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Alan Moore - Voice of the Fire

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    Voice of the Fire

    von

    4.5|1)

    Verlag: Top Shelf Productions

    Bindung: E-Book Download


    ASIN: B004OYT9IM


    Termin: Februar 2011

    • Alan Moore - Voice of the Fire

      Eigenzitat aus amazon.de:

      Northampton hat eine weit zurückreichende Siedlungsgeschichte bis in die Steinzeit hinein. Alan Moore – sicherlich einer der prominentesten Söhne dieser Stadt – hat Anfang der 90er Jahre be-schlossen, dieser Stadtgeschichte ein höchst eigenes literarisches Denkmal zu setzen. Ein Denkmal, das in den Stimmen der verschiedenen Epochen der Stadt spricht.

      Das Ganze beginnt etwa 4000 Jahre vor Christi Geburt mit einem jungen Mann, der nicht besonders helle ist und der nach dem Tod seiner Mutter – ein Ereignis, das er offensichtlich nicht richtig ver-steht – von seiner nomadisierenden Horde zurückgelassen wird. Nach einigen Irrwegen durch die Natur kommt er an eine ungewöhnliche befestigte Siedlung mit sehr solide konstruierten Tipis, in denen sesshafte Menschen leben. Und dort trifft er auch auf eine ungewöhnliche junge Frau, wohl ein Mündel des ansässigen Schamanen und beginnt eine Beziehung mit ihr, die zu einer für ihn überaus überraschenden Erkenntnis führen soll.

      Eineinhalb Jahrtausende später sind die Häuser der Siedlung aus Stein und diesmal kommt eine junge Frau in den Ort, die ihrerseits die vor Jahren verschwundene Tochter des aktuellen Schamanen zu sein scheint, was bei den Einwohnerinnen und Einwohner für eine gewisse Beruhigung sorgt, denn dessen Nachfolge hat in Frage gestanden. Aber es gibt Kräfte im Dorf, die eine andere Welt suchen – eine Welt, in der das Glaubenssystem des Schamanen keine Rolle mehr spielen soll. Dafür aber die Macht des Feuers.

      Diese beiden ersten Geschichten – jeweils aus der Sicht der jeweiligen Hauptcharaktere geschrieben, sind mit etwa 60 Seiten die längsten dieser Sammlung. Von da an geht es chronologisch weiter durch die Jahrhunderte, durch die frühnachchristlilche Zeit, die Herrschaftszeit Dioclethians und den damit verbundenen Reformen und dann zügig ins Mittelalter mit der Christianisierung unter Einbezug der vorhergehenden heidnischen Traditionen und den Kreuzzügen und in die frühe Neuzeit mit ihren Hexenverbrennungen und Heidenverfolgungen. Wie zuvor spielt auch hierbei offensichtlich immer das Feuer – und auch das Verbrennen von Menschen eine ziemlich große Rolle.

      Nach einem Sprung ins 19. Jahrhundert und eine besondere Form der geistigen Umnachtung, spielen die letzten beiden Beiträge im 20. Jahrhundert, wobei der letzte wohl starke autobiographische Momente hat und eine Art Rechtfertigung und Abschlusschronik des vorhergehenden Buchs ist.

      Gerade in der ersten Geschichte – und in der aus dem 19. Jahrhundert – machen die Sprache und der Geisteszustand des Ich-Erzählers die Geschichten nicht unbedingt zu leichter Lesekost. Insbesondere die rudimentäre Grammatik des geistig stark eingeschränkten Exil-Nomadens verlangen der Leserschaft so Einiges ab. Und einige der anderen Erzählcharaktere sind nicht wirklich Sympathieträger zu nennen.

      Aber gerade dies macht „Voice of the Fire“ zu einer sehr ungewöhnlichen Leseerfahrung und wer Herausforderungen mag, wird an der ersten, der dritt- und der letzten Geschichte seine helle Freude haben. Wobei ich persönlich auf die letzte Geschichte rein inhaltlich auch bequem hätte verzichten können.

      Zu der mir vorliegenden Ausgabe hat Neil Gaiman ein Vorwort geschrieben, in dem er unter anderem feststellt, dass man die Geschichten in einer beliebigen Reihenfolge lesen könnte. Aber sie sind schon über die Zeit miteinander verschränkt und wenn man die Geschichten nicht chronologisch liest, dann läuft man in Gefahr, bestimmte Verknüpfungen zu überlesen. Wie Will Selfs „The Book of Dave“ und J.J. Abrams „Schiff of Theseus“ frage ich mich am Ende, ob ich eine gewisse Befriedigung über das Buch empfinde, weil ich es durch die Herausforderung geschafft habe, oder weil es tatsächlich gut ist. Bei Abrams Titel waren diese Zweifel am Größten, Self erscheint mir mit einigen Jahren Abstand auch inhaltlich interessant und zumindest einige Geschichten in diesem Buch waren so eindeutig Moore, dass ich auch hier eher zu (mindestens) zwei befriedigenden Momenten neige: die bestandene Herausforderung und die Erzählungen an sich.
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