :wink:
      Wie schon im vorherigen Band Koma: Kriminalroman (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 10) geht es Harry Hole erstaunlicherweise noch immer gut: glücklich verheiratet mit Rakel, seiner großen Liebe; seine Aufgabe als Dozent an der Polizeihochschule macht ihm noch immer Freude und seine frühere Ermittlungsarbeit fehlt ihm nicht im Geringsten. Doch als in Oslo zwei Frauen umgebracht werden, deren Blut der Täter offenbar getrunken hat, setzt ihn Mikael Bellmann, der Polizeipräsident und Intimfeind Harrys, unter Druck, damit er in diesen Fällen ermittelt. Denn der Täter ist offenbar kein Unbekannter ...
      Wer noch keinen Harry-Hole-Krimi gelesen und die Befürchtung hat, es könnte das Lesevergnügen vermindern, nun beim 11. Band direkt einzusteigen, kann beruhigt sein. Zwar gibt es immer wieder Hinweise auf die Vergangenheit, aber zum Verständnis dieses Thriller sind die vorhergehenden Bände nicht nötig. Also nur ran an die über 600 Seiten :wink:
      Es ist praktisch von Beginn an klar, wer der Täter ist - zumindest soll man das glauben. Die Jagd nach ihm umfasst mehr als drei Viertel des Buches und ist durchweg spannend. Immer wieder gibt es kleine Hinweise, dass mehr dahinter stecken könnte als auf den ersten Blick zu erkennen ist, doch erst im dritten Teil wird dies wirklich deutlich. Obwohl Jo Nesbø 'nur' wieder seine altbekannten Schachzüge einsetzt wie zwei Handlungen unmittelbar aufeinanderprallen zu lassen, die sich jedoch an völlig unterschiedlichen Orten abspielen; oder Sachverhalte ohne Namensnennung zu beschreiben, sodass man fast sicher ist, es kann sich nur um die und die Person handeln - tut es aber nicht. Obwohl die Technik also bekannt ist (ich habe alle Harry-Hole-Bände gelesen), bin ich beinahe stets auf's Neue diesen Irreführungen erlegen, was die Spannung natürlich beträchtlich erhöhte. Wirklich bis zum Schluss werden diese Verwirrspiele durchgehalten und führen zu einer Auflösung, die im Gegensatz zu den vorhergehenden Fällen jedoch nur an einem Indiz festzumachen war. Dieses Mal habe ich mir also nichts vorzuwerfen im Sinne von 'Das hättest Du doch erkennen können' :wink:
      Eine kleine Mäkelei habe ich aber dennoch: Natürlich werden auch hier Personen als mögliche Verdächtige aufgebaut, um die Lesenden in die Irre zu leiten. Das geschah aber dieses Mal bei Zweien derart plump, dass sofort klar war: Die können es nicht sein. Ich kann mich erinnern, das ging auch schon besser :wink:
      Dennoch ist es wieder ein richtig toller Harry-Hole-Fall, der viel zu schnell durchgelesen war.
      :study: Crimson Lake von Candice Fox
      :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling
    • Ich fand das Buch wieder super! Diese Reihe ist eine der wenigen, die ich wirklich abgöttisch liebe. Die Vorfreude ist immer sehr groß und bisher wurde ich nie enttäuscht.
      Ich fand das Buch auch atmosphärisch passend für Herbst und Winter.

      Was mich wirklich schockiert hat, war am Ende, dass
      Spoiler anzeigen
      Katrine von Harry schwanger ist. Ich bin absoluter Rakel-Fan und mag Katrine nicht besonders. Nach diesem Buch hasse ich sie :lol: :wink: Da heiraten Harry und Rakel endlich und dann so etwas. Zudem bin ich auf das nächste Buch gespannt. Damit könnte sich dann ja der Kreus auch schließen.


      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Suter: Der Koch
      :study: J.K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince
      Booklooker
    • hasewue schrieb:

      Was mich wirklich schockiert hat, war am Ende, dass
      ?( ???
      Ich hatte es so verstanden, dass
      Spoiler anzeigen
      in der betreffenden Nacht nichts zwischen Katrine und Harry vorgefallen war, zumal Harry viel zu betrunken war. Sie ist doch von ihrem Exfreund, mit dem sie wieder zusammengekommen ist, schwanger.

      Vielleicht können die anderen Büchertreffler, die das Buch schon gelesen haben ( @Snowbell, @Xirxe) , ihre Eindrücke dazu mitteilen?
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • @€nigma

      Das dachte ich auch erst. Allerdings
      Spoiler anzeigen
      hatte Harry doch diese Erinnerung als er im Showdown "am Exitus" war, wobei es um Sex ging und dass er gekommen ist. Katrine streichelt dann, als das Auto am Ende gefunden wurde, über ihren Bauch und sagt in Gedanken, dass sie Harry noch was sagen müsse, als sie denkt, dass er tot sei. Deswegen dachte ich dann, dass er der Vater ist. Rein rechnerisch käme es auch hin
      :study: Suter: Der Koch
      :study: J.K. Rowling: Harry Potter and the Half-Blood Prince
      Booklooker
    • Die Legende kehrt zurück

      Als eingefleischter Harry-Hole-Fan musste man ein paar Jahre ungeduldig auf den nunmehr 11. Fall warten. Nach dem letzten, starken Band ,,Koma“ fällt ,,Durst“ aber etwas enttäuschend aus.

      Harry Hole hat sich aus dem Polizeidienst zurückgezogen, hält an der Polizeihochschule Vorlesungen und genießt sein privates Glück mit seiner großen Liebe Rakel und deren Sohn Oleg, der als Polizeianwärter in Harrys Fußstapfen treten will. Noch immer gilt Hole in Polizeikreisen als wahre Legende, seine Vergangenheit sucht ihn aber in Alpträumen immer wieder heim.

      Als eine junge Frau zu Tode gebissen aufgefunden wird und der Täter offenbar von ihrem Blut getrunken hat, holt Polizeipräsident Mikael Bellmann Harry Hole zurück. Kurz darauf verschwindet eine weitere junge Frau und Hole steigt in den ,,Vampiristenfall“ ein, zunächst widerwillig und nur, weil Bellmann ihn unter Druck gesetzt hat. Als der Täter dann aber offenbar bewusst Spuren hinterlässt, wird Harry Hole klar, dass er den Mörder kennt und seine absolute Berufung zur Mörderjagd erwacht.

      Holes frühere Kollegin Katrine Bratt ist nun die Leiterin des Ermittlerteams, man trifft weitere ,,alte Bekannte“ wie Truls Berntsen und Bjørn Holm. Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis Harry tatsächlich die Bühne betritt und bis dahin plätschert das Geschehen etwas dahin. Mit Holes Auftreten nimmt die Handlung allmählich Fahrt auf, man wird, wie bei Nesbø üblich, immer wieder geschickt auf falsche Fährten gelockt. Und man ahnt allmählich, dass der Täter in Harry Holes nächstem Umfeld zu suchen ist. So steigert sich die Spannung bis zu einem regelrechten Showdown am Ende. Insgesamt aber konnte mich dieser 11. Fall nicht so mitreißen und begeistern. Manche Dialoge wirken etwas hölzern und künstlich, manches wirkt überkonstruiert. Es scheint, als seien Harry Hole und sein Schöpfer etwas eingerostet. Schade!
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Joe Nesbo - Durst

      Inzwischen hat sich Harry Hole von der Arbeit als Polizeiermittler verabschiedet, um sich mehr um seine Frau Rakel und Sohn Oleg zu kümmern. Inzwischen ist er trockener Alkoholiker und unterrichtet als Dozent an der Polizeihochschule in Oslo. Nebenbei wird er immer wieder angefragt, wenn es um die Aufklärung von Serienmorden geht. So wird er von seinem alten Chef Mikael Bellmann gerufen, als ein besonders grausamer Mord passiert. Der Täter findet seine Opfer über eine Dating-Plattform. Die Polizei tappt im Dunkeln, denn es gibt kaum verwertbare Spuren. Dann gibt es einen neuen Mord – die Tote ist aus Harrys Bekanntenkreis und der Mörder kein Unbekannter…

      Joe Nesbo hat mit seinem Buch „Durst“ den elften Band um seinen Ermittler Harry Hole vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und fesselt ab der ersten Zeile. Nesbo hat die Gabe, den Leser mit seiner Geschichte so in Bann zu ziehen, bis die letzte Seite gelesen ist. Der Spannungsbogen wird schnell aufgebaut und schraubt sich während der Handlung immer weiter in die Höhe. Die Handlung wird nicht nur aus der Sicht von Harry Hole und seinem Umfeld geschildert, sondern auch der Täter kommt zu Wort und gibt dem Leser die Möglichkeit, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Auch, wenn der Täter ziemlich schnell ein Gesicht bekommt, ist die Jagd nach ihm sehr spannend beschrieben und lässt das Leserherz höher schlagen. Durch besondere Wendungen lässt der Autor keinerlei Langeweile aufkommen und den Leser immer wieder die Situationen neu überdenken. Der Ausgang des Buches ist zu keinem Zeitpunkt zu erahnen.

      Die Charaktere sind sehr individuell ausgestaltet und in Szene gesetzt. Sie sind wie aus dem Leben gegriffen, wirken sehr real und authentisch. Harry Hole ist ein sympathischer brillanter Kopf, er hat die seltene Gabe, sich in den Kopf des Mörders hineinzuversetzen. Gleichzeit ist er trockener Alkoholiker, streitlustig und wirkt eher abgeklärt und gefühlskalt. Nur, wenn es um seine Familie geht, merkt man seine sanftere Seite und dass ihm viele Dinge nahe gehen. Doch dies zeigt er sonst keinem. Bellmann ist ein schlauer Fuchs, dem jedes Mittel recht ist, Harry in den Dienst zurückzuholen. Das erscheint oftmals ziemlich hartherzig, doch in seiner Situation durchaus verständlich. Auch die anderen Protagonisten sind bunt gemischt und heben die Handlung mit ihrem Erscheinen und ihren eigenen Geschichten immer wieder auf ein neues Spannungsniveau.

      „Durst“ ist ein sehr vielschichtiger und spannungsgeladener Psychothriller, der von Beginn an fesselt und zu keiner Zeit langatmig ist. Die Geschichte ist gut durchdacht und bewegt sich durchgängig auf hohem Niveau mit sehr glaubhaften Charakteren. Man kann nur hoffen, dass die Serie um Harry Hole weitergeht. Thrillerfans werden hier bestens bedient. Absolute Leseempfehlung für Hochspannung der Extraklasse!

      Sehr spannende :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .
      Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

      "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
      Albert Einstein

      "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
      _____________________________________________

      Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk

      SUB: ca. 1.800 / gelesen 2016: 150/ 57643 Seiten
    • Auch ich habe "Durst" verschlungen, ich habe das Gefühlt die Harry-Hole-Bücher werden immer dicker ;)

      Meine Meinung:

      Dies ist bereits der 11. Band um den Ermittler Harry Hole. Einige Anspielungen auf Vorgänger gibt und es kommen natürlich viele Personen vor, die eingefleischte Fans kennen. Aber auch wenn man keinen oder nicht alle der vergangenen 10 Bände kennt, kann man dieses Buch gut lesen!




      Gleich am Anfang geht es mit dem ersten Mord los, wir erleben ihn direkt aus der Sicht des Opfers. Eine junge Frau geht zu einem anonymen Tinder-Date und wird danach in ihrer Wohnung getötet. Die Ermittlungen leitet natürlich nicht Harry Hole, der hat den Job gewechselt und will nun in Ruhe und Frieden mit seiner Frau leben. Statt von ihm wird die SoKo von Katrine Bratt geführt, die schnell unter Druck gerät. Trotz zahlreicher Spuren kommt sie dem Täter nicht näher. Der Polizeichef Mikael Bellmann will schnelle Erfolge sehen und schließlich gelingt es ihm Harry Hole zu überzeugen mit einem kleinen Team eigene Ermittlungen anzustellen.

      Als durchsickert, dass der Mörder sich wie ein Vampir verhält, überschlägt sich die Presse geradezu.




      Der Thriller ist unheimlich spannend, stellenweise ziemlich blutig und wirklich gut zu lesen. Nur die vielen Personen haben mich beim Lesen fast überfordert. Der Autor schafft es, die Charaktere gut auszuarbeiten und miteinander zu verknüpfen. Bei der Ermittlungsarbeit trägt jeder seinen Teil zum Gelingen oder Scheitern bei, man dringt immer weiter in die Gedankenwelt des Täters ein und auch die meisten Opfer begleitet der Leser über längere Zeit.
    • Durst - Jo Nesbø
      Harry Hole Band 11

      Harry Hole arbeitet mittlerweile als Dozent an der Polizeihochschule. Als die Osloer Polizei es mit einem Serienkiller zu tun bekommt, der sich seine Opfer über die Dating-App Tinder sucht, versucht Hole, die Wellen die dieser Fall in der Presse schlägt, zu ignorieren. Doch sein alter Chef Bellmann setzt Hole unter Druck. Da die Polizei im Dunkeln tappt, soll Harry Hole die Ermittlungen unterstützen. Schon bald wird Hole klar, dass der Killer kein Unbekannter ist...

      "Durst" ist mittlerweile der elfte Fall für Harry Hole. Allerdings kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Der Einstieg verläuft zwar zunächst etwas gemächlich, doch das Interesse an dem Fall wird sofort geweckt. Sobald Harry Hole sich an den Ermittlungen beteiligt, steigt die Spannung sprunghaft an, sodass man das Buch kaum noch aus den Händen legen mag.

      Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und dadurch ganz in die Handlung eintauchen. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man bekommt einen guten Gesamtüberblick und kann in einigen Kapiteln sogar dem Täter über die Schulter schauen. Dieser wird recht schnell enttarnt. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch, da die Jagd nach ihm einiges zu bieten hat. Außerdem hält der Autor noch einige Überraschungen bereit, die das Buch, trotz der nicht gerade geringen Seitenanzahl, zu einem wahren Pageturner machen.

      Die Charaktere wirken authentisch und lebendig, sodass man mit ihnen mitfiebern kann. Harry Hole hat sich allerdings verändert, denn er ist mittlerweile trocken. Doch auch dieser veränderte Hole wirkt sehr sympathisch und lässt sich bei seinen Ermittlungen nur schwer in die Karten schauen. Dadurch bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem nervenaufreibenden Finale.

      Ich habe mich beim Lesen dieses Falls sehr gut und spannend unterhalten gefühlt. Zugegebenermaßen habe ich am Anfang ein wenig die Spannung vermisst, aber das hat sich recht schnell gelegt. Dann konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und habe es regelrecht verschlungen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt Harry Holes elfter Fall deshalb alle fünf Sternchen und eine klare Leseempfehlung!

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