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Weshalb "Mama" und nicht "Mamma"?

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    • Weshalb "Mama" und nicht "Mamma"?

      Werte Lesefans!

      Es mag absurd und infantil klingen, aber über die folgende Frage habe ich mir schon öfters Gedanken gemacht:
      :uups:
      Weshalb schreibt man im Deutschen das Wort "Mama" mit nur einem "m"?


      Umgangssprachlich - bitte achtet einmal darauf - ruft man das Wort doch eher so aus,
      als müsste man es mit Doppel-M schreiben, also:
      "Mamma!"

      Nur die wenigsten Zeitgenossen rufen ihre Mutter so vornehm, dass es so klingt: "Ma-ma!"
      Und nun? :scratch:
      Laut Duden ist der Fall klar. Im Deutschen heißt und schreibt man es "Mama".
      In anderen europäischen Ländern aber nicht. Dort wird die Mamma auch so geschrieben, wie man es ausspricht,
      ein kurzer Vokal und damit folglich ein doppeltes "m".

      Hat man das bei der letzten Rechtschreibreform 2006 übersehen?
      Und was sagt es über mich aus, wenn ich mich der korrekten Schreibweise widersetze und die Mutter weiterhin so schreibe, wie man sie landläufig ruft? Mamma eben ...

      Was meint Ihr denn dazu?

      P.S.
      Das gleiche gilt natürlich für den "Pappa", äh, Pardon, im Deutschen schreibt man es ja "Papa" ... :wink:
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
    • Das gehört einfach zu den vielen Besonderheiten unserer Sprache. Und sicherlich hängt es auch mit regionalen Unterschieden zusammen. Noch absonderlicher finde ich das "h" in "bejahen" (da es weder "jah" noch "verneinhen" heißt). Ums Verplatzen will mir gerade das schöne Wort nicht einfallen, das ich voller Überzeugung lange mit "ich" statt "ig" geschrieben habe, weil es im Hessischen (und vielen anderen Dialekten) so ausgesprochen wird. Das Problem mit der Mama tritt übrigens mit der Oma genauso auf. Meine Oma wird schon immer Omma genannt.

      P.S. Es dürfte auch ein historischer Aspekt dabei sein. Bei "Frau Mama" und "Herr Papa" käme so leicht niemand auf den Gedanken, ein "m" bzw. "p" hinzuzufügen.
    • Hallo Martin!
      Ja, manche Regeln sind fragwürdig.
      Du hast recht - im Ruhrgebiet spricht man auch eher von der "Omma", als von der Oma.
      Frau "Mama" und Herr "Papa" leuchtet mir ein, doch wer sagt das heute noch so?
      Aber darf man denn die Schreibweise verändern, um den Lesern klarzumachen, wie man das Wort selbst ausspricht?
      Nicht nur im Roman, sondern in den Briefen und Grußkarten, die man schreibt.
      Oder gelte ich als Depp, der die korrekte Schreibweise nicht kennt (was ja nicht stimmt - ich ignoriere sie nur) und somit Fehler vorgehalten bekomme, die ich vorsätzlich begangen habe?
      Der Duden müsste beide Schreibweisen erlauben, wie es bei vielen Worten der Fall ist.
      Also, ich bleibe weiterhin bei Mamma und Pappa ...
      Liebe Grüße

      Paul 8)
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
    • Ich sage tatsächlich Mama und nicht Mamma (klingt immer so nach Mammakarzinom) - wobei ich sie eh meist Mutti nenne. Omma ist für mich eine eher respektlose Bezeichnung. Aber sicher ist das regional unterschiedlich. Und weil es regional so verschieden ist und nicht jeder so schreibt, wie er spricht, gibt es Duden, nach dessen Regelwerk geschrieben werden sollte.

      @Martin Hühn
      Das mit dem Bejahen lässt sich aber leicht erklären, denn wenn du das "h" weglassen würdest, würden zwei Vokale aufeinander folgen, was schwerer auszusprechen ist. Somit gerät das "h" dazwischen. Beim Verneinen ist das unerheblich, weil nein auf einen Konsonanten endet.

      Paul Goodway schrieb:

      Und was sagt es über mich aus, wenn ich mich der korrekten Schreibweise widersetze und die Mutter weiterhin so schreibe, wie man sie landläufig ruft?
      Es steht dir natürlich frei, zu schreiben, wie du möchtest. Nur solltest du dann keine Bücher veröffentlichen, weil es nur dann nicht wichtig ist, ob du dich an Rechtschreibregeln hältst oder nicht. Autoren, die ihre Werke unter die Leute bringen und sogar verkaufen wollen, haben die Verpflichtung, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen und sie richtig zu benutzen. Das ist nicht nur meine Meinung als Autorin, sondern war sie auch schon vorher, als ich noch "Nur"-Leserin war.
      In der Wörtlichen Rede ist es im Übrigen erlaubt, auch mundartlich zu schreiben.
      "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt."(Simon Stiegler)
      Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein
    • Paul Goodway schrieb:

      Aber darf man denn die Schreibweise verändern, um den Lesern klarzumachen, wie man das Wort selbst ausspricht?
      Diese Frage ist schwer zu beantworten. In wörtlicher Rede darf man das auf jeden Fall und wer daran herummäkelt, hat Unrecht. Ansonsten ist das ein zweischneidiges Schwert. Wenn mir besonders daran läge, die spezielle Betonung hervorzuheben, würde ich die Abweichung von der normalen Rechtschreibung in einer Fußnote erklären.
    • @Martin Hühn:
      Das hilft mir weiter! Danke.
      Klar geht es in den meisten Fällen um wörtliche Rede, wenn die Protagonisten sich rufen.
      Dennoch - ich möchte, dass die Leser oder Briefe-Empfänger erkennen, wie ich das jeweilige Wort betone.
      Die korrekte Schreibweise schafft bei "Mama" und "Papa" eine falsche Distanz, die es zu überwinden gilt.
      @Divina:
      Ja, sicher sollte man sich an die Rechtschreibregeln halten, aber Du hast ja verstanden, was ich sagen wollte. :wink:
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
    • Martin Hühn schrieb:

      Ums Verplatzen will mir gerade das schöne Wort nicht einfallen, das ich voller Überzeugung lange mit "ich" statt "ig" geschrieben habe, weil es im Hessischen (und vielen anderen Dialekten) so ausgesprochen wird.
      Das hat aber mit Dialekt nichts zu tun. Die hochdeutsche Sprechweise der Endung ig ist ich. Also Könich, zeitich, fertich - so steht es m. W. im :vielefehler: . Erst bei der Verlängerung wird wieder ig daraus (fertiges Haus, 2 Könige etc.).
      Hier im Rheinland erweitert man die Sache dann um einen weiteren Buchstaben: s
      Könisch, zeitisch, fertisch... :mrgreen:
    • Diamondgirl schrieb:

      Das hat aber mit Dialekt nichts zu tun. Die hochdeutsche Sprechweise der Endung ig ist ich. Also Könich, zeitich, fertich - so steht es m. W. im . Erst bei der Verlängerung wird wieder ig daraus (fertiges Haus, 2 Könige etc.).
      Das würde ich so nicht unterschreiben. Die amtlichen Rechtschreibregeln handeln dies als
      "Die in großen Teilen des deutschen Sprach-
      gebiets auftretende Verhärtung der Konsonan-
      ten , [d], [g], [v] und [z]" ab.
      Die im Duden favorisierte Aussprache von "ig" als "ich" ist also nur eine Option. Die Schreibung als "ig" ist allerdings verbindlich denn dazu sagt die amtliche Regel: "wird in der Schreibung nicht berücksichtigt."

      P.S. Ich habe auch in der Praxis nie jemanden einen Satz wie "Der Könich stand zeitich auf um früh fertich mit dem Regieren zu sein" aussprechen gehört.
      P.P.S: Das Wort, bei dem es mir umgekehrt ging, war "brenzlig", das ich tatsächlich meist als "brenzlich" gehört habe.
    • Es ging dir ja auch nicht primär um die Rechtschreibung - jedenfalls hatte ich das so nicht verstanden - sondern darum, dass du etwas falsch geschrieben hattest, weil du die Endung ich hörtest statt ig. Die Rechtschreibung ist klar eindeutig, also mit der Endung ig. Aber eigentlich ist es doch durch die Verlängerung ganz einfach, denn eine brenzliche Angelegenheit hast du sicher auch noch nie jemanden aussprechen hören. :wink:
      Selbstverständlich sprechen etliche Leute diese Endung hart aus. Zum Teil, weil sie selbst mit Dialekt sprechen und eben nicht Hochdeutsch, zum Teil einfach deswegen, weil viele Leute denken man könnte ihnen einen Dialekt bzw. unsaubere Aussprache unterstellen, wenn sie die Endung korrekt aussprechen.
      Es ist auch gut möglich, dass umgangssprachlich die Konsonantenverhärtung immer mehr zunehmen wird und es irgendwann als gebräuchlich in den Duden eingeht. Sprache ist halt ein lebendig Ding.
    • @Martin Hühn
      Dann hast du mich noch nicht reden hören, denn genau wie in deinem P.S. würde ich den Satz aussprechen, auch wenn unsere Deutschlehrerin uns einzuprügeln versucht hat, dass es Krieg und nicht Kriech heißt. Und Krieg ist vermutlich das einzige Wort, das ich nicht mit ch ausspreche.
      "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
      - Groucho Marx
    • sazi schrieb:

      @Martin Hühn
      Dann hast du mich noch nicht reden hören, denn genau wie in deinem P.S. würde ich den Satz aussprechen, auch wenn unsere Deutschlehrerin uns einzuprügeln versucht hat, dass es Krieg und nicht Kriech heißt. Und Krieg ist vermutlich das einzige Wort, das ich nicht mit ch ausspreche.
      Tja, das unterscheidet sich wenig von meinem Beispiel. Nur bei mir war es eben "brenzlig", dass ich im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Wörtern, die auf "ig" enden als "ich" ausspreche und andere aussprechen gehört habe (Ausnahmen bestätigen die Regel). Und deswegen war ich eben auch davon ausgegangen, dass dieses Wort so geschrieben wird, wie ich es kenne, was ein ähnlicher Fall wie die Sache mit Mama/Mamma ist. Was das Wort "Krieg" anbetrifft: Das endet nicht auf "ig" sondern auf "ieg". Die Deutschlehrerin hat sich also offenbar in diesem Fall zurecht um eine Korrektur bemüht. Vom Monarchen dagegen darf man offenbar ganz offiziell als König oder Könich sprechen (nicht aber schreiben) und der Duden präferiert eindeutig die Version mit klarem "ch".
    • Jedes Jahr zum Muttertag oder Geburtstag meiner Mamma werde ich daran erinnert,
      wie verunsichert ich bin, bei der Schreibweise.
      Wenn ich einem Geschenk noch ein paar liebe Zeilen beifügen möchte, gerate ich ins Stocken.
      Mama oder Mamma - das ist hier die Frage.

      "Mamma" mit kurzem Vokal ausgesprochen, entspricht mehr der Lebenswirklichkeit im umgangssprachlichen Gebrauch in Deutschland, denke ich.
      Ich plädiere dafür, dass die Duden-Redaktion beide Schreibweisen zulässt:
      Für die Vornehmen: "Mama" oder "Papa" und für den realen Alltag der meisten Leute: "Mamma" und "Pappa".
      Ist doch kein Ding ... :)
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
    • @Martin Hühn:

      Im Zweifel achte ich auf die Aussprache der Nachrichtensprecher bei der Tagesschau.
      Die müssen dort korrektes Hochdeutsch sprechen.
      Ich wette, die würden "Ma-ma" sagen, wenn es im Text stände.
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
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    • Paul Goodway schrieb:

      @Martin Hühn:

      Im Zweifel achte ich auf die Aussprache der Nachrichtensprecher bei der Tagesschau.
      Die müssen dort korrektes Hochdeutsch sprechen.
      Ich wette, die würden "Ma-ma" sagen, wenn es im Text stände.
      Du kannst auch einfach auf Duden-Online gehen. Dort kannst du dir sehr viele Worte vorlesen lassen. Dann musst du nicht warten, bis ein Wort zufällig in den Nachrichten auftaucht. Einen gewissen Spielraum gibt es allerdings bei der Aussprache noch, du erfährst also so oder so allenfalls wie eine normale Variante lautet. Zusätzlich hilfreich können die Ausspracheregeln in der amtlichen Rechtschreibregelung sein.
    • @Martin Hühn:

      Lieber Martin,
      wie immer sind Deine freundlichen Posts von greifbarer, nützlicher Substanz gefüllt. :thumleft:
      Upps, so sonderbar wollte ich das jetzt gar nicht ausdrücken - manchmal überkommt es mich halt ... :lol:
      Danke für den Tipp und Dir noch einen schönen Sonntag-Abend! :winken:

      Alles Gute
      Paul
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
    • Rechtschreibung sollte in einem Buch immer korrekt sein, da sie nicht subjektiv ist.
      Eine Ausnahme stellt die bewusste Falschschreibung dar, wenn ein Charakter zum Beispiel ein bewusstes Wort regelmäßig falsch ausspricht
      oder einen eigenwilligen Dialekt besitzt. Liest man häufig bei Krimis, bei denen ein falsch geschriebenes Wort ein Hinweis auf eine Person sein kann
      und auch Stephen King verwendet zum Beispiel gerne solche Veränderungen von Worten. Oft wird eine falsche Rechtschreibung auch verwendet um eine Person eigenwillig wirken zu lassen.
      Aber sollte der Autor einfach eine falsche Rechtschreibung verwenden, da er persönlich das Wort anders ausspricht, dann sollte er es unterlassen und sich um die korrekte Rechtschreibung bemühen.

      Diese falsch geschriebenen Worte, die zu einer bestimmten Person gehören, werden meistens kursiv hervorgehoben oder eben im Buch erklärt.
      Derzeitiges Buch: Der dunkle Turm - Der Turm
      Derzeitige Serie: TWD 6+7, Peanuts chronologisch,Taboo, Lady Oscar
      Comics: Sandman
    • Lieber Leon,

      im Grunde geht es darum, die Rechtschreibung an die reelle Aussprache des Wortes anzupassen.
      Sagen die meisten Kinder "Mamma" oder "Mama"?
      Liebe Mamma oder Frau Mama?
      Wer diese simple Frage beantworten kann, wird feststellen, dass die Rechtschreibreform - welche in anderen Orthografie-Fällen großzügig mehrere Schreibarten als richtig deklariert - in diesem Falle untätig geblieben ist.
      Beides sollte möglich sein.
      Das wäre eine versöhnliche Lösung, die keinem Schreiber schaden würde.
      P.S.
      Orthografie ist ein gutes Beispiel. Es gilt auch die Schreibung "Orthographie" als richtig.
      Sehen Sie ...?!
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
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